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Moderator: Barbarossa

 
Aneri

Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

12.09.2013, 19:27

Renegat hat geschrieben:
Sorry Aneri, kannst du das Problem, die Spannungen im Hinblick auf Identität, bitte ohne Bilder benennen.
Und sind das wirklich Identitätsprobleme oder eher Spannungen aufgrund undurchlässiger Gesellschaftsschichten?

Nein, ich denke unsere Denkensweisen sich so unterscheiden (Identitästsproblem also :wink: ), dass es kein Sinn hat. Zudem habe ich in Moment keine Zeit.

Viel Spaß beim Diskutieren.
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

12.09.2013, 21:25

Renegat hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Zz schaut's also so aus:

Qualifizierte Deutsche (und z.T. auch Türken) kehren dem Land den Rücken, während Wirtschaftsflüchtlinge ins Sozialsystem einwandern.

:arrow: Deutschland schafft sich ab.



Gähn....Sarrazin-Tiraden. Ich weiß gar nicht, was diese Unterscheidung immer soll.


Welche Unterscheidung?

Renegat hat geschrieben:
Außer Kriegsflüchtlingen, die aus einem konkreten Anlaß kommen, verlassen Migranten aus einer Kombination von Gründen ihr Land, die sie für sich keine Perspektive sehen lassen. Sie sind meist jung, alleinstehend und haben die Lebensaufbauphase noch vor sich.


Es sind fast ausschließlich Männer, mit unterdurchschnittlicher Ausbildung, die nicht mehr viel zu verlieren haben.


Renegat hat geschrieben:
Nach solchen Leuten müßte sich eigentlich jedes Land die Finger lecken, denn sie bringen einen starken, eigenen Antrieb zum Aufstieg mit.


Machen die meisten OECD Länder nicht; die klassischen Einwanderungsländer USA, Australien oder Kanada schon gar nicht;

hat wohl seine Gründe.

Renegat hat geschrieben:
Irgendwo im Thema hatte ich das historische Beispiel der amerikanischen Einwanderung und wirtschaftlichen Aufstiegs herangezogen. Geschlossene Syteme dagegen stagnieren oder steigen ab.
Wer die Aufbauphase noch vor sich hat, arbeitet idR hart, zahlt in die Sozialsysteme ein und konsumiert.


Na schau dir mal die Abschlüsse, die Arbeitlosenquote und die Abhängigkeit von Sozialtransfers und die Kriminalitätsrate bei vielen Migranten bzw Deutschen mit Migrationshintergund an.

Renegat hat geschrieben:
Dies gilt natürlich genauso für Alt- und Neudeutsche, die in D keine Perspektive für sich sehen und das Land verlassen. Wir sollten uns dringend die Frage stellen, wie wir diesen Menschen eine Perspektive bieten können.


Allerdings.

Renegat hat geschrieben:
An der Stelle bin ich dann wieder beim Thema, denn für junge Menschen mit ausländischen Wurzeln und ihren Bekanntenkreis haben Aussagen wie die von Sarrazin und seinen Fans eine sehr negative Wirkung. Sie schrecken ab, schaffen ein Klima, in dem sich weltoffene, junge Menschen nicht wohl fühlen und deshalb gehen sie woanders hin.


Nein. Es sind hauptsächlich monetäre Gründe.

Renegat hat geschrieben:
Dazu kommen noch die Auswüchse des deregulierten Arbeitsmarkts, von denen junge Menschen zuerst betroffen waren und sind.[...]


Jein. In Südeuropa sind sie z.B. Opfer eines überregulierten Arbeitsmarktes. Kaum ein Unternehmen vergiebt dort einen fixen Arbeitsplatz, weil die strengen Arbeitsschutzgesetze diese Art von Arbeitnehmern fast unkündbar machen.


Renegat hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Könntet ja mal damit anfangen, eigene qualifizierte Leute zu motivieren, im Land zu bleiben und dafür Sorge tragen, dass die Deutschen wieder ein paar Kinder mehr bekommen. Davon ist im Wahlkampf aber z.B. überhaupt nichts zu hören.

