Das Deutsche Reich nach dem Ersten Weltkrieg war ein Pulverfass. Die Weimarer Republik wurde von links und rechts abgelehnt und bekämpft. An den Rand eines Bürgerkriegs brachte die erste deutsche Demokratie der Kapp-Lüttwitz-Putsch (oft auch nur als Kapp-Putsch bezeichnet) vom 13. März 1920. Dieser soll in dem nachfolgenden Artikel dargestellt werden.

Berlin: Putschende Soldaten mit Transparent "Halt! Wer weiter geht wird erschossen" Bundesarchiv, Bild 183-J0305-0600-003 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
Berlin: Putschende Soldaten mit Transparent „Halt! Wer weiter geht wird erschossen“ Bundesarchiv, Bild 183-J0305-0600-003 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Die Ausgangssituation

Gustav Bauer, geboren: 6. Januar 1870 in Darkehmen, gestorben: 16. September 1944; Februar 1919 Reichsarbeitsminister, Juni 1919 Reichskanzler, April 1920 Reichsverkehrsminister, Mai 1921 bis November 1922 Vizekanzler. Aufnahme aus dem Jahr 1920. Bundesarchiv, Bild 183-J0113-0500-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
Gustav Bauer, geboren: 6. Januar 1870, gestorben: 16. September 1944; Februar 1919 Reichsarbeitsminister, Juni 1919 Reichskanzler, April 1920 Reichsverkehrsminister, Mai 1921 bis November 1922 Vizekanzler. Aufnahme aus dem Jahr 1920. Bundesarchiv, Bild 183-J0113-0500-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Das Deutsche Kaiserreich hatte den Ersten Weltkrieg 1918 verloren. Im Zuge der Novemberrevolution von 1918 wurde der Deutsche Kaiser abgesetzt und die Republik proklamiert. Die Siegermächte hatten Deutschland als Führungsmacht der ehemaligen Mittelmächte sehr harte Waffenstillstands- und Friedensbedingungen auferlegt. Neben der sehr umstrittenen Alleinschuld am Krieg waren das auch weitreichende Gebietsabtretungen und -besetzungen sowie hohe Reparationszahlungen.

Weiterhin wurde in Artikel 160 des Versailler Vertrags die Reduzierung des deutschen Heers auf 100.000 Berufssoldaten und die Auflösung der aus Freiwilligen bestehenden Freikorps verfügt. Um die dort festgelegte Truppenstärke zu erreichen, mussten ab Sommer 1919 etwa 200.000 Freikorpssoldaten entlassen werden. Dies rief den Widerstand der von der Entlassung bedrohten Freikorpsoffiziere hervor, die im Oktober 1919 die „Nationale Vereinigung“ gründeten – einer Nachfolgeorganisation der Deutschen Vaterlandspartei. Diese Offiziere schmiedeten seit dem Frühjahr 1920 Umsturzpläne gegen die amtierende Regierung.

Nach dem Rücktritt Philipp Scheidemanns (SPD) war Gustav Bauer (SPD) vom 21. Juni 1919 bis 26. März 1920 der amtierende Reichskanzler.

Reichswehrminister war seit 13. Februar 1919 Gustav Noske (SPD), der schon in seiner Eigenschaft als „Volksbeauftragter für Heer und Marine“ den linkssozialistischen Januaraufstand von 1919 (bzw. auch „Spartakusaufstand“ genannt) auch mit Hilfe von Freikorpsabteilungen niederschlagen ließ.

Wolfgang Kapp war seit 1906 Generallandschaftsdirektor von Ostpreußen.

1917 war Kapp Mitbegründer der Deutschen Vaterlandspartei, deren 1. Vorsitzender Großadmiral Alfred von Tirpitz wurde. Diese Partei wurde im Dezember 1918 wieder ausgelöst – die im Oktober 1919 mit starker Unterstützung von Erich Ludendorff gegründete antirepublikanische „Nationale Vereinigung“ war eine Nachfolgeorganisation dieser Partei.

