Das Gebäude des ZK der SED am Marx-Engels-Platz. Aufgrund der Machtstellung des Zentralkomitees war das Haus am heutigen Werderschen Markt zwischen 1959 und 1990 das politische Machtzentrum der DDR. Parteimitglieder bezeichneten das Gebäude als das „Große Haus“. Lizenz: Bundesarchiv, Bild 183-FO427-202-001 / Koard, Peter / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE <https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en>, via Wikimedia Commons

 

Unser Mitglied segula2 hat Geschichte-Wissen Tondokumente vom 11. Plenum des Zentralkomitees der SED des Jahres 1965 zur Verfügung gestellt. Wir danken herzlichst!

 

Diskussion im Geschichte-Wissen Forum zur Freiheit der Kunst in der DDR

Die Diskussion können Sie hier nachlesen. Hier ein Auszug:

Die Freiheit der Kunst wurde in der DDR spätestens nach dem 11. Plenum des ZK der SED im Jahre 1965 beschnitten. In diesem Plenum wurden DEFA Filme als schlechtes Beispiel vorgeführt („Denkt nur nicht, dass ich weine!“ ; „Der Hase bin ich“) und die vortragenden Genossen mussten ihrer Empörung darüber Ausdruck verleihen. Und sie entrüsteten sich pflichtgemäß.

Die Beatmusik – vornehmlich die westliche – verbreitet unter dem Jugendradio DT 64 wurde sehr getadelt und eingeschränkt. Hier fiel das oft zitierte Zitat Ulbrichts: „Ist es denn so, dass man jeden Dreck aus dem Westen kopieren muss? Ich finde, mit dem Yea, Yea, Yea und wie das heißt sollte man doch Schluss machen. …“

Weiterhin wurden unbeliebte Künstler beim Namen genannt, u. a. Stefan Heym. An Heym konnte man sich aber nicht abreagieren, weil dieser die amerikanische Staatsbürgerschaft besaß und trotzdem in der DDR lebte. Übrigens musste man ihn deswegen auch zähneknirschend ins kapitalistische Ausland verreisen und öffentlich auftreten lassen.

Auch Wolf Biermann wurde auf diesem 11. Plenum 1965 bereits erwähnt. 11 Jahre vor seiner Ausbürgerung!

Horst Sindermann referierte über Biermann, welcher von sich sagte, man hätte seine Seele auf der Mauer getötet und kam unter dem Gelächter der Anwesenden zu dem Schluss: „Was legt er auch seine Seele zwischen Sozialismus und Kapitalismus?“

Irgendeine Abgeordnete regte sich über einen Film zur Bodenreform auf. Darin würden „schöngeistige Gespräche geführt über die Liebe und den Sinn des Lebens“, aber es wurde vergessen, den FDJ Beitrag zu kassieren. …
Und wenn sie geahnt hätte, welch widerliche Bettszene darin vorkommt, hätte sie ihrer Tochter das Aufbleiben nach 20Uhr nicht gestattet, um den Film zu sehen.

Diese Sorgen bewegten unsere Genossen zu unserem Wohl und der Freiheit der Kunst.
Naja, Marx sagte schon: „Freiheit ist Einsicht in die Notwendigkeit.“

 

Weitere Tondokumente zum 11. Plenum

Sie können weitere Tondokumente in diesem ausführlichen Beitrag anhören.