Wie aus einer deutschen Fürstentochter die russische Kaiserin wurde
Mit 14 Jahren ging Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst nach Russland. Sie war Prinzessin aus einem unbedeutenden deutschen Fürstenhaus und doch hatte man sie ausgewählt, den als Thronfolger vorgesehenen Großfürsten zu ehelichen. Für die Heirat konvertierte Sophie vom protestantischen zum orthodoxen Glauben und erhielt den Namen, mit den sie in die Geschichte einging: Katharina.
Quelle: www.frauendergeschichte.zdf.de
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Katharina die Große-Der Weg zum Zarenthron
Moderator: Barbarossa
Katharina die Große etablierte das Zarenreich als europ. Großmacht und zählt zu den einflussreichsten und mächtigsten Frauen der Geschichte,
von Friederike Haedecke
18 Jahre lang lebte sie am Zarenhof, gefangen in einer Ehe, die für sie zur Qual wurde: Peter und sie waren noch Kinder, als man sie zum Paar machte. Der junge Großfürst war voller Komplexe und kindlicher Leidenschaften. Am liebsten spielte er mit Holzsoldaten oder musizierte. Katharina langweilte sich in der höfischen Gesellschaft und empfand die Fete und Lustbarkeiten als öde und sinnlos. Sie entdeckte die Welt der Bücher für sich: Romane, antike Historiker und vor allem die Schriften der Aufklärer zogen sie in ihren Bann.
Quelle: http://www.frauendergeschichte.zdf.de
von Friederike Haedecke
18 Jahre lang lebte sie am Zarenhof, gefangen in einer Ehe, die für sie zur Qual wurde: Peter und sie waren noch Kinder, als man sie zum Paar machte. Der junge Großfürst war voller Komplexe und kindlicher Leidenschaften. Am liebsten spielte er mit Holzsoldaten oder musizierte. Katharina langweilte sich in der höfischen Gesellschaft und empfand die Fete und Lustbarkeiten als öde und sinnlos. Sie entdeckte die Welt der Bücher für sich: Romane, antike Historiker und vor allem die Schriften der Aufklärer zogen sie in ihren Bann.
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Auch körperliche Anziehung stellt sich beim Großfürstenpaar nicht ein und so bleibt der dringend Erwatetet Nachwuchs Jahr um Jahr aus. Erst 1754 wurde Sohn Paul geboren, von dem Katharina später in ihren Memoiren behauptete, dass er nicht das leibliche Kind ihres Mannes, sondern Ergebnis einer Affäre mit dem bekannten Schürzenjäger Saltykow wäre.
Quelle: www.frauendergeschichte.zdf.de
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Kaiserin Elisabeth, die amtierende Regentin, starb an Weihnachten 1761 und der Großfürst trat als Peter III. wie geplant die Nachfolge an. Doch die Beziehung zwischen ihn und seiner Frau war zu diesem Zeitpunkt bereits vollkommen zerrüttet. Katharina hatte ein weiteres Kind von einem Liebhaber bekommen, und ein drittes war von ihrem aktuellen Geliebten Orlow unterwegs. Auch Pete hatte sich eine Geliebt zugelegt und die Anzeichen mehrten sich, dass er auf eine Scheidung von Katharina drängen würde.
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Die Hochzeit on Katharina stand unter keinem guten Stern.
Doch die Großfürstin dachte nicht daran, ihren Platz kampflos zu räumen. Gemeinsam mit Orlow und seinen Brüdern bereitete sie über Monate einen Putsch vor. Den Orlow gelang es, die entscheidenden Garden für den Staatsstreich zu gewinnen. Am 9.7. ließ sich Katharina in Petersburg zur Kaiserin ausrufen. Peter ergab sich nahezu widerstandslos und unterschrieb die Abdankungsurkunde. Wenige Tage später war er tot. Bei einem angeblichen Streit, an dem auch Grogoris Bruder Alexej Orlow beteiligt war, sei er unglücklich zu Tode gekommen, hieß es. Zwar konnte nie nachgewiesen werden, dass Katharina einen Mord an ihrem Mann in Auftrag gegeben hatte, doch geht die Forschung davon aus, dass sie zumindest duldende Mitwisserin war.
