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Moderator: Barbarossa

 
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Orianne
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Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 12:48

Adolf Hitler ist für jede(n) Psychologiestudenten- oder Studentin ein Fall, ich kenne eine Handvoll die sich mit ihm befassten, er "gehört" einfach zum Studium. Auch bei der Psychiatrie und der Psychotherapie steht er in der Bibliothek. Ich habe schon 3 Bücher über ihn gelesen die sich mit diesem Mann befasst haben. Der Grundton heisst nein, aber, dass heisst: Hitler war nicht geisteskrank aber er war ein Narziss, so wie viele Diktatoren es heute auch sind. Seine Taten waren schrecklich, aber er liess morden um sein Weltbild durchsetzen zu können, nämlich die Weltmacht mit ihm als Führer der die anderen Völker versklavt.

Wie denkt Ihr über ihn :?:
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Spartaner
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 14:01

Orianne hat geschrieben:
Adolf Hitler ist für jede(n) Psychologiestudenten- oder Studentin ein Fall, ich kenne eine Handvoll die sich mit ihm befassten, er "gehört" einfach zum Studium. Auch bei der Psychiatrie und der Psychotherapie steht er in der Bibliothek. Ich habe schon 3 Bücher über ihn gelesen die sich mit diesem Mann befasst haben. Der Grundton heisst nein, aber, dass heisst: Hitler war nicht geisteskrank aber er war ein Narziss, so wie viele Diktatoren es heute auch sind. Seine Taten waren schrecklich, aber er liess morden um sein Weltbild durchsetzen zu können, nämlich die Weltmacht mit ihm als Führer der die anderen Völker versklavt.

Wie denkt Ihr über ihn :?:

Liebe Orianne ,
Was meinst du mit Narziss? Hitler sei ein Narzist gewesen?
 
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Barbarossa
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 14:04

Ich denke sogar, so gut wie alle Kriegsheimkehrer aus dem 1. WK (wie eigentlich bei jedem Krieg) kamen schwer traumatisiert zurück und hätten einen Psychologen gebraucht.Es ist ja erwiesen, dass solche Menschen Probleme haben, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das ist natürlich nicht zu leisten und das halte ich für ein riesiges Problem in solch einer Nachkriegsgesellschaft.

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Orianne
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 14:17

Narziss ist auch richtig, aber natürlich auch Narzisst.


Ich bin mir da sicher, dass jeder Soldat schreckliche Sachen gesehen hatte, es gibt heute einen Psychiater, der als Kind mit seiner Mutter aus Ostpreussen vertrieben wurde, er befasst sich ausschliesslich mit den Seelenproblemen der Kriegsgeneration. Er praktiziert so lange er kann. Ich werde dann diesen Namen hier nachreichen, sobald wir wieder zu Hause sind.

Hitler hatte ja schon als Knabe und später als junger Mann Probleme mit sich, im WWI sonderte er sich immer von seinen Kameraden ab, als die vielleicht derbe Witze erzählten untereinander.

Schliesslich sind auch seine einstudierten Gesten bei seinen Reden ein typisches Zeichen für einen selbstverliebten Mann.
Wenn ich jetzt einmal sein Verhältnis zu Frauen aussen vor lasse, dann war er für mich ein unsicherer eitler Mann, der nur stur seinem Programm hinter her lief. Er wurde ja als Unteroffizier abgelehnt, da seine Vorgesetzten keine Führungsqualitäten ih ihm sahen.
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Spartaner
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 15:50

Liebe Orianne,
bei den Begriff Narzisst muss man unterscheiden, ob er umgangssprachlich verwendet wird oder medizinisch. Ein Artzt mit psychiatrischer Fachartztausbildung wird Niemanden bescheinigen, dass er ein reiner Narzisst ist. Der Patient oder die zu bewertende Person hat allenfalls einen Hang zum Narzissmus . Reine Narzissten gibt es gar nicht. Menschen zeigen immer unterschiedliche Eigenschaften. Diese sind in der Regel nicht immer gleich und es kommt auf die Situation an, die der Mensch mit narzistischer Neigung ausgesetzt ist.
Umgangssprachlich darf man sowohl Menschen als Narzissten bezeichnen, allen voran auch Hitler.
 
Cherusker
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 16:01

Beide, Hitler und Stalin, waren nicht ganz frisch in der Birne. So hielten sie sich für unfehlbar und haben durch ihre Fehleinschätzungen ihren Armeen hohe Verluste zugefügt.
 
