Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
Babylon5
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

09.05.2014, 22:10

Marek1964 hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Und dal liegt genau das, was ich an Lehrern (und Lia hier) kritisiere:

Sich ständig zu beschweren, einen auf Aufopferung und besondere Verantwortung und so zu machen (was bestimmt auch teilweise zutrifft), dann Sprüche abzulassen wie "Das steht nicht im Vertrag" (was ja stimmen mag) und zu behaupten, in der DDR und anderswo sei's besser gewesen (hier allerdings pack' ich mir anne Birne) bzw. in anderen Branchen säh's aber ja sooo viel besser aus (aha),
und dann beleidigt.

A bisserl weltfremd, oder?

LG


Das ist ziemlich knallhart ausgedrückt, aber irgendwo hast Du recht. Es ist schon so, der Leistungsdruck ist in vielen Branchen und Berufen härter geworden, nicht nur im Lehrberuf.


Mir fallen allerdings nur wenige Berufe ein, in denen es neben dem Leistungsdruck noch eine derartige Erwartungshaltung gibt, daß man alles zu korrigieren hat, was anderswo schief gelaufen ist. Genau darum geht es ja. Vom Buchhalter wird nach wie vor verlangt, daß er Buchhalter ist. Er hat vielleicht weniger zeit zur Verfügung, aber trotzdem bleibt er in ersert Linie Buchhalter.
Vom Lehrer wird mittlerweile verlangt, daß er gleichzeitig Psychologe,Sozialpädagoge und was weiß ich nicht alles noch ist. An der hiesiegen Grundschule gibt es keinen Lehrer, der einfach nur noch Lehrer ist. Keiner ist nur noch dazu da, Kinder zu unterrichten. Ein Lehrer ist gleichzeitig der IT- beauftrage, der andere der Sicherheitsbeauftragte, der dritte der Kommunikationsbrauftragte. Verwaltungsaufgaben, die immer mehr zeit fressen, immer aufgeblähter werden. Gleichzeitg sollen die lehrer natürlich immer auf dem neuesten pädagogischen Stand sein, alle Kinder im Auge behalten, Auffälligkeiten dokumentieren und einschreiten. Die Auffälligkeiten nehmen natürlich zu, da bereits im Kindergarten Kinder in erster Linie beobachtet und dokumentiert und nicht mehr erzogen werden.


Marek1964 hat geschrieben:
Deshalb erstaunt mich auch das nicht sehr überzeugende argumentative Geschick und die Dünnhäutigkeit. Den eigenen Berufsstand gegen welche Argumente auch immer verteidigen zu können müsste doch eigentlich ein leichtes sein für jemanden, für den Kommunikation zur Kernkompetenz gehört.


Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.
 
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Marek1964
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

09.05.2014, 22:40

Babylon5 hat geschrieben:

Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.


Und verärgert eigentlich wohlwollende Mitdiskutierer, die Steilvorlagen geliefert haben.

Ich werde mich wohl noch bei Dieter entschuldigen. Er hatte mit seinen Einlassungen Recht.
 
Renegat
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

09.05.2014, 22:46

Marek1964 hat geschrieben:
Babylon5 hat geschrieben:

Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.


Und verärgert eigentlich wohlwollende Mitdiskutierer, die Steilvorlagen geliefert haben.

Ich werde mich wohl noch bei Dieter entschuldigen. Er hatte mit seinen Einlassungen Recht.


Wie jetzt? Kommunikationsproblem?
 
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 09:55

Renegat hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
.....und dann beleidigt.


Lias Gründe kenne ich natürlich nicht genau, es ging auch um den Diskussionsstil. Und der ist wieder mal "unter aller Kanone". Babylon5 hat sich auch nicht wieder geäußert. Da müßt ihr ´halt alleine weiterboxen. Diskutieren kann man das kaum nennen.

Lieber Renegat,
wenn Du mich gemeint haben solltest. Ich werde nie beleidigend, das solltest in der langen Zeit, wo wir schon in den jeweiligen Foren schreiben, schon gemerkt haben. Ich bringe die Sachen nur gern auf den Punkt und es gibt Gott sei Dank hier keine Zensur, wie im GF. Ich habe nur meine persönlichen Erfahrungen geschildert und muß wieder einmal feststellen, dass Lehrer in einem demokratischen Staat keine Kritik vertragen können. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 10:05

Babylon5 hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Früher hatten die Lehrer einfach kraft ihres Amtes mehr Autorität. Wurde der Schüler in der Schule getadelt, kriegte er auch Ärger mit denn Eltern. Man vertraute viel mehr den Lehrern.

