Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
Mendelejew
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

05.10.2012, 14:27

Aneri hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Insgesamt fällt mir auf, daß du in Vielem den sowjetischen Standpunkt verteidigst.

Mir fällt es auch und zwar extrem.
Aber auch dort wurde das Volk ja brutal unterdrückt.

Ich denke, dass es nicht richtige Ausdruck. War deutsche Volk in 3 Reich brutal unterdrückt?... Da würdest du dieses Ausdruck nicht verwenden. Da die Mehrheit sich nicht unter Druck fühlte. Das Gleiche war in SU.
Nicht umsonst wurden die Nazis 1941/42 in vielen Gegnen der Sowjetunion zunächst als "Befreier" gefeiert, bis sie merkten, daß sie alles andere als "befreit" waren.

Diese Gegenden beschränken sich auf 3 baltische Republiken, die vor dem Krieg annektiert worden sind. Auch in Ukraine waren Unzufriedene. Man kann hier aber nicht über die Mehrheit reden.


Nirgendwo vertrete ich einen prosowjetischen Standpunkt, ich reduziere mich nur auf Fakten, die ich fast wörtwortlich aus einer chronologischen Publikation Vertriebenenministerium Bonn übernommen habe.

Offensichtlich wird aber der Verzicht auf die stete Litanei vom stalinistischen Terror bereits als prosowjetisch angesehen.

Dinge, die nun nichts mit den Stalin-Noten zusammen hängen, werden als Rechtfertigigung für die Unglaubwürdigkeit dieser Noten angeführt, DAS ist Bild-Zeitungs-niveau aus der Zeit des Kalten Krieges.

Die Westmächte hatten in Casablanca, Teheran und Jalta der SU diese Osteuropäischen Länder als Interessengebiet der SU zugschlagen, diese Westmächte wussten, was in Stalins Reich los war.
Der am. Historiker Shirer meinte, das die Westmächte Stalin (z.B. in Bezug auf Polen) keine Niedertracht vorwerfen könnten, weil es genau diese Westmächte waren, die Hitler die Tschechei überlassen hatten.

Der SU war es nach 1945 darum gegangen, einen Schutz gegen territoriale Begehrlichkeiten von Westen zu bekommen, sie sich ähnlich verhielt, wie sich der Staat Isreal heute verhält , bestimmte Dinge nie mehr zuzulassen.
5 x hatte in den letzten 300 Jahren diese Begehrlichkeit stattgefunden; 1600, als Polen Moskau besetzte, 150 Jahre später mit der polnischen Aggression in der Konföderation von BAR, der 1. weltkrieg mit dem Ostritt des Deutschen Heeres Anfang 1918, als sich Deutschland ein Riesenreich im Osten zusammenzimmern wollte, dann der polnisch-russische Krieg mit Pilsudski , als Polen die mittelalterliche Rzeczpospolita restaurieren wollte, und über "Barbarossa" brache ich hier doch nichts zu schreiben.
Wird wirklich geglaubt, Stalin peischt die Rote Armee von der Wolga nach Mitteleuropa um dann ausgesprochen antikommunistische, ihm feindlich gesonnene Regierungen zu installieren ?
Es waren anfangs bürgerliche Regierungen, die dann sehr schnell unter westelichen, antikommunistischen Einfluss gelangten.
Vergleichen wir das einmal mit dem, was auch in Westdeutschland gemacht wurde. Uns wurde von den Westalliierten in dem Gebiet, in dem sie zu bestimmen hatten, ein politisches System übergestülpt, das von diesen als das richtige angesehen wurde (und es auch ist)

Aber um Gottes Willen, wenn die SU das gleiche macht, in dem Gebiet, über das sie zu bestimmen hat, genau das politische System zu installieren, das von ihr als das richtige angesehen wird.

Die baltischen Länder dienten dem Schutz Leningrads, diese baltischen Länder ja heute noch ihrer SS-Einheiten Ehrenkränze flechten.
Und war es nicht Finnland, das sich in Kumpanei mit Hitler an dem versuchten Massenmord an der Bevölkerung einer Großstadt aktiv beteiligt hat ?
 
