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Moderator: Barbarossa

 
Plamen131
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Eine Frage über die arische Idee

13.06.2017, 20:05

Hallo
Ich soll eine Präsentation für Schule über das Thema ''Arische Rasse''machen und ich bin nicht sicher, ob es zu provokativ lautet, aber meine Titelformulierung ist ''Sind die Deutschen echte Arier?''Würdet ihr bitte ihre Meinungen darüber äußern.

Danke für die Geduld!
 
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Barbarossa
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Re: Eine Frage über die arische Idee

13.06.2017, 22:03

Also ich würde mich erst einmal mit der Frage beschäftigen, was ,,Arier'' überhaupt sein sollen. Und so würde auch den Titel wählen, also sowas, wie: ,,Arische Rasse - was sollte das sein?''
Und dann würde ich das Thema mit den historischen Ariern bneginnen: https://de.wikipedia.org/wiki/Arier

Ich wünsche viel Erfolg!
:-)
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Plamen131
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Re: Eine Frage über die arische Idee

13.06.2017, 23:22

Barbarossa hat geschrieben:
Also ich würde mich erst einmal mit der Frage beschäftigen, was ,,Arier'' überhaupt sein sollen. Und so würde auch den Titel wählen, also sowas, wie: ,,Arische Rasse - was sollte das sein?''
Und dann würde ich das Thema mit den historischen Ariern bneginnen: https://de.wikipedia.org/wiki/Arier

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Triton
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Re: Eine Frage über die arische Idee

14.06.2017, 20:40

Ich behaupte einmal: Die arische Rasse gibt es überhaupt nicht.
Das haben die Nazis im Grunde selbst bewiesen, in dem sie absurde Kriterien als Erkennungsmerkmale der Rasse aufstellten. Denen genügten nur dummerweise die wenigsten reinrassigen Arier. Viele waren blond wie Hitler und hatten den berühmten "ostischen Bumsschädel".
Ephraim Kishon, bekanntlich Jude, wurde dagegen sogar von unwissenden Nazis als "idealtypischer Vorzeigearier" eingestuft.

Der Ursprung der Arier ist übrigens irgendwo im Nahen Osten, dort wo heute die Flüchtlinge herkommen. Iran bedeutet "Land der Arier". Der Adolf hätte sich also über den Zuzug dieses hochwertigen Menschenmaterials gefreut...
"Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, in dem man sie ignoriert." (Aldous Huxley)
 
Ruaidhri
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Re: Eine Frage über die arische Idee

14.06.2017, 21:03

@ Triton:
Du nahmst mir sozusagen die Worte von der Tastatur. :P
Meine Eltern mussten ja vor der Eheschließung einen endlosen Ariernachweis erbringen, mein Erzeuger passte nichtso ganz ins Bild germanischer blonder Recken, eigentlich meine Großmutter von der anderen Seite mit einem slawischen -in-Namen auch nicht so wirklich. Meine Mutter wieder entsprach dem Ideal so gut, dass man sie gern in den Lebensborn geschickt hätte.
@ Plamen131:
Das ganze Gerede vom Ariertum in Deutschland war und ist derart absurd, vor allem, wenn sich viele Gestalten  in der NS-Führungsriege ansieht, dass jeglicher Vortrag auch zu diesem Ergebnis führen sollte.
Muttersprache: Deutsch Vaterland: Keins. Heimat: Europa
LG Ruaidhri
 
Dietrich
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Re: Eine Frage über die arische Idee

24.08.2017, 15:33

Triton hat geschrieben:
Ich behaupte einmal: Die arische Rasse gibt es überhaupt nicht.

Natürlich gibt es keine arische "Rasse". Allerdings existiert eine indoarische Sprachfamillie.

Von einer hypothetischen indogermanischen Urbevölkerung spaltete sich im 3, Jt. v. Chr. eine Gruppe ab, deren Angehörige sich selbst  als Arier (ārya) bezeichneten und deren Srache von modernen Linguisten als indoarisch bezeichnet wurde. Überliefert ist sie u.a, in den Veden und im Sanskrit. Die ethnische Identität dieser Leute, die ab 2000 v. Chr. nach Nordindien einwanderten, ist unbekannt.

