Fackelzug von Nationalsozialisten anlässlich der Machtergreifung Hitlers

 

Am 6. November 1932 fand nach einer erneuten Auflösung des Reichstages eine Neuwahl statt. In dieser Wahl erlitt die NSDAP eine Wahlniederlage und erreichte nur noch 33,1 % der abgegebenen Stimmen (-4,2 %), blieb aber stärkste Partei. Da aber sowohl die KPD und auch die DNVP jeweils etwa 2,5 % der Stimmen zusätzlich erhielten, waren die demokratischen Parteien erstmals im Reichstag in der Minderheit. Somit setzte Hindenburg am 3. Dezember 1932 erneut eine Präsidialregierung ein, diesmal unter Reichskanzler Kurt von Schleicher (parteilos). Der Versuch Schleichers, die NSDAP zu spalten, scheiterte.

Bis Ende 1932 gewann Hitler gute Kontakte zu Unternehmerkreisen und konnte deren Bedenken gegen das NS-Wirtschaftsprogramm weitgehend ausräumen.
Am 4. und 10. sowie am 18. Januar 1933 gab es Treffen zwischen Hitler und von Papen (bis 3. Juni 1932 Zentrum, danach parteilos), bei denen es zu ersten Abmachungen für eine Regierung mit der NSDAP und der DNVP mit von Papen als Vizekanzler kam, während Hitler selbst Kanzler werden würde.

In der Folgezeit konnte Hitler noch letzte Vorbehalte bei Hindenburg und der Führung der Reichswehr ausräumen, so dass Reichskanzler von Schleicher zunehmend handlungsunfähig wurde. Nachdem Hindenburg seine Bitte um eine Neuwahl des Reichstages ablehnte, trat von Schleicher am 28. Januar 1933 zurück. Inzwischen hatten sich Hitler, von Papen und Hugenberg auf ein Kabinett geeinigt, was nun Hitlers Ernennung zum Reichskanzler ermöglichte. Am 30 Januar 1933 ernannte Hindenburg Hitler zum neuen Reichskanzler, der einem Kabinett vorstand, in dem nur er selbst und zwei weitere Minister der NSDAP angehörten – Innenminister Wilhelm Frick und Hermann Göring als Minister ohne Geschäftsbereich, die übrigen Minister hingegen der DNVP. Da Hermann Göring (NSDAP) jedoch zudem als „Reichskommissar für das preußische Innenministerium“ die Polizei in Preußen kontrollierte, besaßen die Nationalsozialisten von Beginn an eine große Machtfülle. Hindenburg genehmigte auch die Auflösung des Reichstags für Neuwahlen. Daher markiert der 30. Januar 1933 den Beginn der NS-Diktatur in Deutschland. Dieser Tag wurde von den Nationalsozialisten propagandistisch als „Machtergreifung“ bezeichnet, nach heutiger Geschichtsschreibung jedoch als „Machtübertragung“ bzw. „Machtübergabe“ oder auch „Machtübernahme“.

 

Bild Fackelzug Machtergreifung: Bundesarchiv, Bild 102-02985A / CC-BY-SA

 

Artikel aus dem Magazin: Untergang der Weimarer Republik