Zur Motivation im Land zu bleiben, habe ich oben schon einiges gesagt. Kinderkriegen kann man nicht erzwingen, man kann aber ein Klima schaffen, dass Kinder wieder möglich macht. Dazu gehört Offenheit und Schichtendurchlässigkeit, denn eins muß uns klar sein, es werden nicht die top ausgebildeten, urdeutschen Frauen sein, die die Kinder kriegen. Die haben dazu keine Zeit und keine Möglichkeit, selbst wenn sie es sich sehnlichst wünschen.


Halte ich für ein Ammenmärchen. Wenn das die Franzosen und Skandinavier schaffen, könnten es die Deutschen theoretisch auch -ist aber politisch nicht gewollt.

Es wäre schon mal ein Anfang, wenn das "nur Hausfrau" sein nicht gesellschaftlich dermaßen verpönt wäre.

Renegat hat geschrieben:
Der Spagat zwischen den superstressigen Jobs von heute und kleinen Kindern ist nicht zu meistern. So traurig es ist, es läuft realistisch betrachtet auf eine Arbeitsteilung bei der "Nachwuchsproduktion" hinaus.
Die Unterschicht oder andere Länder kriegen die Kinder.


Das ist Sarrazin pur, und leider richtig. :|

Renegat hat geschrieben:
Wir können nur durch Bildung und Offenheit dafür sorgen, dass diese Kinder und Jugendlichen unsere Gesellschaft bereichern.


Nein, die realpolitische Möglichkeit ist diesbezüglich sehr eingeschränkt. Um jemanden aus dem Unterschichtsmilieu zu fördern, müsstest du als erstes dessen soziale Umgebung ändern -im großen Stil ein Ding der Unmöglichkeit.

Sie "bereichern" die Gesellschaft auch. Mit Gewalt und mit dem Konsum von Sozialleistungen.



Renegat hat geschrieben:
Dazu müssen wir uns ganz schnell von der Vorstellung lösen, dass "richtige" Deutsche germanisch aussehen und urdeutsche Namen haben müssen, denn dieses Abstammungsnationalitätsgehabe grenzt aus.


Wie ich schon sagte, man muss schonauf eine sehr spezielle Art denken, um derartige Statements vom Stapel zu lassen.

Wen interessiert schon das Äußere ? :!:

Außer die TAZ, die Rösler jüngst mit unverschämten Fragen auf dessen Phänotyp reduzierte, und die NPD niemanden.

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/m ... 69406.html
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

12.09.2013, 21:39

Weil's grad passt; Migrationsentwicklung weltweit:

http://derstandard.at/1378248835431/Mig ... -nie-zuvor
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
Renegat
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

12.09.2013, 22:19

Titus, ich antworte ohne Zitate, weil Doppelzitate zu mühselig sind.

Die Bezeichnung Wirtschaftsflüchtlinge stört mich, ich weiß nämlich gar nicht, welche anderen Flüchtlinge du meinst? Nennst du die Amerikaauswanderer aus D bis weit in die 60er auch Wirtschaftsflüchtlinge?
Alle Migranten haben ein sehr persönliches Bündel an Gründen, die Wissenschaft unterscheidet Push- und Pullfaktoren.

Zum Ausbildungsstand kannst du viel behaupten. Weißt du eigentlich, welche excellenten Ausbildungen gerade die Ostblockmigranten mitbringen. Das Problem war lange Zeit, dass diese Abschlüsse nicht anerkannt wurden, so wurden Ingenieure Taxifahrer, anstatt sie mit Sprach- und anderen Crashkursen einzuarbeiten.

Höhere Kriminalität, schlechte Schulabschlüsse und dadurch Arbeitslosigkeit ist ein Unterschichtproblem. Und an der Stelle hast du recht, in der Unterschicht befinden sich überproportional ehem. Migranten. Das ist ein normales Migrationsphänomen, der Aufstieg gelingt nicht allen in einer Generation, vor allem wenn eine Gesellschaft insgesamt schichtenundurchlässiger geworden ist. Daran muß gearbeitet werden und da gibt es viel nachzuholen, selbst die Generation der 20-35- Jährigen ist noch nicht verloren, immerhin können die deutsch und kennen sich hier aus.