Heute wird alles hinterfragt, ist der Schüler nicht gut, sucht man viel mehr beim Lehrer oder der Schule die Fehler als heute.


Vom Prinzip her aber doch eigentlich nicht schlecht, oder?

Die Schule ist eben halt in der Moderne und in der Demokratie angekommen (bzw. andersherum).


Alles eine Sache der Dosierung. Sicherlich ist es nicht schlecht, wenn der Lehrer keine blinde Verehrung mehr erfährt, aber was an deutschen Schulen so abgeht, geht weit über "Demokratie" hinaus. Und das liegt an der oft miserablen Gesetzgebung.
Das hessische Schulgesetzt z.B. schreibt vor, daß der Elternwille letztendlich auschlaggebend dafür ist, welche weiterführende Schule nach der grundschule besucht wird, die Grundschulen an sich sprechen nur Empfehlungen aus. Gymnasien sind daher z.B. verpflichtet auch Schüler aufzunehmen, die keine Gymnasialempfehlung haben. Allerdings schreibt das Gesetz vor, daß am Ende der fünften Klasse das Gymnasium entscheidet, ob das Kind ohne Empfehlung den Leistungsanforderungen entspricht oder nicht. Im letzteren Fall wird es in die realschule querversetzt.
Eine Unzahl von Eltern ist nun der Meinung, daß ihre Kinder vom bösen Lehrer die falsche Empfehlung bekommen haben und melden ihre Kinder dann auf einer für sie ungeeigneten Schule an. Bei meinem Sohn in der Klasse waren es 5 von 29. Drei wurden am Ende der 5. Klasse querversetzt. Einer blieb in der sechsten Klasse sitzen und die Eltern entscheiden sich, jetzt doch zur Realschule zu wechseln. Der letzte mußte dann die 7. Klasse wiederholen, nachdem er die 5. und 6.mit angelegten Ohren geschafft hatte.
Und jetzt treiben es die Eltern dann noch doller: Um zu verhindern, daß das ungeeignete Kind querversetzt wird, wird die Empfehlung durch massiven Druck erzwungen und mit Klage gedroht...
Und gleichzeitig darf die weiterführende Schule Kinder nicht ablehnen, die nicht geeignet scheinen...

Bei so etwas wundere ich mich dann nicht mehr, wenn Lehrer die Motivation verlieren.
Aber das ist nun mal nicht das Versagen der Lehrer, sondern der Gesetzgebung...

ich würde ja so halbwegs verstehen, wenn die Eltern dann gegen die Noten Amok laufen, wenn die Noten für die weiterführende Schule ausschlaggebend wären. Sind sie aber nicht. ..

Liebe Babylon,
Du weißt genauso wie ich, dass der Schulabschluß für den weiteren Beruf in unserer Gesellschaft entscheident ist. Es ist also kein Wunder, wenn sie versuchen für ihre Kinder das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Wer als Eltern sich nicht um das Wohl seiner Kinder kümmert begeht meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein Verbrechen. :roll:
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 10:12

Babylon5 hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Deshalb erstaunt mich auch das nicht sehr überzeugende argumentative Geschick und die Dünnhäutigkeit. Den eigenen Berufsstand gegen welche Argumente auch immer verteidigen zu können müsste doch eigentlich ein leichtes sein für jemanden, für den Kommunikation zur Kernkompetenz gehört.


Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.

Liebe Babylon,
ich habe hier in meinen Beiträgen weitgehend geschildert, wie es aus der Sicht der Eltern und Schüler wirklich ist. Es gibt eben nicht nur die Wirklichkeit der Lehrer sondern auch die Wirklichkeit der Schüler und Eltern. :wink:
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 10:13

Marek1964 hat geschrieben:
Babylon5 hat geschrieben:

Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.


Und verärgert eigentlich wohlwollende Mitdiskutierer, die Steilvorlagen geliefert haben.

Ich werde mich wohl noch bei Dieter entschuldigen. Er hatte mit seinen Einlassungen Recht.


Danke lieber Marek. :)
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 10:16

Renegat hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Babylon5 hat geschrieben:

Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.


Und verärgert eigentlich wohlwollende Mitdiskutierer, die Steilvorlagen geliefert haben.

Ich werde mich wohl noch bei Dieter entschuldigen. Er hatte mit seinen Einlassungen Recht.


Wie jetzt? Kommunikationsproblem?

