Ziu/Zio

-ist aus der gesamt-germanischen Form Tîwaz hervorgegangen.

Um etwa 500 n. Chr. spaltete sich durch sprachliche Veränderungen (Lautverschiebung/Abnutzung) der Name des Tîwaz auf und hieß dann:

-bei den Franken, Thüringern, Langobarden u. Alamannen – Ziu bzw Zio;

ferner:

-Goten – Tius / Tyz; ;

-Angelsachsen – Tig bzw. Tiw;

-den nordischen Stämmen – Tyr

-Sachsen – sehr wahrscheinlich Saxnôte (Schwertgenosse)

Obwohl es durch Rückschlüsse als gesichert gilt, daß Ziu eine Gottheit der West- und Südgermanen war, wird er in keiner Quelle namentlich genannt.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß in der Vergangenheit verschiedene Glossen, mit Ziu in Verbindung gebracht wurden. So erscheint in der Wessobrunner Handschrift aus dem Ende des 8. Jh. der Begriff „Cyuuari suâpa. Ähnliche Rückschlüsse zog man auch bei einem älteren Namen von Augsburg, einem Hauptsitz der Schwaben – Ciesburg.

Heute ist man jedoch inzwischen der Auffassung, daß diese Begriffe eine Verschreibung aus „Rieß darstellen und somit als „Bewohner des Rieß zu deuten sind. Unterstützt wird diese Auffassung durch die Tatsache, daß zum Einen die Alamannen/Schwaben am Ende des 8. Jh. bereits weitgehend christianisiert waren und zum Anderen besonders bei den Alamannen mit Wodan, Donar und Ingvi-Freyr andere Gottheiten weit mehr Verehrung fanden, als Ziu, wie archäologische Funde beweisen.

Was von Ziu blieb:

Im Süddeutschen hat sich an Stelle des nhd. Dienstag über mhd. – Ziestac,

alemannisch Ziestag,

heutiges Schweizerdeutsch Ziischtig,

schwäb. Zeischdig,

als Wochentag bis heute in der Umgangssprache erhalten.

Dienstag: germ. *erndaga-, *erndagaz, germ.?, st. M. (a): nhd. Dienstag

(Quelle: http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbuecher/germanischeswoerterbuch/nhd-germ.doc)