Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
Schandi
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

27.06.2013, 20:11

RedScorpion hat geschrieben:
Dass Du auf dem einen Auge blind bist, ist wohl keinem verborgen geblieben.

Und das schließt du woraus?
Weil ich statt Waffen lieber humanitäre Hilfe sehen würde?
Weil ich gerne mehr Demokratie hätte?
Weil ich diese "Nazi-vergleiche" nicht mag?

RedScorpion hat geschrieben:
Das ist ein Geschichtsforum hier, oder?

Ja, trotzdem kann man auch aktuelle Themen ansprechen.
RedScorpion hat geschrieben:
weil man ihn eben nicht rechtzeitig anging sondern abwartete und hoffte, auch dann noch, als es nix mehr zu hoffen gab.

Ansichtssache. Ich denke, die haben nur abgewartet um zum Ende mit wenig Aufwand zu gewinnen. Dass die gehofft haben die Nazis würden "plötzlich nett und hören auf" kann ich nicht glauben. (aber wie gesagt, Ansichtssache)

RedScorpion hat geschrieben:
Wenn Du - wie Karlheinz - meinst, das sei kein guter Vergleich,

steht es Dir frei, alles zu überlesen oder einfach nix zu schreiben,
Wenn du nur mit den alten Argumenten kontern kannst, dann steht es dir auch frei, meins zu überlesen, oder einfach nix zu schreiben. ;)

Vergobret hat geschrieben:
Schandi, Du hast aber doch auch nur die selbe Leiher vom bösen Ami... oder halt Westen.

Ja hab ich, streite ich auch nicht ab. Wenn du Links zum Gegenteil hast, gerne.
Aber (ME) gibt es viele Anzeichen, die das "wir helfen und bringen Demokratie" in Frage stellen.
Waffen werden "für die Demokratie" geliefert und alle Bürger werden "wegen Terroristen" überwacht.
Die Argumente des "Westens" sind zweifelhaft.

OT:
Und wenn schon Geschichte, dann gabs doch schonmal Stasi. Alle sagen das war sch***, trotzdem driftet man wieder in diese Richtung. Warum soll das jetzt besser sein als damals?
Wenns dir gefällt den ganzen Tag überwacht zu werden, ok. Ich möchte das nicht(ja ich schweife ab, ist aber der böse Westen).
Wenn es immer mehr Überwachung gibt, dann ist die Gefahr des Missbrauchs auch da.
Selbst wenn ich es nicht mehr erlebe, kann man nicht ausschließen, dass irgendwann meine Kinder/Enkel wieder (da Geschichte, "wie damals schonmal"), durch ein totalitäres Regime unterdrückt werden, weil die Vorraussetzungen ja da sind. Ich mag Demokratie, wozu diese Untergraben?


MfG
Tom

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Barbarossa
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

27.06.2013, 20:44

RedScorpion hat geschrieben:
Das ist ein Geschichtsforum hier, oder? ...

Dieses Thema steht in der Rubrik "Weltpolitisches ‹ Internationale Organisationen" - also in einem aktuell-politischen Teil. Ich glaube, es gibt auch genügend Beispiele in der Gegenwart bzw. nahen Vergangenheit. Beispiele aus der Zeit vor und im 2. WK taugen hier nur bedingt, da es zu dieser Zeit noch nicht einmal die UNO gab und demzurfolge auch noch keine UN-Menschenrechtscharta.
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RedScorpion

Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

27.06.2013, 21:04

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Das ist ein Geschichtsforum hier, oder? ...

Dieses Thema steht in der Rubrik "Weltpolitisches ‹ Internationale Organisationen" - also in einem aktuell-politischen Teil.
...

Ich hab' ja selbst oben - und zuvor in anderen 3ds - ausdrücklich erwähnt, dass ich nichts gegen aktuell-politische Posts oder 3ds habe, im Ggteil.

Aber in einem Geschichtsforum erwarte ich einfach, dass Links zu geschichtlichen Vergleichen ggf. erwünscht sind.
Sollte das evtl. nicht dem Wunsch oder der Vorstellung des Admins entsprechend, sag halt bitte einfach bescheid.


