1674 bis 1679
Der Nordische Krieg war eine Auseinandersetzung zwischen Brandenburg-Preußen, Dänemark und dem Königreich Schweden im parallel verlaufenden Holländischen Krieg zwischen den Niederlanden und Frankreich (1672 bis 1679).Schweden war ein Verbündeter Frankreichs, während Österreich, Brandenburg-Preußen, Dänemark und Spanien europaweit auf Seiten der Niederlande kämpften.
Quelle: http://www.terra-x.zdf.de
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Chronik zu Kampf um die Ostsee
Moderator: Barbarossa
Spezifisch zum Nordischen Krieg:
Ausstellung im Landesmuseum Schloss Gottorf.
Natürlich unter Einbeziehung des Fundes der Hedvig Sophia, die den Impuls für die hervorragende Ausstellung gan:
http://www.schloss-gottorf.de/archaeolo ... nd-kanonen
Die HP der beteiligten Forschungsinstitute:
http://www.amla-kiel.de/cms2/index.php/ ... wig-sophia
Ausstellung im Landesmuseum Schloss Gottorf.
Natürlich unter Einbeziehung des Fundes der Hedvig Sophia, die den Impuls für die hervorragende Ausstellung gan:
http://www.schloss-gottorf.de/archaeolo ... nd-kanonen
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Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri
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1679
Dänemark und Schweden schließen am 26.9. en Frieden von Lund. Zwischen den beiden Königreichen wird der Besitzstand vor dem Kriegsausbruch wiederhergestellt.
1690
Der spätere dänisch-norwegische Marineoffizier Wessel wird am 7.11. im norwegischen Trondheim geboren.
1699
Der spätere polnische König und Kurfürst von Sachsen August II. ( August der Starke) verbündet sich mit Dänemark und Russland gegen Schweden.
1700 bis 1721 Großer Nordischer Krieg
In Nord-, Mittel- und Osteuropa geführter Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
Dänemark und Schweden schließen am 26.9. en Frieden von Lund. Zwischen den beiden Königreichen wird der Besitzstand vor dem Kriegsausbruch wiederhergestellt.
1690
Der spätere dänisch-norwegische Marineoffizier Wessel wird am 7.11. im norwegischen Trondheim geboren.
1699
Der spätere polnische König und Kurfürst von Sachsen August II. ( August der Starke) verbündet sich mit Dänemark und Russland gegen Schweden.
1700 bis 1721 Großer Nordischer Krieg
In Nord-, Mittel- und Osteuropa geführter Krieg um die Vorherrschaft im Ostseeraum.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
1700
Beginn des Großen Nordischen Krieges der Verbündeten Sachsen-Polen, Dänemark und Russland gegen Schweden. Am
11. März erklärt Dänemark Schweden den Krieg und marschiert in das Schleswig-holsteinische Teiherzogtum Schleswig-Holstein-Gottdorf ein.
1703
Peter der Große gründet mit dem Bau einer Festung gegen die Schweden die Stadt Sankt Petersburg.
1706
Karl XII. von Schweden siegt über Russen und Sachsen bei Fraustadt.
1710
Das Osmanische Reich tritt auf Seiten Schwedens in den Krieg gegen Russland ein.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
Beginn des Großen Nordischen Krieges der Verbündeten Sachsen-Polen, Dänemark und Russland gegen Schweden. Am
11. März erklärt Dänemark Schweden den Krieg und marschiert in das Schleswig-holsteinische Teiherzogtum Schleswig-Holstein-Gottdorf ein.
1703
Peter der Große gründet mit dem Bau einer Festung gegen die Schweden die Stadt Sankt Petersburg.
1706
Karl XII. von Schweden siegt über Russen und Sachsen bei Fraustadt.
1710
Das Osmanische Reich tritt auf Seiten Schwedens in den Krieg gegen Russland ein.
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1715
Die Erzrivalen Dänemark und Schweden liegen im Dauerstreit um die Handelswege und Küstengebiete.
Am. 22. April entdeckt das dänische Spähschiff von Peter Wessel die Schiffe des schwedischen Gegners. Wie auf dem Präsentierteller liegt die Hedvig Sophia samt Flotte im Wasser.
Am 24. April fällt der Startschuss für eine verheerende Schlacht auf See.
Siebzehn Schiffe im Einsatz für König und Vaterland.
1716
Am 24.2. 1716 wird Peter Wessel unter dem Tordenskjold (Donnerschild) für seine Verdienst in der Schlacht um die Ostsee von 1715 geadelt.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
Die Erzrivalen Dänemark und Schweden liegen im Dauerstreit um die Handelswege und Küstengebiete.
Am. 22. April entdeckt das dänische Spähschiff von Peter Wessel die Schiffe des schwedischen Gegners. Wie auf dem Präsentierteller liegt die Hedvig Sophia samt Flotte im Wasser.
Am 24. April fällt der Startschuss für eine verheerende Schlacht auf See.
Siebzehn Schiffe im Einsatz für König und Vaterland.
1716
Am 24.2. 1716 wird Peter Wessel unter dem Tordenskjold (Donnerschild) für seine Verdienst in der Schlacht um die Ostsee von 1715 geadelt.
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1718
Mit dem Tod des schwedischen Königs Karl XII. zerfällt die schwedische Großmachtstellung und das seit 1611 währende Ringen um die Ostseeherrschaft.
1720
Im Juli beenden Dänemark und Schweden den Krieg im Frieden von Frederiksborg.
Peter Wessel stirbt am 12. November im Alter von 30 Jahren in Gleidingen nach einem Duell mit dem schwedischen Oberst Jakob Axel Stael von Holstein.
1721
Ende des Großen Nordischen Krieges mit dem Frieden von Nystad am 10. September.
Quelle: www.terra-x.zdf.de
Mit dem Tod des schwedischen Königs Karl XII. zerfällt die schwedische Großmachtstellung und das seit 1611 währende Ringen um die Ostseeherrschaft.
1720
Im Juli beenden Dänemark und Schweden den Krieg im Frieden von Frederiksborg.
Peter Wessel stirbt am 12. November im Alter von 30 Jahren in Gleidingen nach einem Duell mit dem schwedischen Oberst Jakob Axel Stael von Holstein.
1721
Ende des Großen Nordischen Krieges mit dem Frieden von Nystad am 10. September.
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- Barbarossa
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Hier ein Beitrag dazu aus Brandenburg-Preußischer Sicht, als vollständiges Textzitat:
.
»1. Februar 1720 - Der Frieden von Stockholm
Der Frieden von Stockholm war einer der abschließenden Verträge des Großen Nordischen Kriegs (1700–1721). Schweden hatte gegen eine übermächtige Koalition aus Russland, Dänemark, Sachsen-Polen, Preußen und Hannover tapfer, aber chancenlos gekämpft. Der Konflikt führte zur endgültigen Zerschlagung der schwedischen Großmachtstellung im Ostseeraum. Der Vertrag zwischen Schweden und Preußen war vor allem ein wirtschaftlicher Zugewinn für das noch junge Königreich Preußen unter König Friedrich Wilhelm I. Es war zugleich der einzige Krieg des preußischen Königs, den man den Soldatenkönig nannte.