Über die Gründe der Auswanderer können wir beide nur Behauptungen aufstellen. Da in Deutschland niemand verhungert und du oben behauptet hast, Migranten sind hauptsächlich junge Männer, die nichts mehr zu verlieren haben, kann es das Geld wohl nicht sein.

Über das rechte Maß bei der Deregulierung des Arbeitsmarktes sollten wir an anderer Stelle diskutieren, evtl. hier viewtopic.php?f=7&t=1164&p=26435#p26435

Zum Kinderkriegen,
es ist mE realistischer, einem bereits geborenen Kind oder Jugendlichen Chancen zu bieten als davon zu träumen, dass die Geburtenrate der deutschen Frauen in absehbarer Zeit steigt.
Das kannst du nur durch Zwang und Diktatur erreichen, wie es die Nazis mit ihrem Lebensbornprojekt versucht haben
oder China mit ihrer Einkindpolitik.
Wahrscheinlich denken wir wirklich zu unterschiedlich, ich gucke mir die Realität mit Blick auf Vorerfahrungen aus der Geschichte an und sehe überall Migration. Die ganze Menschheitsgeschichte besteht aus Migrationen. Zum Kinderkriegen und Hierbleiben kannst du niemanden zwingen, also muß man pragmatisch das machen, was möglich ist und was die Menschen freiwillig und aus eigenem Antrieb tun.
 
RedScorpion

Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

12.09.2013, 22:59

Aneri hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Was nützt geringe Arbeitslosenquote, wenn D zusammen mit Litauen den Spitzenplatz in der EU, was den Anteil an Niedriglohnjobs angeht, einnimmt?

Hm-m, da du noch wegen der Auswanderung seine Quellen nicht verraten hast, ...
...

Ich hatte u.a. eine Graphik gepostet, liebe Aneri, und dachte, dass Du selbst auch Zugang zum World Wide Web hast.


Aneri hat geschrieben:
...
... denke ich, auch hier wirst du uns es verheimlichen.
...

Aber mitnichten, liebe Aneri:
Bild
aus http://netzfrauen.org/wp-content/upload ... abelle.jpg

http://www.spd-odenthal.de/picture/3043 ... index.html

aus http://www.boeckler.de/43185_43193.htm

http://www.wirtschaftundgesellschaft.de ... ellenwert/

usw. und so fort.



Aneri hat geschrieben:
...
Ich nämlich bin Litauerin ...
...

Das ist schön, liebe Aneri.


Aneri hat geschrieben:
...
... und deine zitierte Behauptung finde ich lächerlich.
...

Wohl bekomm's, liebe Aneri.


Aneri hat geschrieben:
...
Wenn man will etwas beweisen, dann vergleicht man manchmal Äpfel mit Birnen, wenn es einem gerade passt.

Man bemühe das Internet und kann so gut wie jederzeit, von vielen Orten der Welt, kontrollieren, was jemand schreibt, liebe Aneri.


Aneri hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
Sorry Aneri, kannst du das Problem, die Spannungen im Hinblick auf Identität, bitte ohne Bilder benennen.
Und sind das wirklich Identitätsprobleme oder eher Spannungen aufgrund undurchlässiger Gesellschaftsschichten?

Nein, ich denke unsere Denkensweisen sich so unterscheiden (Identitästsproblem also :wink: ), dass es kein Sinn hat. Zudem habe ich in Moment keine Zeit.

Viel Spaß beim Diskutieren.

Dir auch einen schönen Abend, liebste Aneri.

***kopfschüttel***
P.S. Es war mitnichten meine Absicht - wie sich imho leicht oben herauslesen lässt - irgendwelche baltischen Staaten blosszustellen; es ging mir lediglich darum zu zeigen, dass Deutschlands vermeintliche Vorangstellung teuer erkauft ist. Und zwar nicht durch Bürgschaften und ähnliche Pseudo-Geschenke, sondern u.a. durch einen billigen Lohnsektor, um den sich von Seiten der Regierung und Wirtschaft nicht gekümmert wird.