Barbarossa hat geschrieben:
...
Beispiele aus der Zeit vor und im 2. WK taugen hier nur bedingt, da es zu dieser Zeit noch nicht einmal die UNO gab und demzurfolge auch noch keine UN-Menschenrechtscharta.

Jeder Vergleich hat Analogien und Abweichungen. Assad ist nicht Pinochet, und Pinochet ist tot. Persönlich, territorial, chronologisch, systemisch, sozial und so weiter und so fort hat's immer auch Unterschiede.

Aber wenn Du meinst, dass das nicht wert ist, diskutiert zu werden, musst Du eben sehen, wie man einen geschichtslosen / a-diachronischen Link zur Einordnung in die Sparte "andere nationale Konflikte" und "Eingriffe" hinbekommt. M.E. ein Ding der Unmöglichkeit, es sei denn, man berufe sich auf Krieg der Sterne und Captain Spock, also Fantasy.


Schandi hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Dass Du auf dem einen Auge blind bist, ist wohl keinem verborgen geblieben.

Und das schließt du woraus?
...

Z.B. aus dem zwanghaften Bemühen von auch den wirrsten Verschwörungtheorien, derer sich eben auch die Ultrarechte gern bedient.
Z.B. in Deinem selbigen Post:
Schandi hat geschrieben:
...
RedScorpion hat geschrieben:
Das ist ein Geschichtsforum hier, oder?

Ja, trotzdem kann man auch aktuelle Themen ansprechen.
RedScorpion hat geschrieben:
weil man ihn eben nicht rechtzeitig anging sondern abwartete und hoffte, auch dann noch, als es nix mehr zu hoffen gab.

Ansichtssache. Ich denke, die haben nur abgewartet um zum Ende mit wenig Aufwand zu gewinnen. Dass die gehofft haben die Nazis würden "plötzlich nett und hören auf" kann ich nicht glauben. (aber wie gesagt, Ansichtssache)
...

:crazy:



LG
 
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

27.06.2013, 21:07

Schandi hat geschrieben:
... Und wenn schon Geschichte, dann gabs doch schonmal Stasi. Alle sagen das war sch***, trotzdem driftet man wieder in diese Richtung. Warum soll das jetzt besser sein als damals? ...

Das ist eine gute Frage. Ein entscheidender Unterschied ist, daß die Staaten des Ostblocks keine rechtsstaatlichen Demokratien waren. Die Stasi der DDR hat das ohnehin schon totalitäre System noch geschützt.

Der bundesdeutsche Verfassungsschutz soll hingegen die Demokratie und den Rechtsstaat schützen.
Das Entscheidende dabei ist aber, daß die Schutzmaßnahmen verhältnismäßig bleiben müssen. Wird bei diesen Schutzmaßnahmen übertrieben, kann es passieren, daß der Rechtsstaat und die Demokratie von innen heraus ausgehöhlt wird und dadurch kaum noch etwas übrig bleibt, was die rechtsstaatliche Demokratie von einem autoritären Staat unterscheidet. Darum müssen die Aktivitäten der Geheimdienste zumindest der Regierung gegenüber transparent bleiben.

Aber das ist jetzt tatsächlich OT.
:wink:
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

27.06.2013, 21:24

Du hast noch nicht so richtig verstanden, was ich meinte, wie mir scheint:

RedScorpion hat geschrieben:
... Aber in einem Geschichtsforum erwarte ich einfach, dass Links zu geschichtlichen Vergleichen ggf. erwünscht sind.
Sollte das evtl. nicht dem Wunsch oder der Vorstellung des Admins entsprechend, sag halt bitte einfach bescheid.
(...)
Jeder Vergleich hat Analogien und Abweichungen. Assad ist nicht Pinochet, und Pinochet ist tot. Persönlich, territorial, chronologisch, systemisch, sozial und so weiter und so fort hat's immer auch Unterschiede. ...

Ist ja nicht so, daß du grundsätzlich nicht mit historischen Beispielen argumentieren sollst. Geh halt einfach nur 20 oder 30 Jahre in die Geschichte zurück und nicht 80 oder 100 Jahre.
Es ist einfach so, daß bei aktuell-politischen Themen (was dieses Thema grundsätzlich ist) die Unterschiede zu historischen Ereignissen größer werden, ja weiter man in die Geschichte zurück geht.
Beispiel: Man kann zu Folterungen im Irakkrieg schlecht mit weiteren Beispielen aus dem Dreißigjährigen Krieg kommen.