Lieber Renegat,
welches Kommunikationsproblem meinst Du :?:
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Barbarossa
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 12:28

dieter hat geschrieben:
... Wer als Eltern sich nicht um das Wohl seiner Kinder kümmert begeht meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein Verbrechen. :roll:

Na ja, "Verbrechen" ist da nun auch wieder ein ziemlich großes Wort.
Ich würde Eltern gar nicht dafür verurteilen, wenn sie ihren Sprösslingen nicht bei den Schularbeiten helfen können - sei es, weil sie nach einem harten Arbeitstag einfach selbst nicht mehr die Konzentration aufbringen können oder es gibt sicher auch Eltern, für die der Schulstoff selbst schon zu hoch ist. Soll es auch geben.
Ich würde daher tatsächlich die Ganztagsschule favorisieren, in der dann auch die Hausaufgaben erledigt werden. Damit wird imho auch eine größere Chancengleichheit erreicht.
Die Diskussion ist eröffnet!

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Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
 
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 14:28

Barbarossa hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
... Wer als Eltern sich nicht um das Wohl seiner Kinder kümmert begeht meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein Verbrechen. :roll:

Na ja, "Verbrechen" ist da nun auch wieder ein ziemlich großes Wort.
Ich würde Eltern gar nicht dafür verurteilen, wenn sie ihren Sprösslingen nicht bei den Schularbeiten helfen können - sei es, weil sie nach einem harten Arbeitstag einfach selbst nicht mehr die Konzentration aufbringen können oder es gibt sicher auch Eltern, für die der Schulstoff selbst schon zu hoch ist. Soll es auch geben.
Ich würde daher tatsächlich die Ganztagsschule favorisieren, in der dann auch die Hausaufgaben erledigt werden. Damit wird imho auch eine größere Chancengleichheit erreicht.

Lieber Barbarossa,
das wäre tatsächlich das angestrebte Ziel, eine Ganztagsschule. Unser Sohn, meine Wenigkeit und jetzt unsere Enkeltochter haben aber bis jetzt keine Ganztagsschule. :roll: Ich habe versucht mit unserem Sohn mitzulernen, konnte meine liebe Frau auch nicht. Das gelang mir bis unser Sohn 13 wurde, dann bekam ich eine Prostatitis, nicht nur wegen dem Lernen, sondern als Ost- und Auslandsrentenhauptsachbearbeiter bei der Deutschen Rentenversicherung. Hatte die Fälle von Juden und den noch Überlebenden, von Polen-, Rumänien- und Russlanddeutschen und von politisch Verfolgten in der DDR und zu bearbeiten. Außerdem hatten wir zu der Zeit noch eine Erbstreitigkeit aus dem Erbe meiner lieben Frau.
Unser Erfolg ist, Dass unser Sohn inzwischen auf einem guten Weg war und seinen Notendurchschnitt von Zwei hielt. :D
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 20:13

dieter hat geschrieben:
Liebe Babylon,
Du weißt genauso wie ich, dass der Schulabschluß für den weiteren Beruf in unserer Gesellschaft entscheident ist.


Der Schulabschluss mag vielleicht entscheidend sein, aber ganz sicher ist es nicht die weiterführende Schule, die das Kind nach der Grundschule besucht. Es gibt mehrere Wege zum Abitur als nur den direkten Weg über das Gymnasium. Man kann die realschule machen und dann bei guten Zensuren die gymnasiale Oberstufe besuchen. Auch die integrativen gesamtschulen bieten dazu sehr gute Möglichkeiten.

dieter hat geschrieben:
Es ist also kein Wunder, wenn sie versuchen für ihre Kinder das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Wer als Eltern sich nicht um das Wohl seiner Kinder kümmert begeht meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein Verbrechen. :roll:


Wer ein unreifes Kind, das bereits ein jahr zu früh als Kannkind eingeschult wurde und bereits in der vierten Klasse Nachhilfe in Mathematik bekommt, gegen die Empfehlung der Lehrer auf ein Gymnasium einschult, hat weniger das Wohl seines Kindes als das eigene Ansehen im Auge...
Zuletzt geändert von Babylon5 am 10.05.2014, 20:17, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

10.05.2014, 20:16

dieter hat geschrieben:
Babylon5 hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Deshalb erstaunt mich auch das nicht sehr überzeugende argumentative Geschick und die Dünnhäutigkeit. Den eigenen Berufsstand gegen welche Argumente auch immer verteidigen zu können müsste doch eigentlich ein leichtes sein für jemanden, für den Kommunikation zur Kernkompetenz gehört.


Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.