Historischer Hintergrund
Der Große Nordische Krieg begann 1700 mit Angriffen auf schwedische Gebiete im Baltikum durch eine Allianz, die von Zar Peter I. von Russland initiiert wurde. Schweden unter Karl XII. konnte anfänglich Erfolge erzielen, litt jedoch dauerhaft unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, die die anhaltenden militärischen Belastungen mit sich brachten. Preußen, das sich 1701 unter Kurfürst Friedrich III. zum Königreich erhob, blieb zunächst neutral. Es hatte ohnehin mit dem zeitgleich tobenden Spanischen Erbfolgekrieg an der Seite des Kaisers alle Hände voll zu tun. Erst 1715 trat Preußen unter König Friedrich Wilhelm I., mehr wiederwillig, in den Krieg ein. Der junge Monarch hatte 1713 einen fast hoffnungslos verschuldeten Staat vom Vater geerbt und wollte vor allem die Finanzen des Landes sanieren und nicht mit einem Krieg die Lage noch verschlimmern.
Die preußischen Truppen besetzten schließlich Schwedisch-Pommern, darunter besonders Stettin, in der Absicht, alte, von Schweden gekränkte, brandenburgische Erbansprüche durchzusetzen. Diese Gebiete waren im Zuge der Zwangslage seit dem Westfälischen Frieden 1648 an Schweden gefallen, doch aus Sicht Brandenburg-Preußens handelte es sich um Territorien, auf die man einen legitimen Anspruch hatte.
Der zweifelsfreie Anspruch Brandenburgs auf Pommern basierte auf dem Vertrag von Grimnitz vom 26. August 1529 zwischen dem Haus Hohenzollern und dem pommerschen Herzogshaus der Greifen. Dieser Vertrag sicherte den Markgrafen von Brandenburg die einseitige Erbfolge in Pommern, falls die Greifenlinie im Mannesstamm erlöschen sollte. Dies trat 1637 mit dem Tod des letzten Greifenherzogs Herzogs Bogislaw XIV. ein, der kinderlos verstorben war. Schweden, das Pommern während des Dreißigjährigen Kriegs ab 1630 als Invasor besetzt hatte, erhielt die Gebiete im Westfälischen Frieden 1648 als Reichslehen zugesprochen. Brandenburg hatte während des gesamten Dreißigjährigen Krieges nie auch nur annähernd die Kraft sein pommersches Erbe durchzusetzen, nicht einmal die Unversehrtheit des eigenen Gebiets zu sichern. Diese Ohnmacht führte überhaupt erst dazu, dass ab 1640 unter dem späteren Großen Kurfürsten ein stehendes Heer von ständig steigender Zahl entstand.
Schweden bekam jedoch nicht ganz Pommern, sondern mit Vorpommern, Rügen, den Odermündungsinseln Usedom und Wollin, Stettin und einem Streifen östlich der Oder, den westlichen Teil, der jedoch der mit weitem Abstand wertvollste war, da er den Hafen Stettin und die Odermündung umfasste, sowie die bedeutenden Hafenstädte Stralsund und Greifswald. Separat erhielt Schweden die Hafenstadt Wismar mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster als Enklave in Mecklenburg. Brandenburg erhielt den östlichen Teil, das sogenannte Hinterpommern und als Entschädigung für das von Schweden okkupierte Vorpommern, auf das es ein vom Reich de jure verbürgtes aber de facto nicht realisierbares Erbrecht hatte, das Erzstift Magdeburg sowie die Hochstifte Halberstadt, Minden und Cammin. Trotz aller während des Dreißigjährigen Krieges erlittenen Drangsal und der gekränkten Erbansprüche, konnte man in Berlin dennoch höchst zufrieden sein, immerhin rundete das Herzogtum Magedburg und das ehemalige Fürstbistum Halberstadt das brandenburgische Kerngebiet nach Westen erheblich ab und auch die Bistümer Minden und Cammin waren ein spürbarer Zugewinn gewesen. Dennoch hat Brandenburg-Preußen die schwedische Usurpation Pommerns nicht verwunden und behielt seine ruhenden Erbrechtsansprüche bei.
Preußen sah in den schließlich 1720 erworbenen Gebieten, insbesondere durch die Kontrolle der Odermündung und der Hafenstadt Stettin, einen ganz wesentlichen Vorteil für seinen Exporthandel, vor allem mit Getreide, das nun ohne jeden Zoll über die Oder ausgeführt werden konnte. Doch die ganz große Zeit Stettins war vorbei, der Rückgang der Bedeutung des Ostseehandels im 18. Jahrhundert zugunsten der Nordsee- und Atlantikrouten machte sich bemerkbar. Dennoch war die mittlere und untere Oder, vor allem aber das Mündungsdelta fest in preußischer Hand, dazu die wichtigen vorgelagerten Inseln, über die der schwedische König Gustav Adolf einst seinen legendären Siegeszug im Dreißigjährigen Krieg begonnen hatte.
Bezüglich der Erbansprüche Brandenburgs sei noch erwähnt, dass bereits der gleichnamige Großvater von Friedrich Wilhelm I., der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (reg. 1640–1688), diese Gebiete im Nordischen Krieg 1674–1679 (nicht zu verwechseln mit dem Großen Nordischen Krieg) von den Schweden erobert hatte. Im Zuge des Schwedisch-Brandenburgischen Kriegs eroberten brandenburgische Truppen bis 1678 ganz Schwedisch-Pommern, einschließlich Stettin, sowie Bremen-Verden. Der Winterfeldzug 1678/79 gegen schwedische Truppen in Preußen festigte diese Erfolge. Allerdings musste der Kurfürst auf diplomatischen Druck Frankreichs und anderer Mächte im Frieden von Saint-Germain (29. Juni 1679) fast alle Eroberungen wieder abtreten, was das Zerwürfnis mit Habsburg einleitete, die langfristigen Ansprüche Brandenburgs auf Pommern aber unverändert ließ.
Die Verhandlungen in Stockholm 1720 wurden durch die Vermittlung Frankreichs und Großbritanniens vorangetrieben, die ein Gleichgewicht in Nordeuropa anstrebten. Die Gefahr dass Schweden völlig kollabierte und zwischen Russland und Dänemark aufgeteilt würde, war eminent. Schweden, finanziell und militärisch erschöpft, war gezwungen einzulenken. Bereits 1719 hatte Schweden mit Hannover einen ähnlichen Vertrag geschlossen, durch den Bremen und Verden abgetreten wurde. Der preußische Vertrag folgte diesem Muster und formalisierte die preußische Eroberung.
Vertragsinhalt
Der Vertrag vom 1. Februar 1720 sah vor, dass Schweden die Gebiete südlich des Peene-Flusses und östlich des Peenestroms an Preußen abtrat. Dazu gehörten die Stadt Stettin, die Städte Damm und Gollnow sowie die Inseln Usedom und Wollin. Diese Territorien umfassten etwa Vorpommern bis zur Peene, was als “Hither Pomerania” oder “Altvorpommern” bezeichnet wurde. Im Gegenzug verpflichtete sich Preußen zur Zahlung von 2 Millionen Talern an Schweden. Ein zunächst unverständlicher Vorgang, denn man könnte glauben, Friedrich Wilhelm I. hätte das Gebiet gekauft, obwohl er es doch militärisch bereits erobert und gesichert hatte. Diese Entschädigung war jedoch klug: sie diente der diplomatischen Legitimation des Vertrags: Sie ermöglichte Schweden zunächst das Gesicht zu wahren und eine ehrenvolle Abtretung trotz militärischer Niederlage zu ermöglichen und sicherte die internationale Anerkennung durch die Vermittler Frankreich und Großbritannien, ohne dass Preußen weitere Konflikte riskierte. Ein Bismarck hätte nicht weitsichtiger handeln können, als jener Friedrich Wilhelm I., dem man in der Geschichtsschreibung sonst immer nur sehr wenig diplomatisches Geschick nachsagt.