Das meinte ich.
:wink:
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RedScorpion

Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

27.06.2013, 21:47

Barbarossa hat geschrieben:
Du hast noch nicht so richtig verstanden, was ich meinte, wie mir scheint:

RedScorpion hat geschrieben:
... Aber in einem Geschichtsforum erwarte ich einfach, dass Links zu geschichtlichen Vergleichen ggf. erwünscht sind.
Sollte das evtl. nicht dem Wunsch oder der Vorstellung des Admins entsprechend, sag halt bitte einfach bescheid.
(...)
Jeder Vergleich hat Analogien und Abweichungen. Assad ist nicht Pinochet, und Pinochet ist tot. Persönlich, territorial, chronologisch, systemisch, sozial und so weiter und so fort hat's immer auch Unterschiede. ...

Ist ja nicht so, daß du grundsätzlich nicht mit historischen Beispielen argumentieren sollst. Geh halt einfach nur 20 oder 30 Jahre in die Geschichte zurück und nicht 80 oder 100 Jahre.
...

Mit anderen Worten: selbst Vietnam wär' aussenvor.

Das Problem mit den 20 oder 30 Jahren ist, dass es nicht einfach ist, u.a., weil auch noch nicht ausreichend erforscht. Mit Eurer Stasi von weiter oben können 80% aller Deutschen nix anfangen, weil sie die Ostzone nie erlebt haben und nicht kennen und ihnen die EU-15-Peripherie bis heut näher ist als ausgerechnet Ostdeutschland. Aehnlich war bis vor kurzem +- Konsens, dass Honecker z.B. ein ziemlich gewöhnlicher, nicht sonderlich heller kleiner Lakaie der Sowjet-Hardliner war. Wobei aber auch er bald jenseits Deiner 30-Jahre-Hürde fällt.

Hingegen sind für junge Leute auch schon 20 Jahre viel.

Was kann ansonsten noch einen Vergleich bieten? Libyen. Der Irak selbst. Rwanda. Grenada. Der Libanon eben.


Barbarossa hat geschrieben:
...
...Beispiel: Man kann zu Folterungen im Irakkrieg schlecht mit weiteren Beispielen aus dem Dreißigjährigen Krieg kommen.
...


Wären damalige Koalitionen heute bzw. "gestern" im Irak beteiligt, wäre die eine oder andere Parallele schon interessant, imho.




LG
 
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 00:43

RedScorpion hat geschrieben:
Mit anderen Worten: selbst Vietnam wär' aussenvor.

Das Problem mit den 20 oder 30 Jahren ist, dass es nicht einfach ist, u.a., weil auch noch nicht ausreichend erforscht.
(...)
Hingegen sind für junge Leute auch schon 20 Jahre viel.

Was kann ansonsten noch einen Vergleich bieten? Libyen. Der Irak selbst. Rwanda. Grenada. Der Libanon eben...

War doch nicht als starre Hürde gemeint. Dann geh eben 40 Jahre zurück.
Aber vor 100 Jahren war z. B. Krieg noch als Mittel der Politik akzeptiert - heute nicht mehr.
Wie gesagt - je weiter man zurückgeht, um so ungenauer werden Vergleiche.
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Schandi
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 01:20

@Scorpi
Vllt sind aber nicht alle nur auf 194x aus.
Gibt genügend aktuelle Beispiele, die man nehmen könnte China, Korea, Arabische Staaten.
Warum willst du immer mit NaziXY provozieren?

Und das aktuelle System zu kritisieren macht ME noch keinen extremen (was auch immer) aus jemanden.
Gibt viele aktuelle Beispiele (Brasilien, USA, GB, DE, Türkei), dass selbst in den Demokratien einiges Richtung Unterdrückung (Zensur, Gewalt gegen Demos) geht. Das sollte von allen verurteilt werden, da es in einer Demokratie nichts zu suchen hat!

