Volla

Zum Begriff Fülle und seiner Linguistischen Herkunft:

Aus dem indogerm. Adj. plÐno- = voll, gefüllt, (Pokorny 798)

(vgl. idg. pel- (1), *pelý-, *plÐ-, *p¢h1-, *pelh1-, gießen, fließen, schütten, füllen, schwimmen, fliegen, Pokorny 798);

entwickelten sich die germ. Begriffe für fullæ-, fullæn, fulnæ-, fulnæn, = nhd. Ausfüllung;

got., ahd.; fulla-;

got. ful-l-æ 10 = Fülle, Füllung, Flicken, Ausfüllung;

ahd. folla = Vollständigkeit, Fülle, Überfluss, Genügen;

mhd. volle = Fülle, Überfluss, Genüge, Vollkommenheit;

nhd. Volle, Völle, Fülle, (DW 26, 617, 618; L.: Heidermanns 220)

ne. filling (N.); RB.:

Quelle: http://www.koeblergerhard.de/germanistischewoerterbuecher/germanischeswoerterbuch/germ-F.doc

Die von sprachwissenschaftlichen Untersuchungen bis in die ersten Jahrhunderte u. Z. zurückverfolgten Merseburger Zaubersprüche nennen außer anderen germanischen Göttern des Festlandes auch eine Göttin Volla als Schwester der Frija.

Ihr Name (Fülle) weist sie als echte Fruchtbarkeitsgöttin des Nerthus-Kreises aus.

2. Merseburger Zauberspruch:

„Phol und Wodan
ritten ins Holz.
Da wurde dem Fohlen Balders
der Fuß verrenkt.
Da besprach ihn Sinthgunt
und Sunna, ihre Schwester;
da besprach ihn Frija,
und Volla, ihre Schwester;
da besprach ihn Wodan,
wie nur er es verstand:

Sei es Knochenrenke,
sei es Blutrenke,
sei es Gliedrenke:
Knochen zu Knochen,
Blut zu Blut,
Glied zu Gliedern,
als ob geleimt sie seien.

Aus der nordischen Mythologie ist eine „Fulla bekannt, die ebenfalls in enger Verbindung zu Frigg steht und dort als deren Dienerin und Vertraute dargestellt wird. Somit kann man Volla/Fulla als eine gemein-germanische Gottheit betrachten.