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Moderator: Barbarossa

 
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Balduin
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Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

23.01.2014, 19:50

Was sind eurer Meinung nach die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?


(Aus den besten Antworten möchte ich einen kleinen Beitrag für die Startseite von Geschichte-Wissen erstellen - ich bin gespannt, was euch in den Sinn kommt).

Ich würde auf Deutschland bezogen an Wilhelm II. denken, der die Folgen seines Freifahrtscheins für die KuK-Monarchie nicht absehen wollte und an von Schleicher/ von Papen, die Hitler einrahmen wollten.
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He has called on the best that was in us. There was no such thing as half-trying. Whether it was running a race or catching a football, competing in school—we were to try. And we were to try harder than anyone else. We might not be the best, and none of us were, but we were to make the effort to be the best. "After you have done the best you can", he used to say, "the hell with it". Robert F. Kennedy - Tribute to his father
 
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Triton
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 10:40

Ralph hat geschrieben:
Was sind eurer Meinung nach die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?
Ich würde auf Deutschland bezogen an Wilhelm II. denken, der die Folgen seines Freifahrtscheins für die KuK-Monarchie nicht absehen wollte
Hitler-Stalin Pakt war ein Irrtum. Löste letztendlich den 2.Weltkrieg aus.

Fragt sich nur, wer sich mehr geirrt hat.

Das Nobelpreiskommitee setzte Hitler auf die Kandidatenliste für den Friedensnobelpreis.

Russland verkauft Alaska für 7,2 Mio $ an die USA.
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Renegat
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 11:33

Für mich gehören 2 Einmischungskriege der letzten 50 Jahre zu den größten Politikirrtümern, nämlich Vietnam und Afghanistan. Dabei ging es zwar vordergründig um die Verbesserung der Lebensumstände der dort lebenden Menschen, letztlich wohl eher um Waffenindustrie und Rohstoffzugriff.
Kein politischer Beobachter hat wirklich damit gerechnet, dass der Vietnamkrieg verloren werden könnte. Genauso beim Afghanistankrieg. Selbst im Irak ist es heute kaum besser als unter Sadam.
 
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Barbarossa
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 11:36

Für mich ist es immer noch Kolumbus, der bis an sein Lebensende glaubte, den Seeweg nach Indien entdeckt zu haben.

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Balduin
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 12:17

Die Appeasement-Politik der Briten gegenüber Deutschland kann man auch gut dazuzählen.
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 15:39

Für mich waren es die Angriffe Napoleons und Hitlers auf Russland und die Sowjetunion. Napoleon hatte Moskau, es hat ihm nichts genutzt, selbst wenn Hitler die SU bis zum Ural besetzt hätte, wäre das nur ein Siebtel des Landes gewesen und es hätte immer Partisanenkrieg gegeben. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Titus Feuerfuchs
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 16:40

Renegat hat geschrieben:
Für mich gehören 2 Einmischungskriege der letzten 50 Jahre zu den größten Politikirrtümern, nämlich Vietnam und Afghanistan. Dabei ging es zwar vordergründig um die Verbesserung der Lebensumstände der dort lebenden Menschen, letztlich wohl eher um Waffenindustrie und Rohstoffzugriff.
Kein politischer Beobachter hat wirklich damit gerechnet, dass der Vietnamkrieg verloren werden könnte. Genauso beim Afghanistankrieg. Selbst im Irak ist es heute kaum besser als unter Sadam.



Im Gegenteil, es ist schlechter als unter Saddam.
MfG,
Titus Feuerfuchs
 
RedScorpion

Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 19:25

Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Renegat hat geschrieben:
Für mich gehören 2 Einmischungskriege der letzten 50 Jahre zu den größten Politikirrtümern, nämlich Vietnam und Afghanistan. Dabei ging es zwar vordergründig um die Verbesserung der Lebensumstände der dort lebenden Menschen, letztlich wohl eher um Waffenindustrie und Rohstoffzugriff.
Kein politischer Beobachter hat wirklich damit gerechnet, dass der Vietnamkrieg verloren werden könnte. Genauso beim Afghanistankrieg. Selbst im Irak ist es heute kaum besser als unter Sadam.

Im Gegenteil, es ist schlechter als unter Saddam.

Kommt drauf an, für wen.

Und ob unter Saddam vor oder während des Embargos.

Afghanistan geht es im Uebrigen - trotz allen Uebels, das im Uebrigen nicht dem Kriegseingriff, sondern der politischen Unfähigkeit der "Partner" in der Koalition geschuldet ist - immer noch besser als unter den Taliban.



