Friedrich II. „der Große“ als Künstler und Aufklärer

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Wie bereits erwähnt, entwickelte Friedrich große Interessen für die Poesie und Literatur oder auch für das Flötenspiel und Philosophie. Sein Interesse für die Musik ging schließlich soweit, dass er 1738 seine erste Sinfonie komponierte. Im Jahre 1742 schrieb er zudem die Komödie „Der Modeaffe“, in der er sich mit den Eitelkeiten seiner Umgebung auf seine Art
auseinandersetzte.
Friedrich unterhielt auch eine eigene Bibliothek – er las viel und war sehr wissbegierig.

Floetenkonzert 

Am 12. Juni 1733 heiratete Friedrich die Nichte der Kaiserin, Elisabeth Christine von Bevern-Braunschweig, die der König für ihn ausgesucht hatte. Der König selbst äußerte über Elisabeth, sie sei „nicht häßlich; auch nicht schön“, aber sie sei „wohlaufgezogen, modeste und eingezogen (unaufdringlich)…“ und „ein gottesfürchtiges Geschöpf und das ist das Wichtigste.“
Die Ehe blieb kinderlos. Überhaupt gab und gibt es noch heute viele Spekulationen über Friedrichs Sexualleben und über die diesbezügliche Orientierung. Fest steht, dass sich Friedrich lieber mit Männern umgab, die seine Interessen teilten.
Zusammen mit Elisabeth bezog Friedrich 1736 das Schloss Rheinsberg mit eigener Hofhaltung, unweit der Grenze zum Hzm. Mecklenburg-Strelitz. Dort schrieb er Gedichte, spielte Flöte, las philosophische Werke, korrespondierte mit Voltaire und umgab sich mit einem Kreis aus Künstlern und Literaten. Mit Voltaire zusammen veröffentlichte Friedrich mit dem „Antimachiavell“ einen optimistisch-humanistisch orientierten Tugendkatalog eines absolutistischen Monarchen.
Diese Zeit bis zu seiner Thronbesteigung im Jahre 1740 bezeichnete Friedrich später als die glücklichsten seines Lebens.

Weitere wichtige Schriften Friedrichs II. nach seiner Thronbesteigung waren das „Politische Testament“ (1752) und „Regierungsformen und Herrscherpflichten“ (1777), in denen er ebenfalls sein Verständnis für einen aufgeklärten Absolutismus
darlegte.

 

 

(Artikel aus der Magazin-Ausgabe: Friedrich II. der Große von Preußen)