Reformvorschläge - Paradigmenwechsel - Sprechblasen
Der „Herbst der Reformen“ verblüfft mit Vorschlägen, die zum einen enorme Kürzungen erworbener Ansprüche aus Versicherungen bedeuten und zum anderen einen völligen Wegfall rechtlich anerkannter und lebensnotwendiger Leistungen.
Der Begriff Reformen bedeutet „Verbesserungen“, „Umgestaltungen“ oder „Neuerungen“ oder sogar „Wiederbelebungen“. Rückabwicklung oder Streichkonzert kommt nicht vor.
Die Wahlversprechen der derzeitigen Regierungsparteien „es wird keine Kürzungen oder Verschlechterungen im Sozialbereich geben“ sind dekadente Täuschungsmanöver.
Beispiele:
1) Der Eigenanteil für Bewohner eines Seniorenheims wird zweifach erhöht. Einmal durch den grundsätzlich sich ständig erhöhenden Zuzahlungsbetrag und zum anderen durch den erst später einsetzenden und gekürzten Erstattungsbetrag der Pflegeversicherung.
Die Bewohner eines Seniorenheimes zahlen neben Miete für Unterkunft, Verpflegung, medizinische Betreuung usw. auch noch einen Betrag für die Investitionskosten des Heimeigentümers. Investitionskosten also als zweite Miete.
Das Recht des Eigentümers, den Beitrag für die Investitionskosten festzusetzen und zu verlangen, ist rechtlich so festgesetzt. Bei Abfassung dieser rechtlichen Grundlage hat eine Lobby richtig gute Arbeit geleistet mit dem Hinweis, ein Seniorenheim wäre vergleichbar mit einem Hotel.
2) Die Gesetzlichen Krankenkassen sind mit außerordentlich hohen Beträgen von versicherungsfremden Leistungen belastet.
Die Versicherungsbeiträge für Bürgergeldempfänger werden z. B. nur von den gesetzlich Versicherten bezahlt. Der Zuschuss aus Haushaltsmitteln reicht nicht, obwohl diese Verpflichtung alle, und zwar wirklich alle Steuerzahler etwas angeht.
3) Die Altersrente ggf. als „Basisgrundversorgung“ einzurichten, bedeutet doch im Klartext, es wird nur eine Grundversorgung geben. Die zweite Säule einer Altersvorsorge kann im Idealfall nur von wenigen Berufstätigen erreicht werden.
Wer in Deutschland seinen über Jahrzehnte erarbeiteten Lebensstandard neben dieser Basisversorgung beibehalten will, muss ein gewaltiges Kapital aufbauen. Da stellt sich die Frage, wieviel kann von einem Arbeitseinkommen denn überhaupt eingespart werden? Diese Antwort ist die Regierung schuldig geblieben.
Das Beispiel, für ein Kind monatlich 20,00 € irgendwie anzulegen, bedeutet nach 50 Jahren ein Kapital von etwa 20.250,00 € (einschl. Zinsen). Lebensstandard gesichert?
Diese Liste ist unvollständig. Selbst bei ausführlicher Ausgestaltung bleibt die Feststellung, die „Reformen dieser Regierung“ sind Kürzungen nach ganz unten. Dort, wo es zu echten Reformen kommen könnte, arbeitet eine äußerst funktionsfähige Verhinderungslobby.
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Herbst der Reformen
Moderator: Barbarossa
-
Marianne E.
- Mitglied
- Beiträge: 1978
- Registriert: 13.04.2019, 16:51
Ein Rechenfreund hat ergänzt, dass bei einer Verzinsung von
2 % das Endkapital 23.000 Euro beträgt
4 % das Endkapital 36.000 Euro beträgt
und mit geglückter Aktienanlage ca. 80.000 Euro
2 % das Endkapital 23.000 Euro beträgt
4 % das Endkapital 36.000 Euro beträgt
und mit geglückter Aktienanlage ca. 80.000 Euro
- Barbarossa
- Mitglied
- Beiträge: 15589
- Registriert: 09.07.2008, 16:46
- Wohnort: Mark Brandenburg
Wobei diese Aktienanlage schon ziemlich „geglückt" sein muss, da muss ich dem „Rechenfreund" nur so halb Recht geben.
Ich hatte einen Aktienfond für meinen Sohn abgeschlossen, der lief so etwa 20 Jahre und da kam lediglich das eingezahlte Geld dabei heraus. Diese ist allerdings auch durch die Finanzkrise von 2009 durchgelaufen - vielleicht lag es auch mit daran...? Aber Krisen in irgendeiner Form sind ja gegenwärtig der Dauerzustand.
Daher würde ich von diesen Aktien mit ihrem ständigen „Auf und Ab" eher abraten und statt dessen in festverzinslichen Wertpapieren investieren. Aber hier auch nicht in einem Fond, denn da verdienen auch nur hauptsächlich die Banken daran.
