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Moderator: Barbarossa

 
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Gontscharow
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Islamophobie oder Islamverharmlosung

31.10.2014, 02:18

Seit den Anschlägen vom 11. September schlagen die Wellen der Islamophobie in der nicht.islamischen Welt
immer höher, erreichen und durchdringen bei uns alle Gesellschaftsschichten,
vom Fußballhooligan bis zum Universitätsprofessor.
Ich selbst nehme mich da nicht aus - ich bin auch nicht gerade ein Islamfreund.
Es gibt im Internet Kreise die behaupten, diese Welle des Islamophobie sei von interessierten
Kreisen gezielt inszeniert, um die Stimmung in den westlichen Ländern so anti-islamisch werden
zu lassen, daß die Bevölkerung Kriege gegen islamische Länder unterstützt.
( natürlich nur gegen solche, in denen es Erdöl gibt :angel: )
Sind das Verschwörungstheorien oder ist etwas wahres daran ?
 
Cherusker
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Re: Islamophobie

31.10.2014, 10:14

Das ist der übliche linksangehauchte Schwachsinn. :crazy: Kürzlich habe ich mich mit einen Menschen unterhalten, der einmal bei den Sozis war und jetzt wohl eher zur Linken tendiert. Er kritisiert den radikalen Islam (ISIS, Salafisten usw.), aber gleichzeitig sieht er eine große Weltverschwörung der Christen, d.h. der USA mit Bush, NSA, CIA, usw. ....das volle Programm. :crazy: Es gebe seiner Ansicht nach auch christliche Vereinigungen (besonders in den USA) , die die Apokalypse heraufbeschwören wollen. :shock: Da muß man dann schon ruhig bleiben, um bei sovielen Verschwörungstheorien nicht auszurasten.

Vor etwas mehr als 20 Jahren hatte ein Kumpel die Macke, daß Nostradamus alles vorhergesehen hat. :mrgreen: Damals kam es zum Scheitern des sowjetischen Kommunismus und er meinte der Islam sei die große Gefahr. Da habe ich noch gelacht, wie denn so ein paar Radikale (z.B. in Iran) ernsthaft die Weltherrschaft anstreben würden? Mittlerweile muß man feststellen, daß die Bedrohung der westlichen Demokratien nicht von politischnaiven rechten und linken Fanatikern ausgeht, sondern der religöse Fanatismus zunehmend zur Bedrohung wird. :lolno:

Aber die großen Weltverschwörer gibt es immer. Besonders im Internet kann jeder seinen Quatsch fast ungehindert verbreiten. Da wird alles angezweifelt. Die USA ist meist der Oberbösewicht und gelegentlich stecken auch Aliens dahinter. :mrgreen: Gut sind auch die "Reichsdeutschen", um den kürzlich verstorbenen Dr. Axel Stein. Demnach sitzen noch alte Nazis im ewigen Eis um mit ihren fliegenden Untertassen auf der Welt in das Geschehen einzugreifen. Den Mist, kann man sich stundenlang als Comedy anhören.....
Es gibt ja auch eine hohle Erde.....und im Erdinneren leben höherzivilisierte Kulturen ! Also kein zutiefes Loch im Garten graben.... :wink:
 
ehemaliger Autor K.

Re: Islamophobie

31.10.2014, 10:37

Von Verschwörungstheorien halte ich überhaupt nichts. Es handelt sich bei der Islamophobie meines Erachtens um die Aktualisierung eines uralten Feindbildes aus der Vergangenheit, welches den Menschen über Generationen bewußt oder meistens unbewußt vermittelt wurde, auf das sie gewissermaßen konditioniert wurden. Ähnliche Phobien kennen wir gegenüber den „primitiven, wilden Schwarzen“, der Angst vor der „gelben Gefahr“ usw. Man könnte hier im Sinne von C.G. Jung geradezu von Archetypen sprechen, alte Feindbilder, einst entstanden aus einer Mischung von Xenophobie, Ethnozentrismus, Ingroup-Outgroup Denken, historischen Ereignissen, die prägend für die eigene Kultur waren usw. Soziologen, Psychologen, Anthropologen und andere Wissenschaften haben sich eingehend damit beschäftigt.

