Lost Places sind Zeugen längst vergangener Zeiten. Egal ob verfallene Ruinen, verlassene Krankenhäuser oder stillgelegte Industriegelände – meist verbirgt sich hinter ihnen eine geheimnisvolle Geschichte. Noch nie war es so einfach wie heute in die faszinierende Vergangenheit dieser alten Gemäuer einzutauchen: Die interaktive Karte von TUI zeigt 100 Lost Places in Deutschland und seinen Nachbarländern, die sich für den nächsten spannenden Ausflug in historische Welten eignen.

Die Faszination von Lost Places

Ein verlassener Ort: Das Kloster Marienberg in Boppard – Bild von Druchii, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Verlassene Orte erfreuen sich seit Jahren einer steigenden Beliebtheit. Die Ursachen dafür sind verschieden. Zum einen wecken Lost Places den Abenteurer- und Entdeckergeist. Oft handelt es sich um gut gehütete Geheimtipps, die weniger überlaufen sind als herkömmliche Touristenattraktionen. Sie liegen meist versteckt und sind teilweise nur schwer zugänglich. Ihr Besuch gleicht einer Reise ins Unbekannte und bietet gleichzeitig die Möglichkeit eines individuellen Abenteuers. Das verleiht diesen Orten ein begehrtes Gefühl von Authentizität und Exklusivität. Ein gewisser Reiz des Verbotenen und die Flucht aus dem Alltag spielen ebenfalls eine Rolle.

Zum anderen machen eine Art Nostalgie und das Interesse für die geschichtlichen Hintergründe Lost Places für Menschen so spannend. So repräsentieren diese nicht nur das Geheimnisvolle, sondern auch verlorene Träume, untergegangene Mächte, verschwundene Reiche und Schicksalsorte. Besonders anschaulich wird das an verlassenen Kirchen, die einst Ort der Anbetung waren und angesichts des Bedeutungsverlusts der Kirchen aufgegeben werden mussten.

Die Ästhetik des Verfalls

Lost Places und ihre Erkundung sind eng mit der Fotografie verbunden. Verlassene Orte besitzen eine individuelle Schönheit, die sich durch Fotos besonders gut einfangen lässt. Hier spiegeln sich oft die Ästhetik des baulichen Niedergangs und die Verbundenheit mit der Natur wider. Dafür sorgen unter anderem die dramatische Bildgestaltung sowie das Spiel mit besonderen Lichtverhältnissen und extremen Perspektiven. Insbesondere der Kontrast zwischen Hell und Dunkel ist essenziell für das Stimmungsbild der Lost-Places-Fotografien. Eben diese Repräsentation trägt sehr zum geheimnisvollen Image von Lost Places bei. Zunehmender finden sich die Fotografien auch in sozialen Netzwerken wieder. Dies steigert nicht nur die Sichtbarkeit dieser historischen Orte, sondern lockt auch immer mehr Interessierte an.

 

Kultureller Wert von verlassenen Orten

Der Gesellschaft ist es wichtig, die Vergangenheit mit der nächsten Generation zu teilen. Lost Places spielen dabei eine große Rolle, da diese längst vergangene Zeiten und damit verbundene Erinnerungen repräsentieren. Der Erhalt dieser geschichtsträchtigen Orte ermöglicht es Menschen, ein Stück ihrer Vergangenheit und Erlebnisse weiterzugeben. Lost Places erhalten somit auch eine gesellschaftliche Relevanz.

Wir haben auf Geschichte-Wissen zwei sehr empfehlens- und sehenswerte Bildbände zu Lostplaces vorgestellt: „Der Bildband Lost Places – vergessene Orte in Deutschland“ & „Eine Textilfabrik in Sachsen – ein vergessener Ort in Deutschland

Geschichte erleben – alles Wichtige für den Besuch eines Lost Places

Auch wenn viele Lost Places nicht mehr die Geheimtipps sind, die sie mal waren, haben sie ihren historischen Charme nicht verloren. Geführte Touren ermöglichen es legal in vergangene Zeiten einzutauchen und diese hautnah zu erleben.  Ob Führungen durch die Berliner Unterwelten, die Begehung der US-Abhörstation auf dem Teufelsberg oder eine begleitete Foto-Tour durch ausgewählte Gebäude der Beelitzer-Heilstätten – hier ist für jeden Geschichtsinteressierten etwas dabei. Dabei sollte stets der Grundsatz gelten, dass alles so hinterlassen wird, wie es vorgefunden wurde. Damit Lost Places für die Nachwelt erhalten bleiben und nicht dem Vandalismus zum Opfer fallen, gibt es für den Besuch eines verlassenen Ortes einige Regeln zu beachten. Das garantiert auch, dass von dem Besuch keine Gefahr für den Ort und den Entdecker ausgeht:

  • Verlassene Orte nicht allein, sondern am besten in einer geführten Gruppe erkunden.   
  • Mindestens eine Kontaktperson über den Aufenthaltsort informieren.   
  • An festes Schuhwerk und sicheres Equipment wie schnittfeste Handschuhe, eine Taschenlampe und ein tragbarer Erste-Hilfe-Kasten denken.   
  • Die Atemwege durch eine Anti-Schimmel-Maske schützen.   
  • Keine Souvenirs mitnehmen, außer Fotos und Videos.   
  • Ist der Ort im Privatbesitz, ist der Zutritt verboten. Alles andere gilt als Hausfriedensbruch oder sogar Einbruch.   
  • Fotos am besten ohne Standortangabe veröffentlichen, um einen Massenandrang zu vermeiden.   
  • Bei unterirdischen Bauwerken, Kanalisationen und Tunnelsystemen sollte ein Gerät zur Messung der Sauerstoff-Konzentration mitgeführt werden.  

 

Lost Places finden leicht gemacht

Mit der interaktiven Karte von TUI, die 100 Lost Places in Deutschland und Europa zeigt, ist der nächste Lost Place mit einer faszinierenden Geschichte ganz einfach gefunden. Die Liste lässt sich nach Standort und Kategorien filtern. So gibt es verlassene Krankenhäuser, geschichtsträchtige Hotel- und Schlossruinen oder stillgelegte Industriegelände zu entdecken. Zudem ist angegeben, ob es für den ausgewählten Lost Place eine geführte Tour im Angebot gibt.