Forum für Geschichte und Politik


Moderator: Barbarossa

 
Dietrich
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

22.06.2015, 13:49

Aneri hat geschrieben:
Bekanntlich?! Woher weiß du es?


Im 15. Jahr seiner Macht hat Putin die Manipulation der öffentlichen Meinung perfektioniert. Seit Beginn des Jahres wiederholen russische Medien mantrahaft die Mär von den Faschisten in der Ukraine, die gemeinsam mit dem Westen Russland zerschlagen wollten.

Russische Reporter, die Kritik am eigenen Land äußern und Missstände aufdecken, betrachtet Putin schnell als Landesverräter und Nestbeschmutzer. In sowjetischer Tradition sieht er in Medien ein Propagandainstrument. Journalisten sollen keinesfalls als vierte Gewalt die Regierung kontrollieren, sondern ihr dabei helfen, das Volk besser zu beherrschen. Kritische Journalisten werden von Putins Geheimdienstleuten erschossen.

Aneri hat geschrieben:
Eines steht für mich fest: Medien werden IMMER für Propaganda mißbraucht.


Das mag im autoritären Rssland der Fall sein, nicht aber in Staaten mit einer unabhängigen Presse. Bei uns gibt es Meinungsfreiheit, was in Russsland leider tödliche Konsequenzen hat: nämlich für alle Joutnalisten, die Putins Diktatur kritisieren.

Aneri hat geschrieben:
Übrigens das Mechanismus einer Propaganda besteht selten im reine Lüge.


Das lässt sich bei den von Putin beherrschten russischen Medien gut beobachten.

Aneri hat geschrieben:
Du kannst übrigens selbst überprüfen - auf deutsche Sputnik-Medien, dass russischen Medien viel besonnener in dieser Konfliktsituation gehen.


Die von dir verlinkten Sputniknews sind ein Propagandaportal der staatlichen russischen Medien. Es ist ziemlich waghalsig, sich darauf zu berufen.

"Sputnik ist ein Nachrichtenportal, das 2014 vom staatlichen russischen Medienunternehmen Rossija Sewodnja gegründet wurde. Der Name des Unternehmens ist der russisch-internationalen Zeitschrift Sputnik entlehnt, die sich als publizistisches Sprachrohr der Sowjetunion verstand ... Generaldirektor Dmitri Kisseljow bestätigt die politische Ausrichtung des Dienstes.[2] Die britische Wochenzeitung The Economist bezeichnete Kisseljow schon 2013 als Russlands Chefpropagandisten („Russia’s chief propagandist“)."

https://de.wikipedia.org/wiki/Sputnik_% ... nportal%29

Aneri hat geschrieben:

Na ja, es ist zwar vökerrechstwidrig, aber Volk scheint recht zufrieden sein :lol:
Du bist doch derjenige, der ohne wenn und aber verteidigt die Politik der USA, eines Staates der ohne Hemmung seine - wirtschaftliche - Interesse auf ganze Welt verteidigt. Warum dann so eine Aufschrei, wenn Russland an seinen Grenzen seine - wirtschaftliche - Interesse verteidigt?! Warum so eine heuchlerei?


Die Ukraine ist ein souveräner Staat, deren Bevölkerung in freien Wahlen über ihren Weg in die Zukunft abgestimmt hat. Und dieser Weg geht nach Westen und nicht nach Osten. Das will Putin mit aller Macht verhindern - durch Annexionen und gesteuerte Provokationen wie seine Separatistenarmee im Donbass. Die militärische Bedrohung geht von Russland aus, nicht aber von den Staaten Westeuropoas und schon gar nicht von denen Osteuropas. Erst jetzt formiert sich allmählich Widerstand gegen Putins aggressive Politik.

Was heißt übrigens, Russland würde "wirtschaftliche Interessen" verteidigen? Die Ukraine hat als souveräner Staat jedes Recht, sich für die Europäische Union oder eine von Russland gesteuerte "Eurasische Union" zu entscheiden. Die Entscheidung ist für die EU gefallen, und wer das militärisch verhindern wll, ist ein Kriegstreiber, der gegen das Völkerrecht verstößt. Dass das Armenhaus Russland für die Ukrainer wirtschaftlich keine Option ist, versteht sich von selbst.

Aneri hat geschrieben:
Bevor du die Krimanexion hintefragst, muss du erst den Maidan-Putsch hintefragen.