Solche archetypischen Feinbilder gibt es auch bei den anderen Kulturen. Dort geht es dann gegen „Die Weißen“, den „Westen“, gegen die „Ungläubigen“ etc.
Die Aktualisierung solcher Archetypen geschieht dann ganz unbewusst, einfach dadurch, in dem negative Dinge über die andere Kultur berichtet werden. Das muss man nicht steuern oder planen, das geschieht automatisch.
 
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dieter
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Re: Islamophobie

31.10.2014, 11:52

Ihr Lieben,
es ist keine Phobie, sondern wenn man sich das Geschehen angefangen bei nineeleven über die Anschläge in London, Madrid und auf Bali ansieht bis zu dem IS, der Menschen aus den USA, GB und Frankreich köpfen ließ, dann sind es Tatsachen. :roll:
Hoffentlich kann Kobane dem Ansturm des IS widerstehen, sonst wäre es ein weiterer Erfolg des IS im Nahen Osten. :evil: :twisted:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Cherusker
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Re: Islamophobie

31.10.2014, 12:57

Karlheinz hat geschrieben:
Es handelt sich bei der Islamophobie meines Erachtens um die Aktualisierung eines uralten Feindbildes aus der Vergangenheit, welches den Menschen über Generationen bewußt oder meistens unbewußt vermittelt wurde, auf das sie gewissermaßen konditioniert wurden.


Das halte ich schlichtweg für falsch. Der Islam war in der Vergangenheit nie eine Bedrohung für Deutschland. Bis vor 15 Jahren hat man nur negative Schlagzeilen von Moslems gelesen, wenn einmal wieder ein Ehrenmord erfolgte. Da die Gazetten darüber weniger berichten, ist das Thema für uns Deutsche wieder einmal erledigt. Da muß nur eine Kopftuchträgerin in einer Talkshow auftreten und sagen, sie sei durch den Islam als Frau richtig frei, da sie keine lüsternen Blicke der Männerwelt mehr ertragen müsse. :mrgreen: Und schon geht man zum Alltag über....

Dieter Nuhr hat das jetzt treffend beschrieben: Der Islam ist nur tolerant, wenn er nicht an der Macht ist. Was für ein Problem sollte ich denn auch mit Andersgläubigen haben, die sich hier unseren Gesetzen und Lebensweise angepaßt haben? Keines.
Nein, erst die Zunahme der Radikalisierung der Muslime, führt zu Problemen. In manchen Stadtteilen deutscher Städte hat man das Gefühl, daß dort nicht mehr das Grundgesetz gilt, sondern die Scharia. Die übrigens von einigen deutschen Richtern schon zurande gezogen wurde. :crazy:
Wenn man sieht, wieviele Moslems aus Deutschland in die kriegerischen Auseinandersetzungen im Orient gezogen sind, dann fragt man sich schon, wieviel Potential an Unterstützern und Sympahtisanten hier noch leben? :shock:
Das hat nichts mit der Geschichte zu tun, sondern mit der Gegenwart :!:

Mich hat kein CIA, NSA, KGB, Stasi, Opus D, Gestapo, Bayern München, oder sonstwas in meiner Meinung beeinflußt. :wink: So habe ich keine Bedenken gegen einen Moslem, der sich nach den Gesetzen und Lebensweise eines normalen Mitteleuropäers ausrichtet. Aber wohl etwas gegen einen Radikalen, der hier eine Parallelgesellschaft errichten will und von einem Gottesstaat träumt.
Und wehret den Anfängen. Der Klügere gibt solange nach bis er selbst der Dumme ist :!: :mrgreen:
Bisher haben sich in bestimmten Zeiten immer die Radikalen gegenüber den Gemäßigten durchgesetzt. In den `20iger Jahren hat auch keiner geglaubt, daß Adolf irgendwann eine deutsche Diktatur errichten wird und die Welt ins Unglück stürzen wird.

P.S.
Setz einen Wolf auf eine Schafherde mit 1000 Tieren an. Da wird jeder sagen, naja, nur ein Wolf bei sovielen lieben Schafen. Wenn da mal eins umkommt, ist halt so. Aber wenn es dann ein Wolfsrudel geworden ist, dann wird die Schafherde dezimiert und eingeschüchtert, sodaß sie sich nicht mehr auf die Weide trauen. :wink:
 
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Triton
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Re: Islamophobie

31.10.2014, 13:25

Zumindest Deutschland ist kein islamophobisches Land. Cem Özdemir ist Vorsitzender der drittgrößten Partei und es gibt mehrere islamische Minister in Landeskabinetten. Stört sich niemand dran, weil diese Menschen sich an die Grundwerte unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung halten.