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Peppone
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

05.10.2012, 17:25

Mendelejew hat geschrieben:
Aber um Gottes Willen, wenn die SU das gleiche macht, in dem Gebiet, über das sie zu bestimmen hat, genau das politische System zu installieren, das von ihr als das richtige angesehen wird.


kras...du erinnerst dich aber schon daran, dass wir uns bei dem Thema im Kalten Krieg bewegen, in den Anfangsjahren sogar? Reichlich blauäugig, da von den jeweiligen Gegnern gegenseitige Gleichbehandlung zu erwarten.

Mendelejew hat geschrieben:
Und war es nicht Finnland, das sich in Kumpanei mit Hitler an dem versuchten Massenmord an der Bevölkerung einer Großstadt aktiv beteiligt hat ?

Und war es nicht Finnland, das dann 1948 ein Freundschafts- und Kooperationsabkommen mit der SU schloss, das bis 1990 in Kraft war? Auch hier "Kumpanei"?

Beppe
 
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

05.10.2012, 18:09

Lieber Beppe,
ich glaube auch, dass er es ist, den wir schon aus zwei Foren kannten. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Mendelejew
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

05.10.2012, 21:24

Peppone hat geschrieben:
Mendelejew hat geschrieben:
Aber um Gottes Willen, wenn die SU das gleiche macht, in dem Gebiet, über das sie zu bestimmen hat, genau das politische System zu installieren, das von ihr als das richtige angesehen wird.


kras...du erinnerst dich aber schon daran, dass wir uns bei dem Thema im Kalten Krieg bewegen, in den Anfangsjahren sogar? Reichlich blauäugig, da von den jeweiligen Gegnern gegenseitige Gleichbehandlung zu erwarten.

Mendelejew hat geschrieben:
Und war es nicht Finnland, das sich in Kumpanei mit Hitler an dem versuchten Massenmord an der Bevölkerung einer Großstadt aktiv beteiligt hat ?

Und war es nicht Finnland, das dann 1948 ein Freundschafts- und Kooperationsabkommen mit der SU schloss, das bis 1990 in Kraft war? Auch hier "Kumpanei"?

Beppe


Finnland: DAS hat aber nichts mit dem verwerflichen Verhalten Finnlands an der Seite Hitlers zutun. Wird mit unseren Abkommen mit den Ländern, die wir mit Polen, Russland Frankreich u.a. abschlossen die Mordlust der Deutschen nach 1939 getilgt ?

Kalter Krieg: gab es auf östlicher Seite so etwas wie die Fulton-Rede Churchills ? Wer schloss denn die SU aus dem Kreis dere befreundeten Staaten breits im Juni, 1 Monat nach Kriegsende aus ?
Wer plante denn bereits im Herbst 1944 einen neuen Raid gen Osten, der am 1. Juli 45 beginnen sollte ?

Ist das nicht Grund genug, dem Anderen zu misstrauen ?

Ich wunder mich immer wieder über die Empörung des Westens , dass die SU auf diese Provokationen regiert.
 
Aneri

Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 12:36

Mendelejew hat geschrieben:
Finnland: DAS hat aber nichts mit dem verwerflichen Verhalten Finnlands an der Seite Hitlers zutun.

Ach ja, ein kleines Land wählt notwendigerweise zwischen zwei Übel und es wird von abgelehnten Übel als verwerflich bezeichnet?!
Wird mit unseren Abkommen mit den Ländern, die wir mit Polen, Russland Frankreich u.a. abschlossen die Mordlust der Deutschen nach 1939 getilgt ?

Oh-MAn...Und was ist mit Mordlust der Russen, die eigenen Volk millionenfach "genüsslich" in Lagern umkommen lassen?

Was die Tilgung angeht, die Deutschen haben mindestens verarbeitet die Taten, die von ihrem Volk ausgegangen war. Sie sehen Ihr Schuld und ihre Verantwortung. Das Russland steht aber noch immer in Verteidigungsposition, statt aus den Fehlern ihrer Geschichte zu lernen.