Es ist sinnlos, hier zum wiederholten Mal die Geschichte der Krim-Annexion durchzukauen. Diese Annexion war völkerrechtswidrig, egal, was innenpolitisch geschah. Ebensogut könnten sich die Tschetschenen von Russland lösen, indem sie sich auf die Volksmeinung berufen. Man kann hier nicht mit zweierlei Maß messen.
 
Kohlhaas
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

23.06.2015, 19:25

Um zur Sache zurückzukehren:

Mir bereitet es große Sorge, dass in der politischen Debatte um die Ukraine zunehmend Sprüche und Maßnahmen zur Anwendung kommen, die in Zeiten des Kalten Kriegs oder vor 1914 gebräuchlich waren. Mir bereitet es Sorge, dass jetzt wieder "militärische Maßnahmen" ergriffen werden.

Die Verantwortung dafür trägt ganz sicher zu einem Teil auch die westliche Welt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat der Westen zugesichert, dass die Nato sich nicht in den ehemaligen Ostblock ausdehnen würde. Diese Zusage ist missachtet worden. Das haben insbesondere US-amerikanische Politiker igoriert, als sie -zum Beispiel - öffentlich darüber schwadronierten, Russland sei "eine Tankstelle, die so tut, als sei sie ein Staat".

Diese Missachtung Russlands rechtfertigt natürlich nicht, dass Russland jetzt zur Durchsetzung seiner "nationalistischen" Interessen wieder die militärische Karte spielt. Ich hatte gehofft, dass das mit der Entstehung der EU überwunden wäre.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

23.06.2015, 20:31

@Kohlhaas
Danke für den Hinweis über Aufhebung der einstweilige Verfügung. Übrigens über Zensur habe auch nicht ich geschrieben, es ist Untetitel in dem Youtube-Link. Wobei wo du Recht hast, hast du: ich habe weiter ein Unwahrheit verbreitet...
Zuletzt geändert von Aneri am 23.06.2015, 20:33, insgesamt 1-mal geändert.
 
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

23.06.2015, 20:32

:arrow: Einige Beiträge wurden an ein passenderes Thema angehängt:
viewtopic.php?p=55871#p55871
Die Diskussion ist eröffnet!

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Kohlhaas
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

23.06.2015, 20:58

Aneri hat geschrieben:
@Kohlhaas
Übrigens über Zensur habe auch nicht ich geschrieben, es ist Untetitel in dem Youtube-Link.


:lol:

Jaja, das gerät manchmal durcheinander. Allzuleicht wird demjenigen, der eine fremde Aussage zitiert, unterstellt, dass er selbst Urheber der Aussage gewesen wäre.

Lass uns einfach freundlich weiter diskutieren. Reden ist allemal besser als schießen. :clap:
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

25.06.2015, 19:26

Wenn ich jetzt in dem Thread "Medien: unabhängig oder gleichgeschaltet? "einen kritischen Beitrag geschrieben habe, muss ich in letzter Zeit feststellen, dass es deutlich besonnener wird (zwar Wirkung auch wie gleichgeschaltet, aber es nicht um die jetzt die Rede). Es gibt Grund zur Hoffnung :)

Das Video in Spiegel-online (links oben) widergibt den Eindruck: http://www.spiegel.de/politik/ausland/ukraine-krieg-aussenminister-wollen-minsker-abkommen-retten-a-1040340.html
Es geht um Kurzgeschichte Maidan-Gegenwart. Diese Art der Berichterstattung hatte ich immer vermisst.
 
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

26.06.2015, 14:41

Kohlhaas hat geschrieben:
Um zur Sache zurückzukehren:

Mir bereitet es große Sorge, dass in der politischen Debatte um die Ukraine zunehmend Sprüche und Maßnahmen zur Anwendung kommen, die in Zeiten des Kalten Kriegs oder vor 1914 gebräuchlich waren. Mir bereitet es Sorge, dass jetzt wieder "militärische Maßnahmen" ergriffen werden.

Die Verantwortung dafür trägt ganz sicher zu einem Teil auch die westliche Welt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat der Westen zugesichert, dass die Nato sich nicht in den ehemaligen Ostblock ausdehnen würde. Diese Zusage ist missachtet worden. Das haben insbesondere US-amerikanische Politiker igoriert, als sie -zum Beispiel - öffentlich darüber schwadronierten, Russland sei "eine Tankstelle, die so tut, als sei sie ein Staat".

