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Cherusker
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

20.11.2015, 10:53

Und schon wieder kommt die Forderung die Flüchtlinge europaweit zu verteilen. Wie stellen sich die deutschen Politiker das eigentlich vor? Gerade in den südlichen EU-Staaten ist die Arbeitslosigkeit und insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit deutlich höher als in Deutschland. Da sollen jetzt also muslimische Männer im besten Mannesalter hingeschickt werden? :shock: Wer sorgt denn da für Ausbildung und einen Arbeitsplatz? :eh: "Oh, nein, sie als spanischer Jugendlicher bekommen keinen Ausbildungsplatz, aber der muslimische Flüchtling hat Vorrang."....sollen solche Sätze fallen? Dann sind soziale Unruhen vorprogrammiert. :twisted:
Und Länder, wie z.B. Großbritannien, Frankreich, Niederlande, haben genug selbst Einwanderer aus ihren Kolonnien, sodaß diese nicht sofort "Hurra" schreien, wenn sie noch zusätzliche Flüchtlinge bekommen. Und Skandinavien ist mittlerweile auch an die Grenzen der Unterbringung gestoßen. Wir werden in den nächsten 2 Jahren ca. 2 Mio. Flüchtlinge bekommen und deren Anspruch auf Familienzusammenführung (ca. 4 Personen) wird sich auch nicht wegdiskutieren lassen (die Grünen schreien jetzt schon).
Also wohin mit den Flüchtlingen, wenn es keine Obergrenze gibt? Da bin ich mal gespannt auf die "Hotspots".....wenn man bedenkt, daß sich in Deutschland z.Zt über 100.000 Flüchtlinge befinden, die keinen Asylantrag gestellt haben und auch nicht registriert sind.
 
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Barbarossa
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

21.11.2015, 10:31

Cherusker hat geschrieben:
Und schon wieder kommt die Forderung die Flüchtlinge europaweit zu verteilen. Wie stellen sich die deutschen Politiker das eigentlich vor? Gerade in den südlichen EU-Staaten ist die Arbeitslosigkeit und insbesondere die Jugendarbeitslosigkeit deutlich höher als in Deutschland. Da sollen jetzt also muslimische Männer im besten Mannesalter hingeschickt werden?
...

Das ist aus meiner Sicht erstmal nicht vorrangig und ich denke, auch zu kurz gedacht.
Grundsätzlich geht es hier um Flüchtlinge, die aus einem Bürgerkriegsland geflohen sind. Diese sind vor allem erst einmal geschützt unterzubringen und zu verpflegen. Es ist nicht die Aufgabe des Asyls, die Flüchtlinge auch noch in die einheimische Gesellschaft zu integrieren und in Arbeit und Ausbildung zu bringen. Theoretisch könnten diese Flüchtlinge alle sofort wieder in ihre Heimat zurückgeschickt werden, wenn der Asylgrund entfallen ist - d.h. der Bürgerkrieg zu Ende ist.

Bis dahin gibt es also zwei Möglichkeiten:

1.) Entweder man versorgt die Flüchtlinge tatsächlich lediglich mit Unterkunft und Verpflegung und schickt sie nach Kriegsende zurück. Dies bietet sich für EU-Länder an, die wirtschaftlich nicht so gut dastehen und wo Arbeitsplätze knapp sind, wie Griechenland oder Spanien. Bei Griechenland hab ich z. B. sogar schon gehört, dass die Flüchtlinge in den Lagern dort aus EU-Mitteln verpflegt werden. Das ist in Ordnung so - kann man machen.

2.) Länder, die wirtschaftlich besser dastehen - wie Deutschland - können auch versuchen, die Flüchtlinge mit Arbeit und Ausbildung zu versorgen, damit sie sich ihren Lebensunterhalt selbst verdienen können. Dennoch bleiben sie Asylanten, die nach Ende des Krieges wieder in ihre Heimat zurück könnten. Nur wenn sie das nicht wollen, dann können sie nach bestehendem Recht versuchen, sich einbürgern zu lassen. Das hat dann aber mit Asyl nichts mehr zu tun.