Der Vertrag wurde am 29. Mai 1720 wirksam, als Friedrich Wilhelm I. ein Patent erließ, das die Gebiete als preußisch erklärte. Preußen verzichtete auf weitere Ansprüche, etwa auf Wismar, das an Mecklenburg fiel. Die Übergabe der Gebiete war nur noch ein Formalismus, da sie bereits seit 1715 von preußischen Truppen unter Sequester standen.
Der vollzogene Erwerb erweiterte Preußens Territorium um etwa 4.000 Quadratkilometer und eine Bevölkerung von rund 100.000 Einwohnern. Im Grunde wenig, bedenkt man die enorme Summe von 2 Millionen Talern, die etwa 50% der jährlichen preußischen Staatseinnahmen zu dieser Zeit entsprachen. Stettin als Hafenstadt und seine Festung verbesserte die militärische und wirtschaftliche Position am Oder-Fluss. Der Hafen bildete die erste leistungsfähige Seeverbindung Brandenburgs in die Ostsee. Wenn man bedenkt, dass schon die brandenburgischen Askanier seit Otto I. einen Zugang zur Ostsee suchten, war es ein langer und steiniger Weg bis hierher. Ein Weg, der das oft schwierige nachbarschaftliche Verhältnis Brandenburgs und Pommerns über viele Jahrhunderte aufzeigt. Friedrich Wilhelm I. nutzte die neuen Gebiete auf die ihm typische Art zur Stärkung des preußischen Staates: Er förderte die Kolonisation, baute Festungen aus und integrierte die Region administrativ in die bisherige Provinz preußische Provinz Pommern. Ganz Pommern mit Rügen fiel schließlich erst im Zuge des Wiener Kongress 1815 an Preußen.
Langfristig trug der Gewinn von 1720 zur Konsolidierung Preußens und Aufstieg als fünfte europäische Großmacht bei. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde das Gebiet erneut umkämpft, blieb jedoch preußisch.
Der Frieden von Stockholm war ein pragmatischer Abschluss eines langwierigen Konflikts, der Schwedens Rückzug aus dem südlichen Ostseeraum einleitete.«
Quelle: https://www.facebook.com/share/18qbjg24vU/
mit freundlicher Genehmigung von 𝔇𝔦𝔢 𝔐𝔞𝔯𝔨 𝔅𝔯𝔞𝔫𝔡𝔢𝔫𝔟𝔲𝔯𝔤
.
»1. Februar 1720 - Der Frieden von Stockholm
Der Frieden von Stockholm war einer der abschließenden Verträge des Großen Nordischen Kriegs (1700–1721). Schweden hatte gegen eine übermächtige Koalition aus Russland, Dänemark, Sachsen-Polen, Preußen und Hannover tapfer, aber chancenlos gekämpft. Der Konflikt führte zur endgültigen Zerschlagung der schwedischen Großmachtstellung im Ostseeraum. Der Vertrag zwischen Schweden und Preußen war vor allem ein wirtschaftlicher Zugewinn für das noch junge Königreich Preußen unter König Friedrich Wilhelm I. Es war zugleich der einzige Krieg des preußischen Königs, den man den Soldatenkönig nannte.
Historischer Hintergrund
Der Große Nordische Krieg begann 1700 mit Angriffen auf schwedische Gebiete im Baltikum durch eine Allianz, die von Zar Peter I. von Russland initiiert wurde. Schweden unter Karl XII. konnte anfänglich Erfolge erzielen, litt jedoch dauerhaft unter erheblichen finanziellen Schwierigkeiten, die die anhaltenden militärischen Belastungen mit sich brachten. Preußen, das sich 1701 unter Kurfürst Friedrich III. zum Königreich erhob, blieb zunächst neutral. Es hatte ohnehin mit dem zeitgleich tobenden Spanischen Erbfolgekrieg an der Seite des Kaisers alle Hände voll zu tun. Erst 1715 trat Preußen unter König Friedrich Wilhelm I., mehr wiederwillig, in den Krieg ein. Der junge Monarch hatte 1713 einen fast hoffnungslos verschuldeten Staat vom Vater geerbt und wollte vor allem die Finanzen des Landes sanieren und nicht mit einem Krieg die Lage noch verschlimmern.
Die preußischen Truppen besetzten schließlich Schwedisch-Pommern, darunter besonders Stettin, in der Absicht, alte, von Schweden gekränkte, brandenburgische Erbansprüche durchzusetzen. Diese Gebiete waren im Zuge der Zwangslage seit dem Westfälischen Frieden 1648 an Schweden gefallen, doch aus Sicht Brandenburg-Preußens handelte es sich um Territorien, auf die man einen legitimen Anspruch hatte.
Der zweifelsfreie Anspruch Brandenburgs auf Pommern basierte auf dem Vertrag von Grimnitz vom 26. August 1529 zwischen dem Haus Hohenzollern und dem pommerschen Herzogshaus der Greifen. Dieser Vertrag sicherte den Markgrafen von Brandenburg die einseitige Erbfolge in Pommern, falls die Greifenlinie im Mannesstamm erlöschen sollte. Dies trat 1637 mit dem Tod des letzten Greifenherzogs Herzogs Bogislaw XIV. ein, der kinderlos verstorben war. Schweden, das Pommern während des Dreißigjährigen Kriegs ab 1630 als Invasor besetzt hatte, erhielt die Gebiete im Westfälischen Frieden 1648 als Reichslehen zugesprochen. Brandenburg hatte während des gesamten Dreißigjährigen Krieges nie auch nur annähernd die Kraft sein pommersches Erbe durchzusetzen, nicht einmal die Unversehrtheit des eigenen Gebiets zu sichern. Diese Ohnmacht führte überhaupt erst dazu, dass ab 1640 unter dem späteren Großen Kurfürsten ein stehendes Heer von ständig steigender Zahl entstand.
