Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
RedScorpion

Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

26.09.2013, 00:45

Für alle die, die so tun, als hätten's Vergobrets Satz da oben nicht verstanden (wenn ich das schnalle, dann können's alle anderen ja wohl auch; und ab diesem Post kann keiner mehr den Hasen hier spielen):

Gerade weil die DDR ihren "Bürgern" eben das Recht eines Bürgers nicht einräumte und ihre Einwohner dadurch zu Untertanen verdammt waren (es sei denn, sie zeigten wahren Bürgermut und muckten auf),

überkompensiert Barbarossa jetzt über diejenige, die er für die Verkörperung der damaligen Schuldigen hält und übt genau die Kritik, die man sich damals nicht trauen durfte. Sozusagen um den Kampf dieses Mal zu gewinnen, nachträglich.

Sicherlich plausibel und verständlich. Wäre nur schön, man schaute nicht nur bei den Linken so genau hin, sondern auch bei anderen (gar nichtmal nur im entgegengesetzten politischen Lager, sondern auch ruhig 'mal in lokalen Lobbies für Jugendarbeit :wink: ).



LG
 
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Vergobret
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

26.09.2013, 01:16

Es ist wie es RS sagt, Barbarossa sitzt hier auf seinem hohen Ross und urteilt pauschal ab. Linke-Politiker dürfen keine demokratische Gesinnung haben, das geht in Barbarossas Kopf nicht zusammen, fatal, weil es dem Menschen nicht zubilligt sich zu verändern. Sicherlich ist eine besonders kritische Betrachtung zulässig, aber zum Beispiel einem Gysi konnte und sollte schon wer weiß was nachgewiesen werden und niemals gelang es. Könnte der Mensch nicht einfach sauber sein? Auch ein Jan Korte dürfte über Zweifel erhaben sein. Man muss keineswegs ein Freund der Linkspartei sein, aber seine Argumentation ist abstrus (das merkt man wenn er mit jahrzehntelangem Marx ankommt). Es ist einfach anstrengend das alles zu lesen, sobald nur ganz leicht mal wieder eine wirklich linke Partei erwähnt wird. Es gibt Leute wie die Lötzsch oder einige Westlinke, die wirklich daneben sind, aber die Linkspartei sind nunmal mehr Leute. Man kann jetzt durchaus argumentieren, dass diese wenigen Leute, die Partei unwählbar machen. Bloß was man nicht kann ist den Personen und der Partei als Ganzes vorwerfen was in der DDR Realität war. Man kann ihnen höchstens vorwerfen sich nicht zu distanzieren, wenn das der Fall ist.

Gleichzeitig wählt Barbarossa dann die AfD. Sicherlich keine rechtsextreme Partei, aber fraglos sind im Zuge der letzten Monate auch rechte Elemente zu Einfluss gelangt. Ein Sachse in der AfD äußerte sich entsprechend, dass in seinem Landesverband nach der Wahl dringend ausgemistet werden müsse, da sei einiges enthalten, was so ganz demokratisch nicht mehr sei. Der Facebook-Marketing-Chef hat eine zweifelhafte Vergangenheit im rechtsextremen Milieu und das ist nachgewiesen. Rechtsextrem wiederum heißt antidemokratisch. Barbarossa bekannte diese Partei zu wählen, hier waren ihm Vergangenheit und problematische Mitglieder egal. Bei der Linkspartei wo viele - nicht alle - Vorwürfe nicht bewiesen sind, wird von ihm dagegen pauschal abgeurteilt. Das stößt mir sauer auf. Zumal die rechtsextremen Tendenzen der AfD vielfach aktueller sind, als jene der langsam aussterbenden DDR-Verbrecher.