Fazit: Man kann versuchen, Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren, muss es aber nicht zwingend. In jedem Fall geht es gar nicht, dass lediglich 3-5 EU-Mitglieder Flüchtlinge aufnehmen und die anderen nicht. Bei den Verweigerern wäre ich dann nach wie vor auch für eine Kürzung der EU-Subventionen. Es geht nicht, dass einige nur nehmen wollen, aber sich ihren Pflichten entziehen wollen. Geht gar nicht!
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Orianne
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

21.11.2015, 11:04

Wie kann Europa kontrollieren, wer hierher kommt? In diesem Punkt haben die USA nach 9/11 einiges richtig gemacht. Die Kontrollen sind rigoros, die USA wissen, wer einreist. Dass in den vergangenen Monaten Hunderttausende Flüchtlinge ohne Registrierung nach Europa einreisen konnten, war dem Chaos geschuldet, aber ein Fehler. Flüchtlinge haben mit Terroristen zwar nur insofern etwas zu tun, als dass sie vor genau jenem IS flüchten, der in Europa Attentate verübt. Trotzdem wird die Haltung der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen kritischer – weil nie völlig ausgeschlossen werden kann, dass ein Terrorist auf dem Flüchtlingsweg nach Europa gelangt.
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Paul
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

22.11.2015, 11:08

Orianne hat geschrieben:
Wie kann Europa kontrollieren, wer hierher kommt? In diesem Punkt haben die USA nach 9/11 einiges richtig gemacht. Die Kontrollen sind rigoros, die USA wissen, wer einreist. Dass in den vergangenen Monaten Hunderttausende Flüchtlinge ohne Registrierung nach Europa einreisen konnten, war dem Chaos geschuldet, aber ein Fehler. Flüchtlinge haben mit Terroristen zwar nur insofern etwas zu tun, als dass sie vor genau jenem IS flüchten, der in Europa Attentate verübt. Trotzdem wird die Haltung der Bevölkerung gegenüber Flüchtlingen kritischer – weil nie völlig ausgeschlossen werden kann, dass ein Terrorist auf dem Flüchtlingsweg nach Europa gelangt.


Man muß wissen, wer einreist, aber auch die USA beherrschen das Problem kaum. Es kommen trotzdem massenhaft illegale Einwanderer, teils über Mexikos o. Kanadas Grenze, teils in Schiffscontainern.

Die Terroristen schaffen es, das wir die Totalüberwachung bekommen. Schengen und die Willkommenskultur sind schon überholt.
viele Grüße

Paul

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Ruaidhri
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

22.11.2015, 12:04

Grundsätzlich geht es hier um Flüchtlinge, die aus einem Bürgerkriegsland geflohen sind. Diese sind vor allem erst einmal geschützt unterzubringen und zu verpflegen. Es ist nicht die Aufgabe des Asyls, die Flüchtlinge auch noch in die einheimische Gesellschaft zu integrieren und in Arbeit und Ausbildung zu bringen.

Das ist die Schwierigkeit zwischen Flüchtingskonvention und Asylrecht. Sollte man sich durchlesen, beides.
Man kann versuchen, Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren, muss es aber nicht zwingend.

Man kann- und man sollte aber daran arbeiten, ihnen so viel wie möglich von den für uns geltenden Grundrechten beizubringen und positiv erlebbar zu machen, wenn sie denn je die Chance haben, zurückzkehren, sind genau die nämlichdie besten Multiplikatoren, die es gibt. Kostet Geld, aber die Investition ist sicherlich lohnender als viele andere, geschweige denn nur Jammern und Klagen.
Alle erreicht man nie und nirgendwo, auch nicht in unserer Gesellschaft, ich halte Integrationsmaßnahmen auch für solche, die vielleicht wieder gehen( müssen), vielleicht nicht als Pflicht, aber für sinnvoll.
Schengen und die Willkommenskultur sind schon überholt.

