Wegen der Bedeutung des Begriffs „Demokratie“ und der Tatsache, dass Demokratie in der Entwicklung der Geschichte zu einem Oberbegriff für eine große Zahl politischer Ordnungen geworden ist, wird in dieser Schrift analysiert, ob und in welchem Umfang es im Verlaufe der demokratischen Entwicklungsphasen zu einem Bedeutungszuwachs oder zu einem Paradigmenwechsel kam. Eine Spurensuche soll einen geschichtlichen Einblick in die Herkunft der Demokratie geben.

Als Ergänzung werden zudem zwei Exkurse angeboten:

  • „Über den Begriff ‚Politik‘ bei Aristoteles“
  • „Der Politiker aus der Sicht Max Webers“

Das Bild zeigt die Gefallenenrede des Perikles, in der er die griechische „polis“ lobte. Zwar ist die attische Demokratie nicht mit unserem heutigen Staatsverständnis vergleichbar, dennoch zeigt sie eindrücklich, wie alt die Idee eines demokratischen und freiheitlichen Gemeinwesens ist. Das Gemälde hat Philipp von Foltz gemalt.

Die Spurensuche beginnt mit dem Ursprung der Demokratie, zeichnet danach Strukturen im Mittelalter auf und widmet der Demokratie von der Neuzeit bis zur modernen Demokratie der Gegenwart eine besondere Aufmerksamkeit.

 

Die Demokratie gehört nach Athen; dort hat sie sich entwickelt und nur dort haben wir nach den Bedingungen für diese besondere Form politischen Lebens zu suchen. (Vgl. Jochen Bleicken (1995): Die athenische Demokratie, 4. Auflage, Paderborn/München/Wien/Zürich)

 

Die Schilderungen beginnen mit Solon (640-560 v.Chr.) als dem Begründer des demokratischen Gedankens, gefolgt von Sokrates (470-399 v.Chr.) der sich an diesen Überlegungen orientierte. Mit Platon (427-347 v.Chr.) und Aristoteles (384-322 v.Chr.) werden dann zwei Schwergewichte vorgestellt, deren Analysen von Demokratie die Jahrhunderte überdauerten.

Danach werden die Strukturen der Demokratie anhand der Begriffe Ethik und Politik erläutert und, ob Demokratie als ein Merkmal der Geschichte bezeichnet werden kann.

Die Ausgangslage wird dahingehend geschildert, dass davon auszugehen ist, dass Demokratie sich zwangsläufig entwickelt hat, wenn auch mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, und man weiter akzeptiert, dass zu einer funktionsfähigen Demokratie politisches Handeln gehört, wird festgestellt, welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind.

Deshalb wird die Theorie des Aristoteles über Ethik und Politik untersucht, ob und in welchem Umfang diese Theorie den Verlauf der politischen Entwicklung mitbestimmt hat. Ethik heißt bei Aristoteles, „das, was mit dem Charakter zu tun hat“ und die Definition für Politik lautet schlicht und einfach „gemeinschaftliches Handeln im öffentlichen Raum“.

 

Erkennbar wird nach einem Studium dieser Schrift, dass die Übereinstimmung zwischen antiker und moderner Demokratie in der Definition von Demokratie mit Freiheit und Gleichheit liegt. Berücksichtigt werden in einem weiteren Kapitel die Ansprüche an die Demokratie und deren Leistungsfähigkeit.

 

Mit einer Schlussbemerkung „Warum ausgerechnet Demokratie?“ stellt die Autorin eine provokante Fragestellung und bietet umgehend eine umfassende und einleuchtende Antwort an.

Demokratie wurde im Laufe der Jahrhunderte immer wieder und unterschiedlich definiert, aber zu keinem Zeitpunkt durch einen anderen Begriff ersetzt.

  • Ist der Begriff Demokratie austauschbar?
  • Warum wurde der Demokratiebegriff nicht ausgetauscht?

 

Warum ausgerechnet Demokratie?

Demokratie ist das Synonym für Freiheit.

Alle anderen demokratischen Elemente sind nichts ohne Freiheit.

 

Ist der Begriff Demokratie austauschbar?

Die Frage ist nicht so leicht zu beantworten. Selbstverständlich hätte irgendwann ein anderer Terminus eingesetzt werden können, ob dieser aber die Akzeptanz und Aussagekraft des Demokratiebegriffs hätte erreichen können, ist zumindest anzuzweifeln.

Demokratie als Ausdruck für Freiheit und Gleichheit, Solidarität und Toleranz hat sich als Ziel konstituiert.

 

Warum wurde der Demokratiebegriff nicht ausgetauscht?

Eine mögliche Antwort könnte sein, dass in der Antike ein Austausch des Demokratiebegriffs keinen Sinn gemacht hätte, da diese „Volksherrschaft“ zum einen die Herrschaft einer privilegierten Minderheit und zum anderen ein „Freibrief“ für Privilegien der Privilegierten war. Die Bedrohung, die von der Demokratie seit dem 18. Jahrhundert für den Staat der Privilegierten ausgeht, war zu diesem Zeitpunkt nicht vorauszusehen.

 

Das Mittelalter hat dem Demokratiebegriff keine besondere Beachtung geschenkt und seit der Zeit der Französischen Revolution ist Demokratie als globaler Ausdruck für umfassende Menschenrechte so fest verankert, dass ein Austausch nicht nur wiederum keinen Sinn gemacht hätte, sondern auch angesichts von Revolutionen unmöglich war.

 

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