Schweden bekam jedoch nicht ganz Pommern, sondern mit Vorpommern, Rügen, den Odermündungsinseln Usedom und Wollin, Stettin und einem Streifen östlich der Oder, den westlichen Teil, der jedoch der mit weitem Abstand wertvollste war, da er den Hafen Stettin und die Odermündung umfasste, sowie die bedeutenden Hafenstädte Stralsund und Greifswald. Separat erhielt Schweden die Hafenstadt Wismar mit der Insel Poel und dem Amt Neukloster als Enklave in Mecklenburg. Brandenburg erhielt den östlichen Teil, das sogenannte Hinterpommern und als Entschädigung für das von Schweden okkupierte Vorpommern, auf das es ein vom Reich de jure verbürgtes aber de facto nicht realisierbares Erbrecht hatte, das Erzstift Magdeburg sowie die Hochstifte Halberstadt, Minden und Cammin. Trotz aller während des Dreißigjährigen Krieges erlittenen Drangsal und der gekränkten Erbansprüche, konnte man in Berlin dennoch höchst zufrieden sein, immerhin rundete das Herzogtum Magedburg und das ehemalige Fürstbistum Halberstadt das brandenburgische Kerngebiet nach Westen erheblich ab und auch die Bistümer Minden und Cammin waren ein spürbarer Zugewinn gewesen. Dennoch hat Brandenburg-Preußen die schwedische Usurpation Pommerns nicht verwunden und behielt seine ruhenden Erbrechtsansprüche bei.
Preußen sah in den schließlich 1720 erworbenen Gebieten, insbesondere durch die Kontrolle der Odermündung und der Hafenstadt Stettin, einen ganz wesentlichen Vorteil für seinen Exporthandel, vor allem mit Getreide, das nun ohne jeden Zoll über die Oder ausgeführt werden konnte. Doch die ganz große Zeit Stettins war vorbei, der Rückgang der Bedeutung des Ostseehandels im 18. Jahrhundert zugunsten der Nordsee- und Atlantikrouten machte sich bemerkbar. Dennoch war die mittlere und untere Oder, vor allem aber das Mündungsdelta fest in preußischer Hand, dazu die wichtigen vorgelagerten Inseln, über die der schwedische König Gustav Adolf einst seinen legendären Siegeszug im Dreißigjährigen Krieg begonnen hatte.
Bezüglich der Erbansprüche Brandenburgs sei noch erwähnt, dass bereits der gleichnamige Großvater von Friedrich Wilhelm I., der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm (reg. 1640–1688), diese Gebiete im Nordischen Krieg 1674–1679 (nicht zu verwechseln mit dem Großen Nordischen Krieg) von den Schweden erobert hatte. Im Zuge des Schwedisch-Brandenburgischen Kriegs eroberten brandenburgische Truppen bis 1678 ganz Schwedisch-Pommern, einschließlich Stettin, sowie Bremen-Verden. Der Winterfeldzug 1678/79 gegen schwedische Truppen in Preußen festigte diese Erfolge. Allerdings musste der Kurfürst auf diplomatischen Druck Frankreichs und anderer Mächte im Frieden von Saint-Germain (29. Juni 1679) fast alle Eroberungen wieder abtreten, was das Zerwürfnis mit Habsburg einleitete, die langfristigen Ansprüche Brandenburgs auf Pommern aber unverändert ließ.
Die Verhandlungen in Stockholm 1720 wurden durch die Vermittlung Frankreichs und Großbritanniens vorangetrieben, die ein Gleichgewicht in Nordeuropa anstrebten. Die Gefahr dass Schweden völlig kollabierte und zwischen Russland und Dänemark aufgeteilt würde, war eminent. Schweden, finanziell und militärisch erschöpft, war gezwungen einzulenken. Bereits 1719 hatte Schweden mit Hannover einen ähnlichen Vertrag geschlossen, durch den Bremen und Verden abgetreten wurde. Der preußische Vertrag folgte diesem Muster und formalisierte die preußische Eroberung.
Vertragsinhalt
Der Vertrag vom 1. Februar 1720 sah vor, dass Schweden die Gebiete südlich des Peene-Flusses und östlich des Peenestroms an Preußen abtrat. Dazu gehörten die Stadt Stettin, die Städte Damm und Gollnow sowie die Inseln Usedom und Wollin. Diese Territorien umfassten etwa Vorpommern bis zur Peene, was als “Hither Pomerania” oder “Altvorpommern” bezeichnet wurde. Im Gegenzug verpflichtete sich Preußen zur Zahlung von 2 Millionen Talern an Schweden. Ein zunächst unverständlicher Vorgang, denn man könnte glauben, Friedrich Wilhelm I. hätte das Gebiet gekauft, obwohl er es doch militärisch bereits erobert und gesichert hatte. Diese Entschädigung war jedoch klug: sie diente der diplomatischen Legitimation des Vertrags: Sie ermöglichte Schweden zunächst das Gesicht zu wahren und eine ehrenvolle Abtretung trotz militärischer Niederlage zu ermöglichen und sicherte die internationale Anerkennung durch die Vermittler Frankreich und Großbritannien, ohne dass Preußen weitere Konflikte riskierte. Ein Bismarck hätte nicht weitsichtiger handeln können, als jener Friedrich Wilhelm I., dem man in der Geschichtsschreibung sonst immer nur sehr wenig diplomatisches Geschick nachsagt.
Der Vertrag wurde am 29. Mai 1720 wirksam, als Friedrich Wilhelm I. ein Patent erließ, das die Gebiete als preußisch erklärte. Preußen verzichtete auf weitere Ansprüche, etwa auf Wismar, das an Mecklenburg fiel. Die Übergabe der Gebiete war nur noch ein Formalismus, da sie bereits seit 1715 von preußischen Truppen unter Sequester standen.
Der vollzogene Erwerb erweiterte Preußens Territorium um etwa 4.000 Quadratkilometer und eine Bevölkerung von rund 100.000 Einwohnern. Im Grunde wenig, bedenkt man die enorme Summe von 2 Millionen Talern, die etwa 50% der jährlichen preußischen Staatseinnahmen zu dieser Zeit entsprachen. Stettin als Hafenstadt und seine Festung verbesserte die militärische und wirtschaftliche Position am Oder-Fluss. Der Hafen bildete die erste leistungsfähige Seeverbindung Brandenburgs in die Ostsee. Wenn man bedenkt, dass schon die brandenburgischen Askanier seit Otto I. einen Zugang zur Ostsee suchten, war es ein langer und steiniger Weg bis hierher. Ein Weg, der das oft schwierige nachbarschaftliche Verhältnis Brandenburgs und Pommerns über viele Jahrhunderte aufzeigt. Friedrich Wilhelm I. nutzte die neuen Gebiete auf die ihm typische Art zur Stärkung des preußischen Staates: Er förderte die Kolonisation, baute Festungen aus und integrierte die Region administrativ in die bisherige Provinz preußische Provinz Pommern. Ganz Pommern mit Rügen fiel schließlich erst im Zuge des Wiener Kongress 1815 an Preußen.
Langfristig trug der Gewinn von 1720 zur Konsolidierung Preußens und Aufstieg als fünfte europäische Großmacht bei. Im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) wurde das Gebiet erneut umkämpft, blieb jedoch preußisch.
Der Frieden von Stockholm war ein pragmatischer Abschluss eines langwierigen Konflikts, der Schwedens Rückzug aus dem südlichen Ostseeraum einleitete.«
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- Barbarossa
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Textzitat in voller Länge zum Thema:
.
»Die Schlacht bei Fehrbellin - Wendepunkt der märkischen Geschichte
Am 28. Juni 1675 kam es im Zuge des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges bei der märkischen Stadt Fehrbellin zum Aufeinandertreffen der Truppen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dem Heer Schwedens. Das Ereignis sollte sich als ein Meilenstein erweisen, der das Machtgefüge in Nordeuropa nachhaltig erschütterte und den Aufstieg Brandenburg-Preußens einleitete.
