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Moderator: Barbarossa

 
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Barbarossa
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Doping auch im Westen

04.08.2013, 22:25

:arrow: Nachrichten-Schlagzeile: "Bergner fordert bei Aufarbeitung gleiche Maßstäbe in Ost und West"

Daß im DDR-Leistungssport systematisch gedopt wurde, ist bekannt. Doch nun wurde bekannt, daß auch in Westdeutschland mit Wissen und Rückendeckung von Politikern und Sportfunktionären systematisch gedopt wurde. Dies belegt eine wissenschaftlichen Studie zur Dopingpraxis, die die SZ bereits im Jahre 2008 in Auftrag gegeben hatte, jedoch bis jetzt unveröffentlicht blieb.

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dieter
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 11:48

Barbarossa hat geschrieben:
:arrow: Nachrichten-Schlagzeile: "Bergner fordert bei Aufarbeitung gleiche Maßstäbe in Ost und West"

Daß im DDR-Leistungssport systematisch gedopt wurde, ist bekannt. Doch nun wurde bekannt, daß auch in Westdeutschland mit Wissen und Rückendeckung von Politikern und Sportfunktionären systematisch gedopt wurde. Dies belegt eine wissenschaftlichen Studie zur Dopingpraxis, die die SZ bereits im Jahre 2008 in Auftrag gegeben hatte, jedoch bis jetzt unveröffentlicht blieb.

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Lieber Barbarossa,
der Osten konnte eben besser dopen, deswegen die vielen Medaillen an DDR-Sportler. :wink: :mrgreen: (Vorsicht, Ironie)
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Der Germane
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 12:25

Moin Dieter,

in der ehem. DDR soll Doping in den Schulen bei ausgesuchten Schülern schon vorgenommen worden sein.

Heide Rosenthal (Westen) und Renate Stecher (DDR) waren vor ein paar Monaten zusammen gekommen, unter anderem auch im TV gezeigt. Frau Stecher wollte nicht so ganz auf die Fragen des Moderators eingehen usw.

Mich interessiert Olympiade, Fußball, EM, WM usw. nicht mehr im geringsten und das schon seit x-Jahren.

Hier gehts nur um Kohle und sonst nichts. Ohne gezieltes Doping keine Leistungssteigerung und somit nicht in der Weltspitze, was zur Folge hat, keine Kohle für Verein und Sportler.

Teils treten Sportler nicht einmal an, wenn die Starthonorare unter deren Würde sind!
Von mir bekämen diese keinen Pfifferling und dann würde sic h die Spreu vom Weizen trennen.

Bis dato "mittelmäßige" Sportler würden legal einmal auf dem Treppchen stehen und die muskelbepackten Männlein wie Weiblein darben zu Hause vor der Glotze.

Die Karten müssen neu gemischt werden.
Egal in welcher Sportart ein Gedopter überführt wird, ist autom. diese Sportart für die gesamte Nation, für die dieser startet, auf 30 Jahre gesperrt. Der Gedopte wird selbst lebenslang gesperrt.
Die erhaltenen Honorare, sei es vom Verein, Veranstalter, Sponsor usw. werden eingefroren, bis daß derjenige Sportler seine aktive Laufbahn beendet hat. Von diesen Geldern erhält er natürl. monatl. einen angemessenen Betrag, um seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können.

Hat derjenige sich während seiner "Sportlerkarriere" nicht das geringste zu Schulden kommen lassen, wird das auf Eis gelegte Vermögen ausbezahlt.
O heilig Herz der Völker, des hohen Gesanges und der göttlichen Ahnung.
Ernste und holde Heimat, Du Land der Liebe - O laß mich knien an Deinem
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Peppone
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 13:00

Der Germane hat geschrieben:
Egal in welcher Sportart ein Gedopter überführt wird, ist autom. diese Sportart für die gesamte Nation, für die dieser startet, auf 30 Jahre gesperrt.

Neue Form von Sippenhaft, oder was?!?

Beppe
 
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Triton
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 13:03

Du kannst juristisch niemand anderen sperren für ein Vergehen eines Individuums. Wenn, dann müsste man sich Verbandssperren einfallen lassen.

Ein österreichische Triathletin hat berichtet, dass man ihr von offiziellen Betreuern ohne wenn und aber gesagt hat, dass sie dopen müsse, um überhaupt ernsthaft ihren Sport an der Spitze zu betreiben. Es ging bei ihr um die Spitze beim Junioren-Damen-Triathlon in der Alpenrepublik, also mit Sicherheit eine Veranstaltung von wenigen hundert Mitstreiterinnen, wenn überhaupt.
Wenn es unmöglich ist, sauber an die Spitze der österreichischen Juniorinnen in einer Randsportart zu kommen, dann ist klar, dass der ganze Ausdauer- und Kraftsport verseucht ist. Im Westen wie im Osten.

Ich finde es auch schade um solche großartigen Veranstaltungen wie die Tour de France, aber ich schaue da keine Sekunde mehr rein, früher hing ich ganze Tage vor der Glotze.