LG
 
Aneri

Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

13.09.2013, 19:27

RedScorpion hat geschrieben:
Ich hatte u.a. eine Graphik gepostet, liebe Aneri, und dachte, dass Du selbst auch Zugang zum World Wide Web hast.
Habe ich. Habe ich auch Links gepostet, die mit Einklang mit deiner Grafik sind. Die übrigens habe ich wirklich übersehen. Dennoch die Frage bleibt, woher nimmst du an, dass
Deutschland war bis vor der Eurokrise ... Netto-Auswanderungsland;

Deine Grafik doch gerade beweist, dass es nicht stimmt.

P.S. Es war mitnichten meine Absicht - wie sich imho leicht oben herauslesen lässt - irgendwelche baltischen Staaten blosszustellen;

Das habe ich auch nicht so verstanden. Nur wie ich sagte, man vergleicht Apfel mit Birnen. In Litauen nach Zusammenbruch der Wirtschaft hat man meistens schwarz gearbeitet, da neue Kapitalisten sehr ungern ihre Einnahmen mit dem Staat teilten. Jetzt kommt schon ein bisschen Ordnung. Dennoch viele - immer noch zu viel - bekommen nur ein Teil ihres Lohns offioziell. Gerade Handwerker lassen ein Teil ihres Verdienstes noch schwarz bezahlen. Somit sind sie in der Statistik als Niedriglohnsektor erfasst obwohl gehören nicht dahin.
Zum Anderem wie wird Niedriglohn erfasst?! Diese Niedriglöhner verlassen ihre Familien und ziehen nach Deutschland, England, Schweden und da im Niedriglohnsektor zu arbeiten. Weil diese Lohn für sie hoch genug ist in Vergleich mit Heimat.
 
RedScorpion

Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

13.09.2013, 19:51

Aneri hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Ich hatte u.a. eine Graphik gepostet, liebe Aneri, und dachte, dass Du selbst auch Zugang zum World Wide Web hast.
Habe ich. Habe ich auch Links gepostet, die mit Einklang mit deiner Grafik sind. Die übrigens habe ich wirklich übersehen. Dennoch die Frage bleibt, woher nimmst du an, dass
Deutschland war bis vor der Eurokrise ... Netto-Auswanderungsland;

Deine Grafik doch gerade beweist, dass es nicht stimmt.
...

:wtf: :?:


Aneri hat geschrieben:
...
Nur wie ich sagte, man vergleicht Apfel mit Birnen. In Litauen nach Zusammenbruch der Wirtschaft hat man meistens schwarz gearbeitet, da neue Kapitalisten sehr ungern ihre Einnahmen mit dem Staat teilten. Jetzt kommt schon ein bisschen Ordnung. Dennoch viele - immer noch zu viel - bekommen nur ein Teil ihres Lohns offioziell. Gerade Handwerker lassen ein Teil ihres Verdienstes noch schwarz bezahlen. Somit sind sie in der Statistik als Niedriglohnsektor erfasst obwohl gehören nicht dahin.
Zum Anderem wie wird Niedriglohn erfasst?! Diese Niedriglöhner verlassen ihre Familien und ziehen nach Deutschland, England, Schweden und da im Niedriglohnsektor zu arbeiten. Weil diese Lohn für sie hoch genug ist in Vergleich mit Heimat.

Und wo wäre der Widerspruch?
Keiner hat behauptet, Deutschlands Niedriglöhne seien niedriger als Litauens; das ist überhaupt nicht der Punkt.

Sondern, dass in beiden Ländern 'was schiefläuft, obwohl zumindest in Deutschland der Tenor genau das Ggteil davon suggeriert.

Sei's drum, die Kommunikation mit Dir hier im 3d ist vllt nicht so sehr glücklich. Die Missverständnisse sind doch gross, imho. :(



LG
 
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Barbarossa
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

13.09.2013, 21:13

RedScorpion hat geschrieben:
...
Sei's drum, die Kommunikation mit Dir hier im 3d ist vllt nicht so sehr glücklich. Die Missverständnisse sind doch gross, imho. :(



LG

:arrow: Lest dazu doch bitte mal hier: viewtopic.php?p=27088#p27088
Die Diskussion ist eröffnet!