I. Der Gesamtkontext: Brandenburg im europäischen Mächtesystem
Um die Ereignisse des Jahres 1675 zu verstehen, darf das Geschehen nicht als isolierter regionaler Konflikt betrachtet werden; es war vielmehr integraler Bestandteil des Holländischen Krieges (1672–1679). In diesem gesamteuropäischen Ringen stand die Habsburgermonarchie gemeinsam mit den Niederlanden und Spanien in einem Koalitionskrieg gegen das expansive Frankreich Ludwigs XIV.
Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte sich der kaiserlichen Allianz angeschlossen. Im Jahr 1674 stand das brandenburgische Hauptheer mit ca. 20.000 Mann unter dem persönlichen Kommando des Kurfürsten im Elsaß, um am Oberrhein gegen die Franzosen zu operieren. Die Kernlande der Mark Brandenburg blieben dadurch militärisch nahezu ungeschützt.
Frankreich, im Westen unter Druck, griff auf sein seit dem Dreißigjährigen Krieg bewährtes Bündnissystem im Osten zurück: Durch erhebliche Hilfsgelder motiviert, erklärte sich das finanziell notorisch angeschlagene Königreich Schweden bereit, als französischer Bundesgenosse zu agieren. Schweden, das seit dem Westfälischen Frieden von 1648 über ausgedehnte Territorien in Norddeutschland verfügte (Vorpommern mit Stettin, Bremen-Verden), besaß eine ideale Ausgangsbasis mitten im Reich. Der schwedische Auftrag war durch einen Einfall in die ungeschützte Mark Brandenburg den Kurfürsten zu zwingen, seine Truppen von der rheinischen Front abzuziehen und somit den Druck auf Frankreich, das an mehreren Fronten kämpfen musste, zu entlasten.
II. Der Zusammenbruch des Rheinfeldzugs und die Tragödie von Straßburg (Spätherbst 1674)
Gegen Ende des Jahres 1674 zeichnete sich ab, dass der Feldzug am Oberrhein für die kaiserliche Allianz ohne den erhofften Erfolg verlaufen würde. Die Franzosen operierten äußerst geschickt. Als sich das Wetter saisonal bedingt im Spätherbst verschlechterte, das Gelände ungangbar wurde und Erschöpfung sowie Erkrankungen und Desertionen unter den Soldaten zunahm, sahen sich die die kaiserlichen Truppen und mit ihnen die Brandenburger gezwungen, den allgemeinen Rückzug aus dem Elsaß einzuleiten und in die Winterquartiere zu gehen.
Mitten in dieser militärisch frustrierenden Phase traf den Kurfürsten ein verheerender privater Schicksalsschlag, der das Herrscherhaus in eine tiefe Krise stürzte. Im Dezember 1674 erkrankte sein erst 26-jähriger Sohn, Kurprinz Karl Emil von Brandenburg, im Feldlager vor den Toren von Straßburg an der Ruhr und verstarb innerhalb nur weniger Tage. Karl Emil, der als militärisch hochbegabt galt und von der Truppe und seinem Vater sehr geschätzt wurde, war der Hoffnungsträger der Dynastie gewesen. Der Kurfürst war vom plötzlichen Tod seines Erstgeborenen tief erschüttert; die Trauer überschattete die gesamte Führung und stellte die Willenskraft Friedrich Wilhelms auf eine harte Bewährungsprobe.
III. Das fränkische Winterquartier und der schwedische Einfall (Winter 1674/75)
Der Verlust des Thronfolgers fiel zeitlich mit dem Abmarsch vom Oberrhein zusammen. Das erschöpfte brandenburgische Heer ging in die Winterquartiere. Als Zuweisungsraum diente Franken, wobei sich das Hauptquartier in Schweinfurt befand. Die Versorgung der Truppen erwies sich als logistisches und politisches Sumpfgebiet, wenn Sie uns den Ausdruck erlauben. Es kam zu erbitterten, anhaltenden Streitigkeiten mit den kaiserlichen Alliierten. Die kaiserliche Verwaltung und die lokalen Reichsstände verweigerten den brandenburgischen Regimentern vielfach die vertraglich zugesicherten Verpflegungsrationen und Unterkünfte, um die eigenen Lasten zu minimieren. Das Durchhalten des brandenburgischen Heeres in Franken war ein Kraftakt: Hunger, mangelhafte Ausrüstung und grassierende Krankheiten dezimierten die Truppen in den Unterkünften spürbar. Friedrich Wilhelm musste immense finanzielle Mittel aufbringen und diplomatischen Druck ausüben, um seine Armee unter diesen widrigen Umständen überhaupt intakt und einsatzbereit über den Winter zu bringen.
Parallel zu dieser Versorgungskrise in Franken stießen im Dezember 1674 die schwedischen Truppen von Pommern aus ohne Kriegserklärung in die weitgehend unverteidigte Mark vor. Die Hiobsbotschaften wollten für Kurfürsten nicht abreißen. Die schwedischen Verbände besetzten schrittweise die Mittelmark und bezogen dort ausgedehnte Winterquartiere. Für die märkische Bevölkerung bedeutete die Anwesenheit der Besatzer eine gewaltige Last: Durch das rücksichtslose Eintreiben extrem hoher Zwangsabgaben, die erzwungene Verpflegung der Truppen sowie fortlaufende Plünderungen wurden ganze Landstriche wirtschaftlich erschöpft und ausgesogen.
Die schwedische Armeeführung agierte während dieser Monate auffallend passiv, ein Vorstoß Richtung Berlin unterblieb. Dies lag maßgeblich an der Person des schwedischen Feldherrn Carl Gustav Wrangel: Der bereits gealterte Feldmarschall litt an schwerer Gicht, die ihn zeitweise völlig bettlägerig machte und seine Fähigkeit zur entschlossenen Truppenführung massiv einschränkte.
IV. Der Eilmarsch an die Elbe und der Vorstoß an die Havel (Mai–Juni 1675)
Als die Nachricht vom schwedischen Einfall den Kurfürsten im Winterquartier in Franken erreichte, entschloss er sich zu einem folgenschweren Schritt, er blieb in Franken, statt den völligen Zusammenbruch der brandenburgischen Truppen auf einem Wintermarsch zu riskieren. Erst Ende Mai 1675 wurde ein Eilmarsch an die Elbe eingeleitet, der in jener Epoche als logistische Meisterleistung gilt. Innerhalb von nur zwei Wochen legten die brandenburgischen Verbände die rund 250 Kilometer weite Hauptstrecke von Schweinfurt bis nach Magdeburg zurück. Um die Infanterie zu schonen und das Tempo maximal hochzuhalten, wurden Fußsoldaten teilweise auf Wagen transportiert oder blieben als Nachhut sogar weit zurück. Der Stoßkeil bestand im Wesentlichen aus ca. 5.600 Reitern und einigen mitgeführten leichten Geschützen.
Am 11. Juni erreichten die Brandenburger die Elbe bei Magdeburg und setzten über den Fluss. Von dort aus folgte der operativ entscheidende Vorstoß über die verbleibenden rund 70 Kilometer an die Havellinie. Die schwedische Führung, die die Brandenburger noch immer in Franken wähnte, wurde von der Geschwindigkeit der gesamten Operation vollkommen überrascht. Die schwedischen Truppen waren weit verstreut entlang der Havel zwischen Havelberg, Rathenow und Brandenburg an der Havel sowie östlich davon in Kremmen positioniert.