Walther Freiherr von Lüttwitz (geboren: 02. Februar 1859; gestorben 20. September 1942)
Walther Freiherr von Lüttwitz (geboren: 02. Februar 1859; gestorben 20. September 1942)

Diese Vereinigung plante einen Umsturz zur Beseitigung der Republik. Zugleich war aber auch keine Restauration der Monarchie geplant, sondern eine Militärdiktatur. Konkrete Zeitpläne gab es jedoch nicht.

Schon im Juli 1919 wurde Kapp auch Vorstandsmitglied der monarchistischen Deutschnationalen Volkspartei (DNVP), die seine zu diesem Zeitpunkt bereits recht konkreten Umsturzpläne jedoch nicht unterstützte. Am 8. März 1920 traf Kapp mit einer ostpreußischen Delegation in Berlin ein, wo es in den folgenden Tagen auch zu Treffen mit Walther Freiherr von Lüttwitz kam. Dabei stellten sich durchaus auch Differenzen heraus. Während Kapp die Reichsregierung stürzen und die Republik beseitigen wollte, genügten von Lüttwitz auch Teilerfolge im Rahmen der Verfassung.

Walther Freiherr von Lüttwitz war als Offizier im Ersten Weltkrieg an der Westfront im Einsatz und erhielt in dieser Zeit eine ganze Reihe von Auszeichnungen.

Nach dem Krieg war er weiterhin Militärangehöriger – er leitete in seiner Eigenschaft als Oberbefehlshaber der vorläufigen Reichswehr in Berlin und Umgebung die Niederschlagung des Januaraufstandes von 1919. Die Verkleinerung der Reichswehr auf 100.000 Mann sowie die Auflösung der Freikorpstruppen stießen bei ihm auf starke Ablehnung.

Auch die Marine-Brigade Ehrhardt sollte als Freikorpsabteilung aufgelöst werden. Sie war u. a. an der Niederschlagung der Münchener Räterepublik (4. April – 2. Mai 1919) beteiligt.

 

Der Putsch

Gustav Noske (geboren: Juli 1868 in Brandenburg, gestorben: 30. November 1946 in Hannover) war ein deutscher Politiker der SPD. Er war der erste Minister der SPD mit der Zuständigkeit für das Militär.
Gustav Noske (geboren: Juli 1868 in Brandenburg, gestorben: 30. November 1946 in Hannover) war ein deutscher Politiker der SPD. Er war der erste Minister der SPD mit der Zuständigkeit für das Militär.

Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) entzog am 10. März 1920 Walther von Lüttwitz die Kommandogewalt über zwei Reichswehrdivisionen in Berlin und Dresden sowie über die Marinebrigaden Ehrhardt und von Loewenfeld. Von Lüttwitz trat mit einem Ultimatum an Reichspräsident Friedrich Ebert (SPD) heran – erfolglos. In dieser Situation wandte sich die Brigade Ehrhardt an Walther von Lüttwitz um Unterstützung und unterstellte sich weiterhin seinem Befehl.

Als am Tag darauf Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) auch die endgültige Entlassung Walther von Lüttwitz erwog, entschloss dieser sich am Freitag, dem 12. März 1920 zum Putsch. Er befahl der Marine-Brigade Erhardt, nach Berlin zum Regierungsviertel zu marschieren, um dort die demokratisch gewählte Regierung festzunehmen.

Am Samstag, dem 13. März verließen Teile der vorgewarnten Reichsregierung unter Reichskanzler Gustav Bauer (SPD) Berlin, bevor von Lüttwitz mit seiner Marine-Brigade Erhardt die Reichshauptstadt kampflos einnehmen konnte. Die Freikorpssoldaten traten dabei mit Stahlhelmen auf, an die sie Hakenkreuze gemalt hatten.

