Das Hotel Adlon in Berlin
Das Hotel Adlon in Berlin – Quelle

Adlon – wohl jeder verbindet diesen Namen mit dem berühmten Hotel in Berlin. Felix Adlon, Ururenkel des Gründers, hat seine Familiengeschichte in einem lesenswerten Sachbuch aufgeschrieben. Das Buch möchten wir anhand der Gründungsgeschichte (mit die interessanteste Zeit) hier kurz vorstellen.

Aus Adelon wird Adlon – die Anfänge der Familie

Die Ursprünge der Familie liegen in Frankreich. Wohl im 17. Jahrhundert siedelten die Adelons, wie der Nachname damals noch geschrieben wurde, nach Mainz über. Hintergrund dürften die Repressionen gegen die Protestanten im katholischen Frankreich gewesen sein. In Mainz bauten sich die ersten Adlons (das „e“ im Namen wurde schon bald fallen gelassen – wohl auch aus der Not heraus, dass die Rheinländer mit der Aussprache des französischen Namens ihre Probleme hatten) als Handwerker eine Existenz auf. Es ist daher durchaus bemerkenswert, welch gesellschaftlicher Aufstieg dieser Familie in nur wenigen Generationen gelang: Von Mainz nach Berlin ist es durchaus ein weiter Weg, zumal in der damaligen Zeit.

Der Autor Felix Adlon beginnt seine Erzählung mit Jacob Adlon, der eine Schuhmacherwerkstatt in Mainz betrieb und Vater des Hotelgründers Lorenz (damals noch Laurenz) war. Jacobs Frau und die Mutter von Lorenz, Anna, war Hebamme. Die Eltern lebten in einem gewissen Wohlstand und konnten ihrem Sohn eine Tischlerlehre ermöglichen.

Geboren für das Gastgewerbe

Das Adlon war sehr hochwertig und technisch modern ausgestattet – Quelle

Doch wie wird aus einem ehrgeizigen und ambitionierten Tischler ein Gastwirt und Hotelier? Das Gastgewerbe erlebte zur Jugendzeit des Lorenz Adlon eine Blüte – der umtriebige und tüchtige Ahne wollte wohl ein Stück vom Kuchen abhaben, mit einem Schulfreund eröffnete er deshalb eine Kneipe – der Anfang war gemacht.

1871 übernahm Lorenz Adlon dann ein Ausflugslokal, das er schnell zu einer gut gehenden Gaststätte umbaute.

Den Ehrgeiz dieses Menschen kann man daran erkennen, dass er die Bewirtung auf der Amsterdamer Gewerbeausstellung mitübernahm und damit in der Massengastronomie tätig war – er agierte risikoreich, der Erfolg blieb ihm aber nicht verschlossen. Aufgrund seiner Härte und seines Fleißes konnte sich Lorenz Adlon ein für damalige Verhältnisses sehr großes Vermögen aufbauen. In Amsterdam blieb er dann auch tätig und leitete für zwei Jahre ein beliebtes Hotel.

Der Ruf nach Berlin

In Berlin wurde Lorenz Adlon, mit gerade einmal 37 Jahren, das „Hiller“, eines der vornehmsten Restaurants der Stadt, angeboten. 1886 kaufte er das Restaurant mit Weinhandlung, wobei er zunächst den Namen „Carl Hiller“ fortführte – der junge Mainzer hatte sich in Berlin noch keinen Namen gemacht. 

In Berlin expandierte Adlon in atemberaubender Weise: Mit einem Partner stieg er in das Berliner Continental-Hotel ein und restaurierte die Zooterrassen, wo er die Besucher des Zoologischen Gartens bewirtete. Die Einkünfte, die er mit seinen Unternehmungen erzielte, konnte er für sein großes Ziel verwenden: Die Errichtung eines Grand Hotel – das Hotel Adlon.

Ein lesenswerte Familiengeschichte

Felix Adlon hat einen sehr lebendigen Schreibstil – seine Familiengeschichte ist daher sehr anschaulich und bildhaft erzählt. Fehlt ihm die nötige Distanz? Das mag sein, der Lektüre schadet dies aber nicht. Es ist spannend, dieser Familie über die Jahrhunderte zu folgen: Der Aufstieg der Adlons erinnert an die amerikanische Geschichte des Tellerwäschers, der zum Millionär wird: Vom Flickschustersohn zum bedeutendsten Hotelier Deutschlands. Bewusst haben wir deshalb auch die Anfänge des Hotels in unserer Beschreibung zusammengefasst – für uns einer der spannendsten Teile dieses Buches.

Insgesamt können wir eine klare Leseempfehlung aussprechen: 3 von 5 Punkten!

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