Verwandt sind die Iraner, die sich von diesem indoarischen Zweig abspalteten, und sich ebenfalls als "Arier" bezeichneten. Dieser Begriff ist hergeleitet von dem seit alters her tradierten Begriff neupers. Īrān aus mittelpers. Ērān. Er geht auf altpers. ariya- (=avest. airiia-) aus iran. arya- (=„arisch“, „Arier“) zurück.
 
CARLOS
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Re: Eine Frage über die arische Idee

24.08.2017, 18:19

"Natürlich gibt es keine arische "Rasse". Allerdings existiert eine indoarische Sprachfamillie." Dietrich

Ich erinnere mich an die indoeuropäische Sprachfamilie. Im Dritten Reich gab es dafür den Begriff "indogermanische" Sprachfamilie. Zurückgeführt wurde dieser Befriff aufgrund sprachlicher Verwandtschaften auf eine Volksgruppe, die in der Steppe Südrusslands beheimatet gewesen sein sollte und von dort aus sich in alle Richtungen verbreitet haben soll. Archäologische Funde hat es diesbezüglich m. W. nicht gegeben. Sprachzeugnisse fehlen. Aber durch linguistische Untersuchungen wurden die  indoeurop. Sprachen in ihren Wortwurzeln auf das Indogermanische zurückgeführt.

Die slawischen Sprachen gehören nach den Linguisten ebenso zu den indoeruop. Sprachen, ebenso die romansichen. Nicht aber  das Finnische und Ungaische. Auch nicht das Baskische. Die rassistischen Auswüchse zur Zeit des Nationalsozialismus in Dtld mit ihrer Verengung auf das Begriffspaar Arier = Germannentum (= nordische Rasse) ist wissenschaftlich gesehen unsinnig. Im Dritten Reich diente die Rassenideologie der Rechtfertigung für den Massenmord an "slawischen Untermenschen." Die rassische Höherwertigkeit der Deutschen diente als Rechtfertigung für den Raumgewinn im Osten durch Krieg und Vertreibung/Vernichtung der dort Lebenden.

Rassische Höherwertigkeit (Ariertum) wurde im NS-Staat technisch gemessen nach festgelegten  Merkmalen (Schädelform, Körperbau). Nur rassisch hochwertige Menschen waren auserlehen, um im Osten das Land zu besiedeln (z. B in Polen Polen). In einer Kartei wurden von Mio Deutschen die Rassemerkmale festgehalten. Der Ariernachweis (d. h. rein germanisch-deutsche Abstammung) war von jedem Deutschen gefordert. Bei Angehörigen der SS wurde die "Reinheit" des Blutes über viele Generationen gefordert. Es ging dem NS um die rassische Höherzüchtung von Menschen (Stiftung Lebensborn wird von Triton erwähnt).

Im Spätherbst 1940 lag ich in einer Klinik mit hohem Fieber (schwere Mittelohrentzündung). Meine Mutter erzählte mir, dass just in dieser Zeit SS-Ärzte mich rassisch begutachteten. Dafür gab es eine Note. Mit der Note ausreichend war es nicht möglich in den Osten zur Ansiedlung im NS-Musterland zu gelangen. An den Vorgang selbst habe ich wegen des Fieberdeliriums keine Erinnerung. Es erschienen immer wieder Weißkittel, die mich untersuchten. Mein Bruder hatte so wenig Ahnung wie ich damals auch, was da ablief. Auf die Frage eines Lehrers, ob er arisch sei, antwortete er mit Nein, er sei evangelisch.

Aus Soldatenbriefen erfahren wir, dass deutsche Soldaten erstaunt waren im slawischen Osten blonde und blauäugige Menschen anzutreffen. Dieses wertvolle arische Blut sollte durch Auslese dem dt. Volkskörper zugeführt  werden.

Ein großer Teil der dt. Bevölkerung ostwärts der Elbe-Saale-Linie ist slawischer Herkunft. Durch die dt. Ostbewegung im Mittelalter (im Dritten Reich Ostkolonisation genannt) wurde sie germanisiert. Der Ortsname Berlin ist z. B. slawischen Ursprungs und hat nichts mit dem Bärlei nim Wappen der Hauptstadt zu tun. Ein Großteil der Ortsnamen geht auf westslawische Siedlungen zurück. Das Wort „Grenze“ ist slawischen Ursprungs, das dt. Wort dafür war „Mark.“

Wie rein arisch das Blut im Altsiedelland wirklich ist, sei dahingestellt. Die Römer im Rheinland bzw Dekumatenland haben Spuren im Genpool der Deutschen hinterlassen. Im heutigen Aalen (Ostalbkreis) lag eine römische Ala (500 syrische Reiter) zur Kontrolle des Limes. Über Genrationen hinweg blieben diese Fremdstämmigen aus allen Teilen des römischen Reiches nach ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst im Land. Auch nach dem Allemannensturm blieben sie wohl mit ihren germanischenFrauen.