Quelle: www.frauendergeschichte.zdf.de
Doch die Großfürstin dachte nicht daran, ihren Platz kampflos zu räumen. Gemeinsam mit Orlow und seinen Brüdern bereitete sie über Monate einen Putsch vor. Den Orlow gelang es, die entscheidenden Garden für den Staatsstreich zu gewinnen. Am 9.7. ließ sich Katharina in Petersburg zur Kaiserin ausrufen. Peter ergab sich nahezu widerstandslos und unterschrieb die Abdankungsurkunde. Wenige Tage später war er tot. Bei einem angeblichen Streit, an dem auch Grogoris Bruder Alexej Orlow beteiligt war, sei er unglücklich zu Tode gekommen, hieß es. Zwar konnte nie nachgewiesen werden, dass Katharina einen Mord an ihrem Mann in Auftrag gegeben hatte, doch geht die Forschung davon aus, dass sie zumindest duldende Mitwisserin war.
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Katharina wurde im Moskauer Kreml zur Kaiserin gekrönt und regierte das Land 34 Jahre lang.. Ihr gelang es, dem gigantischen russischen Reich eine Verwaltung zu geben, sie reformierte das Bildungswesen und behauptete Russlands Platz im Konzert der europ. Großmächte. Ihre Kriege vergrößerten das russische Territorium noch einmal erheblich. Für die Aufklärer ihrer Zeit war sie "das Licht des Nordens", doch über die Jahre ihrer Regierung gelang es ihr nicht, ihren aufklärerischen Schriften ausreichend Taten folgen zu lassen. Ihrer erfolgreichen Regierungsleistung verdankt sie den Beinamen 2die Große", den sie als einzige Herrscherin der Geschichte trägt.
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
In Erinnerung bleibt sie der Nachwelt auch durch ihr abwechslungsreiches Liebesleben, aus dem sie zeitlebens kein Geheimnis machte. 21 Liebhaber stellte sie offiziell bei Hofe als ihre "Favoriten" vor. Den meisten von ihnen blieb sie auch nach dem Ende der intimen Beziehung freundschaftlich verbunden und belohnte sie fürstlich. Die enormen sexuellen Ausschweifungen, die ihr in den folgenden Jahrhunderten angedichtet wurden, hat es aller Wahrscheinlichkeit nie gegeben. Sie starb im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls.
Quelle: http://www.frauendergeschichte.zdf.de
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
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ehemaliger Autor K.
Die Herrschaftsform von Katharina II wurde auch als „aufgeklärter Absolutismus“ bezeichnet, doch mit Aufklärung im westlichen Sinne, freie, selbstbewusste Bürger und Mitbestimmung in der Regierung, hatte diese Art von „Aufklärung“ genauso wenig zu tun wie das System von ihrem Zeitgenossen Friedrich II in Preußen. Beide Staaten beruhten auf der Leibeigenschaft der Bauern. Im Westen Europas war diese Form der Ausbeutung am Ende des Mittelalters schon vielfach verschwunden, in den Gebieten östlich der Elbe verlief es genau umgekehrt. Hier wurden erst ab dem 16. Jahrhundert einst freie Bauern in die Leibeigenschaft gedrängt. Man spricht daher auch von der zweiten Leibeigenschaft.
„Aufklärung“ in den ökonomisch rückständigen Staaten Preußen und Russland bedeutete: Rationalisierung der Verwaltung, vor allem um die Staatseinnahmen zu erhöhen zur Finanzierung der Armee zwecks territorialer Erweiterung, Sicherung der Adelsprivilegien und Abwehr aller emanzipatorischer Bestrebungen. Der „aufgeklärte Absolutismus“ der östlichen Staaten war eine Reaktion der dortigen Regierungen im Wettkampf mit den weiter fortgeschrittenen Staaten des Westens. Sie wollten mit ihnen konkurrieren, aber ihre rückständigen Strukturen nicht aufgeben.