Der Kurfürst und sein erfahrener Feldmarschall Georg von Derfflinger nutzten das Überraschungsmoment nach dem Elbübergang konsequent aus. In einem nächtlichen Handstreich am 15. Juni gelang es brandenburgischen Truppen, die wichtige Havelbrücke bei Rathenow zu nehmen und die dortige schwedische Besatzung aufzureiben. Damit war die schwedische Armee an der Havellinie faktisch gespalten. Der schwedische Generalwachtmeister Wolmar Wrangel (der Stiefbruder des Feldmarschalls) sah sich gezwungen, den eiligen Rückzug nach Norden in Richtung der schwedisch-pommerschen Grenze anzutreten, um nicht abgeschnitten zu werden. Dieser Fluchtweg führte unweigerlich über den Engpass bei Fehrbellin.
V. Das Gefecht am Rhin
Am Morgen des 28. Juni 1675 trafen die brandenburgische Vorhut und die abziehenden Schweden bei Fehrbellin aufeinander. Das Gelände war von entscheidender Bedeutung: Der Fluss Rhin begrenzte das Areal, die Brücke über den Rhin bei Fehrbellin war von den Schweden im Zuge ihres Rückzugs teilweise zerstört worden, was zu einem Stau der schwedischen Kolonnen führte. Das umliegende Gelände war morastig und für rasche Truppenbewegungen ungeeignet.
Die schwedische Armee, bestehend aus etwa 7.000 Infanteristen und 4.000 Reitern mit 38 Geschützen, stellte sich in klassischer Schlachtordnung auf, um den Übergang zu sichern. Die Brandenburger verfügten vor Ort fast ausschließlich über Kavallerie – ca. 5.600 Reiter – sowie 13 leichte mitgeführte Geschütze. Die Fußtruppen des Kurfürsten waren zu diesem Zeitpunkt noch meilenweit zurück und hatten teilweise nicht einmal die Elbe erreicht. Ein großes Wagnis.
Derfflinger erkannte bei der Erkundung des Terrains eine entscheidende taktische Schwachstelle der schwedischen Aufstellung: Ein sanfter Höhenrücken, der sogenannte Hakelberg, beherrschte die rechte Flanke der Schweden, war von diesen jedoch unbesetzt gelassen worden.
1. Besetzung des Hakelbergs: Derfflinger ließ die brandenburgischen Geschütze im Schutz des Geländes auf den Hakelberg transportieren. Von dort oben eröffnete die brandenburgische Artillerie ein wirkungsvolles Flankenfeuer auf die schwedischen Linien.
2. Schwedischer Gegenangriff: Wolmar Wrangel erkannte den Fehler und befahl seiner Kavallerie sowie Teilen der Infanterie, den Hakelberg zu stürmen. Es folgten schwere, verlustreiche Begegnungsgefechte zwischen der schwedischen und der brandenburgischen Kavallerie auf den Hängen des Berges.
3. Kavallerie-Kämpfe im Zentrum: Unter der persönlichen Führung des Kurfürsten und des Prinzen von Homburg hielten die brandenburgischen Reiter den schwedischen Attacken stand. Die schwedische Kavallerie, durch das fortwährende Artilleriefeuer zermürbt, wich schließlich zurück und riss die eigene Infanterie im Zentrum teilweise mit.
4. Schwedischer Rückzug: Den Schweden gelang es unter Aufbietung ihrer verbliebenen disziplinierten Infanterieformationen, den Kern ihres Heeres über die notdürftig reparierte Rhinbrücke zurückzuziehen. Sie zündeten die Brücke hinter sich an, was eine unmittelbare brandenburgische Verfolgung unmöglich machte.
Die Verluste beliefen sich bei den Schweden inklusive der Folgetage auf rund 4.000 Mann, die Masse davon Gefangene und Desertierte, die Brandenburger beklagten etwa 500 Tote und Verwundete.
VI. Der psychologische und politische Wendepunkt
Die historische Bewertung der Schlacht bei Fehrbellin offenbart eine Tragweite, die weit über die reinen, vergleichsweise überschaubaren Verlustzahlen des Tages hinausreicht. Das Gefecht bildete in mehrfacher Hinsicht einen tiefen Einschnitt für die europäische Geschichte:
1. Der psychologische Epochenwechsel
Seit dem Eingreifen Gustav II. Adolfs in den Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1630, lag über Nordeuropa der Schatten schwedischer Militärdominanz. Die schwedischen Truppen galten als unbezwingbare Veteranen. Dass das noch junge brandenburgische Heer diese europäische Großmacht im offenen Feld, unter numerischer Unterlegenheit der eigenen Infanterie, schlug und zum Rückzug zwang, war eine regelrechte Sensation. Es war das unmissverständliche Signal, dass eine neue Militärmacht die Bühne betreten hatte, und der Nimbus der schwedischen Unbesiegbarkeit war dauerhaft erschüttert.
2. Die Legitimation des „Miles perpetuus“
Der Sieg lieferte die endgültige historische Rechtfertigung für die Militärdoktrin des Kurfürsten. Friedrich Wilhelm hatte gegen den erbitterten Widerstand der märkischen Stände ein stehendes Heer (Miles perpetuus) und die dafür notwendigen Steuern durchgesetzt. Fehrbellin bewies den Landständen und der Bevölkerung im härtesten denkbaren Praxistest, dass diese Armee notwendig war, um die Heimat effektiv zu schützen. Ohne diesen Erfolg wäre die Festigung des brandenburgischen Militärstaates nach innen dauerhaft kaum haltbar gewesen.
3. Der bleibende außenpolitische Statusgewinn
Auch wenn unter französischem Druck im Frieden von Saint-Germain (1679) die Früchte der überragenden brandenburgischen Siege im Norden, die auf Fehrbellin folgten, verwehrt blieben und Brandenburg fast alle eroberten pommerschen Gebiete zurückgeben musste, war der langfristige Statusgewinn unumkehrbar. Brandenburg wurde fortan als eigenständiger Machtfaktor in Europa wahrgenommen. Der hier begründete militärische Ruhm und das gewachsene Selbstbewusstsein des Hauses Hohenzollern bildeten das unverzichtbare Fundament, auf dem Kurfürst Friedrich III. im Jahr 1701 in Königsberg die preußische Königskrone erlangen konnte.
Fehrbellin war der Hebel, der die Mark Brandenburg auf die europäische Bühne katapultierte und den Weg zur Großmachtstellung ebnete.
Der bleibende Beiname Friedrich Wilhelms – „Der Große Kurfürst“ – wurde an diesem Junitag geboren.«
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»Die Schlacht bei Fehrbellin - Wendepunkt der märkischen Geschichte
Am 28. Juni 1675 kam es im Zuge des Schwedisch-Brandenburgischen Krieges bei der märkischen Stadt Fehrbellin zum Aufeinandertreffen der Truppen des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und dem Heer Schwedens. Das Ereignis sollte sich als ein Meilenstein erweisen, der das Machtgefüge in Nordeuropa nachhaltig erschütterte und den Aufstieg Brandenburg-Preußens einleitete.
