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Staatsverständnis des heutigen Grundgesetzes

Solved 1 Answers 115 Views Geschichte
Hab eine Hausaufgabe auf wo wir das Staatsverständnis des heutigen Grundgesetzes mit dem Staatsverständnis von Luwig XIV vergleichen sollen, bin schlecht in Geschichte

1 Antwort

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Beste Antwort
Um das Staatsverständnis des Grundgesetzes mit dem aus der Zeit Ludwigs XIV zu vergleichen, ist eine Begriffsdefinition angezeigt.
1) Unter Monokratie wird die Alleinherrschaft einer einzigen Person verstanden. Dazu gehören die Absolute Monarchie, die Konstitutionelle Monarchie und die Diktatur. Zur Absoluten Monarchie gehört das Frankreich von 'Ludwig XIV' und Preußen mit 'Friedrich der Große'.
2) Das Grundgesetz bezieht seine Legitimation aus der 'Mittelbaren Demokratie'. Diese Staatsform zeigt sich in den USA, der Schweiz und der Bundesrepublik Deutschland.

Zu 1) Ludwig XIV lebte von 1638 bis 1715 und war ein absoluter Herrscher, der klassische Vertreter des Absolutismus.
Das heißt: Herrschen aus eigener Machtvollkommenheit, ohne eine bedeutsame Mitwirkung der Institutionen;
Aufstellung der militärischen Einrichtungen; intensive Einbindung der Kirche in das Staatsgefüge und eine merkantilistische (frühkapitalistische) Wirtschaftsform.

Zu 2) Trotz der ursprünglichen Begrenzung in der demokratischen Ausübung nach Ende des Zweiten Weltkrieges, eine Verfassung für Deutschland auszuarbeiten, hat das Grundgesetz den Charakter einer Verfassung. Das Grundgesetz regelt die Grundrechte der Menschen, die sich im Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhalten. Wobei zu unterscheiden ist zwischen Bürgerrechten, die sich im Grundgesetz wiederfinden und Menschenrechten, die durch die Vereinten Nationen verbrieft sind.
Zu den Bürgerrechten und zum Staatsverständnis ist kurzgefasst festzustellen, "Alle Macht geht vom Volke aus".

Fazit:
Das Staatsverständnis unter Ludwig XIV war für den Normalbürger nicht relevant. Er hatte zu tun, was ihm vorgegeben war. Wenn der Bürger revoltierte, bekam er massive Folgen zu spüren.

Das Staatsverständnis aus dem Grundgesetz heißt Mitwirkung, Mitgestaltung durch alle Bürger. Und wenn die Staatsorgane versagen, kann das bei einer Wahl entsprechend quittiert werden. Das grundsätzliche Staatsverständnis bedeutet, man kann die jeweils Herrschenden mit der nächsten Wahl (ohne Blutvergießen) wieder loswerden.

Diese Hausaufgabenfrage hat es thematisch in sich und ist in diesem Rahmen wirklich nicht ausführlich zu behandeln, so spannend das auch wäre.
Zur Intensivierung empfehle ich daher die Schrift von Dieter Hesselberger aus dem Jahre 1996 bzw. 2003 mit dem Titel "Das Grundgesetz. Kommentar für die politische Bildung".
Außerdem ist zu Ludwig XIV und seiner Staatsform einem Aufsatz bei Wikipedia ein umfangreiches Literatur- und Quellenverzeichnis zu entnehmen.
Beantwortet Aug 14, 2019 von Marianne (10,520 Punkte)
selected Sep 26, 2019 von Geschichte-Wissen
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