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Barbarossa
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Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

13.06.2017, 21:39

Gerade habe ich mir eine Sendung auf arte über den Beginn der Flüchtlingskrise 2015 mit dem Titel ,,3 Tage im September'' angesehen.
siehe Dokumentation: 3 Tage im September

Ich habe das damals auch nicht so richtig mitbekommen, aber festzustellen ist: Es war ein Tweet des Bamf am 25. August 2015, der zahlreiche Flüchtlinge nach Deutschland leitete, die in Ungarn gestrandet waren und die dort keine Hilfen bekamen. Der Tweet hatte den Wortlaut:

,,#Dublin-Verfahren syrischer Staatsangehöriger werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt von uns weitestgehend faktisch nicht weiter verfolgt.
04:30 - 25. Aug. 2015''
siehe: https://twitter.com/bamf_dialog/status/ ... 52?lang=de

Dieser Tweet führte dazu, dass alle Flüchtlinge plötzlich Syrer sein wollten - auch Iraker, Afghanen Pakistani usw. Das beobachteten auch in Ungarn aktive Helfer. Merkels Satz: ,,Wir schaffen das.'' kam erst Tage danach. Aber letztlich war es die Entscheidung von Merkel. Aber die Flüchtlinge waren bereits in Europa - in Ungarn - und deren Not war groß. Also wie hätte sie in dieser Situation entscheiden sollen? Andererseits: Jahre zuvor war auch die Not von Flüchtlingen auf Lampedusa groß und es passierte nichts. Auch ein Hilfeersuchen Italiens wurde damals von allen EU-Mitgliedern - auch von Deutschland - abgelehnt.
Dies einfach mal als Diskussionsgrundlage.

Hier auch noch einmal zur Erinnerung ein Beitrag mit einer kurzen Chronologie, wo der Ansturm von Flüchtlingen im Prinzip auch schon vorhergesehen wurde: viewtopic.php?f=4&t=5493&p=61739

Übrigens stand auch der Thüringer Ministerpräsident Ramelow (Linkspartei) auf einem Bahnhof und begrüßte die Flüchtlinge persönlich. Hinterher sagte er, dies sei ,,der schönste Tag in seinem Leben'' gewesen. :o
Ganz ehrlich: für mich waren das ganz andere Tage, wie etwa der 9./10. November 1989, der 18. März 1990 (als die SED/PDS endlich abgewählt wurde - ich habe engagiert daran mitgewirkt) oder auch die Geburt meines Sohnes. Sowas verbinde ich mit ,,schönste Tage des Lebens''.
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Ruaidhri
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

14.06.2017, 20:51

Barbarossa hat geschrieben:
Ganz ehrlich: für mich waren das ganz andere Tage, wie etwa der 9./10. November 1989, der 18. März 1990 (als die SED/PDS endlich abgewählt wurde - ich habe engagiert daran mitgewirkt) oder auch die Geburt meines Sohnes. Sowas verbinde ich mit ,,schönste Tage des Lebens''.

War da was, am 9/10, November 1989?  Ich hab das Ereignis ja verschlafen, selbst eineem echten Horrorteil des Lebens befindlich. Dass der Tag für Dich einer der schönsten war, kann ich allerbestens verstehen.. Persönlich kann ich politische Ereignisse nicht als " schönste Tage im Leben" einordnen. Noch nicht mal, wenn die AfD bei den BTW nicht über die 5% käme.
Ramelows Spruch ist mir suspekt. Es sei denn, er sieht die ersten Tage als einen Sieg der Menschlichkeit. Ob ihm da klar war, was folgen würde, oder besser, wie viele Menchen und wieviele Probleme, lass ich mal offen.
Zur Sache an sich:
Barbarossa hat geschrieben:
Auch ein Hilfeersuchen Italiens wurde damals von allen EU-Mitgliedern - auch von Deutschland - abgelehnt.
Dies einfach mal als Diskussionsgrundlage.

Auch mit großer Hilfe hätten Italien und Griechenland den Ansturm nicht bewältigen können. Dass andere EU-Länder Flüchtlinge aufnehmen mussten, war im September klar. Das permanente Wegsehen der deutschen und aller anderen EU-Regierungen empfand ich über Jahre als unfair und verlogen.
Merkels Spontan-Aktion war in Ordnung, es hätte aber im gleichen Atemzug eine Frist und eine Begrenzung genannt werden müssen.
Der Druck, vor allem in Ungarn, war zu groß- und was eine kurzzeitige Entlastung hätte werden sollen, die eigentlich zu bewältigen gewesen wäre, endete im Chaos eines unkontrollierten, unkontrollierbaren Massenandrangs. Manche machten sich erst viel später auf den Weg, wäre nicht passiert, wenn die Vorgaben anders gewesen wären.
Unter dem Motto:" Wir schaffen das!" den Zuzug nicht schneller zu stoppen und kontrollierbar zu gestalten, war dann doch fahrlässig. Oder hilflos?
Meine Wahrnehmung änderte sich von: " Gut, Frau M., Mut und Menschlichkeit stehen dem Land gut zu Gesicht!"  im September bis " Geht es noch? We sollen wir das bewältigen? Wissen Sie eigentlich, Frau Kanzlerin, was da langfristig folgt?" im Dezember.

