Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
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Marek1964
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

08.11.2014, 10:49

dieter hat geschrieben:
Lieber Marek,
das ist leider wahr. Aber man kann die Toten nicht aufrechnen, jeder Tote ist einer zu viel. :roll:


Darum geht es auch nicht. Aber die Ideologie Hitlers zielte auf Krieg und Vernichtung von Völkern und Rassen, während der Kommunismus die ideale klassenlose Gesellschaft hätte bringen sollen.
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

08.11.2014, 16:11

Rassengenozid bei den braunen, Klassengenozid bei den dunkelroten Sozialisten.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
Lia

Re: Karl Marx und der Klassenkampf

08.11.2014, 16:21

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Klassengenozid bei den dunkelroten Sozialisten.

Stichwort Kulaken. U.a.
Sollte hier aber nicht wieder in einen Marathon von Vergleichen und Wertungen abgleiten, wer denn nun das größere Unrecht beging.
Was hat Marx's wirklich ewirkt? Nur Negatives? Oder hat er direkt oder indirekt doch dazu beigetragen, dass es so etwas gab wie
" soziale Marktwirtschaft"?
 
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Marek1964
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

08.11.2014, 21:34

Lia hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Klassengenozid bei den dunkelroten Sozialisten.

Stichwort Kulaken. U.a.
Sollte hier aber nicht wieder in einen Marathon von Vergleichen und Wertungen abgleiten, wer denn nun das größere Unrecht beging.
Was hat Marx's wirklich ewirkt? Nur Negatives? Oder hat er direkt oder indirekt doch dazu beigetragen, dass es so etwas gab wie
" soziale Marktwirtschaft"?


Diese Frage ist wohl so alt wie der real existierende Sozialismus.

Marx war Philosoph und meinetwegen Ökonom, aber er hat wohl nicht die physische Liquidation der Kapitalisten im Sinne gehabt, nur die wirtschaftliche Enteignung und Tötung nur bei Widerstand.

Seine Theorien mochten als Antithese zum Manchester Kapitalismus durchaus beigetragen haben. Sie haben ja auch ausgerechnet Bismarck dazu bewogen, als erster die Sozialversicherungen einzuführen, wobei ich auch gehört habe, dass Lasalle mehr dazu beigetragen haben soll. Bismarck soll sie ja mit den Worten begründet haben, man wolle verhindern, dass der Arbeiter zum "sozialistischen Wunderdoktor" gehe.

Spätestens aber nach 1896 sahen die klugen Sozialisten ein, dass an Marx Lehre ein Haufen nicht stimmte.

Insofern sehe ich vielleicht einen Beitrag, aber das Gesamtkonzept war mit der Diktatur des Proletariats, der Legitimation der Gewalt eben dazu programmiert, Elend zu schaffen.

Wenn ich böse bin, kann ich auch das Argument bringen, Hitler habe ja auch gute Seiten gehabt, mit den Autobahnen und der KdF Einrichtungen, der Beseitigung der Arbeitslosigkeit. Unterm Strich war aber die Medizin schlimmer als die Krankheit, in beiden Fällen.

Karl Marx ging von einem falschen Menschenbild aus. Ausserdem übersah er den Schöpfergeist des Unternehmertums.
 
Spartaner
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

09.11.2014, 01:59

Lia hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Klassengenozid bei den dunkelroten Sozialisten.

Stichwort Kulaken. U.a.
Sollte hier aber nicht wieder in einen Marathon von Vergleichen und Wertungen abgleiten, wer denn nun das größere Unrecht beging.
Was hat Marx's wirklich ewirkt? Nur Negatives? Oder hat er direkt oder indirekt doch dazu beigetragen, dass es so etwas gab wie
" soziale Marktwirtschaft"?