Ich habe muslimische Verwandschaft, da ist das Totschlagargument bei jedem Problem: ...nur weil wir Muslims sind...
Meiner Mutter wurde sich vorgestellt mit : "wir sind auch Menschen", völlig absurd, anzunehmen, wegen einem anderen Glauben würde man jemand nicht beachten. Da wird von eigenem Gedankengut auf andere geschlossen.

Diese Argumentation hat bei vielen Muslimen schon beinahe den Charakter eine Tourette-Syndroms. Offensichtlich ist es für diese Menschen unvorstellbar, dass es den meisten "geborenen" Europäern völlig Banane ist, an was der andere glaubt.

Nuhr hat völlig Recht, Muslime können nicht mit der Tatsache umgehen, nicht alles zu bestimmen.

Ich kenne einen katholischen Vikar, der mir von internen Anweisungen mit Muslimen erzählte. Alle Religionen seien kein Problem, nur der Islam. Bei Hochzeiten zwischen Muslimen und Katholiken laufe es immer darauf hinaus, dass die Familie gesamt islamisch würde, alles andere werde nicht toleriert. Toleranz kennen Muslime nur, wenn sie bestimmen.

Wer als Christ näher mit Muslimen zu tun hat, wird feststellen, dass andauernd ein "oben-unten" "Spiel" abläuft, das geht mit so Kleinigkeiten los wie die Zeit für ein Treffen bestimmen. Oder einfach den anderen beliebig warten zu lassen. Oder ihm wertlosen Müll als "Geschenk" hinzustellen oder für den anderen über dessen Kopf hinweg zu entscheiden.
Sich eben einfach Dinge herauszunehmen, die es in normalem Umgang mit Bekannten, Verwandten normalerweise nicht gibt.
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
Cherusker
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Re: Islamophobie

31.10.2014, 14:36

Im Arabischen gibt es ein Sprichwort, das ungefähr so lautet: Streichel den Arm, solange Du ihn nicht brechen kannst. Das sagt eigentlich schon alles aus. In Deutschland hören wir häufiger immer wieder Forderungen, die von Vertretern der Moslems aufgestellt werden. Anscheinend haben wir nichts anderes zu schaffen als die armen Moslems zu unterdrücken. Keine andere Religion in Deutschland beschwert sich so über ihre Verhältnisse.
Beispielhaft ist hier auch der Moscheebau in Köln. Trotz Rücksichtnahme auf die Forderungen der Moslems, kam es dann doch zu erheblichen Unstimmigkeiten. Es gibt da einen schönen Fernsehbericht (glaube auf WDR) rüber.

P.S.
Und ich weiß nicht, was der Sultan Erdogan noch alles an Großmannssucht zeigen wird. Da wird es früher oder später noch mehr Probleme in den deutsch-türkischen Beziehungen geben.
 
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dieter
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Re: Islamophobie oder Islamverharmlosung

31.10.2014, 14:48

Lieber Joerg,
gut dass ich solche Erfahrungen noch nicht machen mußte. Mir reichen Die Erfahrungen unseres Sohnes und unserer Enkeltochter in der Schule aus. Er hatte einen türkischen und marokkanischen Freund. Der marokkanische Freund durfte keine Klassenfahrten mitmachen, trotzdem dass sein Vater bei Elternabenden uns versprochen hatte, außerdem aß er auch beim Kochunterricht keine Rindswurst, die unser Sohn im vorauseilenden Gehorsam fürs Kochen gekauft hatte, weil sie nicht von den eigenen Leuten zubereitet worden waren.
Der Türke, welcher das Abi nicht schaffte, hielt sich hauptsächlich bei Klassenfahrten in den Räumen der Mädchen auf. :wink: :mrgreen: Bei starken Regen, wir waren in der City, sie wohnten in demselben Stadtteil wie wir, hat er es abgelehnt in der Zwischenzeit in ihre Wohnung zu gehen, weil wie er sagte, sie sehr sauber wären. Ich erklärte ihm, dass wir auch keine Dreckschweine wären. :evil: :twisted:
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Dietrich
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Re: Islamophobie

31.10.2014, 18:02

Cherusker hat geschrieben:
Der Islam ist nur tolerant, wenn er nicht an der Macht ist.


Wahre Worte. Das konnten wir ja in Ägypten gut beobachten.