Beste Grüße
Joerg
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Der Germane
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 13:34

Servus Jörg,

in der Tat ist es so!

Sogar im Reitsport mach Doping nicht halt. Verbandssperren, wie von Dir schön geschrieben, müssen her, anders hat das keinen Zopf.

@Peppone - was heißt hier Sippenhaft! Mitgehangen, mitgefangen. Kann doch keiner erzählen, daß der Verein nichts von diesen Dopings weiß/wußte.

Wenn ein Verein keine Spitzensportler mehr vorzuweißen hat, fallen sehr schnell Sponsoren- und Werbegelder weg.

Bisschen Realitätsfremd biste schon.
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Suebe
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 14:49

Die ersten schlimmen Doping-Fälle an die ich mich erinnern kann, war der Radsportler Tom Simpson, verstorben bei der Tour 1967 und ziemlich genau ein Jahr später der Boxer Jupp Elze.
Etwa zeitgleich wurde dann auch di erste Olympische Medaille wegen Doping aberkannt.
http://www.forum-geschichte.at/Forum/sh ... p?tid=5312
(ich hoffe der Link in ein anderes Forum ist erlaubt)

1971 bin ich mit dem Auto! etliche Pässe gefahren über die Jahr für Jahr die Tour geht.
Und ich bin damals schon zur Überzeugung gekommen, dass das gar nicht anders zu machen ist.
den ganzen Tag Bergauf oder Bergab, unter der brennenden Sonne Südfrankreichs Dutzende von Kilometern ohne jeden Hauch von Schatten.
Mit zwei Ruhetagen in zwei Wochen.
Nö, ist nicht.
 
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dieter
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 15:06

Ihr Lieben,
wir sind uns also alle einig, dass wir gegen Doping sind. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Renegat
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 15:32

dieter hat geschrieben:
Ihr Lieben,
wir sind uns also alle einig, dass wir gegen Doping sind. :wink:


Nein, da wir alle wissen, dass schon seit vielen Jahren im Leistungssport gedopt wird, geht es doch nur noch darum, es möglichst geschickt zu vertuschen. Der glückliche Vertuscher kriegt die Medaille. Verhindern kann man es offensichtlich nicht.
Und da Sportler alles erwachsene Menschen sind, sollten sie selber wissen, was sie ihrem Körper antun, wenn sie die natürlichen Leistungsgrenzen mithilfe der Pharmaindustrie außer Kraft setzen.
Sollen sie es doch ganz offen machen, "Ulrich doped by Merck" macht sich doch gut als Bandenwerbung. :)

Vielleicht dauert es nicht lange, bis jemand auf die Idee kommt, eine nichtkommerzielle Gegenolympiade auszurufen.
 
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dieter
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 15:35

Renegat hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
Ihr Lieben,
wir sind uns also alle einig, dass wir gegen Doping sind. :wink:


Nein, da wir alle wissen, dass schon seit vielen Jahren im Leistungssport gedopt wird, geht es doch nur noch darum, es möglichst geschickt zu vertuschen. Der glückliche Vertuscher kriegt die Medaille. Verhindern kann man es offensichtlich nicht.
Und da Sportler alles erwachsene Menschen sind, sollten sie selber wissen, was sie ihrem Körper antun, wenn sie die natürlichen Leistungsgrenzen mithilfe der Pharmaindustrie außer Kraft setzen.
Sollen sie es doch ganz offen machen, "Ulrich doped by Merck" macht sich doch gut als Bandenwerbung. :)

Vielleicht dauert es nicht lange, bis jemand auf die Idee kommt, eine nichtkommerzielle Gegenolympiade auszurufen.

Lieber Renegat,
bis Du also für Doping :?:
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Triton
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 16:29

Suebe hat geschrieben:
1971 bin ich mit dem Auto! etliche Pässe gefahren über die Jahr für Jahr die Tour geht.
Und ich bin damals schon zur Überzeugung gekommen, dass das gar nicht anders zu machen ist.
den ganzen Tag Bergauf oder Bergab, unter der brennenden Sonne Südfrankreichs Dutzende von Kilometern ohne jeden Hauch von Schatten.
Mit zwei Ruhetagen in zwei Wochen.
Nö, ist nicht.

Doch das geht. Nur langsamer. Als es nämlich Doping noch gar nicht gab, wurden die Pässe auch gefahren.

Die Legalisierung von Doping würde wenigstens dafür sorgen, dass das Ganze ganz seriös medizinisch kontrolliert werden würde. So werden diese Menschen in die Kriminalität und zu Scharlatanen getrieben, der Selbstmord Marco Pantanis dürfte damit zusammenhängen.
Bringt aber im Grunde auch nix, weil niemand hochgezüchteten Zombies zusehen möchte. Außerdem würden es Ihnen schnell Amateure und der Nachwuchs nachmachen wollen.

Also sind diese Sportarten wohl durch das Doping zerstört worden.

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Joerg
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Renegat
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 17:49

Triton hat geschrieben:
Die Legalisierung von Doping würde wenigstens dafür sorgen, dass das Ganze ganz seriös medizinisch kontrolliert werden würde. So werden diese Menschen in die Kriminalität und zu Scharlatanen getrieben, der Selbstmord Marco Pantanis dürfte damit zusammenhängen.