Unter Katharina II wurden die Abgaben und Arbeitspflichten der Bauern erheblich erhöht. Die breite Verelendung der Bevölkerung provozierte den größten Bauernaufstand der russischen Geschichte 1773-1775 unter Führung der Kosaken von Pugatschow und wurde erst nach heftigen Kämpfen in einem Blutbad erstickt. Danach wurde die Leibeigenschaft noch verschärft und die Privilegien des Adels gesichert und ausgeweitet. Damit hat Katharina II die Weichen für die spätere Rückständigkeit Russlands gestellt und den Weg für eine trostlose Zukunft geebnet.
Preußen hatte das Glück, das es 1806 von Napoleon geschlagen wurde und dadurch ein umfangreicher Reformprozeß eingeleitet wurde.
Für Russland hingegen war der Sieg 1812 letztlich fatal, denn hier siegte ein Ancien Regime über einen modernen Staat und Zar Alexander I sah daher keinen Anlass für Veränderungen. Damit kam es zu einem Reformstau, der deutlich wurde, als das Land 1853 den Krimkrieg verlor und Moskau entdeckte, das ihr einst mächtiger Staat inzwischen zu einem der rückständigsten Gebilde Europas geworden war. Die jetzt hastig eingeleiteten Reformen, wie die Aufhebung der Leibeigenschaft 1861, kamen viel zu spät und wurden nicht konsequent durchgeführt. Der Weg in die Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten.
„Aufklärung“ in den ökonomisch rückständigen Staaten Preußen und Russland bedeutete: Rationalisierung der Verwaltung, vor allem um die Staatseinnahmen zu erhöhen zur Finanzierung der Armee zwecks territorialer Erweiterung, Sicherung der Adelsprivilegien und Abwehr aller emanzipatorischer Bestrebungen. Der „aufgeklärte Absolutismus“ der östlichen Staaten war eine Reaktion der dortigen Regierungen im Wettkampf mit den weiter fortgeschrittenen Staaten des Westens. Sie wollten mit ihnen konkurrieren, aber ihre rückständigen Strukturen nicht aufgeben.
Unter Katharina II wurden die Abgaben und Arbeitspflichten der Bauern erheblich erhöht. Die breite Verelendung der Bevölkerung provozierte den größten Bauernaufstand der russischen Geschichte 1773-1775 unter Führung der Kosaken von Pugatschow und wurde erst nach heftigen Kämpfen in einem Blutbad erstickt. Danach wurde die Leibeigenschaft noch verschärft und die Privilegien des Adels gesichert und ausgeweitet. Damit hat Katharina II die Weichen für die spätere Rückständigkeit Russlands gestellt und den Weg für eine trostlose Zukunft geebnet.
Preußen hatte das Glück, das es 1806 von Napoleon geschlagen wurde und dadurch ein umfangreicher Reformprozeß eingeleitet wurde.
Für Russland hingegen war der Sieg 1812 letztlich fatal, denn hier siegte ein Ancien Regime über einen modernen Staat und Zar Alexander I sah daher keinen Anlass für Veränderungen. Damit kam es zu einem Reformstau, der deutlich wurde, als das Land 1853 den Krimkrieg verlor und Moskau entdeckte, das ihr einst mächtiger Staat inzwischen zu einem der rückständigsten Gebilde Europas geworden war. Die jetzt hastig eingeleiteten Reformen, wie die Aufhebung der Leibeigenschaft 1861, kamen viel zu spät und wurden nicht konsequent durchgeführt. Der Weg in die Katastrophe war nicht mehr aufzuhalten.