Die Rassenlehre geht auf Gobineau und S. H. Chamberlain im 19. Jhd zurück. Mit der modernen Naturwissenschaft kam die Eugenik (Lehr von einem gesunden Leben) auf, die rassisch wertvolle Menschen zu züchten für möglich hielt. Ende des 19. Jhd und Anfang des 20. Jhd war die Eugenik in den USA durchaus salonfähig. Gobineau hatte schon im 19. Jhd gemeint, dass es nicht nur möglich sein müssen schöne und starke Pferderassen zu züchten, sondern auch schöne und starke Menschen.


Richtig Dietrich. Ich erinnere mich an die indoeuropäische Sprachfamilie. Im Dritten Reich gab es dafür den Begriff "indogermanische" Sprachfamilie. Zurückgeführt wurde dieser Befriff aufgrund sprachlicher Verwandtschaften auf eine Volksgruppe, die in der Steppe Südrusslands beheimatet gewesen sein sollte und von dort aus sich in alle Richtungen verbreitet haben soll. Archäologische Funde hat es diesbezüglich m. W. nicht gegeben. Sprachzeugnisse fehlen. Aber durch linguistische Untersuchungen wurden die  indoeurop. Sprachen in ihren Wortwurzeln auf das Indogermanische zurückgeführt.

Die slawischen Sprachen gehören nach den Linguisten ebenso zu den indoeruop. Sprachen, ebenso die romansichen. Nicht aber  das Finnische und Ungaische. Auch nicht das Baskische. Die rassistischen Auswüchse zur Zeit des Nationalsozialismus in Dtld mit ihrer Verengung auf das Begriffspaar Arier = Germannentum (= nordische Rasse) ist wissenschaftlich gesehen unsinnig. Im Dritten Reich diente die Rassenideologie der Rechtfertigung für den Massenmord an "slawischen Untermenschen." Die rassische Höherwertigkeit der Deutschen diente als Rechtfertigung für den Raumgewinn im Osten durch Krieg und Vertreibung/Vernichtung der dort Lebenden.

Rassische Höherwertigkeit (Ariertum) wurde im NS-Staat technisch gemessen nach festgelegten  Merkmalen (Schädelform, Körperbau). Nur rassisch hochwertige Menschen waren auserlehen, um im Osten das Land zu besiedeln (z. B in Polen Polen). In einer Kartei wurden von Mio Deutschen die Rassemerkmale festgehalten. Der Ariernachweis (d. h. rein germanisch-deutsche Abstammung) war von jedem Deutschen gefordert. Bei Angehörigen der SS wurde die "Reinheit" des Blutes über viele Generationen gefordert. Es ging dem NS um die rassische Höherzüchtung von Menschen (Stiftung Lebensborn wird von Triton erwähnt).

Im Spätherbst 1940 lag ich in einer Klinik mit hohem Fieber (schwere Mittelohrentzündung). Meine Mutter erzählte mir, dass just in dieser Zeit SS-Ärzte mich rassisch begutachteten. Dafür gab es eine Note. Mit der Note ausreichend war es nicht möglich in den Osten zur Ansiedlung im NS-Musterland zu gelangen. An den Vorgang selbst habe ich wegen des Fieberdeliriums keine Erinnerung. Es erschienen immer wieder Weißkittel, die mich untersuchten. Mein Bruder hatte so wenig Ahnung wie ich damals auch, was da ablief. Auf die Frage eines Lehrers, ob er arisch sei, antwortete er mit Nein, er sei evangelisch.

Aus Soldatenbriefen erfahren wir, dass deutsche Soldaten erstaunt waren im slawischen Osten blonde und blauäugige Menschen anzutreffen. Dieses wertvolle arische Blut sollte durch Auslese dem dt. Volkskörper zugeführt  werden.