Man mag mir vieles vorwerfen, aber wer mich kennt, Du Titus tust es, der weiß, dass ich Diktatur und Menschenrechtsverbrechen ablehne. Ich kritisiere die DDR-Verbrechen hart und entschieden. Ich bin aber auch fähig zu erkennen, dass der Osten bei der Wiedervereinigung verarscht wurde, dass er ausgenommen wurde wie eine Gans und man ihm jetzt diverse Schwarze Peter zuschiebt. Dem Osten und seinen Menschen wurde nichts gelassen, was auf Einheit hindeutet. Das sieht man an ungleichen Renten, an Westimportierten Strukturen, wo östliche besser passten, an Bundesländern, die zu klein sind, nicht zusammenpassen, daran dass den Ostdeutschen nichts gelassen wurde warum sie auch einen Anteil an der Einheit empfinden können (obwohl sie es waren die die Diktatur stürzte). Die Linkspartei bemängelt dies. Das aber hat dann nichts mit DDR-Geschichtskittung zu tun, sondern zeigt einfach, dass bei dem Einheitsprozess auch vieles daneben ging, wer mag das verdenken bei solch einem einmaligen Vorgang? Ich halte mich für in der Lage hier zu differenzieren. So finde ich Äußerungen einer Lötzsch unerträglich, kann aber viele Forderungen der Linke als berechtigt anerkennen, kann ihr Personal teils für äußerst kompetent halten und ihren Einfluss auf die Demokratie in diesem Lande schätzen. Wir verdanken es einem Linken-Politiker, dass wir wissen, dass Deutschland die Grundstoffe für Senfgas nach Syrien lieferte. Linkenpolitiker sahen viele der Ereignisse der Finanzkrise voraus. Viel der Oppositionsarbeit, die ich mir von den Grünen erwünscht hätte, wurden zuletzt von der Linken gemacht. Das erkenne ich an, ohne damit Gefahr zu laufen, dass die DDR wiedererrichtet wird. Dieser Teufel der hier an die Wand gemalt wird existiert nicht.
Ein weiterer Aspekt ist ja, dass in der ehemaligen PDS auch viele Politiker waren, die zwar für Sozialismus einstanden, aber nicht verbrecherisch und antidemokratisch wie in der DDR. Sozusagen ehrliche Sozialisten, die wirklich Demokratie und Sozialismus vereinigen wollten. Man mag argumentieren, dass dies nicht möglich sei, was ja sein kann. Nur demokratiegefährend ist sowas nicht direkt, weil eben eine Minderheit in der Minderheit. Der Ausstieg aus dem Euro würde unserer Wirtschaft zum Beispiel ähnlich schaden, wie eine Verstaatlichung von Privateigentum, beispielsweise der Bahn oder von Energieunternehmen. Trotzdem stimmen 4,7 % genau dafür, aus dem Euro auszusteigen. Da muss man sich schon fragen, ob Demokratie nicht an beiden Rändern diese Gruppierungen aushält und ob man da mit dem selben Maß misst, wenn man die einen wählt, die anderen zum Teufel wünscht.

Solche etwas tieferen GEdanken würde ich mir von Barbarossa wünschen.

Ganz davon abgesehen, dass es Gift für ein Forum ist, wenn ein Moderator eine Partei wie die AfD nicht problematisiert. Und das tut Barbarossa überhaupt gar nicht. Selbst Du Titus problematisierst ja hin- und wieder die FPÖ. Barbarossa sieht sowas gar nicht, weil er sich nur auf die Linke fokussiert.

Mir persönlich jedenfalls wird das Forum zunehmend zu rechts. Der Aufenthalt ist zunehmend unangenehm. Es gibt rechtsaußen Menschen mit denen man sich beißen kann, weil sie zumindest argumentieren (wenn auch in deinem Falle Titus oft grundfalsch), aber es gibt auch Parolenbrüller. Und von diesen gibt es hier zunehmend einige, die meinen sie verkündeten die Wahrheit, seien veraltete Währungen oder germanisierten altmodische Vornamen. Mit sowas argumentieren ist sinnlos, ein AfD-Moderator aber lockt diese Leute an.

Zum richtig verstandenen Satz, an dem man sich aber leicht aufhängen konnte, wenn man wollte, hat RS alles geschrieben.