Kalter Krieg: gab es auf östlicher Seite so etwas wie die Fulton-Rede Churchills ? Wer schloss denn die SU aus dem Kreis dere befreundeten Staaten breits im Juni, 1 Monat nach Kriegsende aus ?
Wer plante denn bereits im Herbst 1944 einen neuen Raid gen Osten, der am 1. Juli 45 beginnen sollte ?


Da die Westen und Osten die Koalitionspartner in dem 2 WK wahren, bedeutet nicht, dass sie Freunde wurden. Wer wem was als erstes gesagt hat, ist unerheblich. Beide wollten von vornerei nach dem Krieg nicht zusammen arbeiten. Schon während des Krieges wollte jede Seite andere blüten zu sehen. Die Sprüche, egal von welche Seite, waren der Folge der vorhandenen Spannungen - nicht die Ursache.

Und wenn wir wirklich unabhängig die historische Tatsachen betrachten wollen, war es nicht Kommunismus, dessen Ziel sich global etablieren war, der das Gegenwähr des westlichen Blocks verursachte?! Der Letzte sich verteidigte und, wie Moderne zeigt, erfolgreich.

Wobei ich sehe die Sache philosophisch. Zu sagen, dass die Westen gewonnen haben ist nur halbe Wahrheit. Der Kapitalismus, der den Sozialismus hervorbrach, hat sich gewandelt und nicht zuletzt wegen der Existenz ihm drohenden Systems.
.
 
Mendelejew
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 13:38

Aneri hat geschrieben:
Mendelejew hat geschrieben:
Finnland: DAS hat aber nichts mit dem verwerflichen Verhalten Finnlands an der Seite Hitlers zutun.

Ach ja, ein kleines Land wählt notwendigerweise zwischen zwei Übel und es wird von abgelehnten Übel als verwerflich bezeichnet?!
Wird mit unseren Abkommen mit den Ländern, die wir mit Polen, Russland Frankreich u.a. abschlossen die Mordlust der Deutschen nach 1939 getilgt ?

Oh-MAn...Und was ist mit Mordlust der Russen, die eigenen Volk millionenfach "genüsslich" in Lagern umkommen lassen?

Was die Tilgung angeht, die Deutschen haben mindestens verarbeitet die Taten, die von ihrem Volk ausgegangen war. Sie sehen Ihr Schuld und ihre Verantwortung. Das Russland steht aber noch immer in Verteidigungsposition, statt aus den Fehlern ihrer Geschichte zu lernen.

Kalter Krieg: gab es auf östlicher Seite so etwas wie die Fulton-Rede Churchills ? Wer schloss denn die SU aus dem Kreis dere befreundeten Staaten breits im Juni, 1 Monat nach Kriegsende aus ?
Wer plante denn bereits im Herbst 1944 einen neuen Raid gen Osten, der am 1. Juli 45 beginnen sollte ?


Da die Westen und Osten die Koalitionspartner in dem 2 WK wahren, bedeutet nicht, dass sie Freunde wurden. Wer wem was als erstes gesagt hat, ist unerheblich. Beide wollten von vornerei nach dem Krieg nicht zusammen arbeiten. Schon während des Krieges wollte jede Seite andere blüten zu sehen. Die Sprüche, egal von welche Seite, waren der Folge der vorhandenen Spannungen - nicht die Ursache.

Und wenn wir wirklich unabhängig die historische Tatsachen betrachten wollen, war es nicht Kommunismus, dessen Ziel sich global etablieren war, der das Gegenwähr des westlichen Blocks verursachte?! Der Letzte sich verteidigte und, wie Moderne zeigt, erfolgreich.

Wobei ich sehe die Sache philosophisch. Zu sagen, dass die Westen gewonnen haben ist nur halbe Wahrheit. Der Kapitalismus, der den Sozialismus hervorbrach, hat sich gewandelt und nicht zuletzt wegen der Existenz ihm drohenden Systems.
.


Hallo:

1.) Sicher ist die Bereitschaft der Finnen nach dem WK 2 mit der SU zu einem modus vivendi zu kommen AUCH das Eingeständnis einer Schuld gegenüber der SU,

2.) Die Mordlust der DeutsSchen in der" Eroberung von Lebensraum im Osten" hat doch nichts mit dem inneren Terror Stalins in seinem eigenen Land zutun, die übliche, stereotype und unzulässige Scheinargumentation.

