Sirmione ist ein beliebtes Reiseziel am Gardasee. Die malerische Altstadt ist von einer Burg aus der Scaligerzeit umgeben, die die Stadt und die Halbinsel vom Festland abtrennt und zu kriegerischen Zeiten schützte. Am äußersten Ende von Sirmione sind die Grotten des Catull (italienisch: „Grotte di Catullo“) gelegen, Überreste einer der schönsten und größten römischen Villen Norditaliens.

 

grotten6

 

Woher kommt der Name „Grotten des Catull“?

Der Name geht auf das 15. Jahrhundert zurück. Die überwucherten und verfallenen Anlagen konnten damals wie Höhlen, also Grotten, betreten und erkundet werden. Catull wiederum war ein römischer Dichter, der Sirmione als Juwel bezeichnete. Dass die Villa tatsächlich von Catull bewohnt wurde, ist aber historisch nicht belegt und fraglich.

 

 

Die Geschichte der Grotten

Die Villa wurde zur Zeit des Kaiser Augustus (etwa um das 1. Jahrhundert nach Christus) gebaut und im 3. Jahrhundert nach Christus aufgegeben. Es handelt sich um einen einheitlichen, symmetrisch strukturierten Bau mit drei Etagen und festen Achsen. Das etwa 2 Hektar große Gelände war zur damaligen Zeit prachtvoll bebaut und hatte einen rechteckigen Grundriss mit zahlreichen Bogengängen. Welcher Aufwand für den Bau zur damaligen Zeit betrieben wurde, zeigt allein die erste Etage, die in den felsigen Untergrund geschlagen werden musste.

Es gab bereits einen Vorgängerbau aus dem 2. bis 1. Jahrhundert vor Christus, der jedoch für den Neubau der Villa abgerissen wurde. Eine Renovierung des Gebäudekomplexes fand im 2. Jahrhundert statt – damals wurde auch eine Thermenanlage eingefügt.

 

Die heutige Anlage

grotten7

Das Gelände ging wenige Jahre nach dem II. Weltkrieg in staatlichen Besitz über und wurde seitdem eingehend untersucht. Die gefundenen Überreste sind in einem Museum ausgestellt, das die Geschichte der Grotten des Catull darstellt. Das Areal ist nicht frei zugänglich. Der Eintritt lohnt sich allerdings sehr, da allein der Blick vom Olivenhain hinter dem Villengelände auf den See fantastisch und einzigartig ist.

 

Weitere Informationen