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Blutschande in der Pharaonenfamilie

Ägyptische MalereiMit einem aus der Kriminalistik entlehnten Verfahren wurden Mumien aus der 18. Dynastie genetisch untersucht. Anhand der Untersuchungsergebnisse konnten Forscher neue Erkenntnisse sammeln, die erklären, warum die glanzvolle Dynastie in kurzer Zeit darniederlag.

Die 18. Dynastie gilt als goldenes Zeitalter der Hochkultur am Nil. Unter Pharao Amenophis II. erlebte Ägypten eine Blütephase. Doch bereits mit seinem Enkel Tutanchamun starb das Geschlecht aus. Anhand der genetischen Ergebnisse kann ausgeschlossen werden, dass Hungersnöte oder Krankheiten zum Niedergang führten. Auffallend ist jedoch die geringe genetische Diversität der untersuchten Mumien. Es kann nur der Schluss gezogen werden, dass die Königssippe sich inzestuös fortpflanzte. Tutanchamun litt beispielsweise unter der Morbus-Köhler-II Krankheit. Aus seiner Ehe mit seiner Halbschwester gingen keine männlichen Nachfahren hervor, Tutanchamun selbst starb bereits mit 19.
Inzest war jedoch bereits in der Antike Sünde und wurde durch alle Völker bestraft. Dennoch betrachtete die Königsfamilie den Inzest als Reinhaltung ihres Blutes. Zudem spielte pures Machtkalkül eine Rolle: Die Familie war auf einen engen Kreis begrenzt und der Thronfolger kam aus einer Blutlinie. Dass die Pharaonen nicht unangreifbar war, zeigt die Erfahrung aus der 12. Dynastie als Eunuchen den Pharao ermordeten.

(Eine ausführliche Darstellung der Forschungsergebnisse hat der SPIEGEL in seiner 48. Ausgabe auf Seite 112 veröffentlicht.)

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