P.S. Wenn sogar RS die Linke verteidigt, die quasi in seinem persönlichen Feindbuch mit weit oben stehen dürfte, muss schon einiges passiert sein.
„In all den Jahren habe ich so viele junge Männer gesehen,
die der Meinung waren, auf andere junge Männer zuzulaufen.
Aber das stimmt nicht.
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Barbarossa
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

26.09.2013, 08:16

Ok Vergobret, ich habe deine Standpauke zur Kenntnis genommen. Ich werde in diesem Leben mein Denken gegenüber dieser Partei bzw. politischen Bewegung nicht mehr ändern können.
Wie heißt es so schön? "Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht."
Heißt: Ich werde nie wieder auch nur ein Wort eines Vertretes dieser Partei glauben können.
Aber ich werde mich in nächster Zeit etwas zurücknehmen - werde mich vor allem auf's Nachrichten einstellen und moderieren beschränken. Der Grund dafür ist auch, daß ich an neuen Publikationen arbeiten möchte. Das verträgt sich mit langen Diskussionen zeitlich nicht.
:wink:
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

26.09.2013, 10:24

Barbarossa hat geschrieben:
[Die Folge: Wenn genau diese Ideologen von früher so nach 20 Jahren ganz offensichtlich wieder an Macht gewinnen, dann kommt eben genau diese Angst von früher wieder hoch. Und insbesondere Gysi ist ein solches Gesicht von früher. Und dazu dann noch eine Sarah Wagenknecht, die genau so arrogant rüberkommt, wie alle Kommunisten früher, die meinten, die Wahrheit für sich gepachtet zu haben. Einfach nur widerlich.

Findest du das nicht irgendwie menschlich verständlich?

Lieber Barbarossa,
in Hessen hat die Linke 5,2% bekommen, von der Weltrevolution meilenweit entfernt im Bund um die 8%. Die Hälfte meiner Verwandt schaft lebt in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen, die sagen unter der Herrschaft der DDR gab es keine Arbeitslosigkeit. Heute darf man über den Staat und die Politiker schimpfen, aber wehe Du schimpfst im Betrieb über Deine Vorgesetzten, dann bisst Du weg vom Fenster. :wink:
Auch in der DDR mußte keiner hungern, es gab nur vier oder fünf Wurstsorten, da meine Verwandtschaft teilweise auf dem Lande lebt, gab es genug Milch. Außerdem hatten sie Erdbeerfelder, die Erdbeeren durften sie für einen festgelegten Preis verkaufen.
Alles in allem, die Revolution wird nicht kommen, mangels Masse, außerdem ist Deutschland in der Nato, in der EU und in der Eurozone. Glaubst Du tasächlich, dass die Amis ein kommunistisches Deutschland akzeptieren würde :?: Ich nicht. :wink:
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

26.09.2013, 11:23

Barbarossa hat geschrieben:
Babylon5 hat geschrieben:
...
Und ja, ich glaube schon, daß der mündige Bürger sich von den Wahlumfragen nicht beeinflussen läßt. Sorgen macht mir der wachsende Anteil derer, die die Wahlumfragen nutzen, um nicht aus ihrer selbstverschuldeten Unmündigkeit herauszumüssen...

Daß ich mich vor der Wahl durchaus mit der AfD und deren Zielen beschäftigt hatte, hattest du in früheren Beiträgen gelesen? Dann weißt du auch sicher, daß das eine Wahlumfrage nicht der einzige Aspekt ist. Ich hätte es schon gut gefunden, wenn die AfD reingekommen wäre.


Warum fühlst du dich eigentlich so auf den Schlips getreten? Es war, glaube ich, ein ganz anderer User hier, der sich darüber geärgert habe, daß die Umfragen etwas anderes vorasugesagt haben und er deswegen falsch gewählt hat.

Ich habe mit den Umfragen auch ehrlich gesagt ein ganz anderes Problem- wenn man schon ein halbes Jahr vord er Wahl beginnt, Umfragen zu veröffentlichen, dann besteht die Gefahr, daß die parteien Politik für die Umfrage macht und nicht mehr fürs Volk. Und das halte ich für bedenklich und letztendlich demokratiegfeährdend. Wenn Frau merkel ihre Meinung ändert, weil die Umfragewerte nach einer bestimmten Aussage in den keller geht, dann ist das nicht sehr vertrauenserweckend. Und wenn es die anderen dann genauso halten... dann wird es desaströs...
 