Schengen? Man konnte schon in den 80er Jahren von Gibraltar bis ans Nordcap fahren, ohne nur einmal kontrolliert zu werden.
Die meisten Schleuser und nicht erwünschten "Gäste" werden ohnehin durch nach wie vor erlaubte binnenländische Kontrollen abgefangen, ob in der Bahn oder auf der Autobahn. Schlechterdngs können wir nicht alle europäiscen Staaten gegeneinander verdrahten und wie ander DDR-Grenze Wachttürme und Wachposten aufstellen.
Mal so eben zu Fuß oder per Fahrrad rüber zum Eisessen oder an den brühmtestenen Hot-Dog-Stand an der Flensburger Förde wäre nicht mehr möglich? So, wie es schon lange vor Schengen üblich war? Das kann es auch nicht sein.
( Die armen Dänen, Eis ist auf Dänisch Is, eine Firma hat ihren Namen schon geändert, mit ISIS im Logo wohl auch besser, selbst dort, wo jeder weiß, was nie gemeint war.)
Grenzen dicht, darauf weisen alle Anrainer hin, hat Nachteile, die so nicht gewünscht sind, denn Millonen von Pendlern arbeiten im jeweiligen Nachbarland. Tägliche intensive Kontrollen brächten für alle herbe Nachteile mit sich.
Liest man auch aus französischer Sicht so, Lösungen sind schwierig zu finden, wollen wir uns nicht völlig lahmlegen lassen.
Wichtig ist:
Keine unkontrollierte Einreise mehr an den Außengrenzen. Wer sich nicht korrekt legitimieren kann, wer aus sicheren Drittstaaten kommt, wird nicht reingelassen. Wer hier ist, wird so lange residenzpflichtig, bis die Identität geklärt ist.
Sicherlich ist die Flüchtlingsroute auch ein Weg, IS-Mörder hier einzuschleusen. Wobei ich durchaus Absicht darin sehe, dass IS-Kämpfer dort Spuren hinterlassen.
Dennoch darf man immer noch nicht Flüchtlinge vor dem IS mit diesem gleichsetzen.

Das eigentliche Thema ist, wie man eierseits Schutz gewähren kann, diejenigen, die bleiben wollen, bestmöglich integriert, andererseits aber an der Masse nicht zugrunde geht.
Da bleibt Frau Kanzlerin mir immer noch Antworten schuldig.
Letztlich wird das Europa, das wir kennen, aber sowieso nicht mehr sein. Ob früher oder später- und ganz ohne von Islamisierung zu sprechen.
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Barbarossa
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

23.11.2015, 23:18

Ruaidhri hat geschrieben:
Grundsätzlich geht es hier um Flüchtlinge, die aus einem Bürgerkriegsland geflohen sind. Diese sind vor allem erst einmal geschützt unterzubringen und zu verpflegen. Es ist nicht die Aufgabe des Asyls, die Flüchtlinge auch noch in die einheimische Gesellschaft zu integrieren und in Arbeit und Ausbildung zu bringen.

Das ist die Schwierigkeit zwischen Flüchtingskonvention und Asylrecht. Sollte man sich durchlesen, beides...

Oder lässt du uns an deinen Erkenntnissen teilhaben?
Ich muss zugeben, ich habe mich damit auch noch nicht so intensiv beschäftigt, und bin daher auch nicht so im Stoff, würde mich aber schon dafür interessieren. Vielleicht bringst du hier mal ein paar Unterschiede in komprimierter Form. Es muss ja nicht jeder für sich das Rad neu erfinden.
:wink:
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james
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 03:48

Barbarossa hat geschrieben:
Grundsätzlich geht es hier um Flüchtlinge, die aus einem Bürgerkriegsland geflohen sind. Diese sind vor allem erst einmal geschützt unterzubringen und zu verpflegen. Es ist nicht die Aufgabe des Asyls, die Flüchtlinge auch noch in die einheimische Gesellschaft zu integrieren und in Arbeit und Ausbildung zu bringen.


