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Buch über Hexenverfolgung

Hexenverfolgung Rainer Beck, der als Historiker in Konstanz lehrt, hat ein Buch zum Thema Hexenverfolgung veröffentlicht. In „Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen“ geht er auf einen Fall ein, der in der Stadt Freising spielt. Kinder wurden der Hexerei angeklagt, nachdem eines bei einem Kinderspiel behauptet hatte, Mäuse „machen zu können“. Nach damaligen Aufzeichnungen tauchte auch tatsächlich eine Maus auf.
Angeklagt der Hexerei, wurden die Kinder stundenlang verhört. Der Fall beschäftigte die Justiz lange Zeit. Noch heute sind umfangreiche Aktenbestände vorhanden, die auch die über 350 Verhörprotokolle umfassen.
Rainer Beck widmete dem Studium dieser Akten viel Zeit und konnte so ein schlüssiges, nicht aufgeregtes und interessantes Werk schaffen.
In unserer heutigen Zeit mutet der damalige Fall willkürlich an, doch die damalige Justiz wähnte sich im Kampf gegen den Teufel. Sie wollten (und das unterscheidet die damalige Gesellschaft nicht sehr von der heutigen) dem Recht, der Theologie und der Wissenschaft bei der Wahrheitsfindung folgen.
Die Kinder stammten aus der untersten sozialen Schicht: Sie waren Waisen oder Bettler. Teils zeigten sie sich geständig – dies lässt sich auf die damalige christliche Kultur des geständigen Sünders zurückführen.  Andere hofften wahrscheinlich auch, dass die quälende Prozedur des Verhörs (bei dem auch Gewalt zum Einsatz kam) bei einem Geständnis schneller vorbeigehen würde.
Drei Kinder wurden öffentlich – der Hexerei schuldig – hingerichtet. Zwei waren 14 Jahre alt, eines erst 12.
Rainer Beck, Mäuselmacher oder die Imagination des Bösen, C.H. Beck Verlag 2011, 1008 Seiten, 49,95€.

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