Albert Stähli hat eine unterhaltsame kurze Geschichte über die russische Zaren-Familie der Romanows geschrieben, die ich kurz hier auf Geschichte-Wissen vorstellen möchte.

Bucheinband – (c) Frankfurter Allgemeine Buch, 1. Auflage 2021, Umschlag: Nina Hegemann

Die Romanows zählten über viele Jahrhunderte zu den mächtigsten Familien der Welt neben den Habsburgern, Hohenzollern, Bourbonen und Tudors. Ihre Geschichte ist eng mit der Entwicklung des russischen Riesenreiches verbunden – das ist kein Wunder, wenn man bedenkt, wie entscheidend sie Russland prägten.

Auf wenigen Seiten versucht Stähli den Aufstieg und Fall der Romanows darstellen – das kleinformatige Buch hat nur knapp über 180 Seiten (wobei einige Bilder der vorgestellten Personen eingebunden sind). Kann das gelingen? Die Antwort ist durchwachsen: Teilweise.

 

Anfangs eine Vielzahl von Informationen

Gerade die ersten Kapitel des Buchs überfrachten den unbefangenen Leser mit vielen Stämmen, Entwicklungen und Personen, die dann zur Bildung des russischen Reichs führten. Es mag daran liegen, dass diese geschichtlichen Ereignisse – gerade aus europäischer Sicht – wenig bekannt sind. Allerdings ist es schwer, bei diesen vielfältigen Informationen den Überblick zu behalten.

 

Eine lesenswerte und anschauliche Darstellung

Dennoch zeigen die Kapitel über die bedeutenden Romanows eine lesenswerte und anschauliche kurze Darstellung dieser Familie. Stähli webt viele Informationen ein, die das Gelesene anschaulich machen und sich einprägen (ein passendes Wort in diesem Sinne wäre sicherlich Tratsch). Dass Katharina die Große zahllose Geliebte hatte, mag historisch nicht unbedingt wichtig sein – interessanter macht es das Buch auf jeden Fall. Es ist aber auch so, dass man aus diesen eher nebensächlichen Informationen Lehren und Schlüsse ziehen kann – und deshalb haben diese Ausführungen Stählis ihre Berechtigung: Wenn Stähli die „Partywut“ einer längst vergessenen Zarin schildert, ist der krasse Widerspruch zur Armut der einfachen Landbevölkerung, die sich in Leibeigenschaft befand, besonders deutlich und der sich entwickelnde Zorn und die Ablehnung sind greifbar.

 

Hevorzuheben: Das Kapitel über Peter den Großen

Besonders das Kapitel über Peter den Großen ist hervorzuheben. Sehr anschaulich, übersichtlich und klar schildert der Autor das Werk dieses Mannes, der europäischen Ideen und Entwicklungen offen war und Russland voranbrachte, auch wenn das in der einfachen Bevölkerung nicht ankam. Ein Reiz des Buchs ist die andere, nicht europäische Perspektive. Napoleons Russlandfeldzug ist Gegenstand zahlloser Forschungsarbeiten und (wirklich lesenswerter) Bücher gewesen. Die Schilderung aus Sicht des Gegners ist wiederum neu.

Deutlich arbeitet Stähli auch heraus, wie lange die Widerstände gegen die Zaren bereits brodelten, als sie sich im I. Weltkrieg völlig entzündeten und letztlich zum Sturz und der Auslöschung der Adelsfamilie führten.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind die letzten Absätze, was man in der heutigen Geschäftswelt von den Romanows lernen kann. Das lässt sich leicht mit dem Hintergrund des Autors Stähli erklären der die Graduate School of Business Administration in Zürich gründete. Andererseits ist es nicht falsch, was der Autor ausführt.

 

Unsere Empfehlung

Kann das Buch auf Geschichte-Wissen den Leserinnen und Lesern also empfohlen werden? Ja. Stähli hat anschaulich und interessant die Geschichte der Zarenfamilie aufgearbeitet. Er schreibt in einem verständlichen, lebendigen Stil, der jede Langeweile und Trögheit vermissen lässt. Auch wenn der Einstieg schwer ist, kann man vieles aus dem Buch ziehen und einiges über die Romanows lernen.

 

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