Schon der Begriff "Flüchtling" suggeriert das sie alle aus Kriegsländern kommen, aber das ist nicht wahr. Die Hälfte sind Wirtschaftsflüchtlinge. Und dabei ist auch noch zu bedenken das vor allen Dingen reichere Kriegsflüchtlinge das Schleusen bis nach Deutschland finanzieren können. Die Armen, Kranken und Waisen sind ein auffallend geringer Anteil der Flüchtlingswelle. Die die es am Dringensten brauchen, werden von der Hilfe nicht erreicht.
Es wäre auch sehr viel sinnvoller massiv Geld in die Flüchtlingslager der umliegenden Länder zu stecken, die man ja halbiert hatte, was erst zu Versorgungseinbrüchen führte. Schon damals hat man an der Wahrheit gespart, was eigentlich diese Flüchtlingswelle nach Europa verursacht hat. Dazu kommen realitätsferne Politiker die auf der internationalen Bühne "menscheln" wollten, ohne an die Folgen zu denken. Und nun kann sie natürlich nicht zurück. Stattdessen kommen dann so Propagandasprüche wie "Wir schaffen das" oder "Ausländerfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit". Wer ist denn hier der Menschenfeind, jener der die Waffen liefert oder jener der gegen eine Moschee demonstiert. Und das diese Sicherheitsmaßnahmen von Datenvorratsspeicherung und Internetkontrolle nichts bringt, wenn 100.000 Menschen in Deutschland rumlaufen, von denen man rein gar nichts weiss und die dann plötzlich irgendwo ihren Sprengstoff zünden, das führt die "Sicherheitsmaßnahmen" ad absurdum.

Ausserdem kann man die Flüchtlinge zwar in Europa zuweisen, aber in Polen hauen die Flüchtlinge z.b. wieder ab und gehen über die grüne Grenze nach Deutschland. Diese Zuweisung funktioniert also gar nicht, solange die Flüchtlinge in Deutschland sehr viel mehr Zuwendung bekommen als z.B. in Polen. Nun können wir den Polen zwar vorwerfen nicht genug zu tun, aber wollen wir das nun jedem Europäischem Staat vorwerfen, der weniger Zuwendung bietet? Was wenn die das gar nicht können?

"Hilfe" wird nicht dadurch definiert, indem man Flüchtlinge aus der fernen Levante ins kalte Deutschland holt, wo nahezu alles fremd sein muss, einschliesslich das Klima. Von möglichen psychischen Schäden, Kulturschock und Sprachbarriere will ich gar nicht erst reden.
Statt darüber zu philosophieren wie man mit Flüchtlingen hier umgeht, sollte man lieber eine dauerhafte Lösung finden.

Ein Beispiel:
Deutschland hat geschätzte 130 Mrd. Goldreserven auf der Bank. Warum nehmen sie das Geld nicht um z.B. ein großes Stück Sahara zu erwerben, Entsalzungsanlagen zu bauen, damit den alten Sahara-Flusslauf in Mauretanien zu füllen und so die Sahara zu begrünen. Dort könnten sie problemlos 10 Mio Menschen ansiedeln, die eine neue Existenz z.b. durch Gewinnung von Sonnenenergie gründen könnten. Damit könnten sie diese Investition in ihre Zukunft sogar wieder zurück zahlen. Einst war Nordafrika ja die Kornkammer des Römischen Reiches. Was der Sahara fehlt ist Wasser und die Technik dazu hat Israel. Das hat sich gigantische Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut hat und damit auch ihre Wüste begrünt.
Natürlich bräuchte man dazu ein paar Dutzend davon. Aber was solls, wir stellen heute solche Werke in wenigen Wochen auf.

