Der Haupt-Verlag hat die Bücher „50 Schiffe, die unsere Welt veränderten“ und „50 Maschinen, die unsere Welt veränderten“ in Deutschland veröffentlicht. Aus der Reihe ist bereits das Buch „Die Geschichte der Medizin in 50 Objekten“ erschienen. Die sehr ansprechend gestalteten Bücher geben einen guten und kompakten Überblick über die jeweiligen Themengebiete.

Titelbilder der Bücher, Bild (c) 2018 Haupt-Verlag
Titelbilder der Bücher, Bild (c) 2018 Haupt-Verlag

Kolumbus und die Santa Maria – die Anfänge des Kolonialismus

Anhand des Buchs „50 Schiffe, die unsere Welt veränderten“ möchten wir die Buch-Reihe vorstellen, die ursprünglich in der englischen Sprache erschienen ist. Die Seefahrt und der Schiffsbau waren lange Jahre Garant der immer weiter fortschreitenden menschlichen Mobilität.

Die Santa Maria vor Anker, Ölgemälde auf Holz von Andries van Eertvelt (etwa 1628)
Die Santa Maria vor Anker, Ölgemälde auf Holz von Andries van Eertvelt (etwa 1628)

Ohne Schiffe wäre die Entdeckung der Neuen Welt nicht möglich gewesen. Seefahrervölker wie England, Spanien und Portugal wurden zu Beginn der frühen Neuzeit zu Großmächten. Erst durch den Ausbau der Eisenbahnen und der Erfindung des Flugzeugs nahm die Bedeutung der Seefahrt ab.

Diese Entwicklung erkennt man in den verschiedenen Schiffstypen über die Jahrhunderte hinweg deutlich. So widmet sich ein Kapitel des Buchs ausführlich dem Schiff Santa Maria des Christoph Kolumbus, mit der dieser den amerikanischen Kontinent entdeckte und erkundete. Diese Reise leitete das Zeitalter des Kolonialismus ein, der ohne den Schiffsbau nicht denkbar gewesen wäre. In der neuen Welt warteten auf die Seefahrer und Soldaten sagenhafte Reichtümer und das Versprechen eines besseren Lebens.

Die Santa Maria lief 1460 in Pontevedra, Galizien vom Stapel. Bei einer Länge von 19 Metern hatte sie eine Tonnage von 108 Tonnen und wurde durch fünf Segel an drei Masten angetrieben. Kolumbus wollte auf westlichem Kurs nach China und Indien segeln – für sein Vorhaben stellte ihm der König von Spanien drei Schiffe zur Verfügung, nachdem ihm Frankreich, England und Portugal allesamt die Unterstützung versagt hatten. Die Santa Maria als Flaggschiff hatte eine Besatzung von nur 40 Mann. Christoph Kolumbus hatte eine Reise von mehreren tausend Meilen geplant – das war für die damalige Zeit ungewöhnlich und gefährlich. Die einmonatige Fahrt auf offener See führte beinahe zu einer Meuterei bis Kolumbus die heutigen Bahamas erreichte. Seine weitere Route – wobei Kolumbus immer noch dachte, bald Asien zu erreichen – führten ihn und seine Mannschaft nach Kuba und Haiti .

 

Der technologische Fortschritt ist eng mit dem Militär verknüpft

Zeitgenössische Illustration der Mary Rose
Zeitgenössische Illustration der Mary Rose

Augenfällig ist – wobei dies nicht nur für den Schiffsbau, sondern für fast jede Technologie gilt – der Einfluss des Militärs: So hatten einige der wichtigsten Schiffsentwicklungen allein militärischen Zweck: Mit der enormen Kriegskaracke Mary Rose wollte England eine Invasion der Franzosen abwehren. Die Kiellegung der Mary Rose erfolgte 1510. Das Schiff hatte eine Länge von 32 Metern und hatte nach den letzten Umbauarbeiten eine Tonnage von 800 Tonnen. Angetrieben wurde die Mary Rose von neun bis zehn Segeln. Nachdem 1645 mehr als 100 Schiffe der französischen Marine England angriffen, hatte die Mary Rose ihren letzten Einsatz. In der Schlacht bekam sie plötzlich Schlagseite und sank, wobei die Mehrzahl der Besatzung von 400 Mann starb. Durch die Stückpforten der Mary Rose (die Öffnungen, durch die die Kanonen feuern konnten) drang bei einem Wendemanöver Wasser ein, wodurch das Schiff kenterte.

Nachdem das Wrack der Mary Rose bis zum Jahr 1965 in Vergessenheit geraten war, wurde es im Jahr 1971 auf dem Meeresboden entdeckt und durch hunderte Taucher freigelegt. 1982 wurde das durch den luftdichten Einschluss gut erhaltene Wrack gehoben und ist seitdem ausgestellt.

 

Wunderwerke des Ingenieurwesens

Die immer größer und schwerer werdenden Schiffe waren Wunderwerke der damaligen Ingenieurskunst. Das Buch erzählt in seinen 50 Kapiteln nicht nur die Entwicklung des Schiffsbau und der Seefahrt, sondern bietet auch einen Überblick über prägende Ereignisse der Menschheit. Jedes Kind kennt die Geschichte der einst als unsinkbar beschriebenen Titanic und verbindet die Wikinger untrennbar mit deren Langschiffen.

Die Kapitel sind dabei nicht länger als vier bis fünf Seiten und sehr anschaulich illustriert. Neben der Geschichte der einzelnen Schiffe werden auch damit verbundene Persönlichkeiten und Umstände in eigenen Info-Kästen vorgestellt.

 

„50 Schiffe, die unsere Welt veränderten“ und „50 Maschinen, die unsere Welt veränderten“ sind im Haupt-Verlag erschienen und im Buchhandel erhältlich. Wir können die Bücher empfehlen – die Kapitel sind sehr detaillreich und ansprechend illustriert und interessant zusammengestellt.

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