Leider wird dem Islamismus in muslimischen Staaten nur Einhalt geboten, wenn Diktatoren oder autoritäre Könige die Macht haben. Es scheint so, als ob der Islam und die Demokratie nach westlichem Muster unverträglich sind. Ob das nun an der Mentalität, der Religion oder der Geschichte liegt - wer weiß?
 
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Orianne
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Re: Islamophobie oder Islamverharmlosung

31.10.2014, 18:30

Ich kann mich noch gut an den selbsternannten "Kalif von Köln", Metin Kaplan erinnern: Er meinte einmal in einem TV-Beitrag: "Nirgends kann ich den Islam so gut ausleben wie in Deutschland". Er bezog sich dabei auf die Religionsfreiheit. Seit seiner Abschiebung soll er in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Türkei sitzen, aber da sich seit 10 Jahren dort einiges geändert hat, ist er vielleicht schon lange wieder in Freiheit.

Das Problem ist doch, dass die Extremisten unsere Gesetze in Westeuropa schamlos ausnutzen, Kaplan ist da kein Einzelfall, in Grossbritannien gibt es ca. ein Dutzend von denen.
Grant stood by me when I was crazy, and I stood by him when he was drunk, and now we stand by each other.

General William Tecumseh Sherman
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Cherusker
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Re: Islamophobie oder Islamverharmlosung

31.10.2014, 18:53

Orianne hat geschrieben:
...
Das Problem ist doch, dass die Extremisten unsere Gesetze in Westeuropa schamlos ausnutzen, Kaplan ist da kein Einzelfall, in Grossbritannien gibt es ca. ein Dutzend von denen.


Selbst in Deutschland gibt es einige Imane, die in den Moscheen nicht immer verfassungsfreundliche Botschaften hinterlassen. Aber zur Rede gestellt, will es angeblich niemand gewesen sein. :mrgreen:

Das Problem ist (wurde vor Jahren auch einmal in einem Fernsehbeitrag dargestellt), daß in allen muslimischen Ländern der Religionsunterricht für Kinder und Jugendliche nur im Auswendiglernen der Suren aus dem Koran besteht. Es wird nichts hinterfragt oder noch vielmehr angezweifelt.
So kann ein radikaler Iman sich immer auf die Suren des Koran berufen. Das steht da so geschrieben und wer es nicht glaubt, der hat den Koran nicht richtig verstanden und ist wohl ein Ungläubiger? :eh:
Wenn westliche Wissenschaftler Zweifel haben, dann kommt immer das Totschlagargument: das ist nicht richtig übersetzt. :wink:
So hinterfragen auch Wissenschaftler, ob die Stelle mit den "72 Jungfrauen" in einer alten Schrift nicht auch "72 Früchte" heißen könnte. Das wäre ja oberpeinlich, wenn der Selbstmordattentäter im Paradies zu Allah kommt und ihm werden 72 Früchte überreicht.... :mrgreen:

Gestern hörte ich im Autoradio eine Diskussionsrunde. Leider hatte ich zu spät eingeschaltet und ich mußte mich erstmal orientieren worüber es überhaupt ging. Dort sagte eine gemäßigte Lehrerin für Islamunterricht an deutschen Schulen, daß 5 ihrer ehemaligen Schüler jetzt in den Krieg auf Seiten der IS gezogen sind und sie darüber völlig fassungslos und enttäuscht sei. Ferner konnte sie anfangs das gar nicht glauben. :?
Da sieht man wieder, daß anscheinend diese männlichen Moslems das Wort einer Frau nicht akzeptiert haben. Sie waren zwar körperlich anwesend, aber die Botschaft kam nicht rüber. :crazy: Die hörten dann lieber auf irgendeinen Radikalen. :roll: Ein Problem stellte sich noch für die jungen IS-Kämpfer heraus. Als sie dort angekommen waren, da mußten sie feststellen, daß sie nicht gegen Ungläubige kämpfen, sondern weitestgehend gegen andere Moslems. :shock: Und da kehrten wohl 3 wieder um. Angeblich hat aber keiner gekämpft und stand nur in der 2.Reihe.... :wink:
 
Dietrich
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Re: Islamophobie oder Islamverharmlosung

31.10.2014, 18:55

Orianne hat geschrieben:
Seit seiner Abschiebung soll er in einem Hochsicherheitsgefängnis in der Türkei sitzen, aber da sich seit 10 Jahren dort einiges geändert hat, ist er vielleicht schon lange wieder in Freiheit.


