oesterreich-bildband

Erich Lessing zeigt in eindringlichen Schwarz-Weiß-Bildern das Österreich der Nachkriegszeit – verbunden mit kleinen Einführungen und Beschreibungen ergibt sich so ein unverstellter Blick in die Zeit des größten Umbruchs der westlichen Welt.

Gerade Interessierten der österreichischen Geschichte ist der Bildband zu empfehlen: Bedeutende Personen der Nachkriegszeit werden dargestellt und in das Geschehen eingeordnet.

 

Erich Lessing / Michael Gehler
Von der Befreiung zur Freiheit
Österreich nach 1945
Erzählt in Bildern von Erich Lessing
und Texten von Michael Gehler
384 Seiten, 277 sw. Abb., 23 x 29 cm,
gebunden mit Schutzumschlag
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2015
ISBN 978-3-7022-3415-7
€ 39,95 / SFr. 51,90

Ein meisterhaftes Portrait der österreichischen Nachkriegszeit
Historische Meilensteine und intime Momentaufnahmen – festgehalten  in Schwarz-Weiß

Im Mai 1945 sind sechs schreckliche Kriegsjahre vorbei. Sechs Jahre, in denen Millionen auf den Schlachtfeldern, in den Konzentrationslagern, durch Bombenangriffe auf die Städte und die Mordjustiz der Nationalsozialisten ums Leben gekommen waren. Zu diesem Zeitpunkt ist die Situation für viele Menschen im Land dramatisch. Tausende haben ihr Zuhause verloren, kön-nen sich und ihre Familien nicht mehr ernähren und trauern um gefallene Väter und Söhne. Österreich ist durch die Alliierten befreit worden, doch frei sind dessen Bewohner, die während der NS-Zeit zu Tätern, aber auch zu Opfern geworden waren, noch keineswegs.

In dieser dramatischen und aufregenden Zeit kehrte Erich Lessing nach Österreich zurück, das bis 1939 seine Heimat gewesen war. Er stand am Beginn einer ganz außergewöhnlichen Karriere als Fotograf und sollte in den kommenden Jahren die Großen und Mächtigen der Welt, aber auch den Alltag, die Arbeitswelten, die Umbrüche jener Zeit in beeindruckenden Fotos festhal-ten. Die besten dieser Arbeiten des heute „weltberühmten Foto-Dokumentaristen und Meis-ters der Reportage“ (Tageszeitung DER STANDARD) zeigt dieses Buch. Der Schwerpunkt liegt inhaltlich auf den 1940er- und 1950er-Jahren, der Zeit des Wiederaufbaus, der Zeit der Besat-zung und der Emanzipation von den Alliierten. Zu sehen sind aber auch Bilder jener Ereignisse, die Österreich in dieser Zeit maßgeblich beeinflusst haben, wie etwa der Ungarn-Aufstand 1956.

Begleitend geht der renommierte Historiker Michael Gehler in einem ausführlichen Essay auf die Bedeutung dieser Kindheits- und Jugendjahre der Zweiten Republik ein und liefert wertvolle Hintergrundinformationen zu den Bildern. Er hat für diesen Band auch ein ausführliches lebens-geschichtliches Interview mit Erich und Traudl Lessing geführt, das Blicke hinter die Kulissen er-laubt, den Menschen hinter der Kamera beleuchtet.

 

Der Fotograf:
ERICH LESSING, geb. 1923 in Wien, konnte 1939 noch rechtzeitig vor den Nationalsozialisten aus Österreich flüchten, kehrte nach dem Krieg in seine Heimat zurück und wurde in den darauffol-genden Jahren durch seine Arbeit als Fotograf (u. a. für die Fotografenkooperative „Magnum“ oder Associated Press) weltberühmt. Bereits über 60 Buchveröffentlichungen in zahlreichen Sprachen, Ehrenkreuzträger der Republik Österreich, Staatspreis für künstlerische Fotografie und viele andere Auszeichnungen.

 

Der Autor:
Michael Gehler, geb. 1962 in Innsbruck, Lehr- und Forschungstätigkeit als a. o. Univ.-Prof. am Institut f. Zeitgeschichte der Universität Innsbruck von 1999 bis 2006, zahlreiche Gastprofessu-ren, seit 2006 Professor und Leiter des Instituts f. Geschichte an der Stiftung Universität Hildes-heim, seit 2013 Direktor des Instituts f. Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung (INZ) der Österrei-chischen Akademie der Wissenschaften, Schwerpunkte seiner Forschung sind die europäische, deutsche und österreichische Nachkriegsgeschichte sowie die Geschichte der Europäischen Union.