Ein großer Teil der dt. Bevölkerung ostwärts der Elbe-Saale-Linie ist slawischer Herkunft. Durch die dt. Ostbewegung im Mittelalter (im Dritten Reich Ostkolonisation genannt) wurde sie germanisiert. Der Ortsname Berlin ist z. B. slawischen Ursprungs und hat nichts mit dem Bärlei nim Wappen der Hauptstadt zu tun. Ein Großteil der Ortsnamen geht auf westslawische Siedlungen zurück. Das Wort „Grenze“ ist slawischen Ursprungs, das dt. Wort dafür war „Mark.“

Wie rein arisch das Blut im Altsiedelland wirklich ist, sei dahingestellt. Die Römer im Rheinland bzw Dekumatenland haben Spuren im Genpool der Deutschen hinterlassen. Im heutigen Aalen (Ostalbkreis) lag eine römische Ala (500 syrische Reiter) zur Kontrolle des Limes. Über Genrationen hinweg blieben diese Fremdstämmigen aus allen Teilen des römischen Reiches nach ihrem Ausscheiden aus dem Militärdienst im Land. Auch nach dem Allemannensturm blieben sie wohl mit ihren germanischenFrauen.

Die Rassenlehre geht auf Gobineau und S. H. Chamberlain im 19. Jhd zurück. Mit der modernen Naturwissenschaft kam die Eugenik (Lehr von einem gesunden Leben) auf, die rassisch wertvolle Menschen zu züchten für möglich hielt. Ende des 19. Jhd und Anfang des 20. Jhd war die Eugenik in den USA durchaus salonfähig. Gobineau hatte schon im 19. Jhd gemeint, dass es nicht nur möglich sein müssen schöne und starke Pferderassen zu züchten, sondern auch schöne und starke Menschen.

 
CARLOS
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Re: Eine Frage über die arische Idee

24.08.2017, 22:58

"Ich soll eine Präsentation für Schule über das Thema ''Arische Rasse''machen und ich bin nicht sicher, ob es zu provokativ lautet, aber meine Titelformulierung ist ''Sind die Deutschen echte Arier?''Würdet ihr bitte ihre Meinungen darüber äußern." Zitat Plamen

Für die Schule also soll eine Repräasentation angefertigt werden. Das Thema ist aber nicht genau abgegrenzt. Der Lernende soll das Thema sich selbst erarbeiten durch Sammeln von Fakten. Der Titel aber soll aber auch durch den Schüler selbst gefunden werden. Ist dasvon mir  richtig gesehen? Das bedeutet, dass er nicht nur Fakten referieren muss, sondern auch die Wertmaßstäbe für die Darstellung und Bewertung der Fakten selbst zu fidnen finden hat. Ich wende mich nicht grundsätzlich gegen diese Methode, halte sie für richtig. Ich frage nur, auf welcher Altersstufe das erfolgen kann, von der Lernpsychologie her gesehen. Wird damit nicht auch zu viel Stückwissen vermittelt?

Welche Rolle spielt dabei der Unterrichtende? Ist er Kommentator nach der Repräsentation oder nur noch nach Schulnoten beurteilende Instanz? Sind bei der Vergabe der Themenbereiche bereits Arbeitshinweise und Literaturangaben bzw Schwerpunkte der Betrachtung mitgegeben worden? Diese machen Sinn, wenn ein Thema vergeben wird. Vermutlich wurden sie nicht gegeben, sonst wäre eine auch eine genauere Themenvorgabe erfolgt. Welche Art von Unterricht müsste dem Referat eigentlich vorausgehen? Findet überhaupt Unterricht statt oder werden nur noch Repräsentationen vergeben und im Verlauf des Schuljahrs abgespult? Ich kenne dies Verfahren unter dem Namen DGFS (Die Ganze Familie Schafft). Warum kann kein klar umrissenes Thema gegeben werden, dass dem Schüler ermöglicht nach Material zu suchen.

Natürlich lernt der Schüler durch den Umgang mit dem vorgegebenen Material. Was lernt er aber noch außer seiner Repräsentation speziell im Fach Geschichte? Welche Rolle spielt die Darbietung, welche der Inhalt? Aus Bekanntenkreisen hörten wir, dass ein mit sehr gut bewertetes Referat/Repr. nur noch mit knapp über befriedigend bewertet wurde, obwohl es der gleiche Lehrer war, der bewertete.

Was ist mit den Schülern, deren Eltern beide berufstätig sind und nicht die notwendigen Bildungsvoraussetzungen besitzen, um
gemäß dieser Methode Lehrern die Arbeit abzunehmen?

