von Claire Hake, 2010 bei WUNDERLICH


Vor genau siebzig Jahren (im Mai 1940) ließ Hitler seine Wehrmacht ohne Ultimatum und Kriegserklärung in Holland einmarschieren. Das änderte schlagartig das Leben der in Niederländisch-Indien (dem heutigen Indonesien) lebenden Deutschen: Internierung und Kriegsgefangenschaft waren die Folgen, (bis zwei Jahre später die Japaner den Inselstaat besetzten und wiederum die Holländer internierten).
Die Einheimischen erlebten fassungslos den Umgang der Europäer untereinander: Völlig kopflos wurde alles, was deutsch sprach von der Niederländischen Besatzungsmacht unter unwürdigsten Umständen in Lager gekarrt: Krankheiten, Todesfälle und Selbstmorde waren die Folge.

In dem 2010 bei WUNDERLICH erschienenen Buch \“Mein geteiltes Herz- Eine große Liebe zwischen Sumatra, Shanghai und Deutschland\“ erzählt eine mutige Frau ihr Leben an der Seite eines deutschen Tabakpflanzers, die durch politische und historische Hintergründe ergänzt wurde. Der Leser erhält einen authentischen Einblick in das Leben in der holländischen Kolonie und den Rivalitäten unter den Pflanzern und erfährt von all den Problemen, mit denen die europäischen Ehefrauen im Urbusch zu kämpfen hatten.

Claire Hake lebte von 1925 bis 1940 in Sumatra /Indonesien und danach sechs Jahre lang als Flüchtling in Shanghai/China.
Ihr Leben war außerordentlich farbig (Leben im Urbusch), spannend und immer nah am Zeitgeschehen (Internierung durch die Holländer, japanische Besetzung, Repatriierung durch die Amerikaner…).


aus dem Klappentext:

Mitte der zwanziger Jahre reist die junge Schweizerin Claire Hake allein nach Sumatra und begegnet auf einer abgeschiedenen Tabakplantage inmitten des Urwalds ihrer großen Liebe Gustav, einem deutschen Pflanzer.

Claire und Gustav heiraten; ihr Leben auf der Plantage ist zwar entbehrungsreich, aber glücklich – bis im weit entfernten Europa der Krieg ausbricht. Als die Wehrmacht 1940 in Holland einfällt, kommt es zu unglaublichen Szenen in der holländischen Kolonie. Die Deutschen werden beschimpft, gedemütigt, und auch Claire ist betroffen. Sie wird von Gustav getrennt und interniert. Erst nach sieben Jahren in einem indonesischen Lager und in Shanghai gelingt es Claire, sich in die Schweiz durchzuschlagen. Als sie die Nachricht erhält, dass auch ihr Mann das Lager überlebt hat, gibt es für Claire kein Halten: Sie macht sich auf, um Gustav endlich wieder in die Arme zu schließen.

Nach Gustavs Tod, mit 83 Jahren, beginnt Claire, ihr Leben und ihre Liebesgeschichte aufzuschreiben. Ihrer Enkelin Nicoline hinterlässt sie einen alten Koffer voller Manuskripte und Fotos.

Claire Hake ist im Januar 1990 im Alter von 90 Jahren verstorben. Die letzten sieben Jahre ihres Lebens hat sie damit zugebracht, ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Diese hat sie ihrer Enkelin Nicoline Hake vermacht, die das Manuskript ergänzt hat. Nicoline Hake, geboren 1960, ist Gesangspädagogin und Chorleiterin und lebt mit ihrer Familie in Kassel.