Die Scaligerburg ist das prägendste Bauwerk von Sirmione. Die Burg aus dem 13. Jahrhundert schließt die Altstadt vom Festland ab und ist aufgrund des gut erhaltenen Zustands neben den Grotten des Catull ein Touristenmagnet.

Den wenigsten Touristen dürfte indes bekannt sein, dass die Burg von einer der mächtigsten italienischen Familien des 14. Jahrhunderts erbaut wurde.

Eine der schönsten Burgen am Gardasee
Eine der schönsten Burgen am Gardasee

Die Scaliger

Der Eingang zeigt das Wappen der Scaliger (links): Eine Leiter
Der Eingang zeigt das Wappen der Scaliger (links): Eine Leiter

Ober- und Mittelitalien war im 13. bis 15. Jahrhundert von mächtigen Städten geprägt. Nachdem der kaiserliche Einfluss des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation zerfiel, wurden die organisierten Bürgerschaften der Städte immer einflussreicher und mächtiger. Städte wie Verona, Florenz und Mailand wurden so eigenständig und unabhängig.

Die Herrschaft und Verwaltung in den einzelnen Städten übte dabei der Signore (Herr) aus, der an der Spitze einer Versammlung von Entscheidungsträgern stand, die so genannte Signoria. Auf die heutige Zeit übertragen, dürfte dies am ehesten mit einem Stadtrat zu vergleichen sein.

Einer dieser Herren war Mastino I. della Scala, der Stadtvogt von Verona. Auf ihn geht die Familie der Scaliger zurück, die Verona von 1260 bis 1387 beherrschte und ihr Einflussgebiet bis nach Brescia und über den Fluss Po hinaus ausweiteten.

Neben Sirmione sind unter anderem in Verona und Malcesine Kastelle der Scalier erhalten.

 

Bildergalerie des Castello Scaligero

 

Mastino I. della Scala eroberte Sirmione und festigte seine Herrschaft

Blick auf die Altstadt von Sirmione
Blick auf die Altstadt von Sirmione vom Hauptturm der Scaligerburg aus

 

Nachdem Mastino I. della Scala Sirmione im 13. Jahrhundert erobert hatte, erbaute er aus einem Römerkastell die heutige Burg, der eine erhebliche militärische Bedeutung zukam.

Das Bollwerk wurde am engsten Punkt der Halbinsel gebaut und ist mit einem Festungsgraben umgeben, der das Wasser des Gardasees nutzt. Die Burg und auch die Altstadt von Sirmione können nur über eine Zugbrücke betreten werden. Zudem bot die Burg für den Hafen Schutz.

Eine Erweiterung der Festung erfolgte im 14. Jahrhundert. In einer weiteren Bauphase wurde das befestigte Hafenbecken gebaut.

Die sogenannten Schwalbenschwanzzinnen sind für Burgen der Scaliger typisch, auch wenn sie weniger militärischen als dekorativen Nutzen hatten.