Wo ist mal eine Meldung "USA/"der Westen" schickt 1000 Transporter mit Nahrung und Medikamenten an die Flüchtlinge :?:

Das wäre Hilfe, für die, die es brauchen, nur da verdient keiner was dran. Nenne mir einen Krieg, in dem es nicht um Macht/Resourcen ging.
Aber plötzlich greifen die die Länder nur noch an (ähm... befreien die Länder) um den Leuten dort zu helfen?

Und wer bitte schützt die Welt vor solchen Terroristen?
https://www.youtube.com/watch?v=5rXPrfnU3G0 (Wikileaks, Irak)


MfG
Tom
 
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 11:39

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Mit anderen Worten: selbst Vietnam wär' aussenvor.

Das Problem mit den 20 oder 30 Jahren ist, dass es nicht einfach ist, u.a., weil auch noch nicht ausreichend erforscht.
(...)
Hingegen sind für junge Leute auch schon 20 Jahre viel.

Was kann ansonsten noch einen Vergleich bieten? Libyen. Der Irak selbst. Rwanda. Grenada. Der Libanon eben...

War doch nicht als starre Hürde gemeint. Dann geh eben 40 Jahre zurück.
Aber vor 100 Jahren war z. B. Krieg noch als Mittel der Politik akzeptiert - heute nicht mehr.
Wie gesagt - je weiter man zurückgeht, um so ungenauer werden Vergleiche.

Lieber Barbarossa,
in Europa wird der Krieg als Mittel der Politik nicht mehr akzeptiert, aber der Jugoslawienkrieg ist nicht schon 100 Jahre vorbei :roll: .
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
RedScorpion

Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 12:33

Wobei man ja in Ex-Jugoslawien durch die Staatenanerkennung dafür gesorgt hatte, dass die Konflikte nicht mehr nur "national" waren.


Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Mit anderen Worten: selbst Vietnam wär' aussenvor.

Das Problem mit den 20 oder 30 Jahren ist, dass es nicht einfach ist, u.a., weil auch noch nicht ausreichend erforscht.
(...)
Hingegen sind für junge Leute auch schon 20 Jahre viel.

Was kann ansonsten noch einen Vergleich bieten? Libyen. Der Irak selbst. Rwanda. Grenada. Der Libanon eben...

War doch nicht als starre Hürde gemeint. Dann geh eben 40 Jahre zurück.
Aber vor 100 Jahren war z. B. Krieg noch als Mittel der Politik akzeptiert - heute nicht mehr.
Wie gesagt - je weiter man zurückgeht, um so ungenauer werden Vergleiche.

Und je weiter man territorial, soziologisch, systemisch usw. von einem Konfliktherd entfernt, ebenfalls. :roll:


P.S. Der Zweite Weltkrieg ist keine 100 Jahre vorbei;

und man könnte hier im Forum aufgrund der Reaktion aus dem Osten auf den Gedanken kommen, er ist - ähnlich wie die deutsche Teilung - noch überhaupt gar nicht vorbei.




Schandi hat geschrieben:
@Scorpi
Vllt sind aber nicht alle nur auf 194x aus.
Gibt genügend aktuelle Beispiele, die man nehmen könnte China, Korea, Arabische Staaten.
...

Ist mir nicht bekannt, sorry. Es sei denn, Du gehst wieder in einen Zeitrahmen zurück, der um den Zweiten Weltkrieg liegt, was ja abgelehnt wurde.

Libyen und den Irak hatte ich oben genannt;

Eure Beispiele sehe ich bisher nicht.



Schandi hat geschrieben:
...
Und das aktuelle System zu kritisieren macht ME noch keinen extremen (was auch immer) aus jemanden.
Gibt viele aktuelle Beispiele (Brasilien, USA, GB, DE, Türkei), dass selbst in den Demokratien einiges Richtung Unterdrückung (Zensur, Gewalt gegen Demos) geht. Das sollte von allen verurteilt werden, da es in einer Demokratie nichts zu suchen hat!
...

Na tolle Beispiele für einen Eingriff in nationale Konflikte, wirklich on-topic ... :clap: :clap:




LG
 
ehemaliger Autor K.

Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 16:46

Wer darf sich wann einmischen?