Das die Afrikanischen Staaten dies finanziell nicht stemmen können ist klar. Aber Europa könnte das gemeinsam stemmen und es würde auch noch Gewinn machen und Sonnenenergie aus Nordafrika importieren statt Atomkraft zu nutzen. Das wäre also auch ein gigantisches Stück Umweltschutz. Die Syrer würden in einer Region leben die einst auch den Phöniziern gut gefiel. Der Strom von afrikanischen Flüchtlingen würde ebenfalls versiegen und Afrika würde das natürlich auch wirtschaftlich helfen. Sie können ihre Kultur leben, soviel Moscheen bauen wie sie wollen, kaufen in ihren Läden in ihrer Sprache ein. Ein Land von der Größe Frankreichs könnte allein durch den alten Saharastrom wieder begrünt werden.

Mit dem halben Jahr die dieser Flüchtlingsstrom schon anhält, zuzüglich der Unterhaltskosten, Ausbildungskosten, Verwaltungskosten und der ganzen Industrie der Flüchtlingswirtschaft sind die Kosten um ein vielfaches höher zumal das ja das eigentliche Problem in keiner Weise gelöst wird. Denn mit dem Nachzug der Familien geht es ja weiter und wenn die hier dann Jahrlang leben wollen sie logischerweise auch nicht mehr in einem syrischen Dorf leben. Sie "abzuschieben" ist dann die nächste "Menschenfreundlichkeit".
Tatsächlich sehnt sich die Politik nach einem hartem Winter und glaubt der Flüchtlingsstrom versiegt von alleine, aber ich denke der steigt im Frühjahr wieder an. Und irgendwann kann Deutschland nicht mehr. Was dann?
Dann wird in den Augen der "Verschmähten" aus den Ziel der Träume, ein Hort des Bösem. An all ihrem Unglück geben sie Deutschland die Schuld, weil es sie nicht aufnahm.

Ruaidhri hat geschrieben:
Das ist die Schwierigkeit zwischen Flüchtingskonvention und Asylrecht. Sollte man sich durchlesen, beides...


Würde mich auch mal interessieren...
 
Cherusker
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 10:50

james hat geschrieben:
...
Tatsächlich sehnt sich die Politik nach einem hartem Winter und glaubt der Flüchtlingsstrom versiegt von alleine, aber ich denke der steigt im Frühjahr wieder an. Und irgendwann kann Deutschland nicht mehr. Was dann?
...


Ich warte auf die ersten Meldungen, daß Flüchtlinge irgendwo auf ihrer langen Reise erfroren sind. Wenn das so weitergeht, dann wird das erfolgen, weil die Kleidung nicht ausreichend ist und manche bisher sogar im Freien übernachtet haben.
 
Renegat
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 11:59

james hat geschrieben:
Statt darüber zu philosophieren wie man mit Flüchtlingen hier umgeht, sollte man lieber eine dauerhafte Lösung finden.

Ein Beispiel:
Deutschland hat geschätzte 130 Mrd. Goldreserven auf der Bank. Warum nehmen sie das Geld nicht um z.B. ein großes Stück Sahara zu erwerben, Entsalzungsanlagen zu bauen, damit den alten Sahara-Flusslauf in Mauretanien zu füllen und so die Sahara zu begrünen. Dort könnten sie problemlos 10 Mio Menschen ansiedeln, die eine neue Existenz z.b. durch Gewinnung von Sonnenenergie gründen könnten. Damit könnten sie diese Investition in ihre Zukunft sogar wieder zurück zahlen. Einst war Nordafrika ja die Kornkammer des Römischen Reiches. Was der Sahara fehlt ist Wasser und die Technik dazu hat Israel. Das hat sich gigantische Meerwasserentsalzungsanlagen gebaut hat und damit auch ihre Wüste begrünt.
Natürlich bräuchte man dazu ein paar Dutzend davon. Aber was solls, wir stellen heute solche Werke in wenigen Wochen auf.