I. Der Gesamtkontext: Brandenburg im europäischen Mächtesystem
Um die Ereignisse des Jahres 1675 zu verstehen, darf das Geschehen nicht als isolierter regionaler Konflikt betrachtet werden; es war vielmehr integraler Bestandteil des Holländischen Krieges (1672–1679). In diesem gesamteuropäischen Ringen stand die Habsburgermonarchie gemeinsam mit den Niederlanden und Spanien in einem Koalitionskrieg gegen das expansive Frankreich Ludwigs XIV.
Kurfürst Friedrich Wilhelm hatte sich der kaiserlichen Allianz angeschlossen. Im Jahr 1674 stand das brandenburgische Hauptheer mit ca. 20.000 Mann unter dem persönlichen Kommando des Kurfürsten im Elsaß, um am Oberrhein gegen die Franzosen zu operieren. Die Kernlande der Mark Brandenburg blieben dadurch militärisch nahezu ungeschützt.
Frankreich, im Westen unter Druck, griff auf sein seit dem Dreißigjährigen Krieg bewährtes Bündnissystem im Osten zurück: Durch erhebliche Hilfsgelder motiviert, erklärte sich das finanziell notorisch angeschlagene Königreich Schweden bereit, als französischer Bundesgenosse zu agieren. Schweden, das seit dem Westfälischen Frieden von 1648 über ausgedehnte Territorien in Norddeutschland verfügte (Vorpommern mit Stettin, Bremen-Verden), besaß eine ideale Ausgangsbasis mitten im Reich. Der schwedische Auftrag war durch einen Einfall in die ungeschützte Mark Brandenburg den Kurfürsten zu zwingen, seine Truppen von der rheinischen Front abzuziehen und somit den Druck auf Frankreich, das an mehreren Fronten kämpfen musste, zu entlasten.
II. Der Zusammenbruch des Rheinfeldzugs und die Tragödie von Straßburg (Spätherbst 1674)
Gegen Ende des Jahres 1674 zeichnete sich ab, dass der Feldzug am Oberrhein für die kaiserliche Allianz ohne den erhofften Erfolg verlaufen würde. Die Franzosen operierten äußerst geschickt. Als sich das Wetter saisonal bedingt im Spätherbst verschlechterte, das Gelände ungangbar wurde und Erschöpfung sowie Erkrankungen und Desertionen unter den Soldaten zunahm, sahen sich die die kaiserlichen Truppen und mit ihnen die Brandenburger gezwungen, den allgemeinen Rückzug aus dem Elsaß einzuleiten und in die Winterquartiere zu gehen.
Mitten in dieser militärisch frustrierenden Phase traf den Kurfürsten ein verheerender privater Schicksalsschlag, der das Herrscherhaus in eine tiefe Krise stürzte. Im Dezember 1674 erkrankte sein erst 26-jähriger Sohn, Kurprinz Karl Emil von Brandenburg, im Feldlager vor den Toren von Straßburg an der Ruhr und verstarb innerhalb nur weniger Tage. Karl Emil, der als militärisch hochbegabt galt und von der Truppe und seinem Vater sehr geschätzt wurde, war der Hoffnungsträger der Dynastie gewesen. Der Kurfürst war vom plötzlichen Tod seines Erstgeborenen tief erschüttert; die Trauer überschattete die gesamte Führung und stellte die Willenskraft Friedrich Wilhelms auf eine harte Bewährungsprobe.
III. Das fränkische Winterquartier und der schwedische Einfall (Winter 1674/75)
Der Verlust des Thronfolgers fiel zeitlich mit dem Abmarsch vom Oberrhein zusammen. Das erschöpfte brandenburgische Heer ging in die Winterquartiere. Als Zuweisungsraum diente Franken, wobei sich das Hauptquartier in Schweinfurt befand. Die Versorgung der Truppen erwies sich als logistisches und politisches Sumpfgebiet, wenn Sie uns den Ausdruck erlauben. Es kam zu erbitterten, anhaltenden Streitigkeiten mit den kaiserlichen Alliierten. Die kaiserliche Verwaltung und die lokalen Reichsstände verweigerten den brandenburgischen Regimentern vielfach die vertraglich zugesicherten Verpflegungsrationen und Unterkünfte, um die eigenen Lasten zu minimieren. Das Durchhalten des brandenburgischen Heeres in Franken war ein Kraftakt: Hunger, mangelhafte Ausrüstung und grassierende Krankheiten dezimierten die Truppen in den Unterkünften spürbar. Friedrich Wilhelm musste immense finanzielle Mittel aufbringen und diplomatischen Druck ausüben, um seine Armee unter diesen widrigen Umständen überhaupt intakt und einsatzbereit über den Winter zu bringen.
Parallel zu dieser Versorgungskrise in Franken stießen im Dezember 1674 die schwedischen Truppen von Pommern aus ohne Kriegserklärung in die weitgehend unverteidigte Mark vor. Die Hiobsbotschaften wollten für Kurfürsten nicht abreißen. Die schwedischen Verbände besetzten schrittweise die Mittelmark und bezogen dort ausgedehnte Winterquartiere. Für die märkische Bevölkerung bedeutete die Anwesenheit der Besatzer eine gewaltige Last: Durch das rücksichtslose Eintreiben extrem hoher Zwangsabgaben, die erzwungene Verpflegung der Truppen sowie fortlaufende Plünderungen wurden ganze Landstriche wirtschaftlich erschöpft und ausgesogen.
Die schwedische Armeeführung agierte während dieser Monate auffallend passiv, ein Vorstoß Richtung Berlin unterblieb. Dies lag maßgeblich an der Person des schwedischen Feldherrn Carl Gustav Wrangel: Der bereits gealterte Feldmarschall litt an schwerer Gicht, die ihn zeitweise völlig bettlägerig machte und seine Fähigkeit zur entschlossenen Truppenführung massiv einschränkte.
IV. Der Eilmarsch an die Elbe und der Vorstoß an die Havel (Mai–Juni 1675)
Als die Nachricht vom schwedischen Einfall den Kurfürsten im Winterquartier in Franken erreichte, entschloss er sich zu einem folgenschweren Schritt, er blieb in Franken, statt den völligen Zusammenbruch der brandenburgischen Truppen auf einem Wintermarsch zu riskieren. Erst Ende Mai 1675 wurde ein Eilmarsch an die Elbe eingeleitet, der in jener Epoche als logistische Meisterleistung gilt. Innerhalb von nur zwei Wochen legten die brandenburgischen Verbände die rund 250 Kilometer weite Hauptstrecke von Schweinfurt bis nach Magdeburg zurück. Um die Infanterie zu schonen und das Tempo maximal hochzuhalten, wurden Fußsoldaten teilweise auf Wagen transportiert oder blieben als Nachhut sogar weit zurück. Der Stoßkeil bestand im Wesentlichen aus ca. 5.600 Reitern und einigen mitgeführten leichten Geschützen.