Von Schülern in der Verwandtschaft wurde mir gesagt, dass alles im Internet stehe. Wirklich? 
 
Dietrich
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Re: Eine Frage über die arische Idee

25.08.2017, 13:56

CARLOS hat geschrieben:
Ich erinnere mich an die indoeuropäische Sprachfamilie. Im Dritten Reich gab es dafür den Begriff "indogermanische" Sprachfamilie. Zurückgeführt wurde dieser Befriff aufgrund sprachlicher Verwandtschaften auf eine Volksgruppe, die in der Steppe Südrusslands beheimatet gewesen sein sollte und von dort aus sich in alle Richtungen verbreitet haben soll. Archäologische Funde hat es diesbezüglich m. W. nicht gegeben. Sprachzeugnisse fehlen. Aber durch linguistische Untersuchungen wurden die  indoeurop. Sprachen in ihren Wortwurzeln auf das Indogermanische zurückgeführt.

Die indoeuropäische Sprachfamilie erstreckt sich vom Atlantik bis nach Indien, was besonders in Deutschland zur synonymen Bezeichnung "indogermanische Sprachen" führte - eine Verklammerung vom westlichsten Germanisch bis zur östlichsten indoarischen Sprachgruppe. Heute wissen wir, dass es mit den Tocharern und den tocharischen Sprachen eine noch weiter östlich gelegene indoeuropäische Sprachgruppe gibt, die bis 800 n. Chr. im Tarimbecken gesprochen würde. Eigentlich müsste man also von einer kelto-tocharischen Sprachfamilie sprechen, was natürlich niemand macht.

Wo die so genannte "Urheimat" der Indoeuropäer liegt, ist bis heute umstritten und Gegenstand erbitterter Kontroversen unter Sprachwissenschaftlern, Archäologen, Genetikern und Historikern. Mehrheitlich wird als Ausgangsregion der Proto-Indogermanen die Steppenregion Südrusslands angenommen (u.a. Anthony und Gimbutas) , doch gibt es auch Verfechter einer anatolischen Hypothese (Renfrew). Andere wie der Archäologe Alexander  Häusler treten für eine Urheimat in Mittel- und Osteuropa ein, ohne jede Invasion von außen. Angesichts der dürftigen Beweislage ist niemand imstande, seine Hypothesen so zu erhärten, dass sie allgemein akzeptiert werden.

In Europa existieren nur indoeuropäische Sprachen, ausgenommen Finnisch, Ungarisch und Baskisch. Das war nicht immer so, denn noch in der Antike gab es eine ganze Reihe nichtindoeuropäischer Sprachen; u.a.  Iberisch, Etruskisch, Minoisch, Paläosardisch, Ligurisch, Tartessisch und andere. Diese Sprachen wurden samt und sonders vom Indoeuropäischen überschichtet bzw. verdrängt.
 
Hüsso BLN

Re: Eine Frage über die arische Idee

05.08.2018, 05:26

Ein Echter *"Arier"* ist Weder Deutscher BlauBlond, noch als was Überlegene Rasse einst und bis Heut galt. Eine Lüge Hitlers!!!

Echte Arier sin Alt Indios und Iran hat auch mit dem Begriff was Zutun.

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--> Beitrag freigegegen, doppelter Beitrag gelöscht. [Mod.]

Ein kleiner Hinweis: Es ist möglich, als Gast zu jedem Thema etwas zu schreiben. Gastbeiträge müssen jedoch von der Moderation freigeschaltet werden. Darum die Verzögerung beim Erscheinen des Beitrages.
 
Paul
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Re: Eine Frage über die arische Idee

05.08.2018, 08:20

Die sprachlichen Arier/Iraner sind wahrscheinlich in Kasachstan/Südsibirien entstanden. Indogermanische Einwanderer aus dem Norden haben sich dort vermischt, so das diese südlichen Indogermanen entstanden. Es war also ein sekundäres Ausbreitungszentrum. In vielen Auswanderungswellen breiteten sich die Iraner nach Süden aus. Im Norden wurden sie als Slythen o. Sarmaten bezeichnet.
Sehr umstritten ist das Entstehungsgebiet der Indogermanen. Ernsthafte Theorien gehen von Russland bis Mitteleuropa.
Hitlers arische Idee basiert auf Rassismus.
viele Grüße

Paul

aus dem mittelhessischen Tal der Loganaha