Die Anasazi

 

Die Anasazi waren ein prähistorisches indianisches Volk im Südwesten der heutigen Vereinigten Staaten von Amerika, das dort von etwa 500 bis 1300 n. Chr. siedelte. Man geht davon aus, dass die Pueblo-Indianer Nachfahren der Anasazi sind. Ihren Namen bekamen sie von den Navajos, er bedeutet soviel wie „die Alten“. Die Anasazi waren ein Volk das hauptsächlich vom Ackerbau lebte und eine hoch stehende Kultur entwickelte. So bauten sie vor allem Mais, Bohnen, Paprika und anderes Gemüse an, während die Jagd zur Ergänzung des Speiseplans diente. Ihre Heimat war die heutige „Four Corner“ Region, also Colorado, Arizona, New Mexico und Utah.

 

Die ersten Jahrhunderte lebten die Anasazi in Grubenhäusern, so genanten „pithouses“.

 

 

 pit house

 „pit house“ im Mesa Verde National Park

 

 

 

Später, ab etwa 500 n. Chr. bauten die Anasazi nur noch überirdische Steinhäuser auf der Mesa, allerdings blieben die unterirdischen Wohngruben in Erinnerung, die Anasazi und später auch die Pueblo nutzen runde in die Erde hineingelassene Räume als Kivas, Versammlungs- und Zeremonieräume.

 

Erst gegen Ende des 12. Jahrhunderts begannen sie in mehrstöckigen Felswohnungen in so genannten „cliff dwellings“ zu wohnen. Nur über in die Felswände geschlagene Treppen gelangte man auf die Hochebene, um dort z. B. die Felder zu bestellen. Diese beeindruckenden in die Canyonwände gebauten Gebäude kann man heute noch z.B. im Mesa Verde National Park bewundern.

 

 

                                                                    cliff dwelling (cliff palace) im Mesa Verde National Park

Cliff Palace, ein cliff dwelling im Mesa Verde National Park

  

 

Die Kultur war weit entwickelt, so führten breite Straßen durch das heutige Chaco Canyon National Monument und verbanden die Siedlungen der Anasazi mit  den Hochkulturen im heutigen Mexiko. Doch schon 1050 n. Chr. Brach die Chaco Kultur aus unbekannten Gründen wieder zusammen. Man findet dort viele Wohnkomplexe, der Fünf Stockwerke zählende Pueblo Bonito mit knapp 800 Räumen und über einem dutzend Kivas gehört zu den beeindruckendsten  Bauwerken im Chaco Canyon.

 

Gegen 1400 n. Chr. Aber verschwanden die Anasazi, ihre Siedlungen wurden verlassen, warum, darüber rätseln die Wissenschaftler noch heute. Theorien nach könnten Trockenheit, ein abbrechen der Handelsbeziehungen, Angriffe der Apachen und Navajo oder auch Überbevölkerung Gründe für das Verschwinden der Anasazi sein.

 

Vermutlich zogen die überlebenden Anasazi ins Rio Grande Valley im US-Bundesstaat New Mexico und errichteten dort neue Dörfer und Siedlungen. Im frühen 16. Jahrhundert kamen Spanier, die auf der Suche nach den sieben goldenen Städten von Cibola waren durch die Gegend. Obwohl sie aus vielen verschiedenen Stämmen bestanden, wurden sie von den Spaniern „Pueblos“ benannt.