Es würde die Heuchelei beenden, denn der Verdacht, dass in bestimmten Sportarten gedopt wird, besteht doch schon lange.
Fände es ganz hilfreich, wenn hier die Dopingsportarten mal aufgezählt würden.

Triton hat geschrieben:
Bringt aber im Grunde auch nix, weil niemand hochgezüchteten Zombies zusehen möchte.


Das wär´doch gut, dann wäre kein Geschäft mehr damit zu machen.

Triton hat geschrieben:
Außerdem würden es Ihnen schnell Amateure und der Nachwuchs nachmachen wollen.

Also sind diese Sportarten wohl durch das Doping zerstört worden.



Zähl doch mal auf, bitte si. oben
 
Der Germane
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 18:10

...da würde es leichter fallen aufzuzählen, welche Sportart nicht dem Doping verfallen ist.

Ich fange mal an:
1. Sackhüpfen
2. .....
O heilig Herz der Völker, des hohen Gesanges und der göttlichen Ahnung.
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Triton
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 18:45

Alle Sportarten, die auf Maximalleistung ausgelegt sind. Also Ausdauer- und Kraftsportarten. Aber natürlich auch Kampfsport, die Schlagkraft und Ausdauer soll ja auch maximal sein.
Pferdesport ist im Grunde auch nur Hürdenlauf fürs Tier, der Reiter ist natürlich nicht gedopt.

Ballsportarten kann sein, aber die Pille zum besseren Kicken gibts noch nicht. Bin mir aber sicher, dass nach Verletzungen unterstützende Gaben sinnvoll sind, um schneller wieder fit zu sein. Und was etwas bringt, wird sicher auch hier und da gemacht. Gibt glaube ich eh nur Wettkampfkontrollen. Völlig unverdächtig ist wirklich fast nichts, aber wenn ich mir Fußballer oder Rennfahrer so ansehe, dann sehen die noch normal aus. Vergleicht man dagegen Sprinter aus der Vordopingära mit der aktuellen Generation, dann sind das völlig verschiedene Phänotypen.

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Suebe
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Re: Doping auch im Westen

05.08.2013, 20:38

Triton hat geschrieben:
Alle Sportarten, die auf Maximalleistung ausgelegt sind. Also Ausdauer- und Kraftsportarten. Aber natürlich auch Kampfsport, die Schlagkraft und Ausdauer soll ja auch maximal sein.
Pferdesport ist im Grunde auch nur Hürdenlauf fürs Tier, der Reiter ist natürlich nicht gedopt.

Ballsportarten kann sein, aber die Pille zum besseren Kicken gibts noch nicht. Bin mir aber sicher, dass nach Verletzungen unterstützende Gaben sinnvoll sind, um schneller wieder fit zu sein. Und was etwas bringt, wird sicher auch hier und da gemacht. Gibt glaube ich eh nur Wettkampfkontrollen. Völlig unverdächtig ist wirklich fast nichts, aber wenn ich mir Fußballer oder Rennfahrer so ansehe, dann sehen die noch normal aus. Vergleicht man dagegen Sprinter aus der Vordopingära mit der aktuellen Generation, dann sind das völlig verschiedene Phänotypen.

Beste Grüße
Joerg



Also mir hat einer erzählt, der es wissen müsste, dass die 1954er Fussballweltmeister sehr wohl gedopt gewesen wären.
Auch bei dem Boxer Elze ist das auf den ersten Blick überraschend, und dann die Schützen, die zwitschern doch seit Generationen ihr "Zielwasser" (die 68er Olympia-Medaille fiel dem Alkotest zum Opfer).
Die älteste Substanz mit nachgewiesenee Wirkung haben die Wikinger entdeckt, Stichwort "Berserker".

Rennfahrer

Hermann Lang, Rennwagen-Europameister 1939, hat vor den Rennen Tütenweise Zuckerstücke gegessen.
und auch ich bin in Wettkämpfe nie ohne größere Mengen Traubenzucker intus gegangen.
:mrgreen:

Solang die Olympischen Spiele den Amateuren vorbehalten waren, blieb das Doping-Problem in seinen schlimmsten Auswirkungen auf die paar Profisportarten und die "Staatssport"-Länder beschränkt.
Und genau das
Es würde die Heuchelei beenden, denn der Verdacht, dass in bestimmten Sportarten gedopt wird, besteht doch schon lange.

die Heuchelei, die endlich beendet würde, war das schlagende Argument für den Fall des "Amateur§"

Was hat es gebracht?
Was würde eine Freigabe das Dopens bringen?

Das ist doch viel besser wie es jetzt läuft.
Jahrzehnte später gibt es viel viel bessere Analysemethoden, die Blutprobe ist vorhanden, und der Doper kann auch dann noch überführt werden.
Ist doch ne feine Sache.
Der Fluch der bösen Tat kann die Doper noch Jahrzehnte später ereilen.
Die können keine ruhige Minute mehr haben.