Rassismus in den Vereinigten Staaten von Amerika

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Moderator: Barbarossa

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Orianne
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Rassismus herrscht in den USA von Beginn weg. In der US Armee wurden z.B. Iren und Italiener wegen ihres römisch-katholischen Glaubens diskriminiert, ein Soldat musste sich vom Sergeant einen Urlaubsschein abholen, wenn er den Gottesdienst besuchen wollte, aus diesem Grund gab es auch viele Deserteure, die sich im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg den Mexikanern anschlossen, nach dem Sieg der US Truppen wurde kurzer Prozess gemacht, und die Iren die erwischt wurden im Schnellverfahren zum Tode verurteilt und aufgehängt.

Nicht weniger zimperlich ging man mit Sklaven um, im Sezessionskrieg wurden sie von den Konföderierten als nicht reguläre Soldaten angesehen, und mit einer bestialischen Grausamkeit ermordet, wenn sie sich ergaben oder gefangen genommen wurden. Die freien Schwarzen waren Menschen zweiter Klasse, dieser Grundsatz wurde auch nach dem Bürgerkrieg vom Ku Klux Klan übernommen, der Juden, Asiaten, Mischlinge, Katholiken und andere Leute verfolgte.

Im WWI und WWII wurden Schwarze z.B. bei der Marine nur unter Deck beschäftigt.

1965 wurde Malcolm X ermordet, darauf gab es landesweit Unruhen, bei denen über 300 Schwarze den Tod fanden.
Vergessen darf man natürlich nicht Martin Luther King, der auch ermordet wurde.

Die Black Panther hatten 10 Forderungen, die lauteten:

-Freiheit und Selbstbestimmung,
-Beschäftigung,
-Ein Ende der Ausbeutung,
-Menschenwürdige Wohnungen,
-Ein reformiertes Bildungssystem,
-Die Freistellung vom Militärdienst,
-Ein Ende der willkürlichen Polizeigewalt,
-Die Freilassung aller schwarzen Gefangenen wegen Benachteiligung während der Verhandlungen,
-Faire Gerichtsprozesse vor schwarzen Geschworenen und durch schwarze Ankläger
-Einen Volksentscheid unter der schwarzen Bevölkerung über deren nationales Schicksal
Zuletzt geändert von Orianne am 02.12.2014, 10:32, insgesamt 1-mal geändert.
Grant stood by me when I was crazy, and I stood by him when he was drunk, and now we stand by each other.

General William Tecumseh Sherman
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dieter
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Liebe Orianne,
genau so sehe ich das auch. Man kann diese Tatsachen nicht allein und dem allgemeinen Rassismus, den es sicherlich überall auf der Welt gibt, abtun. Custers Truppe, womit er gegen die Lakota unterlag bestand hauptsächlich aus frisch eingewanderten Iren und Deutschen. An der Grenze zu den Indianergebieten wurden hauptsächlich deutsche Farmer angesiedelt. Wenn die draufgehen, dann wäre es nicht so schlimm gewesen. :roll:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Ophelia
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dieter hat geschrieben:Liebe Orianne,
genau so sehe ich das auch. Man kann diese Tatsachen nicht allein und dem allgemeinen Rassismus, den es sicherlich überall auf der Welt gibt, abtun. Custers Truppe, womit er gegen die Lakota unterlag bestand hauptsächlich aus frisch eingewanderten Iren und Deutschen. An der Grenze zu den Indianergebieten wurden hauptsächlich deutsche Farmer angesiedelt. Wenn die draufgehen, dann wäre es nicht so schlimm gewesen. :roll:

Was verstehst du unter "allgemeinem Rassismus"?
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dieter
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Liebe Ophelia,
schau Dich doch auf der Welt um. Weiße Polizisten erschießen schwarze Jugendliche, Israelis töten und unterdrücken Palästinenser, Türken töten Kurden und umgekehrt, Basken töten Spanier und in Afrika töten Somalis Kenianer. :evil: :twisted:
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Barbarossa
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Na das mit den Basken ist aber inzwischen schon eine Weile vorbei. Mehr Autonomie fordern sie allerdings immer noch.
Aber auch nicht alle Konflikte haben einen rassistischen Hintergrund. Da müsste man sich jeden Konflikt einzeln anschauen.
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dieter
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Lieber Barbarossa,
die Basken meinen sie wären ein Urvolk, dass vor den Indoeuropäern da gewesen ist. Also doch Rassismus. :wink: :mrgreen:
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Barbarossa
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dieter hat geschrieben:Lieber Barbarossa,
die Basken meinen sie wären ein Urvolk, dass vor den Indoeuropäern da gewesen ist. Also doch Rassismus. :wink: :mrgreen:
Nö, wieso?

Vielleicht stimmt das ja auch. Selbst die Wissenschaft ist sich da nicht einig.
Auf alle Fälle sind die Basken ein Volk, das sprachlich völlig aus dem Rahmen fällt.
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dieter
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Barbarossa hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:Lieber Barbarossa,
die Basken meinen sie wären ein Urvolk, dass vor den Indoeuropäern da gewesen ist. Also doch Rassismus. :wink: :mrgreen:
Nö, wieso?

Vielleicht stimmt das ja auch. Selbst die Wissenschaft ist sich da nicht einig.
Auf alle Fälle sind die Basken ein Volk, das sprachlich völlig aus dem Rahmen fällt.
Lieber Barbarossa,
deswegen wollen sie auch ihren eigenen Staat haben. :wink:
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Ophelia
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Die Natives (Indianer) fehlen in der Aufzählung der von Rassismus Betroffenen.
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dieter
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Liebe Ophelia,
Du hast natürlich vollkommen recht. Bei der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus gab es 110 Millionen Indianer, hundert Jahre später nur noch 10 Millionen. :evil: :twisted:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
Ophelia
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dieter hat geschrieben:Israelis töten und unterdrücken Palästinenser

Und umgekehrt?
Dietrich
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Ophelia hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:Israelis töten und unterdrücken Palästinenser
Und umgekehrt?
Der Einwand ist berechtigt.

Allerdings ist unbestreitbar, dass die Israelis in einer weitaus mächtigeren Position sind.
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dieter
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Ophelia hat geschrieben:
dieter hat geschrieben:Israelis töten und unterdrücken Palästinenser

Und umgekehrt?
Liebe Ophelia,
nur dass die Israelis in diesem Gebiet die militärische Macht haben. :wink:
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Andern zu.
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Barbarossa
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Die Spirale der Gewalt scheint sich in den USA offenbar immer schneller zu drehen. Am Montag (4.7.) und am Mittwoch (6.7.) wurden zwei Afroamerikaner von Polizisten erschossen. Aus Rache dafür erschoss am Donnerstag (7.7.) ein Afghanistan-Veteran mit schwarzer Hautfarbe während einer Demonstration gegen Polizeigewalt in Dallas fünf Polizisten. Der Täter wurde ebenfalls erschossen.  Die Wogen schlagen in den USA nun immer höher. Obama hat daraufhin seine Reise in Europa abgekürzt.
Es wird eine grundsätzliche Diskussion um Rassismus und Polizeigewalt notwendig sein, um diese Spirale der Gewalt zu durchbrechen.

Quelle: Der Tagesspiegel - Printausgabe
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_Rose2016_
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Im Moment gehen viel auf dei Strasse und demonstrieren. Das ist gut, denn wir müssen doch aus dem Ganzen mal was lernen. Es wird immer einer Art von Rassismmus geben, aber es muss was geschehen, dass das Töten aufhört :(
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