Für mich ist der grösste Irrtum der Geschichte, der mir i.M. einfällt, die Theorie, dass Hitler und der NS direkte Folge von Versailles und Reaktion auf den Kommunismus sei. Bei deren Verfechtung ist die deutsche Propaganda bis heute so gut (also Hut ab!), dass das nicht nur ein Gutteil der Deutschen glaubt, sondern mitunter sogar mancher Bürger der damals attackierten Länder. Wow, more power to them. Btw. auch hier im Forum bisweilen lautstark und vehement vertreten.
M.E. eine Schande.


LG
 
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Barbarossa
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 21:02

RedScorpion hat geschrieben:
...Für mich ist der grösste Irrtum der Geschichte, der mir i.M. einfällt, die Theorie, dass Hitler und der NS direkte Folge von Versailles und Reaktion auf den Kommunismus sei. Bei deren Verfechtung ist die deutsche Propaganda bis heute so gut (also Hut ab!), dass das nicht nur ein Gutteil der Deutschen glaubt, sondern mitunter sogar mancher Bürger der damals attackierten Länder. Wow, more power to them. Btw. auch hier im Forum bisweilen lautstark und vehement vertreten.
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LG

Du wirst lachen, aber Helmut Schmidt hat sogar mal vom "30-jährigen Krieg" des 20. Jh. gesprochen. Das heißt in der Zeit von 1914-1945 war für ihn der Krieg nie wirklich zu Ende. Ich vertrete diese Meinung zwar nicht so ganz, aber ich gehe tatsächlich davon aus, dass Hitler die personifizierte Wut der Deutschen der damaligen Zeit war.
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Titus Feuerfuchs
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

24.01.2014, 21:17

Barbarossa hat geschrieben:
Du wirst lachen, aber Helmut Schmidt hat sogar mal vom "30-jährigen Krieg" des 20. Jh. gesprochen. Das heißt in der Zeit von 1914-1945 war für ihn der Krieg nie wirklich zu Ende. Ich vertrete diese Meinung zwar nicht so ganz, aber ich gehe tatsächlich davon aus, dass Hitler die personifizierte Wut der Deutschen der damaligen Zeit war.


Imho brauchte es für den NS zwei Voraussetzungen, den WK 1 und die Weltwirtschaftskrise. Hätte eines der beiden Ereignisse nicht stattgefunden, hätte es auch kein 3. Reich gegeben.
MfG,
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Titus Feuerfuchs
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

25.01.2014, 01:56

Conzaliss hat geschrieben:
Titus Feuerfuchs hat geschrieben:
Barbarossa hat geschrieben:
Du wirst lachen, aber Helmut Schmidt hat sogar mal vom "30-jährigen Krieg" des 20. Jh. gesprochen. Das heißt in der Zeit von 1914-1945 war für ihn der Krieg nie wirklich zu Ende. Ich vertrete diese Meinung zwar nicht so ganz, aber ich gehe tatsächlich davon aus, dass Hitler die personifizierte Wut der Deutschen der damaligen Zeit war.


Imho brauchte es für den NS zwei Voraussetzungen, den WK 1 und die Weltwirtschaftskrise. Hätte eines der beiden Ereignisse nicht stattgefunden, hätte es auch kein 3. Reich gegeben.


Viele Deutsche haben wohl damals geglaubt, die Zeit sei reif für einen "starken Mann".


Die Regierungen der WR waren unisono politisch schwach; die Deutschen monarchistisch sozialisiert.

Conzaliss hat geschrieben:
Außerdem herrschte in weiten Teilen der Grundbesitzer und Industriellen die Angst vor dem Kommunismus.

Ohne die Hilfe der Industriellen und Banker wäre Hitler kläglich gescheitert...


Einer der bekanntesten unter diesen Industriellen war der bekennende Antisemit Henry Ford. Seine Werke in D wurden bei den Bombadierungen der Alliierten übrigens weitestgehend verschont....

Die Hilfe war zudem gegenseitig bzw. z.T. auch unfreiwillig. Denn wer nicht mitspielte, hatte unter Repressalien und Enteignungen zu leiden.
MfG,
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dieter
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

25.01.2014, 09:53

Barbarossa hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
...Für mich ist der grösste Irrtum der Geschichte, der mir i.M. einfällt, die Theorie, dass Hitler und der NS direkte Folge von Versailles und Reaktion auf den Kommunismus sei. Bei deren Verfechtung ist die deutsche Propaganda bis heute so gut (also Hut ab!), dass das nicht nur ein Gutteil der Deutschen glaubt, sondern mitunter sogar mancher Bürger der damals attackierten Länder. Wow, more power to them. Btw. auch hier im Forum bisweilen lautstark und vehement vertreten.
M.E. eine Schande.
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Du wirst lachen, aber Helmut Schmidt hat sogar mal vom "30-jährigen Krieg" des 20. Jh. gesprochen. Das heißt in der Zeit von 1914-1945 war für ihn der Krieg nie wirklich zu Ende. Ich vertrete diese Meinung zwar nicht so ganz, aber ich gehe tatsächlich davon aus, dass Hitler die personifizierte Wut der Deutschen der damaligen Zeit war.