Eines der wichtigsten Prinzipien des Völkerrechts ist das Prinzip der nationalen Souveränität und der Nichteinmischung in die Angelegenheiten eines anderen Staates. Allerdings hat jeder Staat die Verantwortung, für die Sicherheit und das Wohlergehen seiner Bürger zu sorgen, eine „Good Governance“ zu leisten. Wird diese Pflicht von dem Staat nicht eingelöst, kann notfalls die UNO einschreiten, es gibt eine „Responsiblity to protect“. In diesem Falle kann notfalls das Prinzip der Nichteinmischung durchbrochen werden.

Unter dem Begriff "Responsibility to protect" wird eine ethische und moralische Verantwortung der internationalen Staatengemeinschaft , vornehmlich der UNO, gegenüber Staaten und ihrer politischen Führung bezeichnet, die innerhalb ihrer Territoriums die Kriterien von Good Governance entweder nicht erfüllen können oder wollen bzw. nicht fähig oder willens sind, den Schutz der eigenen Bevölkerung vor Kriegen, Verfolgung; Hungerkatastrophen oder Naturereignissen zu gewährleisten. (United Nations, General Assamly A/RES/60/1, 24.10.2005)

Seit dem Jahre 2005 gibt es das Konzept der sogenannten „Schutzverantwortung“, welches inzwischen allgemein akzeptiert wird. In Fällen schwerer Menschenrechtsverletzungen kann die UNO Sanktionen erlassen, wie Handelsembargo, Einfrieren von Bankkonten etc. In zwei Fällen ist auch eine bewaffnete Intervention zulässig: Im Falle von Massensterben und im Falle von ethnischen Säuberungen. Angewendet wurde das Prinzip der Schutzverantwortung im Falle des Krieges in Libyen und in Mali. Eine militärische Aktion muss vom Sicherheitsrat der UNO einstimmig beschlossen werden. Im Falle von Syrien konnte eine solche Einstimmigkeit bisher nicht hergestellt werden.

Die Schwäche dieser Konstruktionen: Wann liegt ein Fall von „Bad Governance“ vor? Dies ist nicht nur ein qualitatives, sondern auch ein quantitatives Problem. Sind Menschenrechtsverletzungen sporadisch oder systematisch? Welchen Umfang nehmen sie an? In vielen Staaten Afrikas kommt es immer wieder zu ethnischen Säuberungen. Ab welcher „Flüchtlingsmenge“ besteht Handlungsbedarf? Diese Fragen sind nicht eindeutig geklärt. Viele Konflikte dringen gar nicht bis nach ganz oben vor (Sicherheitsrat), wenn der Konflikt als nicht substantiell angesehen wird. Dies gilt für viele Kriege in Afrika. Wie soll und wer definiert eindeutig die Präzedenzfälle „ethnische Säuberung“ und „Massensterben“? Und sollten nicht vielleicht noch mehr Fälle aufgenommen werden, die ein militärisches Eingreifen sinnvoll machen könnten?

Dir zweite Frage ist, wer militärisch aktiv werden soll. In der Regel ist es eine Koalition aus mehreren Staaten, die mit dem Mandat des Sicherheitsrates ausgestattet werden, wie im Falle von Libyen. Solche Aktionen müssen sinnvoll ausgearbeitet werden. Vor gemeinsamen Militäraktionen schrecken viele Staaten noch zurück. Man denke an das katastrophale Desaster 1993-1995 in Somalia, als die UNO Truppen schmählich von einem regionalen Warlord in die Flucht getrieben wurden. Niemand will sich mehr in solche regionalen Bürgerkriege einmischen, wenn es sich vermeiden lässt. Es muss auch sichergestellt werden, dass nicht einzelne Staaten das Prinzip der „Bad Governance“ missbrauchen für nationale Sonderinteressen, etwa für den Kampf gegen „Schurkenstaaten“.

Solange die Differenzen, vor allem zwischen den Großstaaten, noch anhalten, wird es schwierig sein, Militäraktionen mit UNO Mandat durchzusetzen. Und vor Alleingängen schrecken die meisten Regierungen zurück und werden nur dann aktiv werden, wenn es für ihre Interessen sinnvoll ist.
Weitere Informationen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzverantwortung
 
demark
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 20:05

Bei Breshnew hat man sich entrüstet, als er 1968 in die Tschechei einmarschierte und 1979 in Afghanistan.