Liebe Babylon,
ich habe hier in meinen Beiträgen weitgehend geschildert, wie es aus der Sicht der Eltern und Schüler wirklich ist. Es gibt eben nicht nur die Wirklichkeit der Lehrer sondern auch die Wirklichkeit der Schüler und Eltern. :wink:


Ach, diese Wirklichkeit verschließt sich mir natürlich völlig. Ich habe überhaupt keine Ahnung davon, wie die Wirklichkeit von Schülern und Eltern aussieht. Ich habe ja schließlich nur zwei Kinder in der Schule...
(Und falls es keienr merkt- das war eben sehr, sehr sarkastisch...)
 
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

11.05.2014, 16:04

Babylon5 hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Liebe Babylon,
Du weißt genauso wie ich, dass der Schulabschluß für den weiteren Beruf in unserer Gesellschaft entscheident ist.


zu1)Der Schulabschluss mag vielleicht entscheidend sein, aber ganz sicher ist es nicht die weiterführende Schule, die das Kind nach der Grundschule besucht. Es gibt mehrere Wege zum Abitur als nur den direkten Weg über das Gymnasium. Man kann die realschule machen und dann bei guten Zensuren die gymnasiale Oberstufe besuchen. Auch die integrativen gesamtschulen bieten dazu sehr gute Möglichkeiten.

dieter hat geschrieben:
Es ist also kein Wunder, wenn sie versuchen für ihre Kinder das bestmögliche Ergebnis herauszuholen. Wer als Eltern sich nicht um das Wohl seiner Kinder kümmert begeht meiner unmaßgeblichen Meinung nach ein Verbrechen. :roll:


2)Wer ein unreifes Kind, das bereits ein jahr zu früh als Kannkind eingeschult wurde und bereits in der vierten Klasse Nachhilfe in Mathematik bekommt, gegen die Empfehlung der Lehrer auf ein Gymnasium einschult, hat weniger das Wohl seines Kindes als das eigene Ansehen im Auge...

Liebe Babylon,
zu1) wer einen Schulabschluß erfolgreich hinter sich gebracht hat, hat meistens nicht mehr die Motivation eine weitere Schule zu besuchen. Meine Wenigkeit hat ach Mittlerer Reife eine Lehre als Verwaltungslehrling bei der Landesversicherungsanstalt Hessen - heute Deutsche Rentenversicherung, dann nach weiteren drei Jahren die A-Prüfung Sekretärprüfung abgelegt. Man mußte sich dann bewähren und dann drei Jahre bis zur B-Prüfung (Inspektorenprüfung), sodass ich nach 10 Jahren und erfolgreich abgelegten Prüfungen soweit war und Inspektor wurde. Heute hätte ich mit Mittlerer Reife nur Schlosser, Schreiner oder Schmied werden können. :wink: :mrgreen: (Vorsischt, Ironie)
zu2) Es gibt keine unreifen Kinder, sondern nur unreife Eltern. Ich hätte mir zugetraut jedes Kind aus der Klasse unseres Sohnes mit Ausnahme, eines Kindes was Blutkrebs hatte, bis zum Abi zu führen. :wink:
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

11.05.2014, 16:08

Babylon5 hat geschrieben:
Babylon5 hat geschrieben:
Marek1964 hat geschrieben:
Deshalb erstaunt mich auch das nicht sehr überzeugende argumentative Geschick und die Dünnhäutigkeit. Den eigenen Berufsstand gegen welche Argumente auch immer verteidigen zu können müsste doch eigentlich ein leichtes sein für jemanden, für den Kommunikation zur Kernkompetenz gehört.


Mich erstaunt es nicht, weil Lia sich das mit Sicherheit nicht das erste Mal anhören mußte. Irgendwann kommt da schon der Punkt, an dem man sagt "hat ja eh keinen Sinn, die interessieren sich eh nicht dafür, wie es wirklich ist. " Kann ich gut verstehen.

Liebe Babylon,
ich habe hier in meinen Beiträgen weitgehend geschildert, wie es aus der Sicht der Eltern und Schüler wirklich ist. Es gibt eben nicht nur die Wirklichkeit der Lehrer sondern auch die Wirklichkeit der Schüler und Eltern. :wink:


Ach, diese Wirklichkeit verschließt sich mir natürlich völlig. Ich habe überhaupt keine Ahnung davon, wie die Wirklichkeit von Schülern und Eltern aussieht. Ich habe ja schließlich nur zwei Kinder in der Schule...
(Und falls es keienr merkt- das war eben sehr, sehr sarkastisch...)[/quote]
Liebe Babylon,
dann warte ab, was zum Schluß dabei rauskommt. (Nicht sarkastisch gemeint). Es gibt viele, die als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet sind. :wink: :mrgreen: (Natürlich sehr sehr sarkastisch gemeint)
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Re: Lehrer als Wissensvermittler oder als Psychologe?

