Für die ägyptische Zivilisation war der Nil von großer Bedeutung, denn zum einen bot der Nil den dort lebenden Menschen reichlich Nahrung, zum anderen war die Wüste auf beiden Seiten des Flusses eine Barriere gegen Angreifer. Zudem wurde das Land von einer starken Regierung geführt, die eine grandiose Kultur erst möglich macht.
Die Ägypter betrachteten den Nil als Symbol der Wiedergeburt und des ewigen Lebens. Die Menschen versuchten den Fluss zu bändigen, um ihn für die Bewässerung ihrer Felder einzusetzen. Dafür bauten sie ein System aus Deichen, Schleusen und Kanälen, durch die zusätzlich noch Sumpfgebiete trockengelegt wurden. So konnten die Ägypter große Flächen für den Anbau von Getreide, Gemüse, Obst und Hülsenfrüchten nutzen. In den Sumpfgebieten wurde Papyrus geerntet und Enten gejagt. Auch weideten in den Feuchtgebieten vermutlich Rinder, Ziegen und Schweine.
Zusätzlich zu den vorher genannten Dingen war der Nil die Hauptverkehrsader in Ägypten. Ohne diesen Strom wäre Ägypten wahrscheinlich nie entstanden und deshalb wurde der Nil als Gottheit „Hapi“ geweiht.

Die politische Geschichte kann man wenn man die römische Epoche einbindet in folgende elf Zeitabschnitte einteilen:
– Die Zeit vor den Dynastien (Prädynastische Zeit, ca. 3100 v. Chr.)
– Die Zeit der ersten Dynastien (Protodynastische Zeit 3000 – 2686 v. Chr.)
– Das Alte Reich (2686 – 2181 v. Chr.)
– Die erste Zwischenzeit (2181 – 2134 v. Chr.)
– Das mittlere Reich (2134 – 1782 v. Chr.)
– Die zweite Zwischenzeit (1782 – 1570 v. Chr.)
– Das Neue Reich (1570 – 1083 v. Chr.)
– Die dritte Zwischenzeit (1083 – 664 v. Chr.)
– Spätzeit (664 – 323 v. Chr.)
– Die Hellenistische Zeit (323 – 33 v. Chr.)
– Ägypten unter Herrschaft der Römer als römische Provinz (30 v. Chr. – 383 n. Chr.)

Die Fortschritte in Sachen Architektur, Technologie, Hyroglyphenschrift und Kunst erreichte während des Alten Reiches neue Höhepunkte.

2630 – 1640 v. Chr. Wurden die Pharaonengräber in Pyramidenform gebaut. Viele davon kann man noch heute sehen wobei die Pyramiden von Giseh sicherlich die bekanntesten und großartigsten sind. Zu dieser Zeit verwendete jeder Pharao einen großen Teil der Arbeitskraft und des Geldes seines Landes dazu, sich selbst ein eigenes Grabmal zu errichten. Diese waren meist reich mit Malereien und Reliefs geschmückt. Um die Pyramiden zu errichten waren architektonische Fähigkeiten und Organisation notwendig wie sie nur wenige andere Kulturen jemals besaßen. Der Bau dauerte Jahre und war eine knochenharte Arbeit. Bei der Cheopspyramide wurden ungefähr 2,3 Millionen Steinblöcke verbaut, wobei jeder davon ein Gewicht von 2,5 Tonnen hatte.

Die meisten Menschen in Ägypten waren Bauern und führten meist ein bescheidenes Leben entlang des Nils, denn dort lagen meist ihre kleinen Felder. Da sich die meisten Bauern selbst versorgen mussten züchteten sie zusätzlich zu den Feldern noch Tiere und legten Vorräte für die jährlichen Überschwemmungen an.Zu den Haustieren die oft auch im gleichen Wohnraum teilten zählten Enten, Schweine, Tauben, Kleinvieh und Haushunde die manchmal zugleich auch Jagdhunde waren. Im Gegensatz dazu lebten die reichen und mächtigen Familien in großen Häusern die meist über Wasseranschluß und einen Garten verfügten. Diese hatten dann auch mehrere Räume und teilweise sogar Wasserklosetts
Die ägyptische Kleidung war meist sehr einfach und wurde aus Leinen- oder Baumwollstoffen hergestellt. Männer trugen Schürze, die Frauen Tuniken die um den Körper gewickelt wurden. Man lief entweder Barfuß oder trug Sandalen aus Leder bzw. Papyrusfasern. Beide Geschlechter trugen Schmuck rasierten sich den Kopf um anschließend sich aufwendige Perücken setzten. In ihrer Freizeit gingen die Ägypter gerne verschiedenen Sportarten nach (Angeln, Ringen, Fechten), spielten Brettspiele oder hörten Musik.
Die Rolle der Frau ist herausragend im Vergleich mit dem klassischen Altertum. Sie waren dem Mann rechtlich gleichgestellt, hatten aber nur selten hohe Positionen in der Verwaltung. Da die Kindersterblichkeit hoch war hatten die meisten Familien sehr viele Kinder. Die allgemeine Lebenserwartung der Ägypter war allerdings nicht sehr hoch. Neben der Rolle der Frau, waren die Ägypter auch in Sachen Schönheit und Körperpflege sehr weit, sie stellten bereits Salben, Öle, Schminke und Seife her.
Die Religion spielte eine große Rolle im Alltag. So wurden magische Rituale praktiziert, die gegen böse Geister, Krankheiten und schädliche Tiere helfen sollten. Dafür benutzte man Zauberformeln, Figuren und magische Bilder. Amulette die getragen wurden und meist Götter darstellten waren hilfreich.

Ein Beitrag von Jan Markus