Autor: Tom Zeddies

Die Verträge von Locarno

 

„Mit dem Vertragswerk von Locarno vom Oktober 1925 stoßen wir auf die wichtigste und bedeutenste Fortentwicklung der europäischen Ordnung von 1919 … . Die Locarno-Politik … war unter den gegebenen Verhältnissen in Europa der 20er Jahre zweifellos ein Optimum dessen, was überhaupt in der europäischen Politik erreicht werden konnte ..“

Locarno wird häufig als zweite und dieses Mal freiwillige Unterzeichnung des Friedensvertrages von Versailles charakterisiert. Aus deutscher Sicht war es das Ziel eine Revision des Versailler Vertrages zu schaffen. Der Grundgedanke der Verträge war es das französische Sicherheitsbedürfnis mit dem deutschen Streben nach Abzug der französischen Truppen zu verbinden und so die Souveränität Deutschlands wieder herzustellen.
Inhalte der Verträge
•    Sicherheits-, Rhein- oder Westpakt, in dem Frankreich, Großbritannien, Belgien, Italien und Deutschland den territorialen Status quo der französischen und belgischen Ostgrenze garantieren, wie sie durch den Versailler Vertrag festgelegt wurde
•    Schiedsabkommen zwischen Deutschland und Frankreich
•    Schiedsabkommen zwischen Deutschland und Belgien
•    Schiedsvertrag zwischen Polen und Deutschland
•    Schiedsvertrag zwischen Deutschland und CSSR
•    die Schiedsverträge mit den östlichen Nachbarn beinhalten:
o    friedliche Regelung aller Streitfragen
o    keine gewaltsamen Grenzenveränderungen im Osten
o    friedliche Regelungen der Frage der Ostgrenze
Dem Vertragswerk folgte am 10. September 1926 nicht nur die Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund, sondern auch die vorzeitige Räumung der Kölner Zone.