 
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Barbarossa
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

14.06.2017, 23:42

Ruaidhri hat geschrieben:
...
Persönlich kann ich politische Ereignisse nicht als " schönste Tage im Leben" einordnen. Noch nicht mal, wenn die AfD bei den BTW nicht über die 5% käme.
...

Solche politische Ereignisse veränderten bei uns aber das ganze Lebensgefühl und auch das Leben selbst. Das ist nicht vergleichbar mit dem Fall, wenn die AfD die 5% nicht schafft. Unsere Zeitrechnung wird von allen, die die Zeit miterlebt haben, heute noch in ,,vor der Wende'' und ,,nach der Wende'' gerechnet - genau, wie ein Jahr ,,0''.
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Cherusker
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

15.06.2017, 01:17

Ruaidhri hat geschrieben:
Merkels Spontan-Aktion war in Ordnung, es hätte aber im gleichen Atemzug eine Frist und eine Begrenzung genannt werden müssen.

Es dürfte doch wohl klar sein, daß wir in einem Rechtsstaat leben, oder ?  Gesetze, Verordnungen, Bestimmungen usw. müssen eingehalten werden und können nicht aufgrund von Emotionen oder anderen Befindlichkeiten von einzelnen Personen aufgehoben werden. Oder leben wir in einer Diktatur ? :wink:  Schließlich sollte es bei uns eine Trennung der Gewaltenteilung geben. Eine "Spontan-Aktion" einer einzelnen Person oder Gruppe kann nicht das Handeln in einer Demokratie bestimmen ! Oder marschieren wir auch in ein anderes Land ein, nur weil ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin das spontan fordert ? Wohl kaum..... :crazy:
 
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snoerch
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

15.06.2017, 08:18

Es gibt einige Sachen, die mir Unbehagen bereiten, wenn ich an die soganannte Flüchtlingskrise (blödes Wort) denke:
Erstens: Es ist alles genauso chaotisch gekommen, wie befürchtet. Vielleicht war das aber logistisch wie administrativ nicht anders zu stemmen, das kann und will ich nicht beurteilen.
Zweitens: Es wurde und wird ständig geltendes Recht gebeugt, wie von Cherusker bereits angeführt. Unsere allseits geliebte Bundeskanzlerin hat sich im September 2015 nach Gutsherrenart einfach über geltendes Recht hinweggesetzt, ohne auf die Befindlichkeiten ihrer EU-Partner Rücksicht zu nehmen, seien diese nun berechtigt oder nicht.
Genauso liest man in den Medien immer wieder von Entscheidungen der Behörden, die so nicht hätten getroffen werden dürfen, z.B. Wegsehen und Verschweigen bei Mehrfachanmeldung (geschehen hier in Nds), Zustände in den Flüchtlingscamps (z.B. in Hessen) usw. Und das zieht sich seitdem durch Deutschland: Es kann nicht sein, was nicht sein darf.
Drittens: Die Menschen stehen nicht im Vordergrund, sondern die Politik. Das ist (genau genommen) schändlich.

Wir müssen nicht diskutieren, ob wir in Deutschland die moralische Verpflichtung haben, Flüchtlinge aufzunehmen, denn m.M.n. haben wir die ohne Zweifel. Genauso wenig müssen wir diskutieren, dass Deutschalnd nicht alle Menschen aufnehmen kann, die zu uns wollen. Wir müssen einen Weg finden, wie wir diese Problematik angehen.
Ruaidhri hat vollkommen recht mit seiner Bemerkung, Deutschland und andere EU-Länder hätten viel zu lange weg gesehen, ich erinnere mich noch an den Aufschrei, als Berlusconi damals den Flüchtlingen die Durchreise nach Frankreich und anderen Ländern ermöglichen wollte.
Europa sollte nicht den gleichen Fehler wiederholen.

Ein Satz noch zum 'glüklichsten Tag im Leben':
Das wird bei mir wohl ebenfalls nicht mit irgendeiner politischen Entscheidung verbunden bleiben, sondern viel eher mit etwas persönlichem, wie Geburt der Kinder oder etwas ähnlichem.
Dieser Beitrag spiegelt nur die Meinung des Verfassers wieder und erhebt keinen Anspruch auf Wahrhaftigkeit.
 