- Barbarossa
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- Registriert: 09.07.2008, 16:46
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Textzitat in voller Länge:
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»Zar Peter III., Preußens Rettung, seine Absetzung und Ermordung
Am 17. Juli 1762 wurde der kurz zuvor entthronte russische Zar Peter III. auf dem Landgut Ropscha nahe Sankt Petersburg ermordet. Um den völlig unerwarteten Tod des abgesetzten Herrschers vor der europäischen Öffentlichkeit zu erklären, ließ seine Gattin und Nachfolgerin Katharina II. ein offizielles Manifest veröffentlichen. Darin wurde behauptet, der Zar sei an einer schweren, plötzlich aufgetretenen Unterleibserkrankung verstorben.
Die offizielle Erklärung war indes ein Ablenkungsmanöver der neuen Mächtigen im Land. Sie sollte der russischen Bevölkerung und den europäischen Höfen einen zwar tragischen aber letztlich natürlichen Tod vorspielen, um die tatsächlichen Hintergründe zu verdecken. In der Forschung gilt es heute jedoch als nahezu gesichert, dass Peter III. in seiner Gefangenschaft von Alexei Orlow und weiteren Verschwörern erdrosselt wurde.
Ein deutscher Herzog auf dem Zarenthron
Peter III. war als Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf in Kiel aufgewachsen. Er blieb seiner holsteinischen Heimat und der deutschen Sprache zeitlebens enger verbunden als seiner neuen russischen Heimat. Er empfand sich primär als protestantischer, deutscher Reichsfürst und wurde von der russischen Elite dementsprechend stets als hochmütiger Fremder wahrgenommen. Innerhalb seiner nur sechsmonatigen Regierungszeit machte er sich fast den gesamten Hof, das Militär und vor allem die russische-orthodoxe Kirche zum Feind. Der entscheidende Akteur beim Umsturz war schließlich seine eigene Ehefrau, die spätere Zarin Katharina II., gestützt auf die kaiserliche Garde und den hofnahen russischen Adel.
Dafür gab es drei wesentliche Gründe:
Erstens, der radikale außenpolitische Kurswechsel aus geradezu irrationaler preußenfreundlicher Gesinnung. Als fanatischer Bewunderer des preußischen Königs Friedrich II. vollzog der holsteinische Zar unmittelbar nach seinem Herrschaftsantritt im Januar 1762 eine beispiellose Kehrtwende. Er schloss einen einseitigen Frieden mit Preußen und gab alle im Siebenjährigen Krieg mühsam eroberten Gebiete, einschließlich des bereits russisch verwalteten Ostpreußens, bedingungslos zurück. Für das russische Offizierskorps, das jahrelang blutige Schlachten gegen Preußen geschlagen hatte, war die Preisgabe der russischen Erfolge ein unerträglicher Verrat. Völlig selbstlos war es indes nicht: Der Zar hoffte auf die Unterstützung Friedrichs II. bei einem Krieg gegen Dänemark um Holstein.
Zweitens, der Angriff auf die Landeskirche. Peter plante die Enteignung der Güter der russisch-orthodoxen Kirche nach dem protestantischem Vorbild im Heiligen Römischen Reich, befahl den Geistlichen ihre Bärte zu rasieren, und wollte lutherische Bräuche einführen. Damit verlor er den für jeden Zaren unerlässlichen Rückhalt der einflussreichen Geistlichkeit.
Drittens, die persönliche Bedrohung Katharinas. Peter machte keinen Hehl daraus, dass er seine kluge Gemahlin verstoßen, in ein Kloster sperren und seine Mätresse heiraten wollte. Um ihr eigenes Leben und das ihres Sohnes Paul zu retten, handelte Katharina sie. Am 9. Juli 1762 inszenierte sie gemeinsam mit den Brüdern Orlow den Staatsstreich. Die strategisch entscheidenden Garderegimenter, die sich gegen die Einführung preußischer Uniformen und des harten preußischen Exerzierreglements sträubten, liefen sofort zu ihr über. Peter wurde isoliert, zur Abdankung gezwungen und auf dem Landgut Ropscha festgesetzt.
Mord aus Staatsräson
Warum reichte die bloße Entthronung und Gefangenschaft nicht aus? Weshalb war der anschließende Mord aus Sicht der Verschwörer zwingend notwendig?