Einzug der Marinebrigade Erhardt in Berlin während der Besetzung Berlins im März 1920. Bundesarchiv, Bild 119-1983-0012 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
Einzug der Marinebrigade Erhardt in Berlin während der Besetzung Berlins im März 1920. Bundesarchiv, Bild 119-1983-0012 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Faschistischer Hintergrund? Dennoch wäre es verfrüht, beim Lüttwitz-Kapp-Putsch von einem ersten faschistischen Putsch zu sprechen. Eine nennenswerte faschistische Bewegung gab es 1920 noch nicht. In Deutschland wurde die DAP (Deutsche Arbeiterpartei) im Januar 1919 als winzige Splitterpartei gegründet. Sie benannte sich im Februar 1920 in NSDAP um. Adolf Hitler wurde erst 1921 Vorsitzender dieser Partei. Selbst im Ursprungsland dieser Bewegung, in Italien, wurde eine faschistische Partei erst 1921 gegründet, die aus einer 1919 gegründeten Frontkämpfervereinigung hervorgegangen ist.

Wolfgang Kapp wiederum setzte sich selbst als Deutschen Reichskanzler und Preußischen Ministerpräsidenten ein, und berief von Lüttwitz zum Reichswehrminister und Oberbefehlshaber der Reichswehr.

 

Wolfgang Kapp (geboren: 24. Juli 1858, gestorben: 12. Juni 1922 in Leipzig)
Wolfgang Kapp (geboren: 24. Juli 1858, gestorben: 12. Juni 1922 in Leipzig)

In einem Aufruf von Kapp hieß es:

Kein Monarchistenputsch!

Die alte Regierung einschließlich des Reichspräsidenten ist geflohen. Die Truppen rückten mit klingendem Spiel ein und besetzten alle Regeirungsgebäude ohne Widerstand. Der Tage ost ohne jedes Blutvergießen verlaufen. Kein Schuß ist gefallen. Es handelt sich un keine Reaktion und keinen Monarchistenputsch. Es gehten verleumderische Gerüchte um über Wiedereinführung der Wehrpflicht und neue Kriegsabsichten. Die Regierung will den Frieden nach außen wie nach innen. Besprechungen mit der Arbeiterschaft über die neue Lage sind eingeleitet. Die Regierung will das versprechen: Freide, Freiheit, Brot aus einem hohlen Wort zur Tat machen.

Der Reichskanzler

Kapp.

 

Die legitime Reichsregierung veröffentlichte ebenfalls einen Aufruf:

An das deutsche Volk!

Durch einen wahnwitzigen Handstreich sind die Regierungsgebäude Berlins in die Hände der Aufrührer gelangt. Keine politische Partei, kein Mann von besonnener Denkungsart steht hinter diesen Vorgängen. Man mißbilligt sie. Nachdem sich die in Döberitz zur Entlassung bestimmten Truppen, namentlich die aus dem Baltikum, hinter diesem Akt der Tollheit gestellt haben, hat die Regierung, um ein Blutvergießen zu vermeiden, das Leben der an Zahl geringeren in Berlin befindlichen regulären Truppen geschont und Berlin verlassen. Denn Blut ist seit 1914 genug geflossen. Und dieses Abenteuer wird in wenigen Tagen an seiner Unmöglichkeit zusammenbrechen. Die Regierung hat ihren Sitz nach Dresden verlegt. Jeder bleibt an den Gehorsam gegen die verfassungsmäßige Regierung gebunden. Nur sie kann Befehle erteilen und Zahlungsanweisungen ausstellen. Jede Anordnung einer anderen Stelle ist rechtsungültig. Die Soldaten der Reichswehr haben die Verfassung zu schützen, den Reichspräsidenten und die Reichsregierung zu decken und gehorsam zu sein. Den Eidbruch einer Anzahl Offiziere nachzuahmen, verbietet ihnen Pflicht und Recht. Die Auflösung der Nationalversammlung ist verfassungswidrig. Der Präsident der Nationalversammlung ist ersucht worden, die Nationalversammlung alsbald wieder einzuberufen. Nur eine auf die Verfassung gegründete Regierung vermag Deutschland davor zu bewahren, in Nacht und Blut zu versinken. Wenn Deutschland von einem Putsch zum andern geführt wird, so ist es verloren. Eine auf einem Gewaltakt weniger beruhende Regierung entbehrt der Autorität im Inlande und im Auslande. Das Volk wird verhungern, wenn neue Wirren die Wirtschaft und den Verkehr unterbinden und das Vertrauen des Vaterlandes, das sich nur eine verfassungsmäßige Regierung erwirbt, untergraben. Ungeheure Gefahren nach innen und außen stehen bevor, wenn das Volk die Besonnenheit verliert.