3.) Bereitschaft zu Zusammenarbeit nach dem Krieg: die USA wollten die SU erpressen, indem sie die ihr gegenüber in Aussicht gestellte Fortsetzung von lend-lease von demokratischen Reformen in der SU abhängig gemacht hatten.
und DAS war nun für die SU ein absolutes no go
Die SU war 1945 aus den Gründen der vergangenen 4 Jahre auch zur Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Gegner breit (Dessau) aber zu ihren Konditionen.

3.) aber natürlich ist es von essentieller Bedeutung, wer als erster den Stein warf. Wer es so wie Du siehst, denkt schuftig . strafrechtlich können die Aktionen der Angloamerikaner als Morddrohungen bezeichnet werden.

Du denkst immer noch in den Kathegorien des Kalten Krieges, wenn Du meinst, Ziel des Kommunismus nach WK 2 war die Globalisierung der Idee. DAS hatte Stalin bereits Mitte der 30 Jahre ad acta gelegt. DAS wurde aber nach 1945 immer wieder, und wie ich bei Dir sehe, nicht erfolglos als Popanz vorgelogen unsd geglaubt.

Um ebenfall philosophisch abzuschließen: der Kapitalismus hat im Grunde verloren, denn eine erfolgreiche Verteidigung konstatiert einen Sieg, und das kann über den Kapitalismus nicht gesagt werden.
Die heutigen westlichen Gesellschaftsformen haben Vieles von dem, was noch vor 100 Jahren als sozialistisch bezeichnet wurde.
Darum haben in diesen Gesellschaften die Ideen von Marx und Engels Einzu gehalten, eine möglichst homogene,pluralistische Gesellschaft mit möglichst wenigen sozialen Unterschieden zu schaffen. Und da, wo sich diese Unterschiede auftun, für Abhilfezu sorgen.
Das Leid der Arbeiterfrauen vor 100 Jahren kann doch nicht ernstlich mit den negativen Auswüchsen in unserer deutschen Gesellschaft verglichen werden.
DAS ist bereits Sozialismus.
 
Renegat
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 13:53

Aneri hat geschrieben:

Wobei ich sehe die Sache philosophisch. Zu sagen, dass die Westen gewonnen haben ist nur halbe Wahrheit. Der Kapitalismus, der den Sozialismus hervorbrach, hat sich gewandelt und nicht zuletzt wegen der Existenz ihm drohenden Systems.
.


Mendelejew hat geschrieben:

Um ebenfall philosophisch abzuschließen: der Kapitalismus hat im Grunde verloren


Am Philosophieren über Gesellschaftsformen beteilige ich mich gern, auch wenn es der 2. Aufguss ist. Vielleicht kann Aneri oder ein anderer GW-User einen neuen Aspekt zur Diskussion aus dem Forum Geschichte beitragen.
Meine These dazu ab Seite 2 etwa ab Beitrag 20 steht Aneris Aussage ein wenig nahe.
http://www.forum-geschichte.at/Forum/sh ... 264&page=2
 
Mendelejew
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 14:05

Renegat hat geschrieben:
Aneri hat geschrieben:

Wobei ich sehe die Sache philosophisch. Zu sagen, dass die Westen gewonnen haben ist nur halbe Wahrheit. Der Kapitalismus, der den Sozialismus hervorbrach, hat sich gewandelt und nicht zuletzt wegen der Existenz ihm drohenden Systems.
.