Aus machtpolitischer Sicht war ein lebender, legitimer Ex-Zar eine permanente, unkalkulierbare Gefahr für die neue Herrschaft. Katharinas eigene Legitimität war äußerst schwach; auch sie war als gebürtige deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt-Zerbst ohne traditionellen Anspruch auf den russischen Thron. Solange Peter lebte, bliebe er eine Gefahr und Ausgangspunkt einer Gegenverschwörung, gestützt auf unzufriedene Militärs oder für Unruhen im Volk. Eine mögliche Befreiung des abgedankten Zaren hätte das Reich in einen verheerenden Bürgerkrieg stürzen können. Die Brüder Orlow, die den Putsch angeführt hatten, erkannten dieses Risiko und beseitigten die Gefahr in Ropscha, um vollendete Tatsachen zu schaffen.
Katharinas moralische Schuld
Die persönliche Verantwortung und die moralische Dimension des Handelns Katharinas darf nicht unerwähnt bleiben. Ihr Aufstieg zur Macht beruhte auf einer tiefen moralischen Schuld und einer skrupellosen Doppelzüngigkeit, die Kern ihrer Herrschaft war. Eine öffentliche Untersuchung oder gar ein Gerichtsverfahren gegen die Orlows war selbstverständlich von vornherein ausgeschlossen; deren Macht war groß und die Zarin brauchte sie. Überhaupt wäre die eigene Lüge vom natürlichen Tod sofort entlarvt und ihr junges Regime delegitiert worden.
Doch die tatsächliche Niedertracht und Kälte Katharinas zeigt sich in der mörderischen Symbiose, die sie daraufhin einging: Sie deckte das Verbrechen nicht nur schweigend, sondern band die Königsmörder durch immense Gunstbeweise dauerhaft an sich. Die Mörder ihres Mannes wurden mit fürstlichen Gütern, Orden und höchsten Staatsämtern überhäuft. Diese Rangerhöhungen waren der Blutpreis für den Erhalt ihrer Krone und das gegenseitige Schweigen. Für ihren eigenen Machterhalt opferte Katharina jedes Recht, jeden Anstand und das Leben des Vaters ihres Kindes, während sie sich gleichzeitig nach außen durch Briefverkehr als feinsinnige Ikone der Aufklärung inszenierte.
Die Rechtfertigung des Verbrechens und das moralische Schweigen Europas
Dass Peter III. keines natürlichen Todes starb, war an den europäischen Höfen ein offenes Geheimnis. Dennoch blieb die Ächtung Katharinas aus, was an einer Kombination aus pragmatischer Machtpolitik und dem geschickten „Reputationsmanagement“ der Zarin lag.
Auf offizieller Ebene hielt der russische Hof die Fiktion des natürlichen Todes konsequent aufrecht, während man Peter im Ausland gezielt als unfähigen, labilen Geistesschwachen darstellte, der an den seelischen Belastungen seiner Abdankung innerhalb weniger Tage körperlich zugrunde gegangen sei. Friedrich II. von Preußen, der dem Zaren eigentlich tief verpflichtet war, denn nur durch dessen völligem Kurswechsel konnte er sich im Krieg behaupten, erkannte Katharinas Herrschaft als Erster offiziell an. Für ihn zählte einzig eiskalter Pragmatismus: Er benötigte dringend die russische Neutralität, um Preußen im verbleibenden Konflikt mit Österreich zu retten. Auch Wien und Paris schwiegen, da sie hofften, die neue Herrscherin für ihre jeweiligen Allianzen zu gewinnen.
Gleichzeitig verstand es Katharina meisterhaft, die europäische Öffentlichkeit zu lenken. Durch ihre intensiven Briefkontakte mit den führenden Köpfen der französischen Aufklärung wie Voltaire und Denis Diderot sicherte sie sich einflussreiche Fürsprecher. Diese Intellektuellen verharmlosten den Tod des angeblich despotischen Zaren in ihren Schriften bereitwillig und feierten die neue Kaiserin als aufgeklärte Lichtgestalt, wodurch jede moralische Empörung in Westeuropa im Keim erstickt wurde.