Lieber Barbarossa,
der Meinung von Helmut Schmidt bin ich auch. Es war der "30jährige Krieg" über die Macht in Europa. Deutschland alleine war jedem einzelnen Land in Europa überlegen. Aber die Gesamtheit der europ. Länder plus USA war natürlich stärker als Deutschland. Damit trat die USA in die Weltgeschichte ein und es war das Ende der europ. Herrschaft auf der Welt. :wink:
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Paul
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

26.01.2014, 01:14

RedScorpion hat geschrieben:
Für mich ist der grösste Irrtum der Geschichte, der mir i.M. einfällt, die Theorie, dass Hitler und der NS direkte Folge von Versailles und Reaktion auf den Kommunismus sei. Bei deren Verfechtung ist die deutsche Propaganda bis heute so gut (also Hut ab!), dass das nicht nur ein Gutteil der Deutschen glaubt, sondern mitunter sogar mancher Bürger der damals attackierten Länder. Wow, more power to them. Btw. auch hier im Forum bisweilen lautstark und vehement vertreten.
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Ich bin auch der Auffassung, das Hitler ohne Versailes und St. Germain nicht möglich gewesen wäre.
Der Kommunismus hat keine Rolle gespielt.
Deutschland wäre ein großer friedlicher demokratischer prosperierender Staat gewesen. Das hätte den Frieden auf der Welt stabilisiert. Berlin wäre zu einer Mega-City größer als New York o. Moskau geworden.
viele Grüße

Paul

aus dem mittelhessischen Tal der Loganaha
 
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

26.01.2014, 10:09

Paul hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Für mich ist der grösste Irrtum der Geschichte, der mir i.M. einfällt, die Theorie, dass Hitler und der NS direkte Folge von Versailles und Reaktion auf den Kommunismus sei. Bei deren Verfechtung ist die deutsche Propaganda bis heute so gut (also Hut ab!), dass das nicht nur ein Gutteil der Deutschen glaubt, sondern mitunter sogar mancher Bürger der damals attackierten Länder. Wow, more power to them. Btw. auch hier im Forum bisweilen lautstark und vehement vertreten.
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Ich bin auch der Auffassung, das Hitler ohne Versailes und St. Germain nicht möglich gewesen wäre.
Der Kommunismus hat keine Rolle gespielt.
Deutschland wäre ein großer friedlicher demokratischer prosperierender Staat gewesen. Das hätte den Frieden auf der Welt stabilisiert. Berlin wäre zu einer Mega-City größer als New York o. Moskau geworden.

Lieber Paul,
das sind Wunschträume von Dir, aber Du hast Recht ohne Versailles keinen Hitler. :wink:
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Titus Feuerfuchs
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Re: Die größten Politik-Irrtümer der Geschichte?

27.01.2014, 01:09

Paul hat geschrieben:
RedScorpion hat geschrieben:
Für mich ist der grösste Irrtum der Geschichte, der mir i.M. einfällt, die Theorie, dass Hitler und der NS direkte Folge von Versailles und Reaktion auf den Kommunismus sei. Bei deren Verfechtung ist die deutsche Propaganda bis heute so gut (also Hut ab!), dass das nicht nur ein Gutteil der Deutschen glaubt, sondern mitunter sogar mancher Bürger der damals attackierten Länder. Wow, more power to them. Btw. auch hier im Forum bisweilen lautstark und vehement vertreten.
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Der Kommunismus hat keine Rolle gespielt.
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Es ist zweifelsohne ein interessantes Gedankenspiel, sich vorzustellen, wo D heute ganz ohne Weltkriege stünde...

Allerdings ist das alles Schall und Rauch und man muss bedenken, dass alles noch wesentlich schlimmer hätte kommen können.

Ein wiedervereinigtes und demokratisches Deutschland ist trotz der von mir des Öfteren vorgebrachten Kritik an unzähligen Schwächen und Fehlentwicklungen schon etwas, womit man zufrieden sein kann.
MfG,
Titus Feuerfuchs