Und selber?

ist die Bundeswehr ist bald länger dort als die Russen. Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen.
 
Schandi
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

28.06.2013, 23:59

RedScorpion hat geschrieben:
Schandi hat geschrieben:
@Scorpi
Vllt sind aber nicht alle nur auf 194x aus.
Gibt genügend aktuelle Beispiele, die man nehmen könnte China, Korea, Arabische Staaten.

Ist mir nicht bekannt, sorry. Es sei denn, Du gehst wieder in einen Zeitrahmen zurück, der um den Zweiten Weltkrieg liegt, was ja abgelehnt wurde.

Libyen und den Irak hatte ich oben genannt;

Eure Beispiele sehe ich bisher nicht.

China, Korea, Arabische Staaten? Keine Bsp? Gibts da keine Menschenrechtsverletzungen? Warum nochmal greift man da nicht ein?
RedScorpion hat geschrieben:
Schandi hat geschrieben:
Und das aktuelle System zu kritisieren macht ME noch keinen extremen (was auch immer) aus jemanden.
Gibt viele aktuelle Beispiele (Brasilien, USA, GB, DE, Türkei), dass selbst in den Demokratien einiges Richtung Unterdrückung (Zensur, Gewalt gegen Demos) geht. Das sollte von allen verurteilt werden, da es in einer Demokratie nichts zu suchen hat!

Na tolle Beispiele für einen Eingriff in nationale Konflikte, wirklich on-topic ... :clap: :clap:

Weil die Leute ihre Unterdrücker selbst gewählt haben? Oder sind die Toten in (um es dir leichter zu machen - nur) der Türkei etwa nicht wegen eines nationalen Konflikts gestorben? Warum darf man denen nicht helfen?

Für dich:
http://www.rhein-zeitung.de/region/west ... 15239.html
http://www.heise.de/-1896570
http://rt.com/usa/guardian-access-restricted-army-367/

Ist das demokratisch?

Und da du es immer wieder ignorierst. WO sind bitte die Hilfen (Nahrung/Medizin) für die Flüchtlinge???
?? Aso.. stimmt... Waffen sind viiieeeel besser :evil:

Karlheinz hat geschrieben:
Wer darf sich wann einmischen?
...Angewendet wurde das Prinzip der Schutzverantwortung im Falle des Krieges in Libyen und in Mali. ...

Hast ja an sich recht(man sollte den Schwachen helfen), aber wenn "der (böse) Westen" an Libyen keine Waffen geliefert hätte, dann wäre das Anwenden uU. nicht nötig gewesen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/untern ... 47366.html
Die, die die Waffen an Gadaffi geliefert haben, werden nicht verurteilt. Warum nicht?

demark hat geschrieben:
Und selber?

ist die Bundeswehr ist bald länger dort als die Russen. Wer im Glashaus sitzt, der sollte nicht mit Steinen werfen.

Volle Zustimmung!

MfG
Tom
 
RedScorpion

Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

29.06.2013, 00:24

Schandi hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Schandi hat geschrieben:
@Scorpi
Vllt sind aber nicht alle nur auf 194x aus.
Gibt genügend aktuelle Beispiele, die man nehmen könnte China, Korea, Arabische Staaten.

Ist mir nicht bekannt, sorry. Es sei denn, Du gehst wieder in einen Zeitrahmen zurück, der um den Zweiten Weltkrieg liegt, was ja abgelehnt wurde.

Libyen und den Irak hatte ich oben genannt;

Eure Beispiele sehe ich bisher nicht.

China, Korea, Arabische Staaten? Keine Bsp? Gibts da keine Menschenrechtsverletzungen? Warum nochmal greift man da nicht ein?
...

Es ging um erwünschte Beispiele erfolgter Eingriffe (mit positiven und/oder negativen Folgen), oder im Gegensatz dazu um unterlassene mit schlimmen Folgen, jedenfalls schlimmereren als durch den Eingriff wahrscheinlich hervorgerufen worden wären. Da passt Nordkorea (Du meinst doch Nordkorea und nicht den Koreakrieg?) nur bedingt (wobei man's aber nichtmal wirklich weiss), China eigentlich gar nicht (oder meinst Du Tibet? Ach nee, war ja wieder fast so lang her wie der Zweite Weltkrieg. Das ist bei Euch in der Ehemaligen ja unerwünscht. :wink: ). Arabien allerdings eventuell schon.