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

26.09.2013, 11:29

Babylon5 hat geschrieben:

Ich habe mit den Umfragen auch ehrlich gesagt ein ganz anderes Problem- wenn man schon ein halbes Jahr vord er Wahl beginnt, Umfragen zu veröffentlichen, dann besteht die Gefahr, daß die parteien Politik für die Umfrage macht und nicht mehr fürs Volk. Und das halte ich für bedenklich und letztendlich demokratiegfeährdend. Wenn Frau merkel ihre Meinung ändert, weil die Umfragewerte nach einer bestimmten Aussage in den keller geht, dann ist das nicht sehr vertrauenserweckend. Und wenn es die anderen dann genauso halten... dann wird es desaströs...

Liebe Babylon,
so isses. :wink:
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Titus Feuerfuchs
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

27.09.2013, 22:18

Vergobret hat geschrieben:
[...]Barbarossa sitzt hier auf seinem hohen Ross und urteilt pauschal ab.


Ich sehe ehrlich gasagt andere auf hohen Rössern sitzen,
nämlich diejenigen -und da zähl ich dich hinzu- die heute in Frieden, Wohlstand und Freiheit leben, nie was anderes als Demokratie am eigenen Leib kennengelernt haben, und sich aus dieser Position heraus anmaßen, Menschen zu maßregeln, die unter einer totalitäre Diktatur leben mussten.

Barbarossa hat das Systm am eigenen Leib erlebt, du nicht. Ihm vorzuwerfen, er hätte damals nicht genug Widerstand geleistet, sei kein Dissident gewesen, finde ich ehrlich gesagt daneben.

Hättest du dein Leben, deine Freiheit und auch das Wohl deiner Angehörigen (in kommunistischen Staaten herrscht Sippenhaft :!: ) riskiert, um gegen ein übermächtiges System vorzugehen?

Vergobret hat geschrieben:
Linke-Politiker dürfen keine demokratische Gesinnung haben, das geht in Barbarossas Kopf nicht zusammen, fatal, weil es dem Menschen nicht zubilligt sich zu verändern.


Tust du es? *

Ich z.B. halte eine grundsätzliche Änderung eines Menschen für eine absolute Ausnahme.



Vergobret hat geschrieben:
Es gibt Leute wie die Lötzsch oder einige Westlinke, die wirklich daneben sind, aber die Linkspartei sind nunmal mehr Leute.


Lötzsch ist halt nicht irgendwer, sondern steht bei den Linken in der ersten Reihe. Selbiges gilt für Klaus Ernst und Oskar Lafontaine, die unisono mit dem Kommunismus in theoretischer bzw. real existierender Form liebäugeln.

Vergobret hat geschrieben:
Man kann jetzt durchaus argumentieren, dass diese wenigen Leute, die Partei unwählbar machen. Bloß was man nicht kann ist den Personen und der Partei als Ganzes vorwerfen was in der DDR Realität war. Man kann ihnen höchstens vorwerfen sich nicht zu distanzieren, wenn das der Fall ist.


Das ist genau der Punkt.
Toleranz, Billigung ist genauso schlimm, wie das Verbrechen selber.



Vergobret hat geschrieben:
Gleichzeitig wählt Barbarossa dann die AfD. Sicherlich keine rechtsextreme Partei, aber fraglos sind im Zuge der letzten Monate auch rechte Elemente zu Einfluss gelangt. Ein Sachse in der AfD äußerte sich entsprechend, dass in seinem Landesverband nach der Wahl dringend ausgemistet werden müsse, da sei einiges enthalten, was so ganz demokratisch nicht mehr sei. Der Facebook-Marketing-Chef hat eine zweifelhafte Vergangenheit im rechtsextremen Milieu und das ist nachgewiesen.


* Linkspolitikern billgst du Änderungen zu, Rechten aber nicht? Warum?

