Deutscher Zollverein in den Grenzen des Deutschen Bundes 1834 (rot) mit für den Zollverein relevanten Außengrenzenänderungen (Schleswig, Luxemburg, Elsaß-Lothringen) in hellrot. In blau die Beitrittsstaaten 1834, grün weitere Beitritte bis 1866, gelb Beitritte nach 1866. Größere Staaten des Zollvereins sind beschriftet. Grafik selbst erstellt von Pischdi [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)] auf Basis der Datei Image:Map-GermanConfederation.svg von User:52 Pickup, diese wiederum gemäß dortigen Angaben basierend auf "map data of the IEG-Maps project (Andreas Kunz, B. Johnen and Joachim Robert Moeschl: University of Mainz) - http://www.ieg-maps.uni-mainz.de"). https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ZollvereinBIG_1834.png?uselang=de
Deutscher Zollverein in den Grenzen des Deutschen Bundes 1834 (rot) mit für den Zollverein relevanten Außengrenzenänderungen (Schleswig, Luxemburg, Elsaß-Lothringen) in hellrot. In blau die Beitrittsstaaten 1834, grün weitere Beitritte bis 1866, gelb Beitritte nach 1866. Größere Staaten des Zollvereins sind beschriftet. Grafik selbst erstellt von Pischdi [CC BY-SA 2.5 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5)] auf Basis der Datei Image:Map-GermanConfederation.svg von User:52 Pickup, diese wiederum gemäß dortigen Angaben basierend auf „map data of the IEG-Maps project (Andreas Kunz, B. Johnen and Joachim Robert Moeschl: University of Mainz) – http://www.ieg-maps.uni-mainz.de„). Mehr Informationen: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:ZollvereinBIG_1834.png?uselang=de

Inhaltsverzeichnis

  1. Gründung und Entwicklung
  2. Handels- und Zollpolitik
  3. Fazit
  4. Informationen zum Deutschen Bund und zur Kontinentalsperre

 

1. Gründung und Entwicklung

Der Deutsche Zollverein wurde am 22. März 1833 gegründet und war ab dem 1. Januar 1834 eine rechtsfähige Organisation mit zunächst 18 Mitgliedsstaaten des Deutschen Bundes. Die Zielvorstellung galt zum einen dem Abbau zwischenstaatlicher Zölle und anderer Handelshemmnisse und zum anderen der Schaffung eines funktionierenden Binnenmarktes. Außerdem wurde das System der Ein- und Ausfuhrzölle gegenüber Nichtmitgliedsstaaten vereinheitlicht.

Das Gebiet des Deutschen Zollvereins umfasste eine Fläche von 435.023 qkm mit etwa 23 Mio. Einwohnern.

Nach den USA und Großbritannien stellte der Zollverein die drittgrößte Wirtschaftsmacht dar. Er bestand bis zur Reichsgründung im Jahre 1871. Allerdings blieb die Funktionsfähigkeit des Zollvereins erhalten, jedoch gingen die „Hoheitsgewalt“, die Handhabung der Zollvereinsverträge und die Einnahmen aus den Zollerhebungen auf das Reich über.

 

Karikatur zu Kleinstaaterei in Deutschland (zeitgenössische Darstellung „das Lichten eines Hochwaldes“, Illustration aus „Fliegende Blätter“ (satirische Zeitschrift, erschienen in München), Jg. 1847, bd. 6, nr. 140, s. 157.) Bild von Machahn 14:08, 24 June 2007 (UTC) [Public domain] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zollschranken.jpg?uselang=de
Karikatur zu Kleinstaaterei in Deutschland (zeitgenössische Darstellung „das Lichten eines Hochwaldes“, Illustration aus „Fliegende Blätter“ (satirische Zeitschrift,
erschienen in München), Jg. 1847, bd. 6, nr. 140, s. 157.) Bild von Machahn 14:08, 24 June 2007 (UTC) [Public domain] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Zollschranken.jpg?uselang=de

Die Situation vor der Gründung des Zollvereins war geprägt durch eine enorme Anzahl von Zollgrenzen innerhalb Deutschlands, von denen es gegen Ende des 18. Jahrhunderts zwischen 1.500 und 2.000 gegeben haben soll.

Zwar gab es bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bestrebungen einzelner Länder, den Handelsverkehr im Binnenmarkt zu erleichtern, doch umfassende Reformen blieben aus. Die Rechtslage war allerdings so, dass der Deutsche Bund gemäß Artikel 19 der Bundesakte eine einheitliche Regelung von Handel und Verkehr im Bundesgebiet anstreben sollte.

Infolge der stagnierenden Entwicklung kam es in Preußen zu einer Wiederauflage der bereits um 1806 begonnenen Bemühungen zu dem Handels- und Zollgesetz von 1818. Damit erreichte Preußen für sich und seine weiteren Staatsteile ein einheitliches Zollgebiet. Im Jahre 1828 wurde dann mit Hessen-Darmstadt ein Zollverein gegründet.

Trotz der zögerlichen Haltung und einer gewissen Abneigung einiger mittlerer und kleinerer Staaten gegenüber Preußen kam es dann doch zu Verhandlungen mit dem preußischen Zollverein.

