By FIC VIÑA [CC BY-SA 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0)], via Wikimedia Commons
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Geschichte-Wissen hatte die Möglichkeit, den Regisseur des preisgekrönten Films „El Clan“ einige Fragen im Rahmen eines Interviews stellen zu dürfen. Pablo Trapero ist ein bekannter argentinischer Produzent und Regisseur – eine Vorstellung und Übersicht seines in Deutschland veröffentlichten Films finden Sie hier. Zu den Hintergründen der Puccio-Familie empfiehlt sich dieser Artikel.

 

 

GW: Wie reagierten die Familienmitglieder, die noch am Leben sind, auf Ihre Recherchen über ihre Verbrechen?

Trapero: Adrinana, das einzige noch lebende Familienmitglied das derzeit anscheinend in Argentinien lebt und arbeitet, wollte während der Vorbereitungen zum Film nicht mit uns sprechen. Die ältere Schwester, Silvia, starb, ebenso auch Alejandro im Jahr 2008.  Hinsichtlich der beiden übrigen Brüder, Guillermo und Maguila, ist kein Aufenthaltsort bekannt.

 

GW: War es Ihnen möglich herauszufinden, ob sie ihre Taten bereuten oder ob eine Wut gegen den Vater Arquímedes Puccio existierte?

Trapero: Alejandro wie auch sein Vater Arquímedes beharrten bis zum Ende auf ihrer Unschuld. In jedem Interview, das Arquímedes zu seinen Lebzeiten gab, klagte er an, er sei zu dem was er tat gezwungen worden. Er zeigte niemals irgendeine Form des Bedauerns.

 

GW: Was empfinden Sie in Bezug auf die politische Situation damals?

Trapero: Zu jener Zeit war all dies Teil der Nachrichten. Ich erinnere mich an Personen wie Anibal Gordon, den Kopf der Triple A, die für mich eng mit Puccio verbunden waren. Und dann begriff ich, dass sie zusammengearbeitet hatten, dass sie 1973 verdächtigt und wieder fallengelassen wurden in einem Fall. Und viel später fand ich heraus, dass Puccio zu seiner Zeit als diplomatischer Kurier für die Regierung Perons in einen weiteren Fall verwickelt gewesen war, in Waffenschmuggel. Das ist etwas Signifikantes, die Grenze zwischen seiner privaten Arbeit und dem, was Puccio für die Militärdiktatur tat, das hat viel mit der Zeit damals zu tun. Das bedeutet, dass dieser Fall ein Auswuchs dieser Zeit war, der mit dem Beginn der Demokratie noch nicht beendet war. Das ist der Kontext. Dann entschied ich, die vier am besten bekannten Fälle aufzuarbeiten, die Entführungsfälle, für die sie verurteilt wurden.