Quellenkritik und historische Bewertung
Die Forschung steht bei der Bewertung dieser Ereignisse vor einer klassischen Herausforderung. Die wichtigsten zeitgenössischen Dokumente stammen aus dem unmittelbaren Umfeld der Beteiligten selbst. Während die offiziellen Manifeste Katharinas die Legende vom natürlichen Tod verbreiteten, zeichneten ausländische Diplomaten in ihren Berichten allerdings ein anderes Bild. Sie verwiesen auf verdächtige Strangulationsmerkmale am Hals des aufgebahrten Leichnams und die ungewöhnliche Eile bei der Bestattung.
Besonders aufschlussreich sind die überlieferten Briefe Alexei Orlows aus Ropscha an Katharina, deren Echtheit in der Forschung zwar teilweise debattiert wird, die aber die enorme Nervosität der Bewacher dokumentieren. Ob Katharina den Mord direkt befahl, bleibt ungewiss und ist eher unwahrscheinlich, da eine angeordnete Hinrichtung ihrem mühsam aufgebauten Image als aufgeklärte, europäische Monarchin geschadet hätte. Dass sie die Mörder jedoch zeitlebens schützte und reich beschenkte, zeigt die Janusköpfigkeit ihrer Herrschaft: Ihre Macht beruhte auf einem Militärputsch und anschließendem Königsmord.
Friedrich II. profitierte indes von den russischen Wirren, konnte seinen Kopf aus der Schlinge eines fast verlorenen Krieges ziehen und letztlich einen Frieden auf dem Status quo ante bellum vereinbaren.«
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Quelle: https://www.facebook.com/share/1NXiXVZDzr/
mit freundlicher Genehmigung von 𝔇𝔦𝔢 𝔐𝔞𝔯𝔨 𝔅𝔯𝔞𝔫𝔡𝔢𝔫𝔟𝔲𝔯𝔤
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»Zar Peter III., Preußens Rettung, seine Absetzung und Ermordung
Am 17. Juli 1762 wurde der kurz zuvor entthronte russische Zar Peter III. auf dem Landgut Ropscha nahe Sankt Petersburg ermordet. Um den völlig unerwarteten Tod des abgesetzten Herrschers vor der europäischen Öffentlichkeit zu erklären, ließ seine Gattin und Nachfolgerin Katharina II. ein offizielles Manifest veröffentlichen. Darin wurde behauptet, der Zar sei an einer schweren, plötzlich aufgetretenen Unterleibserkrankung verstorben.
Die offizielle Erklärung war indes ein Ablenkungsmanöver der neuen Mächtigen im Land. Sie sollte der russischen Bevölkerung und den europäischen Höfen einen zwar tragischen aber letztlich natürlichen Tod vorspielen, um die tatsächlichen Hintergründe zu verdecken. In der Forschung gilt es heute jedoch als nahezu gesichert, dass Peter III. in seiner Gefangenschaft von Alexei Orlow und weiteren Verschwörern erdrosselt wurde.
Ein deutscher Herzog auf dem Zarenthron
Peter III. war als Karl Peter Ulrich von Schleswig-Holstein-Gottorf in Kiel aufgewachsen. Er blieb seiner holsteinischen Heimat und der deutschen Sprache zeitlebens enger verbunden als seiner neuen russischen Heimat. Er empfand sich primär als protestantischer, deutscher Reichsfürst und wurde von der russischen Elite dementsprechend stets als hochmütiger Fremder wahrgenommen. Innerhalb seiner nur sechsmonatigen Regierungszeit machte er sich fast den gesamten Hof, das Militär und vor allem die russische-orthodoxe Kirche zum Feind. Der entscheidende Akteur beim Umsturz war schließlich seine eigene Ehefrau, die spätere Zarin Katharina II., gestützt auf die kaiserliche Garde und den hofnahen russischen Adel.