Zu Merz und seiner Aussage zu den Renten:
Da war ich auch erschrocken. Wenn ich von meiner persönlichen Berufslaufbahn aus gehe, muss ich folgendes dazu sagen:
1.) Ich hatte im ganzen Leben noch nie Aussicht auf eine Betriebsrente - nirgendwo, wo ich arbeitete.
2.) Ich hatte selbst tatsächlich eine private Altersvorsorge (!!!)
Leider muss ich sagen, dass das Leben eben nie so glatt läuft, dass man sagen kann: Ich zahle jetzt 30 Jahre irgendwo ein und dann habe ich ein Polster für das Alter.
Leider griet ich zwischenzeitlich in eine größere finanzielle Schieflage, so dass bei der Gelegenheit auch diese private Altersvorsorge weggepfändet wurde. Der Traum war damit ausgeträumt. Selbst das halte ich also nichtmal für besonders empfehlenswert aus dieser Erfahrung heraus. Da spart man sich Jahrzehnte lang etwas vom Munde ab und dann ist es auf einmal weg...
Da bin ich heute noch ziemlich frustriert, obwohl es schon 14 Jahre zurück liegt.
Ich hatte einen Aktienfond für meinen Sohn abgeschlossen, der lief so etwa 20 Jahre und da kam lediglich das eingezahlte Geld dabei heraus. Diese ist allerdings auch durch die Finanzkrise von 2009 durchgelaufen - vielleicht lag es auch mit daran...? Aber Krisen in irgendeiner Form sind ja gegenwärtig der Dauerzustand.
Daher würde ich von diesen Aktien mit ihrem ständigen „Auf und Ab" eher abraten und statt dessen in festverzinslichen Wertpapieren investieren. Aber hier auch nicht in einem Fond, denn da verdienen auch nur hauptsächlich die Banken daran.
Zu Merz und seiner Aussage zu den Renten:
Da war ich auch erschrocken. Wenn ich von meiner persönlichen Berufslaufbahn aus gehe, muss ich folgendes dazu sagen:
1.) Ich hatte im ganzen Leben noch nie Aussicht auf eine Betriebsrente - nirgendwo, wo ich arbeitete.
2.) Ich hatte selbst tatsächlich eine private Altersvorsorge (!!!)
Leider muss ich sagen, dass das Leben eben nie so glatt läuft, dass man sagen kann: Ich zahle jetzt 30 Jahre irgendwo ein und dann habe ich ein Polster für das Alter.
Leider griet ich zwischenzeitlich in eine größere finanzielle Schieflage, so dass bei der Gelegenheit auch diese private Altersvorsorge weggepfändet wurde. Der Traum war damit ausgeträumt. Selbst das halte ich also nichtmal für besonders empfehlenswert aus dieser Erfahrung heraus. Da spart man sich Jahrzehnte lang etwas vom Munde ab und dann ist es auf einmal weg...
Da bin ich heute noch ziemlich frustriert, obwohl es schon 14 Jahre zurück liegt.
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Marianne E.
- Mitglied
- Beiträge: 1978
- Registriert: 13.04.2019, 16:51
Barbarossas Schicksalsschläge sind kein Einzelfall. Deshalb sollten wir ganz vorsichtig reagieren, wenn jemand die Rentenversicherung bzw. die gesetzliche Rente madig machen will.
Aus meiner beruflichen Erfahrung (jahrzehntelang) und die meiner Eltern und Großeltern gilt folgendes:
"Die Rente ist sicherer wenn alle anderen Finanzmöglichkeiten längst pleite sind. Der Staat (also die gesetzliche Rentenversicherung) zahlt immer. Vielleicht weniger, aber immer noch mehr, als Pleiteinstitutionen."
Vorsorgen für ein Polster im Alter, ja. Ich plädiere immer noch für das ganz normale und kaum verzinste Sparbuch. Das ist immer noch fast bombensicher, da auch hier der Staat bis zu einer gewissen Höhe bürgt.
Jeder muss selbst entscheiden, aber bei der Geldanlage bedenken:
"Hohe Gewinne und hohe Verluste sind Zwillinge. Man weiß nie, auf wen man trifft."
Aus meiner beruflichen Erfahrung (jahrzehntelang) und die meiner Eltern und Großeltern gilt folgendes:
"Die Rente ist sicherer wenn alle anderen Finanzmöglichkeiten längst pleite sind. Der Staat (also die gesetzliche Rentenversicherung) zahlt immer. Vielleicht weniger, aber immer noch mehr, als Pleiteinstitutionen."
Vorsorgen für ein Polster im Alter, ja. Ich plädiere immer noch für das ganz normale und kaum verzinste Sparbuch. Das ist immer noch fast bombensicher, da auch hier der Staat bis zu einer gewissen Höhe bürgt.
Jeder muss selbst entscheiden, aber bei der Geldanlage bedenken:
"Hohe Gewinne und hohe Verluste sind Zwillinge. Man weiß nie, auf wen man trifft."
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