Mendelejew hat geschrieben:

Um ebenfall philosophisch abzuschließen: der Kapitalismus hat im Grunde verloren


Am Philosophieren über Gesellschaftsformen beteilige ich mich gern, auch wenn es der 2. Aufguss ist. Vielleicht kann Aneri oder ein anderer GW-User einen neuen Aspekt zur Diskussion aus dem Forum Geschichte beitragen.
Meine These dazu ab Seite 2 etwa ab Beitrag 20 steht Aneris Aussage ein wenig nahe.
http://www.forum-geschichte.at/Forum/sh ... 264&page=2



Danke für den link, der Mann, krasnoja scheint Ahnung zu haben,wenn er den Antikommunismus als Grundtorheit der Geschichte bezeichnet.
Solche Leute sollte es auch hier geben, vielleicht erhöht sich die Schar derer, die nicht nur aus terra x zitieren sondern auch mal einige eigene Gedanken einbringen.
und da will ich doch mit einem smilie abscließen :mrgreen:
 
Aneri

Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 18:23

Hallo Mendelejew,
du brauchst doch nicht ganzen Beitrag zitieren, unnötige Verschwendung des Speichers. Ist genug den Teil, auf dem du sich beziehst.
Mendelejew hat geschrieben:
1.) Sicher ist die Bereitschaft der Finnen nach dem WK 2 mit der SU zu einem modus vivendi zu kommen AUCH das Eingeständnis einer Schuld gegenüber der SU,


Ich kann nur wundern, welche Schlußfolgerung kann man ziehen. Irgendwie verkehrte Logik. Vielleicht hilft dir ein Beispiel mit den Mehrfalienhaus. Da gibt es eine große Wohnung mit große Familie und ein kleine Wohnung, in der ein einzelner wohnt. Eines Tages entschließ der Oberhaupt der Großfamilie, dass ihn das Gewächs, das der Einzelmann auf seinem Balkon zieht, Sonnenlicht versperrt. Er schickt seine kräftige Söhne einfach hin und lässt das Gewächs beseitigen. Zur Sicherung, dass es nicht wiederholt, riegelt er die Balkontür, damit Nachbar kein Zugang auf Balkon hat.
Na ja was sonst. Der Einzelman versuchte dem widersetzen. Er baute Alliance mit andere große Familie, die mit seinen Nachbarrn feindlich war. Nichts genütz. Er hat auch keine Chance zu entkommen, weil eben in reale Situation kann ein Land nicht einfach irgendwo anders umziehen. Er muss mit seinen Nachbarrn klar kommen. Daher gibt der Einzelman auf. Um seine ganze Wohnung nicht zu gefärden, schließt er Frieden. Er sagt: Liebe Nachbar, ich gehe nicht auf Balkon, du kann es selbst nutzen, nur bitte lässt meine Wohnung mir.
Nach dir müsste sein Verhalten die Anerkennung der eigenen Schuld sein.

2.) Die Mordlust der DeutsSchen in der" Eroberung von Lebensraum im Osten" hat doch nichts mit dem inneren Terror Stalins in seinem eigenen Land zutun, die übliche, stereotype und unzulässige Scheinargumentation.

Wenn du weiter mit den Begriffen operierst, die eher in Psychologie-Forum geegnet sind, dann bist du hier auf fasche Stelle. Oder zählt bei dir eine Beleidigung zu übliche Argumentation? dann ebenfalls bist du hier falsch.
Was geht "übliche, stereotype und unzulässige Scheinargumentation", man kann alles auf dich umkehren. Übrigens braucht man hier nicht die Bewertung der Argumentation des Gegners. Man benutzt diese Masche, wenn in die Ecke gedrängt ist und nichts anderes entgegen kann als bloße Beleidigung.

3.) aber natürlich ist es von essentieller Bedeutung, wer als erster den Stein warf. Wer es so wie Du siehst, denkt schuftig . strafrechtlich können die Aktionen der Angloamerikaner als Morddrohungen bezeichnet werden.

Ich bin kein Kenner der Geschichte in ihre Einzelheiten. Ich denke, dass es genug, es auf das Verhalten der Menschen zu projizieren, um es zu verstehen. wenn man die Geschichte einer Eskalation verfolgt, dann beginnt sie in meisten Fälle nicht mit "dem ersten Stein". Der erstem Stein voraus sind die mündliche Provokationen, Beleidigungen. Die Beleidigungen können größeren Schmerz zufügen als körperliche Schmerz (=ersten Stein). Aha, jetzt sind wir schon auf dem vorausgehende Ebene der Eskalation. Auch hier kann sich herausstellen, dass es begann mit der Reizbarkeit des Eines durch den Streit mit eigener Frau. Die Reizberkeit, die auf den zufällig vorbei gehenden Nachbarrn ausgetragen würde. Würde dieser mündlich Angegriffene ruhig weiter ziehen, würde die Sache erledigt. Er aber erwidert und Eskalationsspirale beginnt.