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Orianne
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 16:09

Vielen Dank Spartaner, ich lasse mich immer gerne belehren. :) Bei Hitler oder Putin kann ich den Unterschied sehen, Hitler wäre nie mit nacktem Oberkörper in der Öffentlichkeit herum gelaufen, auch zog er nach 1933 keine kurzen Lederhosen mehr an.

Hitler hatte so viele merkwürdige Eigenschaften, ich habe das im Buch von Brigitte Hamann "Hitlers Jahre in Wien", dass Narziss fast noch ein Kompliment für ihn war oder ist. Seine ausgeprägteste Eigenschaft war seine Hypochondrie, die ihn in die Hände von Dr. Theodor Morell trieb. Morell war ein Mann, der die Nähe zu Hitler ausnutzte, sich eine Fabrik kaufte, und u.A. die Wehrmacht mit seinem Läusepulver "Russia" beliefern durfte, dazu wurde er ohne Habilitation zum Professor ernannt, und er bekam viele Orden und Gelddotationen.
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Spartaner
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 16:22

Orianne hat geschrieben:
Vielen Dank Spartaner, ich lasse mich immer gerne belehren. :) Bei Hitler oder Putin kann ich den Unterschied sehen, Hitler wäre nie mit nacktem Oberkörper in der Öffentlichkeit herum gelaufen, auch zog er nach 1933 keine kurzen Lederhosen mehr an.

Hitler hatte so viele merkwürdige Eigenschaften, ich habe das im Buch von Brigitte Hamann "Hitlers Jahre in Wien", dass Narziss fast noch ein Kompliment für ihn war oder ist. Seine ausgeprägteste Eigenschaft war seine Hypochondrie, die ihn in die Hände von Dr. Theodor Morell trieb. Morell war ein Mann, der die Nähe zu Hitler ausnutzte, sich eine Fabrik kaufte, und u.A. die Wehrmacht mit seinem Läusepulver "Russia" beliefern durfte, dazu wurde er ohne Habilitation zum Professor ernannt, und er bekam viele Orden und Gelddotationen.

Liebe Orianne,
für Laien wie uns ist es schwer die Begriffe richtig eingeordnen. Es heisst wohl jetzt Menschen mit narzistischer Persönlichkeitsstörung.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pers%C3%B6 ... .C3.B6rung
 
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Triton
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

24.07.2014, 18:26

Es ist schwer vorstellbar, dass ein offensichtlich geisteskranker Mensch große Teile eines ganzen Volkes hinter sich versammeln kann und große innen- und außenpolitische Erfolge feiern konnte.
Hitler war nicht krank, er war kriminell, skrupellos, gefühlskalt und natürlich größenwahnsinnig.
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
LordExtra
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

29.10.2019, 22:33

Selbstverständlich war Hitler behandlungsbedürftig geistesgestört, was denn sonst? Kerngesund und völlig normal? 
Noch mehr irre waren Heinrich Himmler und sein Dietrich Eckert, beide ernsthaft tief gläubig auf dem Okkulten-Trip. An denen hätte die heutige Psychiatrie ihre Freude gehabt. 
 
Marianne E.
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

30.10.2019, 11:19

War Hitler geistesgestört?
Das würde grundsätzlich bedeuten, da Gräueltaten ja nicht von einem Kranken zu verantworten wären, und somit Hitler, da krank und nicht zurechnungsfähig, unschuldig wäre.
Wer hat sich das aus- und nicht zu Ende gedacht?

Die anderen "Psychopathen" könnten dann auch als geisteskrank gelten, da ihre Handlungsweisen identisch sind.
So da wären zum Beispiel neben Hitler, Franco, Stalin, Pinochet, Assad, Lumumba usw.
Die Aufzählung ist unvollständig.
 
Cherusker
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

30.10.2019, 16:03

Es gibt den Cäsarenwahn. Aus einer kleinen unbedeutenden Person wird ein gefeierter Herrscher. Diese Leute glauben dann, daß sie von "göttlicher" Vorbestimmtheit sind und alles wissen und richtig machen. Hitler war so einer, der durch seine erlangte Macht seine bescheuerten Phantasien ausleben wollte. Er fand genügend Leute, die mitmachten und ihn verehrten, sodaß er Kritik nicht mehr ertrug und beratungsresistent wurde. Ganz richtig in der Birne war er mit Sicherheit nicht, weil seine menschenverachtende Politik und seine minderbemittelten Militärleistungen ("GröFaZ") kein MItleid kannten. :crazy:
Aber wie hier schon beschrieben wurde, gab es in der Geschichte schon viele solcher Herrscher, die dann völlig austickten. In Rom war es zuerst Caligula, der anfangs noch recht normal erschien, aber im Laufe der Jahre völlig durchdrehte. Zwar hatten andere römische Herrscher auch schon merkwürdige Verhaltensweisen, z.B. Tiberius, aber Caligula war schon ein Vorbild für Nero. :mrgreen: 
Aber im kleineren Maßstab gibt es sowas auch im Bereich Musik, Schauspiel, Fußball usw. . Leute, die plötzlich berühmt werden und dann die Realität nicht mehr erkennen. :wink:
 