Diese Missachtung Russlands rechtfertigt natürlich nicht, dass Russland jetzt zur Durchsetzung seiner "nationalistischen" Interessen wieder die militärische Karte spielt. Ich hatte gehofft, dass das mit der Entstehung der EU überwunden wäre.

Lieber Kohlhaas,
man kann doch den frei gewählten Regierung der Osteuropäischen Länder nicht verbieten, sich der Nato und der EU anzuschließen. Die USA und der Westen kann nichts über die Köpfe dieser Länder hinaus entscheiden. Die Osteuropäer durften die Russen 45 Jahre lang genießen. :roll:
Außerdem hatte Putin erklärt, dass der Zerfall der SU die größte Katastrophe des 20. Jahehunderts sei. Es war also damit zu rechnen, dass Russland, egal was der Westen entscheidet versuchen würde sein Euinflussgebiet wieder auszuweiten. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
Dietrich
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

26.06.2015, 14:55

Kohlhaas hat geschrieben:

Die Verantwortung dafür trägt ganz sicher zu einem Teil auch die westliche Welt. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat der Westen zugesichert, dass die Nato sich nicht in den ehemaligen Ostblock ausdehnen würde. Diese Zusage ist missachtet worden. Das haben insbesondere US-amerikanische Politiker igoriert, als sie -zum Beispiel - öffentlich darüber schwadronierten, Russland sei "eine Tankstelle, die so tut, als sei sie ein Staat".


Wir leben zum Glück nicht mehr in Zeiten der Kabinettspolitik des 18. Jahrhunderts, wo alle wichtigen Entscheidungen im Verborgenen getroffen wurden. Alle Völker haben heute das völkerrechtlich verbriefte Recht, ihre Zukunft selbst zu bestimmen und sich frei für Bündnisse zu entscheiden. Und da weder die EU noch die NATO aggressive militaristische Vereinigungen sind, kasnn niemand der Ukraine diese Option verwehren.

Insofern sehe ich beim Ukrainekonflikt keinerlei Mitschuld des Westens.
 
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dieter
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

28.06.2015, 10:06

Lieber Dietrich,
ich auch nicht. :wink:
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Raims
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

14.07.2015, 11:50

In der Ukraine toben die Nazis wieder. Der Rechte Sektor droht Poroschenko mit dem Umsturz.

https://www.youtube.com/watch?v=oMHyNWC ... e=youtu.be
 
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

14.07.2015, 14:42

Lieber Raims,
das ist nur prorussische Propaganda. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
 
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

14.07.2015, 20:57

dieter hat geschrieben:
Lieber Raims,
das ist nur prorussische Propaganda. :wink:

Nein Dieter, diesmal nicht, ich habe davon auch gehört. Die Meldung:

Offenbar hat es am Wochenende tatsächlich Kämpfe in den Karpaten in der Westukraine gegeben und diesmal wurden diese durch den sogenannten "Rechten Sektor" - also Rechtsextreme - ausgelöst. Der Chef des Sicherheitsrates bezeichnete die Nationalisten als "Banditen und Mörder", gegen die man hart vorgehen werde.
Möglicherweise geht es dabei um organisierten Schmuggel, an dem der "Rechte Sektor" beteiligt sein soll.

Artikel lesen: http://m.spiegel.de/politik/ausland/a-1 ... referrrer=

Schlimm, schlimm.
:(
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dieter
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

15.07.2015, 10:18

Schlimm ist es auch. Das scheinen aber nur Kriminelle zu sein. Hoffentlich schadet dies der Ukrainischen Seite nicht weiter :?:
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Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

24.09.2015, 15:22

Es wird leiser um die Ukraine. Hier die letzte analysierende Nachrichten
Ukraine im Syrien-Schatten: Taktieren mit den Kommunalwahlen von Florian Rötzer auf Telepolis
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

25.09.2015, 16:22

Am Weg in die Ukraine
Wien 29.07.2015
Polizei stoppt bewaffnete US-Soldaten am Airport Wien
Eine Gruppe US-Soldaten, die mit Armeewaffen über den Flughafen Wien in die Ukraine reisen wollten, wurden von der österreichischen Polizei am Airport gestoppt. Wie der "Kurier" berichtet, hatte die Truppe M16-Sturmgewehre im Gepäck, aber keine Genehmigung dafür. Statt in die Ukraine zu reisen mussten sie schließlich nach Washington zurückehren.