11.05.2014, 21:00

dieter hat geschrieben:
zu1) wer einen Schulabschluß erfolgreich hinter sich gebracht hat, hat meistens nicht mehr die Motivation eine weitere Schule zu besuchen. Meine Wenigkeit hat ach Mittlerer Reife eine Lehre als Verwaltungslehrling bei der Landesversicherungsanstalt Hessen - heute Deutsche Rentenversicherung, dann nach weiteren drei Jahren die A-Prüfung Sekretärprüfung abgelegt. Man mußte sich dann bewähren und dann drei Jahre bis zur B-Prüfung (Inspektorenprüfung), sodass ich nach 10 Jahren und erfolgreich abgelegten Prüfungen soweit war und Inspektor wurde. Heute hätte ich mit Mittlerer Reife nur Schlosser, Schreiner oder Schmied werden können. :wink: :mrgreen: (Vorsischt, Ironie)


Lieber Dieter, ich mag mich ja täuschen, aber mir scheint es durchaus, daß seit dem Ende deiner Schullaufbahn ein paar Jahrzehnte vergangen sind. Es mag dich vielleicht erstaunen, aber die Dinge haben sich inzwischen dann doch ein bißchen verändert. Von den 25 Schülern, die eine Klasse der hieigen Realschule besuchen, beginnen nur etwa 15 Schüler eine Lehre. Die anderen wechseln entweder ans allgemeinbildende Gymnasium, um die Oberstufe zu besuchen (halt nach 9 nund nicht nach 8 Jahren), andere besuchen die Wirtschaftsschule, um dort das entweder nach zwei Jahren in Verbindung mit einer handwerklichen Ausbildung das Fachabitur zu machen oder nach 3 Jahren das Wirtschaftsabitur. Auch von der integrativen Gesamtschule wechseln pro Klasse 5-10 Schüler auf Gymnasium oder die Wirtschaftsschule.
Wie gesagt, es gibt mehr als einen Weg zu Abitur. Heute zumindest. Und von dem wird auch Gebrauch gemacht.


dieter hat geschrieben:
zu2) Es gibt keine unreifen Kinder, sondern nur unreife Eltern.


Diese Aussage ist so dumm, daß es mir fast die Sprache verschlägt. Wenn es so etwas wie unreife Kinder nicht gibt, dann muss ich mich fragen, warum Babies ihren Müttern nicht schon im Kreissaal entrissen werden, um sie sofort in die Kunst des Lesens einzuweisen. Dann könnte man eine Menge Zeit sparen und alle Kinder hätten mir 18 schon den Universitätsabschluss in der Tasche.
Du magst ja gerne leugnen, daß sich ein Kindergehirn erst langsam entwickeln muss und daß sich gewisse Fähigkeiten erst im laufe der Zeit herausbilden, aber das ist längst wissenschaftlich erwiesen. Man kann Kindern mit 4 Jahren Buchstaben beibringen, wie es inh Großbritannien geschieht. Lesen können sie dann nach 3 Jahren Schulunterricht. In Deutschland lernen sie es in der ersten Klasse. sind dann aber genauso alt wie die britischen Kinder, wenn sie lesen lernen. Mittlerweile ist längst nachgewiesen, daß 90 % der Kinder im Alter von 61/2 bis 7 die Fähigkeit entwickeln, Buchstaben zu Worten zusammenzusetzen. Genauso ist erwiesen, daß 90 % der Kinder erst mit 11- 12 Jahren im Stande sind, aus Fehlern zu lernen. Die Fähigkeit zu abstrahieren entwickelt sich erst im Laufe der Pubertät. Usw.
Natürlich gibt es unreife Kinder. Kinder, die den Anforderungen, die eine Jahrgangstufe an sie stellt, eben noch nicht gewachsen sind, weil sie die erforderlichen Fähigkeiten noch nicht entwickelt haben. Solche Kinder ständig dazu zu zwingen, daß Aufgaben zu lösen, die sie noch nicht lösen können, erzeugt bei den betreffenden Kindern nur Frust und Minderweirtigkeitsgefühle. Ein Jahr später hätten sie die Aufgaben vielleicht spielend gelöst.

Was natürlich nicht bedeutet, daß es keine unreifen Eltern gibt. Die gibt es natürlich auch.



dieter hat geschrieben:
Ich hätte mir zugetraut jedes Kind aus der Klasse unseres Sohnes mit Ausnahme, eines Kindes was Blutkrebs hatte, bis zum Abi zu führen. :wink:


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