Dafür gab es drei wesentliche Gründe:
Erstens, der radikale außenpolitische Kurswechsel aus geradezu irrationaler preußenfreundlicher Gesinnung. Als fanatischer Bewunderer des preußischen Königs Friedrich II. vollzog der holsteinische Zar unmittelbar nach seinem Herrschaftsantritt im Januar 1762 eine beispiellose Kehrtwende. Er schloss einen einseitigen Frieden mit Preußen und gab alle im Siebenjährigen Krieg mühsam eroberten Gebiete, einschließlich des bereits russisch verwalteten Ostpreußens, bedingungslos zurück. Für das russische Offizierskorps, das jahrelang blutige Schlachten gegen Preußen geschlagen hatte, war die Preisgabe der russischen Erfolge ein unerträglicher Verrat. Völlig selbstlos war es indes nicht: Der Zar hoffte auf die Unterstützung Friedrichs II. bei einem Krieg gegen Dänemark um Holstein.
Zweitens, der Angriff auf die Landeskirche. Peter plante die Enteignung der Güter der russisch-orthodoxen Kirche nach dem protestantischem Vorbild im Heiligen Römischen Reich, befahl den Geistlichen ihre Bärte zu rasieren, und wollte lutherische Bräuche einführen. Damit verlor er den für jeden Zaren unerlässlichen Rückhalt der einflussreichen Geistlichkeit.
Drittens, die persönliche Bedrohung Katharinas. Peter machte keinen Hehl daraus, dass er seine kluge Gemahlin verstoßen, in ein Kloster sperren und seine Mätresse heiraten wollte. Um ihr eigenes Leben und das ihres Sohnes Paul zu retten, handelte Katharina sie. Am 9. Juli 1762 inszenierte sie gemeinsam mit den Brüdern Orlow den Staatsstreich. Die strategisch entscheidenden Garderegimenter, die sich gegen die Einführung preußischer Uniformen und des harten preußischen Exerzierreglements sträubten, liefen sofort zu ihr über. Peter wurde isoliert, zur Abdankung gezwungen und auf dem Landgut Ropscha festgesetzt.
Mord aus Staatsräson
Warum reichte die bloße Entthronung und Gefangenschaft nicht aus? Weshalb war der anschließende Mord aus Sicht der Verschwörer zwingend notwendig?
Aus machtpolitischer Sicht war ein lebender, legitimer Ex-Zar eine permanente, unkalkulierbare Gefahr für die neue Herrschaft. Katharinas eigene Legitimität war äußerst schwach; auch sie war als gebürtige deutsche Prinzessin aus dem Hause Anhalt-Zerbst ohne traditionellen Anspruch auf den russischen Thron. Solange Peter lebte, bliebe er eine Gefahr und Ausgangspunkt einer Gegenverschwörung, gestützt auf unzufriedene Militärs oder für Unruhen im Volk. Eine mögliche Befreiung des abgedankten Zaren hätte das Reich in einen verheerenden Bürgerkrieg stürzen können. Die Brüder Orlow, die den Putsch angeführt hatten, erkannten dieses Risiko und beseitigten die Gefahr in Ropscha, um vollendete Tatsachen zu schaffen.
Katharinas moralische Schuld
Die persönliche Verantwortung und die moralische Dimension des Handelns Katharinas darf nicht unerwähnt bleiben. Ihr Aufstieg zur Macht beruhte auf einer tiefen moralischen Schuld und einer skrupellosen Doppelzüngigkeit, die Kern ihrer Herrschaft war. Eine öffentliche Untersuchung oder gar ein Gerichtsverfahren gegen die Orlows war selbstverständlich von vornherein ausgeschlossen; deren Macht war groß und die Zarin brauchte sie. Überhaupt wäre die eigene Lüge vom natürlichen Tod sofort entlarvt und ihr junges Regime delegitiert worden.