Ruaidhri
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

16.06.2017, 19:12

snoerch hat geschrieben:
Es ist alles genauso chaotisch gekommen, wie befürchtet. Vielleicht war das aber logistisch wie administrativ nicht anders zu stemmen, das kann und will ich nicht beurteilen.

Logistisch und administrativ war vieles wirklich im ersten Ansturm nicht, oder kaum  besser zu bewältigen. Gleich, wie man zu der Massenzuwanderung steht: Was viele Ehrenamtler und öffentliche Einrichtungen als erste Helfer geleistet haben, verdient Respekt. Nicht Berlin funktionierte, sondern ein Teil des "Wir".
Hatte man 2015/16  Fragen zu dem "Wie soll wer was schaffen?" wurde man sehr schnell in eine rechte Ecke gestellt. Sachlichkeit und vorausschauendes Denken waren zu der Zeit nicht gefragt. Andere Bedenken, wie ob nicht auch IS- Terroristen eingereist seien, dass es schwierig und langwierig werden würde, die Menschen mit unseren Gepflogenheiten bekannt und vertraut zu machen, viele von ihnen auf  sehr lange Sicht- in Lohn und Brot zu bringen, wurde niedergeknüppelt.
Ebenso unsachlich waren und sind pauschale Sprüche  " Die Araber, die Muslime" sind nicht zu integrieren, Integration muss gar nicht, die gehen ja doch wieder, sollen die doch Deutsch via Internet lernen und alles andere auch", usw.
Das funktioniert nicht bei Leuten, die wenig bis keine Schulbildung haben. Sprache und Gesellschaft sind zu komplex.
Die Zeit habe ich als völlig desolat in pardon, dummen Lagerdenken erlebt statt offen und problembewusst und lösungsorientiert. Als übel glorifizierend vonlinksgrün und übel rassistisch von rechtsbraun.
Sprüche zumal grüner Damen in Berlin haben mich derart erzürnt, dass ich plötzlich zur  deutschen Landesverteidigerin mutiert sah. Ohne deshalb auch nur die kleinste Affinität zu AfD und weiter rechts zu haben.

snoerch hat geschrieben:
Wir müssen nicht diskutieren, ob wir in Deutschland die moralische Verpflichtung haben, Flüchtlinge aufzunehmen, denn m.M.n. haben wir die ohne Zweifel. Genauso wenig müssen wir diskutieren, dass Deutschalnd nicht alle Menschen aufnehmen kann, die zu uns wollen. Wir müssen einen Weg finden, wie wir diese Problematik angehen.

Danke für die Sätze, denen ich absolut zustimme.
snoerch hat geschrieben:
Drittens: Die Menschen stehen nicht im Vordergrund, sondern die Politik. Das ist (genau genommen) schändlich.

Richtig. Gilt aber desgleichen für einige Betreuer*Innen, bei denen ich Zweifel habe, ob es u die Bedürfnisse der Schützlinge oder die eigenen geht.
snoerch hat geschrieben:
Ruaidhri hat vollkommen recht mit seiner Bemerkung,

Kleine Korrektur: Mit ihrer Bemerkung... :mrgreen:
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snoerch
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

20.06.2017, 08:24

Ruaidhri hat geschrieben:
snoerch hat geschrieben:
Ruaidhri hat vollkommen recht mit seiner Bemerkung,

Kleine Korrektur: Mit ihrer Bemerkung... :mrgreen:

:oops: got it. :mrgreen:
Dieser Beitrag spiegelt nur die Meinung des Verfassers wieder und erhebt keinen Anspruch auf Wahrhaftigkeit.
 
Ruaidhri
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

20.06.2017, 17:14

Cherusker hat geschrieben:
Ruaidhri hat geschrieben:
Merkels Spontan-Aktion war in Ordnung, es hätte aber im gleichen Atemzug eine Frist und eine Begrenzung genannt werden müssen.