Vergobret hat geschrieben:
Rechtsextrem wiederum heißt antidemokratisch. Barbarossa bekannte diese Partei zu wählen, hier waren ihm Vergangenheit und problematische Mitglieder egal. Bei der Linkspartei wo viele - nicht alle - Vorwürfe nicht bewiesen sind, wird von ihm dagegen pauschal abgeurteilt. Das stößt mir sauer auf. Zumal die rechtsextremen Tendenzen der AfD vielfach aktueller sind, als jene der langsam aussterbenden DDR-Verbrecher.


Die Westlinken Sektierer ersetzen die alte SED-Kader vollständig, keine Sorge.

Die AfD setzt sich zudem keine totalitäre Ideologie zum Ziel, die Linke schon.

Insofern ist die AfD sicher nicht die Antipode der Linken; das ist die NPD.

Die AfD ist eine rechtere Union.


Vergobret hat geschrieben:
Man mag mir vieles vorwerfen, aber wer mich kennt, Du Titus tust es, der weiß, dass ich Diktatur und Menschenrechtsverbrechen ablehne. Ich kritisiere die DDR-Verbrechen hart und entschieden.


Bin mir da leider nach unserer Diskussion im Thread über die Linken nicht mehr so sicher.
Ich glaube dir aber, dass du das glaubst.

Vergobret hat geschrieben:
. So finde ich Äußerungen einer Lötzsch unerträglich,


Na endlich.

Wenn sie nicht ehemalige Chefin des Vereins wäre, sie nicht auch noch ehemaligen RAF-Terroristen und MfS-Mitarbeitern ein Podium geboten hätte, sich die übrige Partei davon distanziert hätte, und ihre Ansicht innerhalb der Linken eine singuläre wäre, könnte man darüber ev. hinwegsehen, so aber nicht.

Mehrfach in die Kritik geriet Lötzsch auf Grund ihres Umgangs mit ehemaligen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). So plädierte sie u. a. für die Duldung von ehemaligen Stasi-Mitarbeitern in Parlamenten und Ministerämtern, sofern diese gewählt seien.[...]

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesine_L%C ... tarbeitern


[...]Lötzsch wollte ursprünglich auf der Veranstaltung unter anderen mit der Ex-RAF-Terroristin Inge Viett und der DKP-Vorsitzenden Bettina Jürgensen zum Thema "Wo bitte geht's zum Kommunismus?" diskutieren. Als Reaktion auf die Kritik an ihrem Artikel über Kommunismus für die Zeitung "Junge Welt" sagte Lötzsch eine Teilnahme an der Podiumsdiskussion aber kurzfristig ab. Sie hielt stattdessen eine Rede dort.[...]

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 38723.html


Vergobret hat geschrieben:
kann aber viele Forderungen der Linke als berechtigt anerkennen, kann ihr Personal teils für äußerst kompetent halten und ihren Einfluss auf die Demokratie in diesem Lande schätzen.


Sicher, es gibt in jeder Partei gute Punkte; in letzter Konsequenz muss man aber das Gesamtbild sehen, und da schaut's leider düster aus.


Vergobret hat geschrieben:
Wir verdanken es einem Linken-Politiker, dass wir wissen, dass Deutschland die Grundstoffe für Senfgas nach Syrien lieferte. Linkenpolitiker sahen viele der Ereignisse der Finanzkrise voraus. Viel der Oppositionsarbeit, die ich mir von den Grünen erwünscht hätte, wurden zuletzt von der Linken gemacht. Das erkenne ich an, ohne damit Gefahr zu laufen, dass die DDR wiedererrichtet wird. Dieser Teufel der hier an die Wand gemalt wird existiert nicht.


Aber der, dass eine rechte Partei Deutschland wieder in eine rechtsextreme Diktatur verwandeln könnte, schon, oder wie?