Doch die tatsächliche Niedertracht und Kälte Katharinas zeigt sich in der mörderischen Symbiose, die sie daraufhin einging: Sie deckte das Verbrechen nicht nur schweigend, sondern band die Königsmörder durch immense Gunstbeweise dauerhaft an sich. Die Mörder ihres Mannes wurden mit fürstlichen Gütern, Orden und höchsten Staatsämtern überhäuft. Diese Rangerhöhungen waren der Blutpreis für den Erhalt ihrer Krone und das gegenseitige Schweigen. Für ihren eigenen Machterhalt opferte Katharina jedes Recht, jeden Anstand und das Leben des Vaters ihres Kindes, während sie sich gleichzeitig nach außen durch Briefverkehr als feinsinnige Ikone der Aufklärung inszenierte.
Die Rechtfertigung des Verbrechens und das moralische Schweigen Europas
Dass Peter III. keines natürlichen Todes starb, war an den europäischen Höfen ein offenes Geheimnis. Dennoch blieb die Ächtung Katharinas aus, was an einer Kombination aus pragmatischer Machtpolitik und dem geschickten „Reputationsmanagement“ der Zarin lag.
Auf offizieller Ebene hielt der russische Hof die Fiktion des natürlichen Todes konsequent aufrecht, während man Peter im Ausland gezielt als unfähigen, labilen Geistesschwachen darstellte, der an den seelischen Belastungen seiner Abdankung innerhalb weniger Tage körperlich zugrunde gegangen sei. Friedrich II. von Preußen, der dem Zaren eigentlich tief verpflichtet war, denn nur durch dessen völligem Kurswechsel konnte er sich im Krieg behaupten, erkannte Katharinas Herrschaft als Erster offiziell an. Für ihn zählte einzig eiskalter Pragmatismus: Er benötigte dringend die russische Neutralität, um Preußen im verbleibenden Konflikt mit Österreich zu retten. Auch Wien und Paris schwiegen, da sie hofften, die neue Herrscherin für ihre jeweiligen Allianzen zu gewinnen.
Gleichzeitig verstand es Katharina meisterhaft, die europäische Öffentlichkeit zu lenken. Durch ihre intensiven Briefkontakte mit den führenden Köpfen der französischen Aufklärung wie Voltaire und Denis Diderot sicherte sie sich einflussreiche Fürsprecher. Diese Intellektuellen verharmlosten den Tod des angeblich despotischen Zaren in ihren Schriften bereitwillig und feierten die neue Kaiserin als aufgeklärte Lichtgestalt, wodurch jede moralische Empörung in Westeuropa im Keim erstickt wurde.
Quellenkritik und historische Bewertung
Die Forschung steht bei der Bewertung dieser Ereignisse vor einer klassischen Herausforderung. Die wichtigsten zeitgenössischen Dokumente stammen aus dem unmittelbaren Umfeld der Beteiligten selbst. Während die offiziellen Manifeste Katharinas die Legende vom natürlichen Tod verbreiteten, zeichneten ausländische Diplomaten in ihren Berichten allerdings ein anderes Bild. Sie verwiesen auf verdächtige Strangulationsmerkmale am Hals des aufgebahrten Leichnams und die ungewöhnliche Eile bei der Bestattung.
Besonders aufschlussreich sind die überlieferten Briefe Alexei Orlows aus Ropscha an Katharina, deren Echtheit in der Forschung zwar teilweise debattiert wird, die aber die enorme Nervosität der Bewacher dokumentieren. Ob Katharina den Mord direkt befahl, bleibt ungewiss und ist eher unwahrscheinlich, da eine angeordnete Hinrichtung ihrem mühsam aufgebauten Image als aufgeklärte, europäische Monarchin geschadet hätte. Dass sie die Mörder jedoch zeitlebens schützte und reich beschenkte, zeigt die Janusköpfigkeit ihrer Herrschaft: Ihre Macht beruhte auf einem Militärputsch und anschließendem Königsmord.
Friedrich II. profitierte indes von den russischen Wirren, konnte seinen Kopf aus der Schlinge eines fast verlorenen Krieges ziehen und letztlich einen Frieden auf dem Status quo ante bellum vereinbaren.«
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