Schandi hat geschrieben:
...
RedScorpion hat geschrieben:
Schandi hat geschrieben:
Und das aktuelle System zu kritisieren macht ME noch keinen extremen (was auch immer) aus jemanden.
Gibt viele aktuelle Beispiele (Brasilien, USA, GB, DE, Türkei), dass selbst in den Demokratien einiges Richtung Unterdrückung (Zensur, Gewalt gegen Demos) geht. Das sollte von allen verurteilt werden, da es in einer Demokratie nichts zu suchen hat!

Na tolle Beispiele für einen Eingriff in nationale Konflikte, wirklich on-topic ... :clap: :clap:

Weil die Leute ihre Unterdrücker selbst gewählt haben? Oder sind die Toten in (um es dir leichter zu machen - nur) der Türkei etwa nicht wegen eines nationalen Konflikts gestorben? Warum darf man denen nicht helfen?

[...]

Und da du es immer wieder ignorierst.
...

Das liegt z.T. daran, dass ich Deine Sätze, die von der Grammatik und Diktion her derart im Eimer sind wie Deine hier, echt nicht ralle. Spricht man bei Euch drüben so? Ist für mich zusammenhanglos. Es fehlen Hauptsätze, es werden Einschübe nicht verbunden ... am Limit von Dadaismus.



LG
 
Schandi
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Re: Sollten Staaten in andere nationale Konflikte eingreifen

29.06.2013, 00:50

RedScorpion hat geschrieben:
Es ging um erwünschte Beispiele erfolgter Eingriffe (mit positiven und/oder negativen Folgen), oder im Gegensatz dazu um unterlassene mit schlimmen Folgen, jedenfalls schlimmereren als durch den Eingriff wahrscheinlich hervorgerufen worden wären. Da passt Nordkorea (Du meinst doch Nordkorea und nicht den Koreakrieg?) nur bedingt (wobei man's aber nichtmal wirklich weiss), China eigentlich gar nicht (oder meinst Du Tibet? Ach nee, war ja wieder fast so lang her wie der Zweite Weltkrieg. Das ist bei Euch in der Ehemaligen ja unerwünscht. :wink: ). Arabien allerdings eventuell schon.
Ok, wo ging es um erfolgte Eingriffe? ME ging es um aktuelle ;)
Tibet ist immer noch aktuell, oder sind die jetzt frei und werden nicht mehr unterdrückt?
Und ja ich mein NK. Ist ja sehr "Bürgerfreundlich". Egal wer die unterstützt, wenigstens ein Anprangern der Situation wäre wünschenswert. Gibt es das?


Schandi hat geschrieben:
...
RedScorpion hat geschrieben:
Schandi hat geschrieben:
Und das aktuelle System zu kritisieren macht ME noch keinen extremen (was auch immer) aus jemanden.
Gibt viele aktuelle Beispiele (Brasilien, USA, GB, DE, Türkei), dass selbst in den Demokratien einiges Richtung Unterdrückung (Zensur, Gewalt gegen Demos) geht. Das sollte von allen verurteilt werden, da es in einer Demokratie nichts zu suchen hat!

Na tolle Beispiele für einen Eingriff in nationale Konflikte, wirklich on-topic ... :clap: :clap:

Weil die Leute ihre Unterdrücker selbst gewählt haben? Oder sind die Toten in (um es dir leichter zu machen - nur) der Türkei etwa nicht wegen eines nationalen Konflikts gestorben? Warum darf man denen nicht helfen?

[...]

Und da du es immer wieder ignorierst.
...


Dann sage mir was an dem Satz (zitiere doch mal das Wichtige) unverständlich ist!
Schandi hat geschrieben:
Und da du es immer wieder ignorierst. WO sind bitte die Hilfen (Nahrung/Medizin) für die Flüchtlinge???
?? Aso.. stimmt... Waffen sind viiieeeel besser :evil:



MfG
Tom