Ist aus deiner Sicht der gereizte Man der erste, der "den Stein warf"? Es gibt aber die Vorgeschichte, da der Kind der Nachbarrn hat ihre Blumen kaput gemacht. Sie war stark verärgert. Daher auch der Streit mit dem Mann u. s. w. Wir können unendlich in der Tiefer der Geschichte eintauchen ohne festzustellen, wer der ERSTE war. UNd wenn wir doch zufällig die Wurzeln erreichen, dann können wir nur feststellen , dass die Ursache in keinen Vergleich mit dem, was sie auf die oberen eskalationsebenen verursacht hat, steht.

Ne-e-e. Wenn du sich zur modernen Weltgenossen sich zählst, dann darfst du nicht mit der Sippenvorstellungen "Auge um Auge" leben.

Du denkst immer noch in den Kathegorien des Kalten Krieges, wenn Du meinst, Ziel des Kommunismus nach WK 2 war die Globalisierung der Idee. DAS hatte Stalin bereits Mitte der 30 Jahre ad acta gelegt. DAS wurde aber nach 1945 immer wieder, und wie ich bei Dir sehe, nicht erfolglos als Popanz vorgelogen unsd geglaubt.

Erstens nicht ich -DU- denkst in Kategorien des kalten Krieges. Schon das Herausstellen,wer der erste den Stein warf - es ist Gedankenmechanismus, das zu Eskalationsspirale des kalten Kriegs führte.
Zweitens, habe ich nirgendwo behauptet etwas über Ziel des Komunismus nach 2WK. Ich habe hingewiesen auf internationalen/globalen Anspruch des Kommunismus (wenn du wills - "der erste Stein"), dass zur Spannungen zwischen west-ost schon vor dem 2WK geführt hat.

Um ebenfall philosophisch abzuschließen: der Kapitalismus hat im Grunde verloren, denn eine erfolgreiche Verteidigung konstatiert einen Sieg, und das kann über den Kapitalismus nicht gesagt werden.

Wenn ich jetzt irgendwo Sozialismus noch sehen würde, würde ich dir zustimmen :eh:

Die heutigen westlichen Gesellschaftsformen haben Vieles von dem, was noch vor 100 Jahren als sozialistisch bezeichnet wurde.
Nee, würde nicht. Ich hatte meinerseits in Marxismus-Leninismus eine Fünf (wer kennt nicht sowietische Notensystem: Fünf - die beste Note). Der essentieller Unterschied ist die Art des Wirtschaftssystems. Es gibt freier Markt oder gibt ihn nicht.
Die Tatsache, dass die soziale Gerechtigkeit des kapitalistisches Systems nähert sich den von den Sozialismus angestrebten Zielen, zeigt gerade die Stärke des Kapitalismus (übrigens dieser Begriff in moderne Ökonomie nicht vorkommt). Es hat sich s. z. selbstorganisierend zu dem entwickelt. Dei Sozialismus dagegen hat sich tod erwirtschaftet.

Darum haben in diesen Gesellschaften die Ideen von Marx und Engels Einzu gehalten, eine möglichst homogene,pluralistische Gesellschaft mit möglichst wenigen sozialen Unterschieden zu schaffen. Und da, wo sich diese Unterschiede auftun, für Abhilfezu sorgen.

Ich würde jetzt hier nicht auf die von der verwendeten Begrifflichkeit rumhacken (homogene, pluralistische). Es gab immer Ideen der Wohlstand der Gesellschaft. Die wesentliche Frage war, wie es zu erreichen ist. Sozialismus hat ganz klare Methoden, von ihren Gründer entwickelt. Man plannt es. Der Kapitalismus hat sich aber diese Ziele mit seine Methoden - freier Wirtschaft - erreicht. Also, wer hat hier gewonnen?
 