Vergobret hat geschrieben:
Ein weiterer Aspekt ist ja, dass in der ehemaligen PDS auch viele Politiker waren, die zwar für Sozialismus einstanden, aber nicht verbrecherisch und antidemokratisch wie in der DDR. Sozusagen ehrliche Sozialisten, die wirklich Demokratie und Sozialismus vereinigen wollten. Man mag argumentieren, dass dies nicht möglich sei, was ja sein kann. Nur demokratiegefährend ist sowas nicht direkt, weil eben eine Minderheit in der Minderheit.


Die NPD ist auch die Minderheit einer Minderheit....

Vergobret hat geschrieben:
Der Ausstieg aus dem Euro würde unserer Wirtschaft zum Beispiel ähnlich schaden, wie eine Verstaatlichung von Privateigentum, beispielsweise der Bahn oder von Energieunternehmen.


Mein armer Blutdruck... :shock:

Das Gegenteil ist nicht nur theoretisch sondern auch empirisch längst erwiesen.

Wo lief die Wirtschaft besser?

a) in der DDR mit verstaalichtem Eigentum oder

b) in der BRD ohne Euro?

:?:




Vergobret hat geschrieben:
[...] Da muss man sich schon fragen, ob Demokratie nicht an beiden Rändern diese Gruppierungen aushält und ob man da mit dem selben Maß misst, wenn man die einen wählt, die anderen zum Teufel wünscht.


Ich war schon immer der Meinung, dass eine gesunde Demokratie auch extreme Meinungen aushalten muss.


Vergobret hat geschrieben:

Mir persönlich jedenfalls wird das Forum zunehmend zu rechts. Der Aufenthalt ist zunehmend unangenehm. Es gibt rechtsaußen Menschen mit denen man sich beißen kann, weil sie zumindest argumentieren (wenn auch in deinem Falle Titus oft grundfalsch), aber es gibt auch Parolenbrüller. Und von diesen gibt es hier zunehmend einige, die meinen sie verkündeten die Wahrheit, seien veraltete Währungen oder germanisierten altmodische Vornamen. Mit sowas argumentieren ist sinnlos, ein AfD-Moderator aber lockt diese Leute an.
.



Parolenbrüller sind mir hier noch keine aufgefallen. Ich z.B. hätte es ja auch gern, wenn das Forum "linker" würde, dann gäb's mehr zu diskutiern für mich. Beiträge nur zu bestätigen zu können, ist doch langweilig.


Leider sind Linke, die rein sachlich und faktenbasiert diskutieren, ähnlich häufig anzutreffen, wie vierblättrige Kleeblätter.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
demark
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 03:52

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:

...

Die Westlinken Sektierer ersetzen die alte SED-Kader vollständig, keine Sorge.

Die AfD setzt sich zudem keine totalitäre Ideologie zum Ziel, die Linke schon.

Insofern ist die AfD sicher nicht die Antipode der Linken; das ist die NPD.

Die AfD ist eine rechtere Union.

...


Wenn man sich da mal reindenkt: Die AfD käme an die Regierung! Das wäre doch den Versuch wert.
Sie würde genauso verblassen wie die Kretzschmar Grünen in BW! Der EURO würde nicht abgeschafft, dazu hätte die AfD gar keine Macht, denn die Macht haben Leute, die wir nicht wählen können.
Auch die Linken würden sich entzaubern mit ihrem Programm, kämen sie zum Zug.
Somit sind die ach so freien Wahlen in der BRD auch kein demokratisches Mittel zur Machtausübung durch das Volk, sondern eher ein Spiegel für die wirklich Herrschenden, wie zur Zeit das Volk gerade denkt. Es kann gewählt werden wer will, der Gewählte muss sich objektiven Gesetzmäßigkeiten beugen und sich damit politisch verbiegen. Notwendige Abläufe können zwar zeitlich beeinflusst werden, aber nicht verhindert.
 
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 09:12

:arrow: Nachrichten-Schlagzeile: >>Parteikonvent: Gabriels Meisterleistung – SPD nähert sich der Union<<

Parteichef Gabriel erklärte am Freitag, kurz nach 22.00 Uhr, dass der rund 200-köpfige Parteikonvent Sondierungsgesprächen mit der CDU zugestimmt hat.

