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Moderator: Barbarossa

 
Cherusker
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Re: Die Atompolitik des Iran

23.05.2018, 22:44

Ruaidhri hat geschrieben:
Cherusker hat geschrieben:
Es gibt viele Alternativen zur Energiegewinnung, sodaß heutzutage, besonders die Atomkraft in Deutschland verpönt ist. Warum muß der Iran sie haben ? Die Souveränität zählt da nicht, weil sie von Hilfe von außen rechnen müssen

Die friedliche Nutzung der Atomenergie ist jedem Staat erlaubt, warum regt an sich über Indien oder Pakistan nicht auf, die die Atombombe haben? Sind die auch nicht souverän? Wer lieferte dorthin?
 Wenn der Iran verbrecherisch ist- dann sind es Russland und USA mal gar, Deutschland und alle Rüsungsexporteure genauso.
Cherusker hat geschrieben:
Trump erkennt die zukünftige Gefahr.

Trump erkennt keine Gefahr, dazu ist er zu unintelligent. ER ist die Gefahr.


Cherusker hat geschrieben:
Das ist doch Verarschung ! Es geht nur um den Bau von Atomwaffen ! Nichts anderes ! Wer etwas anderes behauptet, der lügt schon !  :evil:

Dann lüge ich halt, weil Deine Ansicht nicht richtig ist. Es geht dem Iran vordergründig nicht allein um die Bombe, sondern- aber dazu müsstest Du mehr Wissen und Einsicht in die Gegebenheiten im Land haben- mindestens ebenso um die eigene Souveränität. Sogar anerkannte Flüchtlinge sind der Meinung, dass es Trump und seinen Leuten nicht um die Gefahr, um die Sache geht, sondern um ihr höchsteigenes politisches Image, koste es, was es wolle. So spielt er den Hardlinern im Land in die Hände.

Glaubst Du das wirklich ??? :crazy: Im Iran gibt es genügend Sonnenstunden für die Solarenergie und genügend Wind für die Windenergie. Diese beiden Energiegewinnungen werden uns hier als zukunftsweisend verkauft. Und soll jetzt der Iran in eine veraltete Technologie der Energiegewinnung einsteigen ?  Wo lassen sie ihren Atommüll sicher lagern ? Die Atomenergie hat mehr Gefahren und Unsicherheitsfaktoren als andere Energiegewinnungen. Das ist Faktum. 
Deine subjektive Meinung über Trump deutet eher auf persönliche Haßgefühle. Ein Iran, der die Vernichtung Israels sich auf die Fahnen geschrieben hat und seit Dekaden terroristische Organisationen (z.B. Hisbollah)  unterstützt, würde mit Atomwaffen im Orient eine ernstzunehmende Gefahr für Israel und Saudi-Arabien darstellen. Auch wenn Du Trump nichts zutraust, aber das scheint er erkannt zu haben. Im Gegensatz zu Dir...... :wink:
P.S.
Es ist schon interessant, daß Du Rußland und USA als ebenso verbrecherisch ansiehst wie den Iran. Anscheinend sind Dir die radikalen Mullahs nicht verbrecherisch genug ?   :crazy:
 
Ruaidhri
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Re: Die Atompolitik des Iran

24.05.2018, 20:09

Cherusker hat geschrieben:
Deine subjektive Meinung über Trump deutet eher auf persönliche Haßgefühle.

Worauf deuten denn Deine Haßtiraden zum Iran? Glaubst Du etwa, die seien objektiv und von Wissen erleuchtet?
Cherusker hat geschrieben:
Glaubst Du das wirklich ??? :crazy:

Ich brauche da nichts zu glauben, das ist simples Wissen u die Befindlichkeit souveräner Staaten, die durch einseitigen Vertragsbuch und Aberkennung der Gleichberechtigung in die Ecke getrieben werden.
Cherusker hat geschrieben:
Ein Iran, der die Vernichtung Israels sich auf die Fahnen geschrieben hat und seit Dekaden terroristische Organisationen (z.B. Hisbollah)  unterstützt, würde mit Atomwaffen im Orient eine ernstzunehmende Gefahr für Israel und Saudi-Arabien darstellen.

Der Iran hat sich einigermaßen zurückgenommen, auch dort kann man Risiken kalkulieren, abgesehen davon, dass im öffentlichen Leben noch lange nicht alles gut ist, ist dennoch viel in Bewegung gekommen. Saudi-Arabien ist natürlich ein ganz demokratischer Staat, der nirgendwo nicht in Angriffskriegeführt, beliefert von deutscher Rüstungsindustrie.
Cherusker hat geschrieben:
Es ist schon interessant, daß Du Rußland und USA als ebenso verbrecherisch ansiehst wie den Iran. Anscheinend sind Dir die radikalen Mullahs nicht verbrecherisch genug ?   :crazy:

Ich sehe, dass Russland wie die USA offen und latent mit allen Mitteln für den Machterhalt und Einflussgebiete kämpfen, wie China, auch lupenreine Demokratie.
Cherusker hat geschrieben:
Auch wenn Du Trump nichts zutraust, aber das scheint er erkannt zu haben. Im Gegensatz zu Dir...... :wink:
P.S.