Deutsches Volk, schare dich um deine verfassungsmäßige Regierung!

Dresden, den 13. März 1920.

Der Reichspräsident: Ebert.

Die Reichsregierung: Bauer, Noske, Giesberts, Müller, Koch, Gessler.

 

Sofort wurde im Namen des Reichspräsidenten und der legitimen SPD-Regierung zum Generalstreik aufgerufen, dem sich auch die wichtigsten Gewerkschaften anschlossen.

Auch die Berliner Ministerialverwaltung unterstützte den Putsch nicht und blieb auf der Seite der legitimen Reichsregierung. Der Deutsche Beamtenbund unterstützte ab Montag, dem 15. März 1920 den Generalstreik. An diesem Tag hatte der Generalstreik bereits die gesamte Weimarer Republik erfasst – es blieb alles stehen: Es verkehrten keine Eisenbahnen, Straßenbahnen und Busse, es gab keine Post, keine Telefonvermittlung, keine Zeitungen sowie alle Fabriken und alle Behörden waren geschlossen. An die Putschisten wurde zudem kein Sold ausgezahlt, so dass der Putsch auch finanziell ausgetrocknet wurde.

Damit hatten die Putschisten auch keine Möglichkeit, auf irgendeine Weise zu agieren und die Aussichtslosigkeit des im Grunde überstürzten Unterfangens wurde schnell deutlich.

Am 17. März 1920 floh Wolfgang Kapp nach Schweden, wonach Walther Freiherr von Lüttwitz für einige Stunden die Führung als Militärdiktator übernahm und militärisch vorgehen wollte. Allerdings begannen an diesem Tag bereits Verhandlungen im Justizministerium zwischen den Putschisten und den Regierungsvertretern unter Justizminister Eugen Schiffer (DDP). Bei diesen Verhandlungen wurde von Lüttwitz die Erfüllung einiger Forderungen sowie eine Amnestie in Aussicht gestellt, wenn dieser den Putsch unblutig beendete.

Von Lüttwitz, der inzwischen auch den Rückhalt der Reichswehr verloren hatte, willigte ein und trat zurück. Somit hatte der Putsch nach fünf Tagen ein unblutiges Ende gefunden. Dennoch floh von Lüttwitz zunächst ins Ausland und kehrte erst 1925 nach der inkraft getretenen Amnestie wieder nach Deutschland zurück und lebte von da an bis zu seinem Tode 1942 zurückgezogen.

 

Folgen des Putsches

Porträt von Reichskanzler Hermann Müller. Bundesarchiv, Bild 146-1979-122-28A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
Porträt von Reichskanzler Hermann Müller. Bundesarchiv, Bild 146-1979-122-28A / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Auch nach dem Ende des Putsches beendeten die Gewerkschaften den Generalstreik nicht  sofort. Diese einigten sich am 18. März 1920 auf ein gemeinsames Neun-Punkte-Programm mit weitergehenden Forderungen, wie etwa die Sozialisierung von Betrieben und Enteignung von Großagrariern sowie auch eine Regierungsumbildung, anderenfalls wollten sie den Generalstreik fortsetzen. Zwischen dem 20. und 23. März kam es zu Kompromissen, in denen wesentliche Forderungen aus dem Neun-Punkte-Programm in abgeschwächter Form erfüllt wurden. Somit wurde der Generalstreik am 23. März beendet.

