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Moderator: Barbarossa

 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

30.05.2015, 16:37

Er ist kein Diplomat. Ein Abgeordneter kann auch nicht Diplomat sein, weil er dafür sein Dienst in Auswärtigen Dienst quittieren muss, daher verliert automatisch Diplomaten-Status.
 
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

30.05.2015, 18:38

Das ist eine Frage der Definition. Es mag sein, dass der Begriff "Diplomat" inzwischen ziemlich inflationär verwendet wird. Inzwischen sagt man tatsächlich auch bei einfachen Abgeordeten, die dienstlich ins Ausland reisen, sie seien auf "diplomatischer Mission".

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Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

31.05.2015, 09:47

Ah-ja, also waren deutsche Abgeordnete auf Maidan in diplomatischer Mission?! :crazy:

Hiermit nominiere sie zu Friedensnobelpreis :lol: :lol: :lol:

Im Ernst, man sollte nicht die Begriffe so verflüssigen lassen, dass sie zu Gegenbegriffen werden... denn man wirklich nicht miteinander reden kann. Was einem eine diplomatische Mission (die eigentlich Frieden bringen sollte) ist, wird von anderem als eine Destabilisierung verstanden (was auch oft genug tatsächlich ist). Im Ernst, die abgeordnete werden gewählt von der Bevölkerung eines Landes. Damit sind sie legitimiert so. z. auf innerem Parkett zu spielen. Wenn sie in Ausland agieren, agieren sie nicht als Abgeordneter sondern als Vertreter ihrer politischen Parteien, anderen Bewegungen oder persönlichen Überzeugungen und sind einfach Politiker.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

31.05.2015, 09:55

Die Hauptstaatsanwaltschaft Georgiens hatte gegen Saakaschwili mehrere Anklagen, unter anderem wegen Unterschlagung von rund 5 Millionen US-Dollar, erhoben. Im Februar hat die Hauptstaatsanwaltschaft Georgiens die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine erneut um die Festnahme und Auslieferung Saakaschilis ersucht, weil auf die erste Beantragung keine offizielle Antwort der Ukraine erfolgt war.
Am 14. Februar hat der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko mit einem Erlass Saakaschwili zu seinem Berater ernannt.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20150 ... z3bhUibVKB

man man man... Man könnte es als Satire ansehen, wenn es nicht Ernst wäre...

PS: noch ein ausführliches Link über das Thema "Wirtschaftsflüchtling Saakaschwili wird Gouverneur von Odessa" von Ulrich Heyden in Telepolis: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45072/1.html
Zuletzt geändert von Aneri am 31.05.2015, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

31.05.2015, 10:17

Dieser Link hält fest die geschichtliche Entwicklung. Es wäre schon interessant die zeitliche Abfolge Sanktionen und Gegensanktionen festzuhalten. Ich hatte zuvor doch eher auf die Fakten, die in Mainstream verschwiegen oder bewusst verfälscht dargestellt wurden, konzentriert.
Im bayerischen Schloss Elmau treffen sich am 7. und 8. Juni auf Einladung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Staats- und Regierungschefs der USA, Kanadas, Frankreichs, Italiens, Japans und Großbritanniens. Russland hatte 1998 die Gruppe der Sieben zur G8 erweitert und wurde im Vorjahr nach dem Beginn der Ukraine-Krise ausgeschlossen.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/05/31/deutsche-wirtschaft-fordert-ende-der-isolation-putins/

Es sieht eher aus, als man ein Kind für Bestrafung in eine Ecke stellt. So versteht man diplomatische Arbeit: abbrechen jeglicher Kommunikation. Wie es schön heißt: man sprengt alle Brücken hinter sich ...
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

31.05.2015, 10:28

"Ukraine: Der gute Westen gegen das böse Russland" von Florian Rötzer in http://www.heise.de/tp/artikel/45/45067/1.html
Große Aufmerksamkeit hat erfahren, dass der russische Präsident Putin in einem Dekret auch die Weitergabe von Todesfällen bei Spezialeinsätzen als Staatsgeheimnis eingestuft hat. An sich ist das nichts Besonderes und wird auch im Westen so gehandhabt, allerdings lässt sich schon vermuten, dass die Entscheidung jetzt mit dem Ukraine-Konflikt zusammenhängen könnte.

Schon zuvor hat das ukrainische Parlament eine folgenschwere Entscheidung getroffen, die aber weder medial oder politisch im Westen aufgegriffen wurde. Zumindest zeitlich im Kontext mit dem Amnesty-Bericht über Misshandlungen von Gefangen auf beiden Seiten hat die Rada fast einmütig beschlossen, dass die Einhaltung der Menschenrechte und anderer völkerrechtlichen Verpflichtungen im Kriegsgebiet ausgesetzt wird. Explizit betrifft dies Artikel 9, 12, 14 und 17 des Internationalen Abkommens über bürgerliche und politische Rechte und Artikel 5, 6, 8 und 13 der Konvention zum Schutz der Menschenrechte und Grundfreiheiten.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

31.05.2015, 10:42

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/05/29/ukraine-poroschenko-droht-mit-ausrufung-des-kriegsrechts/
In der Ukraine stehen die Zeichen wieder auf Eskalation: Präsident Poroschenko droht mit dem Kriegsrecht, weil Journalisten eine russische Armee-Konzentration beobachtet haben sollen. Die OSZE hat neue Umtriebe der Rechtsextremen in Odessa beobachtet. Die Russen sagen, die ukrainische Armee formiere sich zu einem Angriff.