In den Jahren von 1819 bis 1834 schlossen sich dann nach und nach fast alle Staaten des Deutschen Bundes der preußischen Zollvereinigung an; Hannover kam erst 1854 dazu. Im Laufe der folgenden Jahre traten noch weitere deutsche Staaten dem Zollverein bei. Mecklenburg und Schleswig-Holstein waren 1867 die vorletzten Beitritte. Die Hansestädte Hamburg und Bremen traten 1888 bei.

Nur Österreich blieb außen vor, weil es nicht einem von Preußen initiierten Zollverein beitreten wollte. Das geschah aus Sorge, Preußen noch stärker zu machen. Später (1851 und 1862) verhinderte dann seinerseits Preußen die Aufnahme Österreichs.

Es wäre allerdings eine Fehlinterpretation, anzunehmen, dass die Gründung und Fortentwicklung des Deutschen Zollvereins komplikationslos verlaufen sei. Grundsätzlich war es so, dass Preußen, bedingt durch seine gute geographische Lage, seine Chancen und Beeinflussungsmöglichkeiten auf den internationalen Handel der übrigen deutschen Staaten wahrgenommen hat. Preußens kleinere Nachbarstaaten waren nahezu völlig vom preußischen Markt abhängig.

Der Zusammenschluss erbrachte einen wesentlichen Aufschwung für die Industriegebiete an Rhein und Ruhr, eine verstärkte Einfuhr ausländischer Waren sowie eine Zunahme der Ausfuhr inländischer Produkte.

Hier sind Parallelen erkennbar zum Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen, welches gut einhundert Jahre später die Welthandelsordnung neu regelte. In dieser neuen Ordnung wurde versucht, Handelshemmnisse zu beseitigen und allgemein verbindliche Zollsenkungen durchzusetzen. Insgesamt galten die Bemühungen der Liberalisierung des internationalen Handels.

 

2. Handels- und Zollpolitik

Die Handels- und Zollpolitik lässt sich kurzgefasst an drei Sachverhalten erläutern:

  • Zu Anfang des 19. Jahrhunderts prägte gewissermaßen noch eine Schutzpolitik (Merkantilismus) die Wirtschaftspolitik.
  • Festzustellen ist eine unterbrochene Entwicklung der Wirtschaftspolitik durch die Kontinentalsperre (1806) und Blockaden von Seiten Englands.
  • Die allgemeine internationale und nationale Zollpolitik in den Jahren von 1815 bis 1834.

 

3. Fazit

Deutsch: Eröffnung der Bahnstrecke Köln-Bonn (1844). Eisenbahnzug vor Schloss Augustusburg in de:Brühl (Rheinland) Das Bild stammt von Nikolaus Christian Hohe (1798 – 1868) und wurde 1841 (vor der eröffnung) gemalt, das Original befindet sich im Archiv der Stadt Brühl. Scanvorlage: Wolfgang Drösser: Brühl. Geschichte-Bilder-Fakten-Zusammenhänge. Brühl 2005. [Public domain] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bonn-C%C3%B6lner-Eisenbahn_1844.jpg?uselang=de
Die Zollpolitik führte zum Durchbruch der Industrialisierung in Deutschland. Eröffnung der Bahnstrecke Köln-Bonn (1844). Eisenbahnzug vor Schloss Augustusburg in de:Brühl (Rheinland) Das Bild stammt von Nikolaus Christian Hohe (1798 – 1868) und wurde 1841 (vor der eröffnung) gemalt, das Original befindet sich im Archiv der Stadt Brühl. Scanvorlage: Wolfgang Drösser: Brühl. Geschichte-Bilder-Fakten-Zusammenhänge. Brühl 2005. [Public domain] https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bonn-C%C3%B6lner-Eisenbahn_1844.jpg?uselang=de

Durch die Schaffung des Deutschen Zollvereins wurde nicht nur der Handel, sondern die gesamte Wirtschaftspolitik erleichtert, und zwar u.a. durch Arbeitsteilung und erweiterte Kommunikationsmöglichkeiten im technischen Bereich. Auch in dieser Feststellung sind die Parallelen zum derzeitigen liberalen Welthandel zu erkennen.

Die Mitte des 19. Jahrhunderts, etwa von 1835 bis 1878 ist durch liberale Handels- und Zollpolitik gekennzeichnet und wird als Epoche des Kapitalismus bezeichnet.

 

4. Informationen zum Deutschen Bund und zur Kontinentalsperre

Der Deutsche Bund wurde 1815 gegründet und bestand bis 1866. Bereits im Gründungsjahr waren 41 Staaten Mitglied im Bund. Darunter waren neben Preußen, Österreich, Dänemark, Niederlande, Ungarn, die Königreiche Bayern, Sachsen und Hannover, die Freien Städte Bremen, Hamburg und Lübeck (um nur einige zu nennen). Die Zahl der Mitgliedsstaaten änderte sich oftmals, da die regierenden Familien auch schon einmal ausstarben und ihre Erben über andere Länder bereits Mitglied waren.

Die Kontinentalsperre war eine von Napoleon im Jahre 1806 angeordnete Wirtschaftsblockade zu Lasten Großbritanniens und die europäischen Festlandsstaaten. Die Sperre galt bis 1813.