Eins muss man Marx zugestehen . Er hat die Art Konfuzianismus- das wílhelmische Untertanendenken in Deutschland beendet.
Nach Marx gab es sehr viel Arbeiterbünde, die sich in der Zeit nach ihm gegründet hatten und nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich Russland und England. Zu der Zeit wurden Arbeiter auch noch ausgebeutet. Deshalb war Marx nur eine Folgerichtigkeit der damligen Zeit. Das Klassendenken hat auch nicht Marx eingeführt, sondern war auch das Denken der Adligen, der Fabrikbesitzer und Großgrundbesitzer der damligen Zeit geprägt worden.
 
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dieter
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

09.11.2014, 10:03

Marek1964 hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Lieber Marek,
das ist leider wahr. Aber man kann die Toten nicht aufrechnen, jeder Tote ist einer zu viel. :roll:


Darum geht es auch nicht. Aber die Ideologie Hitlers zielte auf Krieg und Vernichtung von Völkern und Rassen, während der Kommunismus die ideale klassenlose Gesellschaft hätte bringen sollen.

Lieber Marek,
hat er auch nicht gebracht, wie ich durch meinen Besuch bei meiner Verwandtschaft sehen konnte. Der Kommunismus ist mit seiner Klassenideologie genauso menschenverachtend wie der Nazismus. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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dieter
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

09.11.2014, 10:07

Spartaner hat geschrieben:
Lia hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Klassengenozid bei den dunkelroten Sozialisten.

Stichwort Kulaken. U.a.
Sollte hier aber nicht wieder in einen Marathon von Vergleichen und Wertungen abgleiten, wer denn nun das größere Unrecht beging.
Was hat Marx's wirklich ewirkt? Nur Negatives? Oder hat er direkt oder indirekt doch dazu beigetragen, dass es so etwas gab wie
" soziale Marktwirtschaft"?

Eins muss man Marx zugestehen . Er hat die Art Konfuzianismus- das wílhelmische Untertanendenken in Deutschland beendet.
Nach Marx gab es sehr viel Arbeiterbünde, die sich in der Zeit nach ihm gegründet hatten und nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich Russland und England. Zu der Zeit wurden Arbeiter auch noch ausgebeutet. Deshalb war Marx nur eine Folgerichtigkeit der damligen Zeit. Das Klassendenken hat auch nicht Marx eingeführt, sondern war auch das Denken der Adligen, der Fabrikbesitzer und Großgrundbesitzer der damligen Zeit geprägt worden.

Lieber Spartaner,
meine vollkommene Zustimmung. Das Klassendenken wurde von den Großkopfeten betrieben und die Kleinen Leute haben versucht, sich dagegen zu wehren. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Renegat
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Re: Karl Marx und der Klassenkampf

09.11.2014, 11:34

Meist wird Marx und sein kommunistisches Manifest 1:1 herangezogen und ein bißchen wie Bibel und Koran entweder zur unumstößlichen Wahrheit erhoben oder als Komplettirrweg verteufelt. Da ich Marx nicht im Original gelesen habe, nur aus 2. Hand einige Thesen vernommen, würde ich ihn lieber aus seiner Zeit betrachten und ohne die theoretischen Utopien.
Marx und Engels wußten durch die franz. Revolution und die revolutionären Umtriebe des frühen 19. Jhd., dass Klassen und Gesellschaftsschichten sich der Mehrzahl der Menschen nicht mehr als gottgegeben verkaufen ließen. Und sie erkannten die negativen Auswirkungen der beginnenden Industriealisierung als explosives Potential.
Was sie daraus für die Zukunft ableiteten, ist so nicht eingetreten, denn auch die mächtigen Industriebarone und kluge Regierende wie Bismarck erkannten die Gefahr einer gewaltsamen Revolution, wenn sie die überdrehte Schraube noch weiter in Richtung Massenverelendung drehten.
Insofern waren Marx, Engels aber auch die Gewerkschaften und die gemäßigteren Linken wichtig, denn dadurch kam es zu einem gewissen Ausgleich zwischen den Schichten/Klassen. Gewalt und Enteignung wurden in West- und Mitteleuropa weitgehend vermieden. Gleichzeitig war der Ablauf in Rußland und dem Ostblock eine immerwährende Mahnung es nicht zu weit zu treiben mit der "Ausbeutung der Massen".