Übrigens die Odessa, wo jetzt Saakaschwili ein Bürgermeister werden soll...
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

31.05.2015, 10:52

Sepp Blatter rächt sich an den Amerikanern, die ihn in Zürich mit Hilfe der EU-Justiz stürzen wollten: Als wiedergewählter FIFA-Präsident wendet sich Blatter ostentativ seinem alten Freund Wladimir Putin zu und kündigt an, in Russland 185 Millionen US-Dollar investieren zu wollen. Die Amerikaner sind düpiert.

in http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/05/30/blatters-rache-an-den-usa-millionen-investment-fuer-putin-und-russland/

Offen gesagt, bin ich kein freund von Fußball. Die Sache interessiert mich nur oberflächlich, nämlich in die Hinsicht, ob Isolation Russland tatsächlich so ist, wie man hierzulande denken will. Auch Eurovision hat gezeigt, dass die westliche Propaganda hat nicht erreicht, was sie vorhatte. Man sicher kann denken, dass die Afrikaner, Asiaten, Lateinamerika korrupt sind und daher Korruption unterstützen. Man kann es aber auch so sehen, dass der Korruptionsfall war für etwas anderes instrumentalisiert. Und wie immer - man zeigt uns die "Karotte", die wir folgen sollten und nicht tatsächlichen Grund/Ziel.

... und am Ende stehen WIR - die Guten - isoliert da...

Hier auf Punkt treffendes Kommentar in https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/zeit-zum-aufraeumen
Ich bin mir ziemlich sicher, dass es darauf hinasulaufen wird, zuerst Blatter abzusägen und dann den bösen Russen die WM wieder weg zu nehmen. Ich halte das nicht für abwegig, sondern für eine ganz normale Strategie der Amerikaner. Blatter hat einen Fehler gemacht: Er hat den Russen die WM zugeschanzt. Wer weiß, was dafür gezahlt worden ist. Aber das hat noch nie wirklich eine Rolle gespielt. Jetzt doch. Der Unterschied ist der, dass es hier um Geopolitik geht, die selbst für den FIFA Paten eine Nummer zu groß zu sein scheint.
 
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Barbarossa
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

01.06.2015, 01:23

Übrigens hat Putin kürzlich ein Dekret herausgegeben, das verbietet, über den Tod von Angehörigen des Verteidigungsministeriums bei Spezialeinsätzen in Friedenszeiten zu berichten. Bei Verstoß drohen bis zu sieben Jahre Haft. Derartige Beschränkungen sind normalerweise nur im Kriegszustand üblich.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 17982.html

Und wiederum stelle ich fest, dass Russland immer autoritärer regiert wird. Es deutet nichts darauf hin, dass sich Russland auf einem Weg zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit befindet - im Gegenteil...

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Spartaner
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

01.06.2015, 02:32

Aneri hat geschrieben:
Die Hauptstaatsanwaltschaft Georgiens hatte gegen Saakaschwili mehrere Anklagen, unter anderem wegen Unterschlagung von rund 5 Millionen US-Dollar, erhoben. Im Februar hat die Hauptstaatsanwaltschaft Georgiens die Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine erneut um die Festnahme und Auslieferung Saakaschilis ersucht, weil auf die erste Beantragung keine offizielle Antwort der Ukraine erfolgt war.
Am 14. Februar hat der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko mit einem Erlass Saakaschwili zu seinem Berater ernannt.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/politik/20150 ... z3bhUibVKB

man man man... Man könnte es als Satire ansehen, wenn es nicht Ernst wäre...

PS: noch ein ausführliches Link über das Thema "Wirtschaftsflüchtling Saakaschwili wird Gouverneur von Odessa" von Ulrich Heyden in Telepolis: http://www.heise.de/tp/artikel/45/45072/1.html

Liebe Aneri,
man kann es ruhig offen aussprechen:Saakaschwili ist ein Massenmörder und die Ukrainer tun sich keinen guten Dienst ihn als
Gouverneur von Odessa zu ernennen.
 
Spartaner
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Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

01.06.2015, 02:43

Barbarossa hat geschrieben:
Übrigens hat Putin kürzlich ein Dekret herausgegeben, das verbietet, über den Tod von Angehörigen des Verteidigungsministeriums bei Spezialeinsätzen in Friedenszeiten zu berichten. Bei Verstoß drohen bis zu sieben Jahre Haft. Derartige Beschränkungen sind normalerweise nur im Kriegszustand üblich.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/ausl ... 17982.html

Und wiederum stelle ich fest, dass Russland immer autoritärer regiert wird. Es deutet nichts darauf hin, dass sich Russland auf einem Weg zu mehr Demokratie und Rechtsstaatlichkeit befindet - im Gegenteil...

