Pater Philipp Jeningen (SJ)

 

Philipp Jeningen wurde in Eichstätt 1642 als viertes von elf Kindern geboren und am 5. Januar getauft. Sein Vater Nikolaus war Goldschmied und Bürgermeister. In Eichstätt besuchte er das Jesuitengymnasium von 1651 -1659, er galt als unauffälliger Schüler – dies ist vor allem daran ersichtlich, dass er nicht in den damals üblichen Aufführungen der Jesuiten auftrat und namentlich erwähnt wurde.

Er studierte von 1659 – 1661 Philosophie in Ingolstadt und konnte nach dem Magistergrad der Philosophie sein Studium der Theologie beginnen. Seine Eltern jedoch waren gegen einen Eintritt ihres Sohnes bei den Jesuiten. Die Gründe dafür sind unklar. 1663 gab der Vater jedoch seine Zustimmung kurz vor seinem Tod. Philipp Jeningen begann daraufhin sein Novinziat in Landsberg am Lech. Bereits zwei Jahre später wurde er Lehrer am Mindelheimer Jesuitengymnasium. Von 1666 – 1668 war er Lehrer in Ingolstadt und studierte dort von 1668 – 1672 Theologie. Er wollte Priester werden und erreichte sein Ziel, als er am 11. Juni 1672 in Eichstätt zum Priester geweiht wurde.

Wie seine Vorbilder der Societas Jesu (SJ) wollte er „Heidenmissionar“ werden – dieser Wunsch blieb ihm jedoch ein Leben lang verwehrt.

Am 02. Februar 1677 gab er sein Ordensgelübde ab und war damit Jesuit. Als er 1680 nach Ellwangen versetzt wurde, sollte dies seine Heimat bis zu seinem Tod werden. In Ellwangen kümmerte er sich vorwiegend um den Schönenberg. Im Jahr 1683 erhielt Jeningen einen Nachfolger als Hauptseelsorger, er sollte die neue Aufgabe der „Volksmission“ ausüben. Dies war vor allem erforderlich, weil die Region in einer Glaubenskrise steckte. Vorangegangen waren die Glaubensspaltung und der 30jährige Krieg. Die Jesuiten wollten diese Krise des Glaubens überwinden.

Philipp Jeningen war mit Fürstprobst Johann Christoph Adelmann befreundet. Als in Ellwangen ein Feuer ausbrach und die gesamte Stadt bedrohte, gaben sich Adelmann und Jeningen das Versprechen, dass eine große Wallfahrtskirche auf dem Schönenberg errichtet werden sollte, wenn die Stadt von der Feuerskatastrophe verschont bleiben würde .

Am 08. Februar 1704 verstarb Philipp Jeningen und wurde im Kreuzgang der Basilika bestattet. Noch heute ist er einer der prägendsten Gestalten in der Ellwanger Kirchengeschichte.