Am 11. Juni erreichten die Brandenburger die Elbe bei Magdeburg und setzten über den Fluss. Von dort aus folgte der operativ entscheidende Vorstoß über die verbleibenden rund 70 Kilometer an die Havellinie. Die schwedische Führung, die die Brandenburger noch immer in Franken wähnte, wurde von der Geschwindigkeit der gesamten Operation vollkommen überrascht. Die schwedischen Truppen waren weit verstreut entlang der Havel zwischen Havelberg, Rathenow und Brandenburg an der Havel sowie östlich davon in Kremmen positioniert.
Der Kurfürst und sein erfahrener Feldmarschall Georg von Derfflinger nutzten das Überraschungsmoment nach dem Elbübergang konsequent aus. In einem nächtlichen Handstreich am 15. Juni gelang es brandenburgischen Truppen, die wichtige Havelbrücke bei Rathenow zu nehmen und die dortige schwedische Besatzung aufzureiben. Damit war die schwedische Armee an der Havellinie faktisch gespalten. Der schwedische Generalwachtmeister Wolmar Wrangel (der Stiefbruder des Feldmarschalls) sah sich gezwungen, den eiligen Rückzug nach Norden in Richtung der schwedisch-pommerschen Grenze anzutreten, um nicht abgeschnitten zu werden. Dieser Fluchtweg führte unweigerlich über den Engpass bei Fehrbellin.
V. Das Gefecht am Rhin
Am Morgen des 28. Juni 1675 trafen die brandenburgische Vorhut und die abziehenden Schweden bei Fehrbellin aufeinander. Das Gelände war von entscheidender Bedeutung: Der Fluss Rhin begrenzte das Areal, die Brücke über den Rhin bei Fehrbellin war von den Schweden im Zuge ihres Rückzugs teilweise zerstört worden, was zu einem Stau der schwedischen Kolonnen führte. Das umliegende Gelände war morastig und für rasche Truppenbewegungen ungeeignet.
Die schwedische Armee, bestehend aus etwa 7.000 Infanteristen und 4.000 Reitern mit 38 Geschützen, stellte sich in klassischer Schlachtordnung auf, um den Übergang zu sichern. Die Brandenburger verfügten vor Ort fast ausschließlich über Kavallerie – ca. 5.600 Reiter – sowie 13 leichte mitgeführte Geschütze. Die Fußtruppen des Kurfürsten waren zu diesem Zeitpunkt noch meilenweit zurück und hatten teilweise nicht einmal die Elbe erreicht. Ein großes Wagnis.
Derfflinger erkannte bei der Erkundung des Terrains eine entscheidende taktische Schwachstelle der schwedischen Aufstellung: Ein sanfter Höhenrücken, der sogenannte Hakelberg, beherrschte die rechte Flanke der Schweden, war von diesen jedoch unbesetzt gelassen worden.
1. Besetzung des Hakelbergs: Derfflinger ließ die brandenburgischen Geschütze im Schutz des Geländes auf den Hakelberg transportieren. Von dort oben eröffnete die brandenburgische Artillerie ein wirkungsvolles Flankenfeuer auf die schwedischen Linien.
2. Schwedischer Gegenangriff: Wolmar Wrangel erkannte den Fehler und befahl seiner Kavallerie sowie Teilen der Infanterie, den Hakelberg zu stürmen. Es folgten schwere, verlustreiche Begegnungsgefechte zwischen der schwedischen und der brandenburgischen Kavallerie auf den Hängen des Berges.
3. Kavallerie-Kämpfe im Zentrum: Unter der persönlichen Führung des Kurfürsten und des Prinzen von Homburg hielten die brandenburgischen Reiter den schwedischen Attacken stand. Die schwedische Kavallerie, durch das fortwährende Artilleriefeuer zermürbt, wich schließlich zurück und riss die eigene Infanterie im Zentrum teilweise mit.
4. Schwedischer Rückzug: Den Schweden gelang es unter Aufbietung ihrer verbliebenen disziplinierten Infanterieformationen, den Kern ihres Heeres über die notdürftig reparierte Rhinbrücke zurückzuziehen. Sie zündeten die Brücke hinter sich an, was eine unmittelbare brandenburgische Verfolgung unmöglich machte.
Die Verluste beliefen sich bei den Schweden inklusive der Folgetage auf rund 4.000 Mann, die Masse davon Gefangene und Desertierte, die Brandenburger beklagten etwa 500 Tote und Verwundete.
VI. Der psychologische und politische Wendepunkt
Die historische Bewertung der Schlacht bei Fehrbellin offenbart eine Tragweite, die weit über die reinen, vergleichsweise überschaubaren Verlustzahlen des Tages hinausreicht. Das Gefecht bildete in mehrfacher Hinsicht einen tiefen Einschnitt für die europäische Geschichte:
1. Der psychologische Epochenwechsel
Seit dem Eingreifen Gustav II. Adolfs in den Dreißigjährigen Krieg im Jahr 1630, lag über Nordeuropa der Schatten schwedischer Militärdominanz. Die schwedischen Truppen galten als unbezwingbare Veteranen. Dass das noch junge brandenburgische Heer diese europäische Großmacht im offenen Feld, unter numerischer Unterlegenheit der eigenen Infanterie, schlug und zum Rückzug zwang, war eine regelrechte Sensation. Es war das unmissverständliche Signal, dass eine neue Militärmacht die Bühne betreten hatte, und der Nimbus der schwedischen Unbesiegbarkeit war dauerhaft erschüttert.
2. Die Legitimation des „Miles perpetuus“
Der Sieg lieferte die endgültige historische Rechtfertigung für die Militärdoktrin des Kurfürsten. Friedrich Wilhelm hatte gegen den erbitterten Widerstand der märkischen Stände ein stehendes Heer (Miles perpetuus) und die dafür notwendigen Steuern durchgesetzt. Fehrbellin bewies den Landständen und der Bevölkerung im härtesten denkbaren Praxistest, dass diese Armee notwendig war, um die Heimat effektiv zu schützen. Ohne diesen Erfolg wäre die Festigung des brandenburgischen Militärstaates nach innen dauerhaft kaum haltbar gewesen.
3. Der bleibende außenpolitische Statusgewinn
Auch wenn unter französischem Druck im Frieden von Saint-Germain (1679) die Früchte der überragenden brandenburgischen Siege im Norden, die auf Fehrbellin folgten, verwehrt blieben und Brandenburg fast alle eroberten pommerschen Gebiete zurückgeben musste, war der langfristige Statusgewinn unumkehrbar. Brandenburg wurde fortan als eigenständiger Machtfaktor in Europa wahrgenommen. Der hier begründete militärische Ruhm und das gewachsene Selbstbewusstsein des Hauses Hohenzollern bildeten das unverzichtbare Fundament, auf dem Kurfürst Friedrich III. im Jahr 1701 in Königsberg die preußische Königskrone erlangen konnte.
Fehrbellin war der Hebel, der die Mark Brandenburg auf die europäische Bühne katapultierte und den Weg zur Großmachtstellung ebnete.
Der bleibende Beiname Friedrich Wilhelms – „Der Große Kurfürst“ – wurde an diesem Junitag geboren.«
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mit freundlicher Genehmigung von 𝔇𝔦𝔢 𝔐𝔞𝔯𝔨 𝔅𝔯𝔞𝔫𝔡𝔢𝔫𝔟𝔲𝔯𝔤
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