Kaum ein Ereignis vor 9/11 hat die Vereinigten Staaten von Amerika so sehr getroffen wie der Überfall auf Pearl Harbor, dem Stützpunkt der amerikanischen Pazifikflotte,  am 07. Dezember 1941 durch die Japaner – ohne Kriegserklärung. In der (amerikanischen) Geschichtswissenschaft ist wohl kein Angriff so gründlich erforscht worden. Noch heute ist Pearl Harbor eine Metapher für eine feige und hinterhältige Attacken.

 

Ein japanischer Bomber des Typs Nakajima B5N2 fliegt über Pearl Harbor
Ein japanischer Bomber des Typs Nakajima B5N2 fliegt über Pearl Harbor

Unerwartet ins Mark getroffen

Zwar hatte es ein erstes Zusammentreffen mit den Japanern mehr als eine Stunde vor dem ersten Luftangriff gegeben: Japanische Kleinst-U-Boote, die in den Hafen einlaufen wollten, wurden versenkt. Allerdings konnte in dieser kurzen Zeit das Kommando kaum die Bedeutung dieses Ereignisses ermessen. Als dann die erste Welle von Flugzeugen im Feld des Radars auftauchte, dachte man anfangs an einen technischen Fehler und an eigene Flugzeuge; die japanischen Jäger und Bomber konnten unangekündigt ihren Überfall beginnen.

Die Taktik der japanischen Streitkräfte war simpel, aber effektiv: Sturzkampfbomber und Jagdflugzeuge griffen Flughäfen an, um so die Lufthoheit zu wahren. Bomber nahmen die Kampfschiffe der US-Navy ins Visier.

 

[box type=“info“]Besuchen Sie die Bildergalerie auf Geschichte-Wissen zum Angriff auf Pearl Harbor am 07.12.1941 – die Japaner sahen in dem Angriff einen großen Erfolg; jedoch hatten sie einen schlafenden Giganten geweckt[/box]

 

In wenigen Minuten verwandelte sich Pearl Harbor in eine Hölle

Als um 07:55 Uhr Ortszeit das Heulen der ersten Sturzkampfflugzeuge zu hören war, verwandelte sich Pearl Harbor in wenigen Minuten in eine brennende Hölle: Flugzeuge, die in Reih und Glied nebeneinander standen, gingen in Flammen auf. Kampfschiffe wurden von Bomben und Torpedos getroffen und um 8:50 Uhr erreichte eine zweite Welle der japanischen Flugzeuge den Stützpunkt. Das folgende Beispiel zeigt die verheerenden Folgen des Angriffs: Eines der mächtigsten Schlachtschiffe seiner Zeit, die USS Arizona, sank in nur 9 Minuten nachdem sie um 08:06 Uhr von einer 800-kg-Bombe getroffen wurde. Hierdurch explodierten die zwei Munitionskammern des Schiffs. Auf der Arizona starben 1.177 Soldaten.

Die amerikanischen Soldaten reagierten allerdings schnell – manche noch bevor offiziell Alarm gegeben wurde. Es wurde versucht, sich den Angriffen mit jeglichen verfügbaren Mitteln zu erwehren. Allerdings war die amerikanische Luftwaffe faktisch durch den Überfall zerstört – auch die schweren Kriegsschiffe hatten erhebliche Schäden erlitten. Viele Soldaten kamen ums Leben, bevor sie überhaupt realisieren konnten, dass sie im Krieg waren.

Obwohl die japanischen Streitkräfte den Überraschungsangriff auf Pearl Harbor als einen großen Erfolg werteten, konnten die ausgelaufenen Flugzeugträger der Pazifikflotte – wie eigentlich geplant – nicht getroffen werden. Auch hatten die Japaner die Treibstoffdepots, Werften und Docks nicht angegriffen, sodass die Amerikaner rasch wieder aus Pearl Harbor operieren konnten.

 

Die Niederlage Japans war besiegelt

In der Rückschau waren die strategischen und politischen Auswirkungen des Überfalls auf Pearl Harbor für Japan nachteilig: Die Amerikaner sannen auf Rache und setzten eine gewaltige Kriegsindustrie in Gang. Durch den Verlust von unter anderem fünf gesunkenen Schlachtschiffen erneuerte die Marine ihre Flotte und war den Japanern daher technisch bei weitem überlegen. Allein aufgrund der industriellen und technischen Übermacht der Vereinigten Staaten war Japans Niederlage besiegelt.

 

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