Die Aktionen des Kaplan zeigen eine Dreistigkeit ohnegleichen. Zudem hat er sich 150 000 Euro Sozialhilfe erschlichen, die er zurückzahlen sollte. Dazu las ich bei Wiki: "Dabei ging es auch um die Rückzahlung der Sozialhilfe von 1988 bis 1999. Er sollte 150.000 Euro Sozialhilfe zurückzahlen, die er, seine Frau und seine drei Kinder erhalten hatten. Denn die Polizei hatte bei einer Durchsuchung seiner Wohnung 1998 2 Millionen Mark und kiloweise Gold gefunden und beschlagnahmt."

Zu seinem gegenwärtigen Status schreibt Wiki: "Am 2. Juli 2010 wurde die Strafe durch ein Gericht in Istanbul auf 17 Jahre und sechs Monate reduziert." Demnach sitzt der gute Mann noch im Kittchen, was in der Türkei nicht besonders gesundheitsfördernd sein soll.
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Islamophobie

01.11.2014, 01:58

Karlheinz hat geschrieben:
Von Verschwörungstheorien halte ich überhaupt nichts. Es handelt sich bei der Islamophobie meines Erachtens um die Aktualisierung eines uralten Feindbildes aus der Vergangenheit, welches den Menschen über Generationen bewußt oder meistens unbewußt vermittelt wurde, auf das sie gewissermaßen konditioniert wurden.[...]


Wo siehst du diese angebliche Konditionierung? Das Gegenteil ist wahr,in den deutschen Massenmedien wird der Islam überwiegend positiver dargestellt, als er aus westlicher Sicht tatsächlich ist. Lanz ist ein Paradebeispiel für diesen Sachverhalt.


Karlheinz hat geschrieben:
Die Aktualisierung solcher Archetypen geschieht dann ganz unbewusst, einfach dadurch, in dem negative Dinge über die andere Kultur berichtet werden. [...]


Soll man diese negativen Dinge deiner Meinung nach besser verschweigen?
Nicht über den IS, Salafisten, Frauenfeinlichkeit, Intoleranz, Hass, Gewalt, Antisemitismus, "Ehrenmorde", Terroranschläge usw. berichten?

Ist das dein Zugang?
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
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Re: Islamophobie

01.11.2014, 09:24

Dietrich hat geschrieben:
Cherusker hat geschrieben:
Der Islam ist nur tolerant, wenn er nicht an der Macht ist.


Wahre Worte. Das konnten wir ja in Ägypten gut beobachten.

Leider wird dem Islamismus in muslimischen Staaten nur Einhalt geboten, wenn Diktatoren oder autoritäre Könige die Macht haben. Es scheint so, als ob der Islam und die Demokratie nach westlichem Muster unverträglich sind. Ob das nun an der Mentalität, der Religion oder der Geschichte liegt - wer weiß?

Lieber Dietrich,
in Tunesien scheint es geklappt zu haben. Bei der letzten Wahl am Wochenende bekam eine nicht islamische Partei dort die meisten Stimmen. :)
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Gontscharow
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Re: Islamophobie oder Islamverharmlosung

01.11.2014, 11:57

Ist Deutschland ein islamophobes Land ?
Ich würde diese Frage inzwischen mit " Ja " beantworten. Dabei ist auffällig, daß
es ein Auseinanderklaffen zwischen Vox populi und der durch die Mainstreammedien
veröffentlichen Meinung gibt - die Bevölkerung erlebe ich als weitgehend islamophob,
während die Medien stets zur Mäßigung und Toleranz mahnen.
Die inzwischen mehr als ein Jahrtausend alte Geschichte der Konfrontation zwischen
Islam und Christentum war wahrscheinlich nie ganz aus dem Bewußtsein verschwunden,
aber sie war bis vor 15 Jahren wenig präsent.
Ich erinnere mich daran, daß in den 70er und 80er Jahren in D lebende Türken und Araber bestenfalls als Exoten
bestaunt wurden, von ihrer Religion und Kultur wußte man wenig und sie selbst haben dieselbe
auch nicht nach außen getragen. Oder sich sogar der westlichen Zivilisation angepasst.
Deshalb schien es so, daß D NICHT islamophob war.... weil es einfach keine Berührungspunkte und
somit keine Möglichkeit zur Konfrontation gab.