Trump ist nur in sehr engen Grenzen erkenntnisfähig, ihm fehlt Bildung, Wissen, Bezug zu vielen Zusammenhängen, geopolitisch wie innenpolitisch. Mag sein, dasser drum vielen ähnlich einfach Gestrickten so sympathisch ist.
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Paul
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Re: Die Atompolitik des Iran

24.05.2018, 22:24

Sicherlich ist auch Saudi Arabien nicht demokratischm sondern ein gefährlicher Kriegstreiber. Saudi Arabien unterstützte lange sunnitische Extremisten z.B. in Syrien und damit indirekt auch den IS. Aber das kennen wir ja auch von der Türkei.

Russland geht jetzt etwas auf Distanz zum Iran und zur Türkei. Beide sollen Syrien verlassen.
viele Grüße

Paul

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Ruaidhri
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Re: Die Atompolitik des Iran

27.05.2018, 15:55

Fällt mir auch China ein, man versuche, diesem Land die Nutzung der Atomenergie zu verbieten, weil es ja über andere Möglichkeiten verfügt.
Das Nationen sich dagegen wehren, nach Trumps Gnaden leben zu sollen, kann ich ganz gut verstehen.
Ganz persönlich reagiere ich ja auch sauer und wehre mich, wenn von außen Kommende meinen, das Land nach ihren Vorstellungen umkrempeln zu müssen. Oder umgekert, wenn versucht wird, die mühsam gewonne Weltoffenheit und Freiheit  unter  nationalistisch- rassistischen Vorzeichen zu schrumpfen oder zu beseitigen.
Weder für die Fundamentalisten unter den Mullahs noch für Kim Jong Un habe ich Sympathien, aber Trump hat hier gezeigt, dass er ein diplomatisches Trampeltier ist und er keinerlei Begriff von Politik hat, die aus mehr besteht als aus "Deals".
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Barbarossa
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Re: Die Atompolitik des Iran

27.05.2018, 21:57

Sehe ich genauso. Wenn man jetzt auch noch versucht, dem Iran die friedliche Nutzung der Atomkraft zu verbieten, dann ist das Einmischung in die Politik des Landes von außen und das kommt einfach mal nicht gut an. Ganz gleich, was man von der Atomkraft ganz grundsätzlich hält. Und gerade dem Iran bzw. Persien wurde im 20. Jh. besonders übel mitgespielt, was die Einmischung ausländischer Mächte angeht. Ohne zu fragen wurden im Zweiten Weltkrieg alliierte Truppen durchgeleitet, um die Russen zu unterstützen. Und an Persien als Zankapfel zwischen den Siegermächten entzündete sich sogar der Kalte Krieg. Dafür wurden Monarchen nach belieben ab- und eingesetzt, egal, wie despotisch die dann regierten. Dies war dann schließlich auch der Grund für die islamische Revolution. Und seitdem ist der Iran ja sooo böse - weil er nicht mehr nach der Pfeife der Amis tanzt. 
Solche historisch begründeten Befindlichkeiten sollten auch berücksichtigt werden.
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Re: Die Atompolitik des Iran

28.05.2018, 14:28

Barbarossa hat geschrieben:
Sehe ich genauso. Wenn man jetzt auch noch versucht, dem Iran die friedliche Nutzung der Atomkraft zu verbieten, dann ist das Einmischung in die Politik des Landes von außen und das kommt einfach mal nicht gut an. Ganz gleich, was man von der Atomkraft ganz grundsätzlich hält. 

In Persien unter dem Schah hat es schon einen Atomkraftreaktor (Beginn der Forschung ab 1959) gegeben. Es sollten noch viele andere entstehen, aber durch die islamische Revolution wurde das unterbrochen. D.h. anfangs hatten sich die Mullahs nicht für Atomkraft interessiert. Erst im Laufe der Jahre erkannten sie, daß sich damit auch Atomwaffen herstellen ließen und so wurde insgeheim an der Atomenergie geforscht. Internationale Kontrollen wurden nicht akzeptiert bzw. hintergangen. Daher gab es schon vor etlichen Jahren Sanktionen gegen den Iran. Hat also nichts mit Trump zu tun !!!  :mrgreen:
Bisher konnte also die Nutzung der Atomkraft im Iran unterbunden werden, weil dieses Land sich nicht an Vereinbarungen hielt ! Warum sollten sie es in der Zukunft halt einhalten ?  :wink:
P.S. 
Lt. BKA (2006) arbeitet der Iran insgeheim an ABC-Waffen ! 
 
