Mit einem aus der Kriminalistik entlehnten Verfahren wurden Mumien aus der 18. Dynastie genetisch untersucht. Anhand der Untersuchungsergebnisse konnten Forscher neue Erkenntnisse sammeln, die erklären, warum die glanzvolle Dynastie in kurzer Zeit darniederlag.Die 18. Dynastie gilt als goldenes Zeitalter der Hochkultur am Nil. Unter Pharao Amenophis II. erlebte Ägypten eine Blütephase. Doch bereits mit seinem Enkel Tutanchamun starb das Geschlecht aus. Anhand der genetischen Ergebnisse kann ausgeschlossen werden, dass Hungersnöte oder Krankheiten zum Niedergang führten. Auffallend ist jedoch die geringe genetische Diversität der untersuchten Mumien. Es kann nur der Schluss gezogen werden, dass die Königssippe sich inzestuös fortpflanzte. Tutanchamun litt beispielsweise unter der Morbus-Köhler-II Krankheit. Aus seiner Ehe mit seiner Halbschwester gingen keine männlichen Nachfahren hervor, Tutanchamun selbst starb bereits mit 19.
Inzest war jedoch bereits in der Antike Sünde und wurde durch alle Völker bestraft. Dennoch betrachtete die Königsfamilie den Inzest als Reinhaltung ihres Blutes. Zudem spielte pures Machtkalkül eine Rolle: Die Familie war auf einen engen Kreis begrenzt und der Thronfolger kam aus einer Blutlinie. Dass die Pharaonen nicht unangreifbar war, zeigt die Erfahrung aus der 12. Dynastie als Eunuchen den Pharao ermordeten.
(Eine ausführliche Darstellung der Forschungsergebnisse hat der SPIEGEL in seiner 48. Ausgabe auf Seite 112 veröffentlicht.)
Kommentare aus dem Forum [8 Antworten]
Kommentare
BY ralph
Mittwoch, 04 Januar 2012 23:51
Im Artikel steht ja, dass das Volk den Inzest der Pharaonenfamilie nicht gerade erfreut aufnahm. Die Königsfamilie selber sah den Inzest als Reinhaltung des Blutes - eventuell wurden Behinderungen hingenommen? Das weiß ich nicht - wobei das natürlich eine interessante Frage ist.
BY barbarossa
Mittwoch, 04 Januar 2012 18:21
"Lady Boleyn" wrote:
Auch wenn es der Machterhaltung diente, aber ich könnte mir vorstellen, dass denen irgendwann mal auffiel, dass Inzest keine so gute Idee ist. Ich denke, dass es irgendwann auffiel, dass Kinder von Geschwistern nicht bei so guter Gesundheit waren.
Vielleicht ja, aber es ist die Frage, ob man es auf diese Praktik zurückführt oder vielleicht eher auf die Ungnade von Göttern. Bei letzterem kommt man vielleicht gar nicht erst auf eine andere Idee. Wie standen die Ägypter denn kulturell zum Inzest? War es verpöhnt oder stand man dem eher gleichgültig gegenüber?
BY lady boleyn
Mittwoch, 04 Januar 2012 16:35
Auch wenn es der Machterhaltung diente, aber ich könnte mir vorstellen, dass denen irgendwann mal auffiel, dass Inzest keine so gute Idee ist. Ich denke, dass es irgendwann auffiel, dass Kinder von Geschwistern nicht bei so guter Gesundheit waren.
BY ralph
Mittwoch, 14 Dezember 2011 20:04
"Aneri" wrote:
Übertreibst du nicht mit "kürzerste Zeit"? In diesem Link (http://www.ancient-cultures.com/dynastien.php) ist 18.Dynastie zwar nicht zeitlich begrenzt, jedoch habe ich nicht den Eindruck, dass sie war kurz. Außerdem mit dem Inzest der Ägyptischen Herrschen war schon lange bekannt, heirateten untereinander Geschwister erstes Ranges. Jetzt hat es nur die genetische Untersuchungen bestätigt.
Mhm, grob von 1550 v. Chr. bis 1319 v.Chr. - zugegeben habe ich da übertrieben ja, aber der Verfall einer ganzen Herrschaftsfamilie ging doch rasch.
BY aneri
Mittwoch, 14 Dezember 2011 19:14
Übertreibst du nicht mit "kürzerste Zeit"? In diesem Link (http://www.ancient-cultures.com/dynastien.php) ist 18.Dynastie zwar nicht zeitlich begrenzt, jedoch habe ich nicht den Eindruck, dass sie war kurz. Außerdem mit dem Inzest der Ägyptischen Herrschen war schon lange bekannt, heirateten untereinander Geschwister erstes Ranges. Jetzt hat es nur die genetische Untersuchungen bestätigt.
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