Es dürfte doch wohl klar sein, daß wir in einem Rechtsstaat leben, oder ?  Gesetze, Verordnungen, Bestimmungen usw. müssen eingehalten werden und können nicht aufgrund von Emotionen oder anderen Befindlichkeiten von einzelnen Personen aufgehoben werden. Oder leben wir in einer Diktatur ? :wink:  Schließlich sollte es bei uns eine Trennung der Gewaltenteilung geben. Eine "Spontan-Aktion" einer einzelnen Person oder Gruppe kann nicht das Handeln in einer Demokratie bestimmen ! Oder marschieren wir auch in ein anderes Land ein, nur weil ein Bundeskanzler oder eine Bundeskanzlerin das spontan fordert ? Wohl kaum..... :crazy:

Ausnahmesituationen erfordern gelegentlich auch Ausnahme-Maßnahmen, und eine solche Ausnahme-Situation gab es. Nur mssen solche Ausnahmen auch wohlbedacht und einigermaßen limitiert sein.
Unseren Rechtstaat kann auch ausmachen, dass in soclen Katastrophenfällen nicht nur juristische Prinzipien gelten, sondern- im GG verankert, auch Menschenrechte.
Barbarossa hat geschrieben:
Solche politische Ereignisse veränderten bei uns aber das ganze Lebensgefühl und auch das Leben selbst.

Ja, und ich denke, das ist bei den einstigen DDR-Bürgern sehr viel vehementer angekommen als beim Durchschnitts-Wessi.
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Barbarossa
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

20.06.2017, 18:15

Ich denke, letzteres führen wir an einem anderen Ort weiter: 16. Juni 2017: Helmut Kohl ist tot
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Cherusker
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

14.07.2018, 14:24

Ruaidhri hat geschrieben:
Ausnahmesituationen erfordern gelegentlich auch Ausnahme-Maßnahmen, und eine solche Ausnahme-Situation gab es. Nur mssen solche Ausnahmen auch wohlbedacht und einigermaßen limitiert sein.
Unseren Rechtstaat kann auch ausmachen, dass in soclen Katastrophenfällen nicht nur juristische Prinzipien gelten, sondern- im GG verankert, auch Menschenrechte.

D.h. wir haben seit 2015 einen Ausnahmezustand ? Weil es kommen immer noch mtl. 15.000 Menschen in unser Land, von denen wir erst später die Daten erheben. Man braucht nur seinen Paß wegwerfen und schon tritt wieder der "Ausnahmezustand" ein.  :mrgreen: Wer durch etliche sichere Staaten reisen konnte, um sich dann nach Schweden oder Deutschland zu begeben, der ist für mich eher ein Wirtschaftsflüchtling. Ohne unser Sozialsystem wäre keiner gekommen, siehe Portugal. Die wollten 10.000 aufnehmen, aber es fand sich keiner, der dort hinwollte.  :wink:
 
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

14.07.2018, 15:03

Cherusker hat geschrieben:
D.h. wir haben seit 2015 einen Ausnahmezustand ?

Oft genug geschrieben: Ich bezog mich immer auf die Lage im September, als Merkel Ungarn und Österreich entlasten wollte. Zumal den Ungarn fühlte man sich vielleicht verpflichtet.Oft genug habe ich gesagt, dass viel früher  die Ausnahme hätte beendet werden müssen. Oft genug habe ich gesagt, dass viel mehr nicht zu schaffen sein wird, dass andererseits aber nicht durchgehend alle, die da kamen, furchtbare Menschen und eine Bedrohung für das Land sind.
Ganz klar müssen andere gesetze her, die den geduldeten Missbrauch des Asylrechts unterbinden und die Verfahren beschleunigen. Wobei es auch dann immer noch die Menschenwürde zu beachten gilt.
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

05.09.2019, 23:13

Gestern kam im ZDF eine Fernsehdoku über den Beginn der Flüchtlingskrise:
Stunden der Entscheidung: https://www.zdf.de/dokumentation/dokume ... g-160.html

Fand ich sehr interessant.
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

07.09.2019, 11:17

Barbarossa hat geschrieben:
Gestern kam im ZDF eine Fernsehdoku über den Beginn der Flüchtlingskrise:
Stunden der Entscheidung: https://www.zdf.de/dokumentation/dokume ... g-160.html

Fand ich sehr interessant.

Was hat dir daran konkret gefallen? Welche Umstände die Entscheidung beeinflusst haben oder der „Blick hinter die Kulisse“?
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He has called on the best that was in us. There was no such thing as half-trying. Whether it was running a race or catching a football, competing in school—we were to try. And we were to try harder than anyone else. We might not be the best, and none of us were, but we were to make the effort to be the best. "After you have done the best you can", he used to say, "the hell with it". Robert F. Kennedy - Tribute to his father
 
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Barbarossa
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Re: Wahrnehmung und Wirklichkeit der Flüchtlingskrise 2015

07.09.2019, 20:31

Ja, der Blick hinter die Kulissen war schon sehr interessant. Und auch, dass Orban eigentlich von Anfang an ein unberechenbarer Gegenspieler war.

Überhaupt, man muss schon ein sehr dickes Fell als Politiker haben. Ich weiß nicht, was das mit mir machen würde, wenn man mir andauernd nach rufen würde, ich müsse weg, oder gar in den Knast...
:-(
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