Jedes Forum lebt erst, wenn Viele mitdiskutieren.
Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 03:28

Gutes Video zum Thema deutsche Demographie:

http://www.youtube.com/watch?v=THtOE7XcFQY
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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dieter
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 09:39

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Gutes Video zum Thema deutsche Demographie:

http://www.youtube.com/watch?v=THtOE7XcFQY

Lieber Titus,
ich habe inzwischen drei Enkelkinder, da meine liebe Frau nach der Geburt unseres Sohnes größere Schwierigkeiten hatte wegen der Nachgeburt bekam 18 Spritzen , mußte länger im Krankenhaus bleiben, mußten wir die weitere Produktion einstellen, um das Leben meiner lieben Frau nicht zu gefährden. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Renegat
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 10:35

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Gutes Video zum Thema deutsche Demographie:

http://www.youtube.com/watch?v=THtOE7XcFQY


Ja, das ist ein gutes, sachliches Video. Die Fakten sind mir nicht neu, bestätigen iW die Aussagen, die ich in meiner letzten Antwort an Titus gemacht habe.
Es geht sogar noch einen Schritt weiter, indem es feststellt, dass wir die gutausgebildeten Frauen unbedingt in der Wirtschaft brauchen. Damit ist für mich klar, dass konservative, familienpolitische Maßnahmen nicht weiterhelfen.

Interessant war auch die unterschiedliche demographische Entwicklung in BRD und DDR. Es ist lange bekannt, dass es den Babyboomerhöhepunkt in 1963/64 und den sog. Pillenknick gibt. Diese Einbrüche wurden aber durch Zuwanderung kompensiert. Seit der Wende ist die Zuwanderung erheblich zurückgegangen, eine Bestätigung von RS Zahlen.
Die dramatische Abwanderung von gut ausgebildeten, jungen Frauen aus den östlichen Bundesländern und die Folgen zeigen die Zukunft für ganz D.
Ganz heilen kann man einen demographischen Bruch, der seit mind. 2 Generationen besteht, nicht, denn die Frauen, die die Kinder kriegen sollten, wurden nicht geboren.

Dieses Thema treibt mich schon länger um, ich würde es einerseits gern in einem eigenen Thread betrachten, hätte gestern schon fast eine Umfrage dazu erstellt. Andererseits gehört die Diskussion über Migrationsergebnisse unbedingt zur Zusammensetzung der Bevölkerung in D. Was schlagt ihr vor?
 
Aneri

Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 10:48

RedScorpion hat geschrieben:
:wtf: :?:

Bild
Wie ließt du denn bitte schön, wo Nettauswanderung in der Grafik ist?! vertikale Achse: positive Zahlen - Nettoeinwanderung, negative - Nettoauswanderung.

Sei's drum, die Kommunikation mit Dir hier im 3d ist vllt nicht so sehr glücklich. Die Missverständnisse sind doch gross, imho. :(

Genau. Es gibt mir zu bedenken, woran das liegt, nur, vermute ich, kommen wir zu verschiedenen Ergebnissen :P .
 
Renegat
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 11:32

Aneri, das Mißverständnis hatten wir schon aufgeklärt.
Aus der obigen Grafik geht hervor, dass der Zuzug nach Deutschland hinein seit Anfang der 90er Jahre gesunken ist. Seit Mitte der 90er dümpelt er um 100000 Menschen/Jahr.
Wegzug aus Deutschland ist statistisch schwer nachzuweisen, weil sich Auswanderer selten abmelden. Das heißt, es gibt eine erhebliche Dunkelziffer beim Verlassen von D. Bei der Einwanderung gibt es die auch, die ist aber unerheblich, weil sie Einwanderung in die Schwarzarbeit darstellt. Wer in D offiziell leben und arbeiten will, muß sich anmelden. Selbst wenn er zum Arzt will, ein Bankkonto eröffnen, muß er sich anmelden. Abmelden ist dagegen nicht nötig, zieht man innerhalb Ds um und meldet sich am neuen Wohnort an, meldet das die neue Stadt an die alte. Bei Umzug ins Ausland geschieht das idR nicht, innerhalb EU teilweise.