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Re: Die Atompolitik des Iran

28.05.2018, 14:35

Ruaidhri hat geschrieben:
Trump ist nur in sehr engen Grenzen erkenntnisfähig, ihm fehlt Bildung, Wissen, Bezug zu vielen Zusammenhängen, geopolitisch wie innenpolitisch. Mag sein, dasser drum vielen ähnlich einfach Gestrickten so sympathisch ist.

Man kann Trump vieles unterstellen oder vorwerfen. Es mag auch viel stimmen.....Allerdings hat er einen Highschool-Abschluß und er hat Wirtschaftswissenschaften (Abschluß Bachelor) studiert. Also ganz so doof kann er also nicht sein, wie Du ihn hier darstellst .....anscheinend fehlt Dir Erkenntnis in Deiner subjekiven Sicht der Dinge.  :wink:
 
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Re: Die Atompolitik des Iran

31.05.2018, 22:43

Cherusker hat geschrieben:
Also ganz so doof kann er also nicht sein, wie Du ihn hier darstellst .....anscheinend fehlt Dir Erkenntnis in Deiner subjekiven Sicht der Dinge.  :wink:

Sollte das so sein, so teile ich diese angeblich subjektive Sicht der Dinge mit sehr vielen, die wie ich- mit seinem akademischen Grad durchaus konkurrieren können bzw. die toppen. Ein Abschluss in einem Sektor der Wirtschaftswissen sagt noch lange nichts über die Fähigkeiten aus, die ein/e PolitikerIn haben sollte. ( Was nicht nur für Trump gilt.)
Bei Abwägung aller über ihn bekannten Fakten und dessen, was er bislang produziert hat, ist ihm politische Bildung und Klugheit wahrlich nicht nachzusagen. Geschweige denn Respekt vor anderen. Das mag Deine ebenso als subjektiv zu bezeichnenden Meinung sicherlich nicht zu ändern, aber der Typ hat das Zeug, den Planeten vorzeitig zu atomisieren- sei es von eigener Hand oder als als Auslöser für andere.
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Re: Die Atompolitik des Iran

01.06.2018, 15:34

Komisch, immer wird republikanischen US-Präsidenten (z.B. Reagan, Bush...) unterstellt, daß sie die Welt atomisieren wollen.  :wink: Dagegen werden alle anderen internationalen Schurken als Waisenknaben dargestellt.  :crazy: 
 
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Re: Die Atompolitik des Iran

02.06.2018, 11:13

Die republikanischen Präsidenten haben stets eine sehr aggressive Außenpolitik geführt - das fällt mir schon seit Jahrzehnten immer wieder auf. Bei Reagan mag es sogar noch Sinn gemacht haben, einen Rüstungswettlauf anzuzetteln, damit sich der Ostblock totrüstet. Das scheint gelungen zu sein. Aber alles, was danach kam, war reine Kraftmeierei. 
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Re: Die Atompolitik des Iran

04.06.2018, 15:58

Lt. israelischen Sicherheitskreisen hat der Iran im Jahre 2001 einen Vertrag zwischen seinem Verteidigungsministerium und der iranischen Atomenergiebehörde geschlossen. In diesem wurde ein Projekt zur Anreicherung von Uran von 3 auf über 90% beschlossen, sodaß damit Atomwaffen gebaut werden können. Somit gibt es eine eindeutige militärische Nutzungsabsicht dieses angereicherten Urans ! Die politischen Anweisungen kamen aus den höchsten Regierungskreisen (u.a. Hassan Rohani, Ayatollah Khamenei). Anscheinend glauben nur noch politische Trottel dem Iran jedes Wort !  :mrgreen:
 
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Re: Die Atompolitik des Iran

07.06.2018, 14:51

Laut einer aktuellen Meldung bereitet sich der Iran auf das Scheitern des Wiener Atomabkommens von 2015 vor - das erklärte Irans Atomchef Ali-Akbar Salehi jetzt öffentlich. Nach seinen Angaben würde der Iran nach dem Scheitern des Abkommens bestimmte Begrenzungen zur Höchstmenge und zur Anreicherung von Uran nicht mehr einhalten. Salehi beschwichtigte aber auch, die Herstellung von Massenvernichtungswaffen sei sowohl vom Islam wie auch von einem Dekret des iranischen Führers grundsätzlich verboten. Dies gelte unabhängig davon, ob der Iran im Atomabkommen bleibe oder nicht.

Diese Beschwichtigung scheint aber niemand ernst zu nehmen. US-Außenminister Mike Pompeo erklärte, die US-Regierung werde es dem Iran ,,nicht erlauben'', atomwaffenfähiges Material herzustellen.
Quelle: https://www.zeit.de/news/2018-06/07/ira ... -99-618650

Das ist das, was ich meinte: Wahrscheinlich ohne Not läuft das Ganze auf eine direkte militärische Konfrontation und damit auf einen kriegsähnlichen Zustand hinaus.
Und die schiitischen Muslime werden den Westen dafür um so mehr hassen.
Friedliche Koexistenz scheint gerade nicht das Ziel aktueller Politik zu sein.
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