Das die Afrikanischen Staaten dies finanziell nicht stemmen können ist klar. Aber Europa könnte das gemeinsam stemmen und es würde auch noch Gewinn machen und Sonnenenergie aus Nordafrika importieren statt Atomkraft zu nutzen. Das wäre also auch ein gigantisches Stück Umweltschutz. Die Syrer würden in einer Region leben die einst auch den Phöniziern gut gefiel. Der Strom von afrikanischen Flüchtlingen würde ebenfalls versiegen und Afrika würde das natürlich auch wirtschaftlich helfen. Sie können ihre Kultur leben, soviel Moscheen bauen wie sie wollen, kaufen in ihren Läden in ihrer Sprache ein. Ein Land von der Größe Frankreichs könnte allein durch den alten Saharastrom wieder begrünt werden.


Schön, dass du lösungsorientiert an die Sache rangehst, james.

So ganz abwegig ist eine partielle Saharabegrünung nicht, es sei denn, man verwendet Grundwasser. Der Grundwasserpegel sinkt beängstigend schnell, bes. in jenen Gebieten.
Du schreibst jedoch von Meerwasserentsalzung, damit kenne ich mich nicht so aus. Klingt energieintensiv, aber du willst ja Sonnenkollektoren bauen. Das klingt wiederum kapitalintensiv.
Und damit bin ich beim nächsten Dilemma. Es ist nun nicht so, dass es keine globalen Investionen gibt. Im Gegenteil, in vielen sog. Entwicklungsländern wird Land gekauft und darauf eine exportorientierte Landwirtschaft betrieben. Bekanntes Beispiel sind die kenianischen Schnittblumenbetriebe. Die schaffen sogar ein paar Arbeitsplätze. Viel öfter führt jedoch die kapitalstarke Position der ausländischen Investoren dazu, dass es den regionalen Kleinbauern schlechter geht. Bekanntes Beispiel ist der Zusammenbruch der regionalen Geflügelmärkte in Westafrika durch EU-Billig-Importe von Massentierzucht. Oder die südamerikanischen/südasiatischen Sojafelder, für die laufend Urwald gerodet wird, damit die Massentierhaltung bei uns effizient im Stall betrieben werden kann.

Welche Perspektiven für Flüchtlingsansiedlung sich in der zukünftigen Kornkammer Sahara ergeben, sehe ich eher skeptisch. Guck dir doch unsere Landwirtschaft an, da sitzt ein Bauer auf einer Riesenmachine. Arbeitsplätze im Feldbau sehe ich eher nicht. Dazu kommt die unsichere, politische Lage in Nordafrika, das hält die Investoren zurück.

Es kann sogar sein, dass die unsichere, politische Lage eine Folge der wirtschaftlichen Perspektivlosigkeit ist, ein schwierig zu durchbrechender Kreislauf angesichts des z.Zt. bestehenden, globalen Wirtschaftssystems.

Ein Investor wird nur dort sein Geld anlegen, wo es einigermaßen Rechtssicherheit für seine Investition gibt und wo er die Produktionsprozesse entscheiden kann. Diese gehen immer stärker in Richtung Maschinen, Roboter und EDV, weil Menschen als Produktionsfaktor risikobehafteter sind und damit nur 2. Wahl. viewtopic.php?f=7&t=5458

Deutschland als Staat wird schon aus rechtlichen Gründen kein Land aufkaufen, sowas können nur die Saudis, die machen das mW privat und nicht staatlich.
 
Ruaidhri
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 12:08

James hat geschrieben:
Es wäre auch sehr viel sinnvoller massiv Geld in die Flüchtlingslager der umliegenden Länder zu stecken, die man ja halbiert hatte, was erst zu Versorgungseinbrüchen führte. Schon damals hat man an der Wahrheit gespart, was eigentlich diese Flüchtlingswelle nach Europa verursacht hat. Dazu kommen realitätsferne Politiker die auf der internationalen Bühne "menscheln" wollten, ohne an die Folgen zu denken.