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

30.10.2019, 19:44

Cherusker hat die Sache gut beschrieben , wenn auch etwas sehr unbürgerlich im Ausdruck .
Psychologen brauchen immer selbst einen Psychologen , weil sie eigentlich nur Unsinn reden , den jeder Milchmann besser erkennt .
Diese Schwätzer schaden mehr , als sie nutzen .
 
Jim Morisson

Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

03.11.2019, 11:46

Hitler war mitnichten verrückt. Keine seiner Ideen stammt von ihm selbst, er hat alles nur übernommen. In seinem Werk „Mein Kampf“ beschreibt er dies selbst. Bei ihm zu Hause gab es nur ein einziges Buch und zwar über den deutsch-französischen Krieg, welches er immer wieder las. Er liebte den deutsch-nationalen Geschichtsunterricht mit seiner Verherrlichung des Militarismus. Dann kam hinzu die Schulagitation gegen Tschechen und Südslawen, der sich ausbreitende Antisemitismus, Kornblumen und „Heil“-Grüße, die ganze völkische Atmosphäre der Kleinstadt-Mittelklasse in der Habsburger Monarchie. Er wurde glühender Nationalist, so gesteht er es.

Im Weltkrieg erlebte er einen (gescheiterten) Eroberungskrieg, den er bei nächster Gelegenheit fortführen wollte. Rache für die Schmach von Versailles, Lebensraum im Osten, Zerschlagung des Marxismus und Bolschewismus, Kampf gegen die korrupte, plutokratische Demokratie, Herrschaft eines Führers, der die Massen dirigiert, so wie er die Kommandostrukturen im Krieg erlebt hatte usw., all das kam später hinzu und diese Vorstellungen teilten damals sehr viele.

Ich halte nicht viel von den Kommunisten, aber Trotzki hat ihn schon 1933 sehr gut beschrieben.

..Jeder Führer ist immer ein Verhältnis zwischen Menschen, ein individuelles Angebot auf eine kollektive Nachfrage. Die Erörterungen über die Persönlichkeit Hitlers sind um so hitziger, je mehr man das Geheimnis seines Erfolges in ihm selbst sucht. Doch ist es schwer, eine andere politische Gestalt zu finden, die in einem solchen Maße Knoten unpersönlicher geschichtlicher Kräfte wäre. Nicht jeder erbitterte Kleinbürger könnte ein Hitler werden, aber ein Stückchen Hitler steckt in jedem von ihnen.
 
Zu Beginn seiner politischen Laufbahn zeichnete sich Hitler vielleicht nur durch größeres Temperament, eine lautere Stimme und selbstsichere geistige Beschränktheit aus. Er brachte in die Bewegung keinerlei fertiges Programm mit - wenn man den Rachedurst des gekränkten Soldaten nicht zählt. Hitler begann mit Verwünschungen und Klagen über die Versailler Bedingungen, über das teure Leben, über das Fehlen des Respekts vor dem verdienten Unteroffizier, über das Treiben der Bankiers und Journalisten mosaischen Bekenntnisses. Heruntergekommene, Verarmte, Leute mit Schrammen und frischen blauen Flecken fanden sich genug. Jeder von ihnen wollte mit der Faust auf den Tisch hauen. Hitler verstand das besser als die anderen. Zwar wusste er nicht, wie der Not beizukommen sei. Aber seine Anklagen klangen bald wie Befehl, bald wie Gebet, gerichtet an das ungnädige Schicksal. Alle Reden Hitlers sind auf diesen Ton gestimmt. Sentimentale Formlosigkeiten, Mangel an Disziplin des Denkens, Unwissenheit bei buntscheckiger Belesenheit - all diese Minus verwandelten sich in ein Plus. Sie gaben ihm die Möglichkeit, im Bettelsack »Nationalsozialismus« alle Formen der Unzufriedenheit zu vereinen und die Masse dorthin zu führen, wohin sie ihn stieß. Von den eigenen Improvisationen des Beginns blieb im Gedächtnis des Agitators nur das haften, was Billigung fand. Seine politische Gedanken waren die Frucht der rhetorischen Akustik. So ging die Auswahl der Losungen vonstatten. So verdichtete sich das Programm. So bildete sich aus dem Rohstoff der »Führer«.
Trotzki, Schriften über Deutschland, 1971, S.290 f.