Gemäß der Forderungen im Neun-Punkte-Programm trat die Regierung Gustav Bauer (SPD) am 26. März 1920 zurück und es wurde eine neue Regierung unter Herrmann Müller (SPD) gebildet.

Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) war bereits am 22. März zurückgetreten und gehörte auch dem neuen Kabinett nicht mehr an, da ihm „Begünstigung der Konterrevolution“ vorgeworfen wurde.

Da sich in Ostpreußen fast alle Regierungsbeamten und die meisten Landräte dem Putsch angeschlossen hatten, kam es auch dort zur Entlassung der Unterstützer und zur Neubesetzung von deren Stellen. Trotz der am 02. August 1920 verabschiedeten Amnestie kam es auch zur juristischen Aufarbeitung des Putsches, bei er es auch zur Verurteilung von hochrangigen Unterstützern zu Gefängnisstrafen kam. Im Amnestiegesetz waren verschiedene Ausnahmen von der Strafbefreiung vorgesehen. So sollte auch gegen Wolfgang Kapp ein Hochverratsprozess geführt werden. Dieser wurde in seinem Exil in Schweden von der Polizei festgenommen und an Deutschland ausgeliefert. Jedoch verstarb Kapp am 12. Juni 1922 noch während er Untersuchungshaft.

Der frühere Reichskanzler Fehrenbach auf dem Weg zu einer Reichstagssitzung. Bundesarchiv, Bild 183-2002-0507-500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons
Der frühere Reichskanzler Fehrenbach auf dem Weg zu einer Reichstagssitzung. Bundesarchiv, Bild 183-2002-0507-500 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE, via Wikimedia Commons

Als eine weitere Folge des Putsches kann die Wahlniederlage der sogenannten „Weimarer Koalition“ aus SPD, Zentrum und DDP gesehen werden. Diese verlor bei den Reichstagswahlen am 6. Juni 1920 ihre absolute Mehrheit, so dass eine konservative Minderheitsregierung zwischen Zentrum, DDP und DVP unter Constantin Fehrenbach (Zentrum) gebildet wurde, die vom 25. Juni 1920 bis zum 4. Mai 1921 im Amt war.

Der Putsch verlief nicht überall unblutig. So kam es beispielsweise mit Beginn des Putsches zu einem Arbeiteraufstand im Ruhrgebiet – dem Ruhraufstand. Dieser begann am 13. März 1920 mit  Demonstrationen, wie etwa in Bochum mit ca. 20.000 Teilnehmern. In den folgenden Tagen schlossen sich SPD, USPD und KPD zu einem linksgerichteten Bündnis unter der Führung der USPD zusammen, welches die „Errichtung der Diktatur des Proletariats“ zum Ziel hatte. Es kam in größeren Orten zur Bildung von Räten und der „Roten Ruhrarmee“, deren Größe später auf etwa 50.000 Mann geschätzt wurde. Ab dem 15. März kam es zu Kämpfen mit Freikorpseinheiten und in der Folge brachte die Rote Ruhrarmee das gesamte Ruhegebiet unter ihre Kontrolle. Der Aufstand endete auch mit der Beendung des Putsches und trotz Verhandlungen nicht. Der Aufstand wurde schließlich bis zum 6. April 1920 durch Reichswehr- und Freikorpseinheiten blutig niedergeschlagen.

Die Kämpfe forderten insgesamt über 2000 Todesopfer. An dieses und auch weitere Ereignisse während des Putsches erinnern heute noch zahlreiche Gedenkstätten und -tafeln in ganz Deutschland, außer im gesamten Ruhrgebiet auch etwa in Berlin sowie Städten in Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen oder Thüringen.

 

Quellen und weitere Informationen