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Lieber Barbarossa,
solche geheimen Einsätze gab es bei der Bundeswehr auch während des Afganistankrieges von Russland. Es wurde den Bundeswehrsoldaten unter Androhung von Strafe verboten, etwas davon preiszugeben. Im ZDF wurde vor kurzem darüber berichtet .
"Die Ausstrahlung des Dokumentarfilms „Unser Krieg. Kampfeinsatz in Afghanistan“ stellt die bisherigen Kenntnisse auf den Kopf. Als humanitäre Helfer getarnte Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) sowie eine Spezialeinheit der Bundeswehr hatten andere Ziele als zuvor vermutet. Bislang war es bekannt, dass die Agenten der geheimen Operation „Sommerregen“ zur Spionage und Erbeutung sowjetischer Militärtechnik nach Afghanistan geschickt wurden. Doch die verschwiegene Wahrheit zur Regierungszeit von Helmut Schmidt und dessen Nachfolger Helmut Kohl wirft einen Schatten auf den deutschen Einsatz. Bei der geheimen Operation kam es zu Gefechten."
Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/german.ruvr.r ... stan-7063/

http://de.sputniknews.com/german.ruvr.r ... stan-7063/
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_ ... ndienst%29
http://www.focus.de/politik/ausland/afg ... 21585.html
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

02.06.2015, 19:04

Barbarossa hat geschrieben:
Übrigens hat Putin kürzlich ein Dekret herausgegeben, das verbietet, über den Tod von Angehörigen des Verteidigungsministeriums bei Spezialeinsätzen in Friedenszeiten zu berichten.
Übrigens ist es in einer Zitat in Beitrag von 31.05.2015 9:28 enthalten (aufmerksamer lesen :wink: )
Bei Verstoß drohen bis zu sieben Jahre Haft. Derartige Beschränkungen sind normalerweise nur im Kriegszustand üblich .
Wie Spartaner auch gezeigt hat, Geheimoperation muss geheim bleiben und alle Regierungen unternehmen, dass es auch geheim bleibt. Die Toten sind Indiz, aus den man auf die Erfolg (oder Mißerfolg) einer Operation zurückschließen kann. Und noch was. Deutschland ist s. z. "dritte" Land, der sekundär in Konflikt beteiligt ist. Aber schon hier spürt man deutlich, wie man wird in dem Krieg eingesaugt. Es ist nicht schwer vorzustellen, was ist in Russland los. Es befindet sich gerade in freien Fall zum Krieg. Diese Militärparaden, die Militärtechnik und Waffen sind überall in Medien präsent. Man zeigt sich stark. Man will glauben, dass stark ist.
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

02.06.2015, 19:36

Als „sehr irritierend“ hat Folker Hellmeyer, Chefanalyst der Bremer Landesbank, die Tatsache bewertet, dass der amerikanisch-russische Warenaustausch in dem seit der Verhängung der Sanktionen verstrichenen Jahr um knapp sechs Prozent angestiegen ist, während der EU-Handel mit Russland um rund zehn Prozent schrumpfte.

Weiterlesen: http://de.sputniknews.com/wirtschaft/20150602/302596581.html#ixzz3bvYcDe6o
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

02.06.2015, 19:44

Forensische Analyse http://www.bellingcat.com/wp-content/uploads/2015/05/Forensic_analysis_of_satellite_images_DE.pdf soll zu Ergebnis gekommen, dass Sattelitenbilder, die von russische Seite veröffentlicht wurden, eine Fälschung ist.

Ich mag nicht zu beurteilen, in wieweit es die logische Kette der Schilderung der Ereignisse unterstützt und ob wegen des falschen Beweises für nichtig erklärt werden kann, da auch anderer Seite fehlt der Beweis. Interessant aber ist, dass bislang keine Satelliten Fotos von USA vorliegen. Es macht mich mehr nachdenklich als falsifizierte russische Foto...
 
Aneri

Re: Ukraine-Konflikt: Geschichte und Berichterstattung

02.06.2015, 20:03

Diese Propaganda-Ente will ich ihnen nicht enthalten
In Bildblog: http://www.bildblog.de/64953/die-antirussische-ente-vom-verbotenen-oktoberfest/
Moskau (dpa) – Die Verwaltung der russischen Hauptstadt Moskau hat einer ausschweifenden Bierparty nach dem Vorbild des Oktoberfestes in München eine Absage erteilt. Eine solche Veranstaltung mit großen Zelten, Trachtenkleidung und Gerstensaft vom Fass sei «antirussisch», sagte Behördensprecher Alexej Nemerjuk der Agentur Interfax.

Diese Meldung vor 3 Wochen war fast in allen deutschen Medien durchgegangen, mit Akzentuierung "antirussisch"
In oberen Link finden sie sowohl die Übersetzung der Originalmeldung als Link zu dieser Meldung.
Von Verboten ist da keine Rede, von „antirussisch“ erst recht nicht. Der Beamte sagt bloß, dass kein Oktoberfest geplant sei und es für ein solches Fest keine Tradition in Russland gebe.