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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 09:39

Barbarossa hat geschrieben:
:arrow: Nachrichten-Schlagzeile: >>Parteikonvent: Gabriels Meisterleistung – SPD nähert sich der Union<<

Parteichef Gabriel erklärte am Freitag, kurz nach 22.00 Uhr, dass der rund 200-köpfige Parteikonvent Sondierungsgesprächen mit der CDU zugestimmt hat.

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Lieber Barbarossa,
dann auf ein Neues. :wink: Ich bin strikt dagegen, die Linke weiterhin als persona non grata zu behandeln. :roll:
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 09:56

dieter hat geschrieben:
...Ich bin strikt dagegen, die Linke weiterhin als persona non grata zu behandeln. :roll:

Tja, und ich bin nach wie vor dafür.
So unterschiedlich können die Sichtweisen sein.
:wink:

Liegt aber wirklich daran, weil ich die SED-Leute damals gesehen habe. Und ich glaube einfach nicht, daß sich ein Mensch von einem Antidemokraten der extremsten Art zu einem geläuterten Demokraten wandeln kann. Das wäre eine Verwandlung von 100 %. Das geht nicht.
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 10:07

Barbarossa hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
...Ich bin strikt dagegen, die Linke weiterhin als persona non grata zu behandeln. :roll:

Tja, und ich bin nach wie vor dafür.
So unterschiedlich können die Sichtweisen sein.
:wink:

Liegt aber wirklich daran, weil ich die SED-Leute damals gesehen habe. Und ich glaube einfach nicht, daß sich ein Mensch von einem Antidemokraten der extremsten Art zu einem geläuterten Demokraten wandeln kann. Das wäre eine Verwandlung von 100 %. Das geht nicht.

Lieber Barbarossa,
der Mensch ist wandelbar. Wie war es nach 1945 :?: Aus Nazis wurden "aufrechte Demokraten", habe das selbst in meiner Umgebung erlebt :wink: So zementierst Du die Herrschaft der Schwarzen, weil die SPD gezwungen wird mit diesen "Schmuddelkindern" nicht zu spielen, trotzdem es eine Linke Mehrheit in Deutschland gibt. :evil: :twisted:
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 12:38

Titus, Du darfst nicht immer verknappen oder missinterpretieren. Das macht keinen Spaß dann mit Dir zu reden.

Zwei Dinge:

1. Lies RS statement zu meinem Statement zu Barbarossa

2. Dein "Na endlich" ist böswillig.


Was ich übrigens interessant finde ist unabhängig von der Positionierung zur Linken, dass offenbar jedes SED-Mitglied zu Zeiten der DDR heute in der Linken sein soll^^

Naja, habe die "Ehre" gehabt.
An tieferer Auseinandersetzung scheint kein Interesse mehr zu bestehen. Das zeigt Titus Posting mir sehr deutlich dass anndere Dinge offenbar wichtiger sind.

Aber eins dann doch noch:
Ich habe hier ein bisschen Rechtfertigung, vielleicht auch Verharmlsoung betrieben, provoziert um zu enttarnen vielleicht?!
Mehrere Leute speien sofort Gift und Galle. Du lieber Titus argumentiertest in unzähligen Diskussionen zu Rechtspopulisten genau wie ich hier zur Linken unf warfst mir vor zu pauschal zu verurteilen. Ich habe dir ein bissl den Spiegel vorgehalten. Ich erinnere mich gut, wie Du zahlreiche Positionen der FPÖ gelobt hast. Jetzt schreibst Du "Das ist genau der Punkt.Toleranz, Billigung ist genauso schlimm, wie das Verbrechen selber." Schon witzig, könnte mein Satz sein wenn oben Rechtspopulismus stände, nur dann hast Du stets anders reagiert und relativiert. Schon bezeichnend.
Denke mal darüber nach :)


Naja, immer weiter "Gas geben" frei nach Haider^^
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 14:39

Barbarossa hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:
...Ich bin strikt dagegen, die Linke weiterhin als persona non grata zu behandeln. :roll:

Tja, und ich bin nach wie vor dafür.
So unterschiedlich können die Sichtweisen sein.
:wink:

Liegt aber wirklich daran, weil ich die SED-Leute damals gesehen habe. Und ich glaube einfach nicht, daß sich ein Mensch von einem Antidemokraten der extremsten Art zu einem geläuterten Demokraten wandeln kann. Das wäre eine Verwandlung von 100 %. Das geht nicht

Lieber Barbarossa,
der Mensch ist wandelbar. Wie war es nach 1945 :?: Aus Nazis wurden "aufrechte Demokraten", habe das selbst in meiner Umgebung erlebt :wink: So zementierst Du die Herrschaft der Schwarzen, weil die SPD gezwungen wird mit diesen "Schmuddelkindern" nicht zu spielen, trotzdem es eine Linke Mehrheit in Deutschland gibt. :evil: :twisted:
.



Jein, überzeugte Nazis wurden meiner Ansicht nach 1945 nicht wirkliche Demokraten. Die meisten Deutschen waren aber doch nur Mitläufer, Opportunisten, die drehen ihre Fahne nach dem Wind. Giordano schrieb einmal über die zweite Schuld der Deutschen: Jede zweite Schuld setzt eine erste voraus – hier: die Schuld der Deutschen unter Hitler. Die zweite Schuld: die Verdrängung und Verleugnung der ersten nach 1945.

Die meisten Deutschen waren nach 1945 keine Demokraten und es hat sehr lange gedauert, bis sie kapierten, dass sich das System geändert hat.
Ich schrieb einmal: Als ich Anfang der sechziger Jahre lange Haare hatte, rief man mir ständig hinterher: „Dich sollte man vergasen!“ Dich hätten wir früher erschossen!“ usw. Diese Rufer konnten sich der Sympathie der Zuhörer sicher sein, denn sie nickten immer zustimmend. Todesstrafe für lange Haare? Ist das nicht übertrieben? Offensichtlich nicht, die meisten Menschen hielten dies anscheinend für eine angemessene Strafe. Denken so Demokraten? Nein, hier war der alte Nazi weiter im Kopf.

Und ein überzeugter DDR Kommunist wird selten zu einem echten Demokraten werden. Selbst solch ein Reformkommunist wie Rudolf Bahro erklärte später in einem Interview, das ihm so ein ähnliches System wie Nordkorea als Vorbild vorschwebt. Dazu fällt mir nichts ein.

Eher ist es schon möglich, dass sie ein totalitäres Weltbild mit einem anderem vertauschen. Der RAF Terrorist Horst Mahler schwenkte von ganz links nach ganz rechts. Es gibt noch mehr von der Sorte. Stalinisten werden zu Faschisten oder umgekehrt. Mussolini war vor dem ersten Weltkrieg bei den Linken und galt als orthodoxer Marxist. Dann wurde er Faschist. Ich glaube, solche Wandlungen sind leichter nachvollziehbar, man vertauscht eine antidemokratische Ideologie mit einer anderen.
 
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Re: 22. 9. 2013: Bundestagswahl und Landtagswahl in Hessen

28.09.2013, 22:26

Vergobret hat geschrieben:
... Was ich übrigens interessant finde ist unabhängig von der Positionierung zur Linken, dass offenbar jedes SED-Mitglied zu Zeiten der DDR heute in der Linken sein soll^^

Nein, das stimmt nicht - das habe ich auch nie behauptet. Die SED hatte 1989 noch ca. 2,5 Mill. Mitglieder - die PDS Ende 1990 nur noch ca. 250.000. Also selbst "DIE Partei" selbst bestand zu einem großen Teil aus Mitläufern. Diejenigen, die drin blieben, waren aber dann der "harte Kern" - die tatsächlich Überzeugten (oder Nutznießer des alten Systems).
Die Jüngeren hingegen, die erst nach 1990 dazu gestoßen sind, müssen aber die Historie der Partei kennen. Wenn ich also
"alle in einen Sack stecke und mit dem Knüppel drauf einschlage, dann weiß ich, daß ich keinen Falschen treffe."
:wink:
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