Absolute Zustimmung in dem Punkt!
Der Rest der westlichen Welt könnte schonmal einiges verhindern, wenn das Geld für die Verbesserung der unsäglichen Zustände in den Flüchtlingslagern in der Region endlich fließen würde. Da muss man denn mal die Türkei loben, bislang hat die viel getan, soll aber ganz sicher nicht alles allein stemmen müssen. Die EU-Deppen, Frau M. inklusive, gaben ja noch nicht mal in Griechenland und Italien wirklich geholfen, obwohl sehr lange bekannt war, wie es dort zugeht.
Wer ist denn hier der Menschenfeind, jener der die Waffen liefert oder jener der gegen eine Moschee demonstiert.

Beide. Wobei die ersten wirklich unmoralische Heuchler sind, die zweiten - je nach Motivation- mal recht haben und mal nicht.
Eine Moschee, die sich optisch und vor allem gesellschaftlich einfügt und nicht etwa den türkischen Religionswächtern untersteht, was man ja DITIB teilweise zu Recht unterstellt, meinethalben.
Inzwischen scheint man doch wach geworden zu sein, dass man einen Teil Mitverantwortung auch für Desintegration trägt.
Und das diese Sicherheitsmaßnahmen von Datenvorratsspeicherung und Internetkontrolle nichts bringt, wenn 100.000 Menschen in Deutschland rumlaufen, von denen man rein gar nichts weiss und die dann plötzlich irgendwo ihren Sprengstoff zünden, das führt die "Sicherheitsmaßnahmen" ad absurdum.

Ob die nun alle Terroristen sind, andere Frage. Wer sich hier aber nicht an Regeln hält, muss auch nicht hier bleiben, zumindest nicht in unbegrenzter Freiheit.
Wann an den Außengrenzen die ersten Schüsse fallen- von welcher Seite auch immer, ist eine Frage der Zeit.
Statt darüber zu philosophieren wie man mit Flüchtlingen hier umgeht, sollte man lieber eine dauerhafte Lösung finden.

Nicht entweder- oder, James, sondern sowohl- als auch muss sein. Beides ist dringend notwendig.
Ein ganzes Bündel von Maßnahmen ist fällig, dazu gehört auch solch bitterharte Abschreckungspropaganda, wie die Dänen sie massiv in allen Ländern betreiben. Scheint zu wirken. Wie auch die schwedischen Grenzkontrollen seltsamerweise Wirkung zeigen.
Alles,was getan wird, getan werden könnte, wenn denn endlich richtig und auf allen Ebenen angesetzt würde, vor allem in den Herkunftsländern, wird aber wenn überhaupt, in ferner Zeit Wirkung zeigen.
Genfer Flüchtlingskonvention: Guckst Du unter den pdf-Dateien nach dem Gesetzestext.
Interpretationen dazu finden sich durchaus auf der Seite oder mit Tante goggle.
http://www.unhcr.de/mandat/genfer-fluec ... ntion.html
Asylrecht:
http://www.bamf.de/DE/Migration/AsylFlu ... -node.html
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Dietrich
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 13:29

james hat geschrieben:
Ein Beispiel:
Deutschland hat geschätzte 130 Mrd. Goldreserven auf der Bank. Warum nehmen sie das Geld nicht um z.B. ein großes Stück Sahara zu erwerben, Entsalzungsanlagen zu bauen, damit den alten Sahara-Flusslauf in Mauretanien zu füllen und so die Sahara zu begrünen. Dort könnten sie problemlos 10 Mio Menschen ansiedeln, die eine neue Existenz z.b. durch Gewinnung von Sonnenenergie gründen könnten.


:lolno: :lolno: :lolno:

Immerhin ein interessanter Vorschlag.

