Helen-Beecher

Harriet Beecher Stowe wurde am 14. Juni 1811 in Litchfield (Connecticut) geboren.

Stowe war die jüngste Tochter und siebtes Kind von 13 Kindern. Ihr Vater war der presbyterianische Theologe Lyman Beecher.
Als Harriet 5 Jahre alt war starb ihre Mutter, ein Bruder war der liberale Prediger Henry Ward Beecher, eine Schwester die Schriftstellerin Catherine Esther Beecher.

Nach ihrer Schulzeit und Ausbildung als Lehrerin trat sie in die von ihrer Schwester Catherine in Boston gegründete Mädchenschule ein. Als sie 21 Jahre alt war gingen sie und ihr Vater 1832 nach Cincinnati, wo sie in den Semi-Colon-Club eintrat. Dieser Club war gedacht für talentierte Schreiber. Dort verliebte sie sich in den Theologen Calvin Ellis Stowe, einen Witwer, Professor und ein Gegner der Sklaverei. Sie heirateten 1836. Die beiden hatten 7 Kinder miteinander. 1850 wurde Ellis Stowe an das theologische Seminar in Andover (Massachusetts) berufen.

In ihrer spärlichen Freizeit beschäftigte sich Harriet Beecher Stowe mit belletristischen Arbeiten und veröffentlichte 1843 ihr erstes Buch mit Skizzen und kurzen Texten mit dem Titel The May-Flower (Neuauflage 1868).

Schon früher befasste sie sich mit der Sklaverei, beobachtete viel, machte Studien und bereiste mit ihrem Mann den Süden mit den Staaten Louisiana, Georgia, Tennessee sowie North Carolina und South Carolina. Sie besuchten auch die „Sklavenzüchtereien“ von Virginia und die sogenannten „Negermärkte“ von New Orleans.

Als 1850 das „Fugitive Slave Law“ im Kongress verabschiedet wurde, war die Zeit für Harriet Beecher Stowe gekommen, um über das harte Los der Sklaven zu schreiben.

Die vielen am neuen Wohnort oder die auf Reisen empfangenen Eindrücke schrieb sie in ihrem weltberühmten Buch Uncle Tom’s Cabin nieder. Der Text erschien von Juni 1851 bis April 1852 in Fortsetzungen in der Abolitionisten-Zeitung National Era und 1852 in Boston als Buch.
Der Text erschien von Juni 1851 bis April 1852 in Fortsetzungen in der Abolitionisten-Zeitung National Era und 1852 in Boston als Buch.

Der Roman beeinflusste die politische Meinung über die Sklaverei in den USA und auch in anderen Ländern.
Das Buch wurde zu einer Art Bibel gegen die Unmenschlichkeit der Sklaverei. Schon 1852 waren 300.000 Bücher verkauft worden – Abraham Lincoln sagte zu Harriet Beecher Stowe während des Sezessionskrieges: „Sie sind also die kleine Frau, deren Buch den grossen Krieg verursacht hat“. Ob Lincoln dies positiv oder negativ meinte, das weiss man nicht….

In London wurde beabsichtigt einen Theateraufführung mit dem Buch zu machen, deshalb schrieb Beecher Stowe ein Drama unter dem Titel „The Christian Slave“. Das Drama wurde ein grosser Erfolg, es wurde in Grossbritannien bis tief in das 20. Jahrhundert gespielt, es waren rund 100 Ensembles mit dem Stück auf Tournee.

Natürlich hatte Beecher Stowe auch Feinde, allen voran die die Fotografin Mary Eastman, die aus der reichen Besitzerfamilie der Firma Kodak stammte. Sie schrieb einen „Gegenroman“ Aunt Phillis ’s Cabin, der aber sehr schlecht verkauft wurde.
Eastman störte sich an den Emanzipationsideen von Beecher Stowe in dem Buch.

Dagegen publizierte Beecher Stowe 1853 einen Schlüssel zu Onkel Toms Hütte (A Key to Uncle Tom’s Cabin), in dem sie die in ihrem Roman erzählten Tatsachen historisch nachzuweisen suchte. Die Autobiographie Josiah Hensons, des Vorbilds von Onkel Tom, erschien 1879 in Boston. Die Verfasserin bereiste 1853 Europa und wurde überall mit Ehrenbezeugungen überhäuft. Als Frucht dieser Reise erschien das Werk Sunny Memories of Foreign Lands (Boston 1854, 2 Bände).

In den folgenden Jahren schrieb sie mehrere Bücher, darunter noch einmal ein Buch gegen die Sklaverei „Dred, A Tale of the Great Diesmal Swamp, dessen Titelfigur einer der Great Dismal Swamp Maroons ist. Beecher Stowes Romane widmeten sich der Regionalliteratur Neuenglands.

1869 schrieb sie ein Buch „True Story of Lady Byron’s Life“, in dem sie den Dichter George Gordon Byron eines inzestuösen Umgangs mit Augusta Leigh, seiner Halbschwester, beschuldigte. Ein Sturm der Entrüstung brach aus, den sie mit einem weiteren Buch vergeblich zu beschwichtigen suchte.

In den 70er Jahren wurde ihr Bruder Henry Ward Beecher des Ehebruchs angeklagt, landesweit berichteten die Zeitungen darüber, Harriet Beecher Stowe flüchtete darum nach Florida, trotzdem glaubte sie an die Unschuld ihres Bruders.

Harriet Beecher Stowe starb am 1. Juli 1896 in Hartford, (Connecticut) an Altersschwäche. Ihr Grab liegt auf dem Campus der Phillips Academy in Andover.

Werke von Harriet Beecher Stowe:

https://portal.dnb.de/opac.htm?method=s … =118618784

Ein kleiner Einblick auf Youtube:

https://www.youtube.com/watch?v=ijFy4RjYGbQ

Wer möchte, kann sich das Buch Uncle Tom’s Cabin anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=hJUr-vS29dU

Ein Bild von meiner Sammlung, die Aufnahme müsste so um 1870 entstanden sein, ist dem Beitrag angefügt