Diese lange nur vermutete negative Bilanz hat die letzte Volkszählung bestätigt.

Das bedeutet, wir haben seit ungefähr einer Generation keinen Bevölkerungszugang von außen mehr.

Die subjektive Wahrnehmung kann aber davon abweichen, aus verschiedenen Gründen.
Aneri, es wäre schön, wenn du erklären könntest, warum dein Eindruck anders ist. Teilweise hast du das angedeutet, indem du dich selbst als Ausländer bezeichnest und sagst, dass du es Äußerungen dir gegenüber entnommen hast.
 
RedScorpion

Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 13:07

Renegat hat geschrieben:
Aneri, das Mißverständnis hatten wir schon aufgeklärt.
Aus der obigen Grafik geht hervor, dass der Zuzug nach Deutschland hinein seit Anfang der 90er Jahre gesunken ist. Seit Mitte der 90er dümpelt er um 100000 Menschen/Jahr.
Wegzug aus Deutschland ist statistisch schwer nachzuweisen, weil sich Auswanderer selten abmelden. Das heißt, es gibt eine erhebliche Dunkelziffer beim Verlassen von D. Bei der Einwanderung gibt es die auch, die ist aber unerheblich, weil sie Einwanderung in die Schwarzarbeit darstellt. Wer in D offiziell leben und arbeiten will, muß sich anmelden. Selbst wenn er zum Arzt will, ein Bankkonto eröffnen, muß er sich anmelden.
...

So.

Die Graphik oben zeigt 'nen negativen Saldo für die Jahre 2007 und 2008, andere - mit ähnlichem Kurvenverlauf - auch für das Jahr 2009. Die Netcommunity behauptet teilweise (ob zu recht oder nicht), dass in diesen Jahren versucht wurde, Daten der Fortzügler abzugleichen und diese einfach in diesen Jahren (also für die Jahre, in denen man das bemerkt hatte) - zumindest teilweise - abgezogen wurden.

Wie aber der Wiki-Link, den ich oben noch gesetzt hatte, zeigt, ist die Dunkelziffer allein der dt. Auswanderer, die sich nicht abmelden, bei +- 100.000 pro Jahr;

und dadurch würden viele Jahre negativ;

was sich dann wieder decken tät mit all den anderen Links aus Artikeln, die u.a. auch Aneri selbst gepostet hatte.


Der mentale Link zum Thema ist, dass bisher in weiten Teilen der Bev. immer noch nicht geschnallt wurde, dass Deutschland "ausblutet" bzw. allein schon durch mangelnde Einwanderung schrumpft, und nicht durch EU, Griechenland usw. sondern durch eigene verfehlte Lohn-, Steuer-, Arbeitsmarkt-, Wirtschaftspolitik.
Deutschland ist darin keine Leuchte, im Ggteil.
Nur weil andere darin z.T. noch schlechter sind, heisst das nicht, dass D top ist.

Und das geht gegen den nationalen Mythos.
Das ist Steinbrücks Schwierigkeit.
Merkel versucht, ihn zu bedienen, indem sie gar nix macht und angebliche Tugenden bejubelt und Daten schönredet bzw. schönschweigt.

Auch hier im Forum klingt immer wieder durch (bzw. eigentlich ständig, auch von Aneri), wie toll D angeblich ist. Ist es vllt auch, aber gerade nicht auf besagtem Gebiet. Darin ist es sogar herausragend schlecht.





LG
 
Harald
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Re: Nationalstolz - nationale Identität in Deutschland

14.09.2013, 14:05

Die Fußball WM 2006 in D wurde hier schon angesprochen. Es wardas erstemal, daß die Jugend wieder Nationalstolz oder Patriotismus zeigte, und die Welt staunte Bauklötze, daß dies fröhlich und ohne Feindschaft gegen irgendjemand auf der ganzen Welt geschah. Was mir besonders auffiel war, daß die hier lebenden Ausländer oder Leute mit MHG sich ehrlich genauso über deutsche Fußballsiege freute. Nur wenige deutsche Idioten mißbilligten die ehrliche Freude und Fröhlichkeit.

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