Robert Koch. Fotogravur nach einer Fotografie von Wilhelm Fechner, um 1900. Lizenz: Gemeinfrei
Robert Koch. Fotogravur nach einer Fotografie von Wilhelm Fechner, um 1900. Lizenz: Gemeinfrei

Robert Koch wurde am 11. Dezember 1843 in Clausthal im Harz geboren. Die Medizin war das Leben des Namensgebers des Robert-Koch-Instituts. Zunächst war er Landarzt, im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 Mediziner im Sanitätsdienst, später Universitätsprofessor.

 

Die Entdeckung der Bakterien

Die Entdeckung des Tuberkulose-Erregers machte ihn im Jahr 1882 auf einen Schlag weltberühmt – die Zeitungen feierten ihn. Immerhin war die Lungenkrankheit Tuberkulose zur damaligen Zeit die häufigste Todesursache in Deutschland, an der jeder Siebte starb – bei den Säuglingen war es sogar jeder dritte. Robert Koch entwickelte Methoden, mit denen innerhalb weniger Jahre fast alle heute bekannten krankheitserregenden Bakterien entdeckt wurden – eine damals bahnbrechende Entdeckung.

Als großer Misserfolg stellte sich jedoch das von ihm 1890 präsentierte TBC-Heilmittel Tuberkulin heraus – eine gefährliche Mixtur, die sogar viele Patienten tötete. Als Reaktion darauf erließ die Regierung strengere Gesetze für die Zulassung neuer Medikamente.

Dieser Fehlschlag schadete seinem Ruf zunächst, aber nicht nachhaltig, denn schon im Jahr darauf wurde er zum Chef des „Königlich Preußischen Instituts für Infektionskrankheiten“ ernannt, dem heutigen RKI.

 

Krisenmanager in der Cholera-Epidemie

Mehr noch – als 1892 in Hamburg eine schwere Cholera-Epidemie ausbrach, wurde Koch dort als Krisenmanager aktiv, da sich der Senat als völlig überfordert erwies. Er kritisierte die schlechten hygienischen Bedingungen in einigen Wohnvierteln Hamburgs und machte diese für die Ausbreitung der Epidemie verantwortlich. (siehe dazu auch hier: Die Geschichte der Cholera anhand des Beispiels Hamburg)

Und er verhängte einen – um es mit heutigen Worten auszudrücken – „harten Lockdown“ und legte in kürzester Zeit das öffentliche Leben in Hamburg lahm: Der Hafen wurde unter Quarantäne gestellt,  Tanzveranstaltungen wurden untersagt sowie Reisebeschränkungen und eine Meldepflicht für Kranke erlassen. Auch damals hatte das harte Einschnitte für die Wirtschaft zu Folge. Es kam zu Protesten der Hamburger Kaufleute und auch der Hamburger Senat sorgte sich anfangs sehr um die wirtschaftlichen Folgen dieser harten Maßnahmen. Doch Koch sezte seine Maßnahmen unbeirrt durch und schon drei Monate später war die Epidemie vorüber. Es gab damals 17.000 Erkrankte und 9.000 Todesopfer.

Noch das heutige Infektionsschutzgesetz geht auf die Ideen Robert Kochs zurück – damals gaben sie den Anstoß für das „Reichsseuchengesetz“, welches nach der Choleraepidemie erlassen wurde.

 

Eine dunkle Seite von Robert Koch zeigt sich in den Kolonien

Am Ende seiner medizinischen Laufbahn reiste Robert Koch viel in die britischen und deutschen Kolonien. 1896 lud ihn die britische Regierung nach Südafrika ein, um dort die Rinderpest zu erforschen. Im Jahr darauf reiste er als Mitglied der deutschen Pestkommission nach Indien und nach Deutsch-Ostafrika (heute Tansania) weiter. In den Jahren 1898/1899 erforschte er dann die Malaria in Italien, auf Java und Neuguinea.

Kochs internationale Anerkennung stieg weiter und er  wurde 1901 in die American Academy of Arts and Sciences und 1903 in die National Academy of Sciences gewählt.

1905/06 leitete der inzwischen 62-jährige Robert Koch eine Expedition nochmals nach Deutsch-Ostafrika (Tansania) zur Erforschung der Schlafkrankheit, hielt sich dann aber hauptsächlich in der britischen Kolonie Uganda auf.

Diese Erkrankung führte damals fast ausnahmslos zum Tod und bedrohte neben den einheimischen Afrikanern, die als Arbeitskräfte eingesetzt wurden, auch die Kolonialbeamten und -soldaten. Hier zeigte sich auch eine dunkle Seite des Robert Koch, denn er scheute auch vor Menschenversuchen nicht zurück und zwar auch gegen deren Willen. Zudem forderte er zur Umsetzung seiner Hygienemaßnehmen ganze Dörfer umzusiedeln, Gegenden zu entvölkern, Wälder abholzen zu lassen und das Vieh zu vertreiben. Und er forderte auch die Einrichtung von sogenannten „Concentration Camps“, wie sie die Engländer damals schon nannten, um so die Kranken von den Gesunden isolieren zu können. Schon ab 1905 unternahm Koch in solch einem Lager, auf den Sese-Inseln im Viktoriasee, seine Menschenversuche mit dem arsenhaltigen Mittel Atoxyl. Dieses führte jedoch häufig zur Erblindung der Patienten und jeder Zehnte starb daran. Doch auch in diesem Fall gelang es ihm nicht, ein Mittel gegen die Krankheit zu finden.

Während dieser Expedition wurde er mit dem Nobelpreis für Psychologie und Medizin ausgezeichnet, so dass er zur Annahme des Preises nach Stockholm reiste.

 

Robert Koch starb am 27. Mai 1910 in Baden-Baden an den Folgen eines Herzanfalls. Seine Asche wurde in einem Mausoleum in Berlin beigesetzt – im Westflügel des Instituts, das heute RKI heißt.

 

Quellen und weitere Informationen