Cover des Buchs Düstere Geheimnisse von Guido Kleinhubbert
Cover des Buchs – © 2025 Penguin-Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH und SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG

Guido Kleinhubbert, Autor beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, gelingt mit dem Buch „Düstere Geheimnisse ein faszinierender Streifzug durch düstere und unheimliche Winkel der deutschen Vergangenheit. Anhand realer Fundstücke – von angeketteten Leichnamen bis zu Kränzen aus Menschenhaar – entfaltet er ein Panorama, das gleichermaßen historisch fundiert wie atmosphärisch eindrücklich ist.

Geschichte zum Staunen – und Gruseln

Was dieses Buch so besonders macht, ist die Verbindung von archäologischen Funden mit historischen Erzählungen. Kleinhubbert schreibt mitnehmend, detailliert und mit einem Gespür für das Unheimliche. Viele der Geschichten lassen einen sprachlos zurück – nicht wegen übertriebener Effekthascherei, sondern weil sie reale (und mitunter ungemein traurige) Schicksale sichtbar machen, die heute fast vergessen sind.

Die Totenhochzeit

Ein besonders eindrückliches Beispiel: Bei Grabungen an der evangelischen Johanneskirche in Neukalen (Mecklenburg-Vorpommern) wurden Skelette mit Kronen auf dem Kopf entdeckt. Was zunächst wie ein makabres Märchen klingt, verweist auf das Ritual der sogenannten Totenhochzeit. Unverheiratete, jung verstorbene Frauen erhielten eine Totenkrone – möglicherweise als symbolische Vermählung mit Christus. Doch ob diese Deutung zutrifft, ist bis heute umstritten.

Der Sarg mit dem Fenster

Nicht minder gespenstisch: Ein gusseiserner Sarg mit Sichtfenster, gefunden im Zentraldepot des Museums für Hamburgische Geschichte. Der sogenannte Fisk-Sarg, wahrscheinlich 1924 auf einem Friedhof entdeckt, wirkt wie ein Requisit aus einem Horrorfilm – war aber ein echtes Produkt der Bestattungskultur. Luftdicht verschlossen, sollte er Gerüche eindämmen, die Verwesung verlangsamen und so insbesondere lange Überführungen ermöglichen. Das Sichtfenster erlaubte einen letzten Blick auf den Verstorbenen – ob das beruhigend oder verstörend war, darf jeder Leser für sich entscheiden.

Fazit: Lesenswert – nicht nur zu Halloween

Guido Kleinhubbert gelingt der Spagat zwischen historischer Genauigkeit und erzählerischer Spannung. Dabei sind seine Recherchen fundiert. Die klare Sprache ist bemerkenswert und führt dazu, dass die Erzählungen sehr eindrücklich sind und nachwirken.

Mit „Düstere Geheimnisse“ kann man unsere Geschichte neu entdecken – über Dinge, die wir nicht (mehr) kennen und daher anfänglich kaum einordnen können. Wer sich für Archäologie, Kulturgeschichte und das Unheimliche interessiert, dem kann dieses Buch empfohlen werden.

Weitere Informationen

  • 272 Seiten
  • Erschienen am: 15.10.2025
  • ISBN: 978-3-328-11343-0

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