Das Ergebnis war ein Gemisch der oben von mir geschilderten Ideen.
Die Schmach von Versailles zu tilgen und aus Deutschland wieder eine politische und wirtschaftliche Großmacht zu machen, das gefiel den traditionellen Eliten in Wirtschaft und Militär, aber auch großen Teilen der Bevölkerung. Mitte 1932 erhielt er ein Drittel aller Wählerstimmen, im Saarland stimmten 1935 90% der Bewohner für den Anschluss an Hitler-Deutschland, in der vom Völkerbund verwalteten Stadt Danzig wählten 59,1% der Wähler im gleichen Jahr
 einen Nazi als Bürgermeister, Zumindest die Bürger im Saarland und in Danzig wussten doch, worauf sie sich hier einließen, denn dort waren die Wahlen frei.

Was nach 1933 folgte, war keineswegs verrückt, sondern logisch. Die Zerschlagung jeder Opposition, die massive Aufrüstung, finanziert durch eine gewaltige Verschuldung. Die gewaltsame Zusammenfassung aller Kräfte und Mittel des Volkes im Interesse für den neuen Krieg, duldete keinerlei Widerstand von innen und führte zur weiteren mechanischen Zusammenballung der Macht.
Vielleicht hatte Hitler gelegentlich Anwandlungen von Größenwahn. Das ist bei Personen mit großer Macht und anfänglich großem Erfolg öfters zu beobachten. Das ist aber noch nicht krankhaft.

Er schätzte öfters die Lage falsch ein, was kaum zu vermeiden ist, wenn man einen Hofstaat aus Ja-Sagern und Speichelleckern hat. Dann wird man leicht Opfer seiner eigenen Propaganda. Kluge Diktatoren bauen dem vor. Der Kalif Harun ar Raschid soll nachts als Bettler verkleidet durch Bagdad gestreift sein, um zu erfahren, was die Menschen wirklich von ihm hielten.

Wurden Befehle nicht richtig ausgeführt oder funktionierte etwas nicht richtig, bekam er Tobsuchtsanfälle. Das kenne ich aber auch von meinen früheren Chefs, das ist typisch für Choleriker, aber nicht verrückt.

Vielleicht gab es später auch eine gewisse Paranoia bei ihm. Nun gibt es allerdings in der Politik ständig Intrigen und Komplotts. Einen Diktator wird man in der Regel nur los, indem man ihn umbringt. Es gibt deshalb tatsächlich viele Verschwörungen. Hitler wurde öfters das Ziel von Attentaten und es gab den Putsch vom Juli 1944. Man muss sich daher fragen: Was ist Paranoia und was ist berechtigtes Misstrauen?

Ich denke also nicht, das Hitler wirklich verrückt war, große Teile der Elite und des deutschen Volkes dachten wie er. Die müsste man dann  auch  für verrückt erklären.

Allenfalls in seinem extremen Rassismus könnte man Ansätze einer mentalen Störung  vermuten, obwohl der damals in Europa ganz normal war und  pseudowissenschaftlich begründet wurde. Die Vernichtung ganzer Völker ist  im Kolonialismus auch oft geschehen. (z.B. bei den Indianern). Neu ist allerdings die Systematik im Dritten Reich.

Fazit: Mir gefällt vor allem die Aussage von Trotzki, das der Führer immer ein individuelles Angebot auf eine kollektive Nachfrage ist. Das ist wie auf dem Markt. Ohne Nachfrage kein Führer. Was daraus folgt, muss jeder selber entscheiden.
 
Feldwebel57
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Re: Adolf Hitler ein Fall für den Psychiater?

03.11.2019, 20:38

Allen Vorrednern meinen größten Respekt !
Eines muß unbedingt auch erwähnt werden .
Die Frage war......wie konnte sich ein Volk ………?
Wir sitzen fett und zufrieden im Sessel .
Die Menschen damals 33 hatten Hunger , viele keine Arbeit , kaum Kleidung…...das muß ich euch nicht aufzählen .
Was war wichtig , wenn die Kinder vor Hunger weinten ?
Wie bekomme ich morgen mein Kind satt , kann ich ihm Schuhe beschaffen...…..
In Gedanken sehe ich die Mutter am Küchentisch sitzen und weinen , in den Haaren wühlend .
Der Vater daneben wirkt hilflos , das einzige Bier einteilend .
Da macht keiner große Politik , es macht der Politiker das Rennen , der am schnellsten Brot auf den Tisch bringt .
Wenn wir urteilen wollen , müssen wir uns in die damalige Zeit versetzen .
Gruß
Andreas