Aneri

Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 18:30

Renegat hat geschrieben:
Am Philosophieren über Gesellschaftsformen beteilige ich mich gern, auch wenn es der 2. Aufguss ist.

Ich denke, dass ich die Diskussion in oberen Beitrag weitergeführt habe. Aber was bedeutet 2. Aufguss?
 
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Peppone
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 19:41

Mendelejew hat geschrieben:
der Mann, krasnoja scheint Ahnung zu haben,wenn er den Antikommunismus als Grundtorheit der Geschichte bezeichnet.

Ohja, Ahnung ist das Stichwort.
:P

Beppe
 
Mendelejew
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 20:08

@ aneri,Beitrag 18.23

Ich kann mit Deinen blumigen Vergleichen nichts anfangen, nicht mein Niveau und nicht meine Welt.
Deine Vergleiche, auch mit dem Werfen des ersten Steins sind mir zu seicht.

Deine 5 im Fach ML ist mir schon schlüssig. weil in der DDR der Unterschied zwische Kapitalismus und Sozialismus nie verstanden wurde und darum auch nicht gelehrt werden konnte.

zum einen kann man ein Wirtschaftssystem, den Kapitalismus, nicht mit einem Sozialsystem vergleichen. Der Gegensatz zum Kommunismus/Sozialismus ist der Individualismus. Es besteht ein himmelweiter Unterschied, ob nach dem Ende der Arbeit ein Kollektiv auf einen wartet, in das sich der Einzelne einbringen kann, oder ob sich der Werktätige nach dem Ende der Arbeit alleingelassen fühlt.
Und wie im Kapitalismus muss auch ein Kombinatsleiter Kapital akkumolieren.

Für Kommunisten (oder die,die sich dafür halten) ist es allerdings ganz einfach: mit der Verstaatlichung der Produktionsmittel ist für sie alles erledigt.
Kriterium des Kapitalismus ist ja NICHT die freie Markwirtschaft, auch im Kapitalismus könnte eine geplante Versorgung der Bevölkerung funktionieren, mit Angebot undNachfrage., wie auch im Sozialismus eine frei Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage funktioniert (China)
So wie im Kapitalismus die Nachfrage aus der Bevölkerung durch ein schnelles Angebot zeitnah befriedigt wird, so würde auch die Nachfrage aus der Bevölkerung im Sozialismus ebenso schnell befriedigt werden.

Dass Du mit solchen Gedanken eher bei einer 2 gelandet wärst, das ahne ich.........
Zuletzt geändert von Mendelejew am 06.10.2012, 20:47, insgesamt 2-mal geändert.
 
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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 20:10

Peppone hat geschrieben:
Mendelejew hat geschrieben:
der Mann, krasnoja scheint Ahnung zu haben,wenn er den Antikommunismus als Grundtorheit der Geschichte bezeichnet.

Ohja, Ahnung ist das Stichwort.
:P

Beppe


Aber [...], doch nicht auf dieser Basis, Wenn Du weichgespülten Foren den Vorzug gibst ? ich nicht. .

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Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

06.10.2012, 20:45

Aneri hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
Am Philosophieren über Gesellschaftsformen beteilige ich mich gern, auch wenn es der 2. Aufguss ist.

Ich denke, dass ich die Diskussion in oberen Beitrag weitergeführt habe. Aber was bedeutet 2. Aufguss?
Eine ähnliche Diskussion hatten wir schon in einem anderen Forum, deshalb hatte ich das verlinkt. Der 2. Aufguss bedeutet eine Wiederholung bereits verwendeter Argumente. http://www.forum-geschichte.at/Forum/sh ... 264&page=2
 
Aneri

Re: 10.3.1952-23.9.1952: Die "Stalin-Noten" - Verpasste Chan

07.10.2012, 00:56

Mendelejew hat geschrieben:
...nicht mein Niveau ...

Genau so ist es.

Was den Unerschied Kapitalismus-Sozialismus betrifft, bist du noch auf Kindergarten-Niveau. Muss noch wachsen um mir die Noten zu verteilen :lol: