Bernhard Sauer hat mit den Autoren Heiner Karuscheit und Klaus Wernecke ein neues Buch veröffentlicht: Vom Kriegssozialismus zur Novemberrevolution. Wir möchten das Buch des Autors, ein promovierter Historiker, der unter anderem die Bücher Von Hitler verführt – von Stalin bestraft. Aus dem Leben des Rudolf Freitag und In Heydrichs Auftrag: Kurt Gildisch und der Mord an Erich Klausener während des „Röhm-Putsches“ geschrieben hat, kurz vorstellen.

Die Novemberrevolution führte am Ende des 1. Weltkriegs zum Sturz der Monarchie. Das Buch trägt den Untertitel SPD und „Junkerstaat“, „Spartakusaufstand“, Gewalt von oben, Gewalt von unten.

 

Eine Barrikade während des Spartakusaufstandes. Das Bild ist am 12. Januar 1919 in der Illustrierten Zeitung erschienen (Verlag Verlag J. J. Weber in Leipzig). Die Lizenz des Bildes ist gemeinfrei.
Eine Barrikade während des Spartakusaufstandes. Das Bild ist am 12. Januar 1919 in der Illustrierten Zeitung erschienen (Verlag Verlag J. J. Weber in Leipzig). Die Lizenz des Bildes ist gemeinfrei.

 

Buchbesprechung

Der Krieg, von der systematisch aufgebauten Propaganda der Regierung Bethmann Hollweg anfangs als Verteidigungskrieg gegen den „russischen Despotismus“ dargestellt, offenbarte sich immer deutlicher als ein Krieg, der wegen der annexionistischen Kriegsziele geführt wurde. Millionen Menschen bezahlten diese Politik mit ihrem Leben, Tausende kehrten als Krüppel oder traumatisiert von den Schlachtfeldern heim.

Es entwickelte sich eine breite Friedensbewegung, die forderte: Wir wollen keinen Krieg! Nieder mit dem Kriege! Die tragenden Schichten des Kaiserreiches, die den mörderischen Krieg unterstützt hatten, waren in der Novemberrevolution weitgehend entmachtet. Vielerorts übernahmen die Arbeiter- und Soldatenräte die Verwaltungen. Es herrschte eine demokratische Aufbruchsstimmung. Doch nach 2 1/2 Monaten war von der Volkserhebung nur wenig übrig geblieben.

Die Autoren gehen der Frage nach, warum die Ziele der deutschen Revolution nicht oder nur sehr unvollkommen verwirklicht werden konnten, obwohl es eine breite Volksbewegung für diese Ziele gegeben hat.

Der Januaraufstand in Berlin, oft auch „Spartakusaufstand“ genannt, war die zentrale Auseinandersetzung der Novemberrevolution. In seiner detaillierten Analyse des „Spartakusaufstandes“ zeigt Bernhard Sauer, dass es sich bei diesem Aufstand um eine spontane Erhebung handelte. Weder die »Revolutionären Obleute«, noch die USPD, noch der Spartakusbund haben ihn geplant oder initiiert.

Der Spartakusbund hatte als kleine, aber entschlossene Minderheit zu keinem Zeitpunkt bestimmenden Einfluss auf die Massenproteste. Was aber hat so viele Menschen auf die Straße getrieben? Große Teile der Arbeiterschaft waren mit dem Gang der Entwicklung nach Beendigung des Krieges unzufrieden. Nach vier Jahren Krieg erwarteten sie einen wirklichen Neubeginn, den Bruch mit einem System, das ihnen diesen mörderischen Krieg eingebracht hat.

Sauer zeigt auf, dass damals die Möglichkeit bestand, gestützt auf eine breite Volksbewegung eine stabile demokratische Ordnung mit sozialistischen Zügen aufzubauen, die auch das Aufkommen des Nationalsozialismus hätte verhindern können. Diese historische Chance wurde nicht genutzt.

 

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