Meschwesch

Die Meschwesch werden unter Merenptah und unter Ramses III, daneben auch im Papyrus Harris und im Papyrus Anastasi erwähnt. Schon unter Amenophis III. – dem Vater von Echnaton – waren die Meschwesch den Ägyptern als Viehzüchter bekannt, denn sie lieferten Stierfett in die Gegend von Theben. Unter Ramses II. waren sie eines der Völker, die regelmäßig aus der westlichen Wüste das Niltal überfielen. Auch Herodot schreibt noch – fast tausend Jahre später! – von den Meschwesch, die er „Maxyes“ nennt. Nach seiner Beschreibung rasierten sich die Meschwesch nur eine Hälfte des Kopfes, nach ihrem Kleidungs- und Keramikstil rechnet er sie zu den Nachfahren der Trojaner. Nach Herodot kamen die Meschwesch aus dem östlichen Libyen, allerdings äußert er sich hier sehr vorsichtig.

Anfangs scheinen die Meschwesch Verbündete der Tehenu und Temehu gewesen zu sein – zwei libyschen Stämmen – später werden sie in eigenständigerer Rolle angeführt.

Schon Merenptah wurde von einer Allianz aus Libyern, Meschwesch und anderen seefahrenden Völkern „aus dem Norden“ angegriffen. 1182 v.Chr. sah sich Ramses III. wieder einem Angriff verbündeter Libyer und Meschwesch gegenüber, gleichzeitig griffen Peleset und Tjekker an. Möglicherweise wurden die beiden Angriffe koordiniert.

Ramses III. konnte die Libyer und Meschwesch zwar schlagen (danach kämpfte er erst gegen die „eigentlichen“ Seevölker), aber die Meschwesch waren immer noch in der Lage, eine substantielle Bedrohung für Ägypten darzustellen.

An der Bewaffnung der Meschwesch fällt vor allem auf, dass sie – wie einige der in Medinet Habu als Libyer dargestellten Krieger – einen phallusartigen Schild tragen. Außerdem trugen sie Leinenkleidung. Sie gehörten wohl nicht zu den eigentlichen Seevölkern, sondern stellten einen libyschen Stamm dar.

Nach den ägyptischen Quellen verschwanden die Meschwesch nicht nach den Seevölkerunruhen, sondern sie sicherten sich im westlichen Nildelta um die Städte Bubastis und Danis – wo sie ohnehin schon siedelten – eine Region, in der sie die Macht innehatten. Sie stellten als am Ende der Bronzezeit wohl eine der wichtigeren sozio-politischen Gruppen des östlichen Mittelmeers dar. Die Meschwesch errichteten in der Spätzeit Ägyptens ein Fürstentum. Einer dieser Meschwesch-Fürsten, Scheschonq I., schwang sich schließlich zum Pharao auf (945 v.Chr.).