Es gibt noch eine andere Mögichkeit: Die Deutschen siedeln sich in Grönland an und überlassen ihr Land den Flüchtlingen aus Afrika und Asien-.
Mal sehen, was die daraus machen! :mrgreen:
 
Ruaidhri
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 14:44

Es gibt noch eine andere Mögichkeit: Die Deutschen siedeln sich in Grönland an und überlassen ihr Land den Flüchtlingen aus Afrika und Asien-.Mal sehen, was die daraus machen!


Außer der Kultur würde nichts wirklich zugrunde gehen, denn wer wo auch immer in besseren Umständen als daheim überleben will, braucht Landwirtschaft Industrie, Infra-Struktur.
Ohne China ginge mal gar nichts! :mrgreen:

Mehr saubere, durchdachte und überwachte Investitionen in Afrika und Asien sind sicherlich ein Teil dessen, was gtean werden muss, allerdings dafür die kompletten Goldreserven Deutschlands und anderer Länder aufzulösen, wäre eine üble Fehl-Investition. Für alle.
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 16:42

Das regt dann doch zum Nachdenken an, und die Entscheidung muss man nicht nur dem Druck schwedischer Rechtspopulisten zuordnen.
Man schafft eben nicht mehr auch nicht in Schweden.
http://www.nordschleswiger.dk/news.4460 ... eingrenzen
"Asylpolitik: Schweden will das Recht auf Familienzusammenführung stark eingrenzen"
.....
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 17:38

Ruaidhri hat geschrieben:
Das regt dann doch zum Nachdenken an, und die Entscheidung muss man nicht nur dem Druck schwedischer Rechtspopulisten zuordnen.
Man schafft eben nicht mehr auch nicht in Schweden.
http://www.nordschleswiger.dk/news.4460 ... eingrenzen
"Asylpolitik: Schweden will das Recht auf Familienzusammenführung stark eingrenzen"
.....


Die Schweden sind jetzt rechtsradikal geworden. :wink: :mrgreen: Nein, sie erkennen, daß eine unbegrenzte Aufnahme auf Dauer nicht möglich ist. Da gibt es halt auch Realpolitiker, die nicht nur träumen und Utopien nacheifern. Und was in Deutschland noch wochenlang diskutiert wird, das haben die Schweden mal schnell beschlossen. :mrgreen:
Mit einfachen Parolen wie "Wir schaffen das" ist dem nicht geholfen. Und ich glaube kaum, daß sich die Flüchtlinge einfach so in Länder vermitteln lassen, die ihnen nicht zusprechen (Stichwort: Wirtschaftsflüchtling). Weil sonst wären sie nicht bis Deutschland oder Schweden gereist und hätten vorher schon um Asyl gebeten. Und wenn sich in Deutschland ca. 100000 Flüchtlinge nicht registrieren lassen, dann wird sich diese Zahl in Zukunft noch erhöhen. :wtf:
 
Ruaidhri
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Re: Flüchtlingsdrama in Europa - Auswirkungen auf die EU

24.11.2015, 19:21

Die Schweden sind jetzt rechtsradikal geworden. :wink: :mrgreen: Nein, sie erkennen, daß eine unbegrenzte Aufnahme auf Dauer nicht möglich ist. Da gibt es halt auch Realpolitiker, die nicht nur träumen und Utopien nacheifern. Und was in Deutschland noch wochenlang diskutiert wird, das haben die Schweden mal schnell beschlossen. :mrgreen:

So einfach ist das nicht, denn es gibt tatsächlich in Schweden einen Rechtsruck, der über das Thema Migration hinausgeht, neben der Tatsache, dass mehr jetzt nicht mehr an Aufnahme geht.
Und auch in Schweden wird in sehr anderen Zusammenhängen bis ins Unendliche diskutiert, geklagt und die Durchführung längst beschlossener Dinge verhindert. :mrgreen:
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